Hallo,
irgendwie habe ich das Gefühl, dass ein bisschen zu viel von sich als Heilsbringer überzeugt sind - aber das kann auch täuschen.
Ich glaube in die Behandlung von Morbus Crohn sollten Sie sich nicht einmischen, schließlich habe Sie eine gewisse Abneigung … Und auch als Psychotherapeut fehlt Ihnen noch ein bisschen was. Neben den unbestrittenen studentischen Leistungen ist dazu auch eine gewisse Sensibilität erforderlich, die Sie hier noch nicht demonstriert haben. Ständiges Nachkarten ist gut um sich im Studium an die Spitze zu spielen, verhütet aber auch, dass man sich in die Argumente der anderen einfühlt (dazu sage ich nur Psychotherapie).
Nach den neuesten Studien scheint Morbus Crohn mit speziellen Bestandteilen von Bakterien in Zusammenhang zu stehen, die aber nicht die alleinige Ursache für die chronische Entzündung sind. Es bleibt also nichts weiter übrig, als die chronische Entzündung zu unterdrücken. Das geschieht mit 5-ASA (verschiedene Medikamente, z.B. Salofalk), Kortison, Immunsuppressiva.
Es gibt nun einen Zusammenhang zwischen psychosozialem Zustand und Entzündungsaktivität und -dauer, deshalb wird bei stärker ausgelenkten Patienten zu einer zusätzlichen psychotherapeutischen Begleitung geraten. In einem stabilen Leben (nennen Sie es ruhig „Gleichgewicht“) nehmen die Entzündungsschübe eindeutig ab, wenn Sie auch nicht völlig verschwinden.
Ausserdem hilft auch die Einnahme von Placebo (Medikamente die keinen Wirkstoff) enthalten. Es gibt keine Studie, egal gegen wen und gegen was, wo Placebo keinen Effekt hatte. Wenn NICHTS hilft, warum sollte dann Homöopathie nicht helfen ? Nur weil wir nicht verstehen, WIE es geht, heisst dass noch lange nicht, dass es nicht geht (Dazu ein kleines Beispiel ais meiner täglichen Arbeit: Wir haben Patienten, die immer wiederkehrende Bauchschmerzen haben - irgendwann werden sie laparoskopiert und man findet nichts, macht aber den Blinddarmwurmfortsatz raus, weil die Beschwerden immer rechts unten waren. Der Pathologe findet an dem Blinddarmwurmfortsatz nichts krankhaftes. Den Patienten geht es aber gut, er kann nach der Operation wieder essen, hat keine Schmerzen mehr und kommt nie wieder. Darüber gibt es keine Studien, und es gibt auch keine Ursache-Wirkung-Beziehung, und doch funktioniert es. Heisst das nun es ist Quatsch ?)
Das Naturheilkunde hilft, ist klar. Es dürfte nur schwierig sein, jemanden zu finden, der sich gerade mit Morbus Crohn und Naturheilkunde auskennt.
Zusammengefasst heißt das:
- Medikamente gegen die Entzündung müssen genommen werden.
- Hömöopathie kann helfen. Wir wissen nur nicht wie.
- Die Idee mit der Naturheilkunde ist gut.
- Das innere Gleichgewicht sollte gefunden werden.
Informationen über Morbus Crohn finden sich unter:
http://www.kolo-proktologie.de
Dr. J. Sauer
Dr