Neues 'Diät' Medikament mit 'T' ?

Hallo an alle,

ich poste mal in diesem Brett, da ich eher eine medizinische Meinung oder einen Rat brauche.

Ich traf vor kurzem eine Bekannte die mir mit leuchtenden Augen erzählte das ihre Freundin „gaaanz toll“ abgenommen hat mit Hilfe eines Medikamentes (obs verschreibungspflichtig ist, wußte sie nicht) das mit „T“ beginnt. Sie will sich das jetzt auch besorgen und abnehmen.

Ich bezweifle mal das es solch eine Wunderdroge gibt. Aber bevor meine Bekannte sich auf irgendwelchen Wegen das Zeug besorgt und einwirft, wollte ich hier mal nachfragen ob ihr wisst was das sein kann und wie es heisst. Dann könnte ich mal nachschauen ob das nicht evtl. genauso „giftig“ ist wie das alte Recatol N.

Danke schonmal für alle Tips und Hinweise.

Gruß
Helena

Hallo zurück,

es gibt ein (verschreibungspflichtiges) Antidepressivum mit ‚T‘, das als eine der Nebenwirkungen Gewichtsabnahme verspricht, und das auf dem amerikanischen Markt wohl auch ‚nur‘ zum Abnehmen verkauft wird.

Falls es das sein sollte (Namen poste ich nicht), kann ich nur warnen die Finger davon zu lassen, da es einige andere gravierende Nebenwirkungen hat und zudem stark abhängig macht.

Bitte lasst generell die Finger von diesen Schlankheitsmittelchen, sie sind zum Abnehmen allesamt nicht geeignet.

Gruß Carolin

Hallo Carolin,

und Danke! Ich hatte mir sowas fast gedacht.

Nur - hilf mir, wie kann ich meiner Bekannten erklären das dieses onimöse Medikament Blödsinn ist? Sowas wie „hab ich aus dem Internetforum, ist nicht gut für dich“ klingt etwas schwach.

Gruß
Helena

Hallöle,

ich weiß ja nicht ob dieses Medikament tatsächlich gemeint ist.
Und sie müsste ja auch erst mal einen Arzt finden, der ihr das verschreiben würde.

Google mal nach Appetitzüglern, da müsstest du genug an Infos bekommen.

Die frei bekömmlichen entwässern entweder, was den Nieren schadet, oder sie führen ab, was dem Darm schadet. Und die Mittelchen die im Magen aufquellen können ggfs. zum Darmverschluss führen.

Abgesehen davon bringen Appetitzügler nichts wenn man seine Ernährung nicht umstellt, denn wenn man nach der Abnahme isst wie vorher, ist man bald wieder bei seinem alten gewicht bzw. drüber hinaus (Jojoeffekt).

Gruß Carolin

1 „Gefällt mir“

hi

Nur - hilf mir, wie kann ich meiner Bekannten erklären das
dieses onimöse Medikament Blödsinn ist? Sowas wie „hab ich aus
dem Internetforum, ist nicht gut für dich“ klingt etwas
schwach.

das ist ganz einfach - sobald sich der Körper an dieses Medikament gewöhnt hat (ich nehme auch so eines und habe in den ersten 2 Monaten 7 kg abgenommen, weil ich kein Hungergefühl hatte und deswegen schlichtweg vergass zu essen) verschwindet auch die „Nebenwirkung“ Appetitlosigkeit - nur mit dem Unterschied, dass die Appetitlosigkeit sich dann gern in "Zügellosigkeit bzgl. Essen wandelt *g*

Mal ganz davon abgesehen dass alle ADs auch Wechselwirkungen/Nebenwirkungen haben, wie z.B. dass sie auf keinen Fall mit anderen Medikamenten zusammengenommen werden dürfen, weil deren Wirkung entweder aufgehoben oder übersteigert wird, dass kein Alkohol getrunken werden darf, dass die Reaktionsfähigkeit teilweise so herabgesetzt wird, dass es gefährlich ist auto zu fahren, die Konzentrationsfähigkeit lässt rapide nach (bissi schlecht wenn man arbeitet) etc.

Gruß H.

1 „Gefällt mir“

Sibutramin und Orlistat
Hallo,

handelt es sich vielleicht um Orlistat oder Sibutramin?

Orlistat hemmt gastrointestinale Lipasen, so dass nur noch ca. 70 % der Triglyceride gespalten werden, die restlichen 30 % werden unverändert ausgeschieden. Kurzum: die in der Nahrung enthaltenen Fette werden nicht mehr so gut verwertet.

Sibutramin ist ein Präparat, das ursprünglich als Antidepressivum entwickelt wurde. Es hemmt die Wiederaufnahme von Noradrenalin, Serotonin und Dopamin. Dadurch kommt es zu einer appetithemmenden Wirkung, die erst als Nebenwirkung beobachtet wurde, jetzt jedoch auch als Indikation dient.

Beide Medikamente sind aber rezeptpflichtig und haben sehr starke Nebenwirkungen. Orlistat macht Verdauungsprobleme, Kopfschmerzen, Panikattacken (man stelle sich vor: der abnehmwillige Patient rennt schreiend aus der Feinkostabteilung, weil er von seinem Orlistat gerade eine Panikattacke bekommt *grins*), während Sibutramin durch seinen Eingriff in den Serotoninhaushalt die typischen Nebenwirkungen der Antidepressive zeigt wie Auswirkungen auf das ZNS und auch Herz-Kreislaufprobleme. Sibutramin wirkt nach dem Absetzen übrigens appetitsteigernd, also verstärkt es die Gefahr des Jojo-Effektes.

Beide Medikamente sind eigentlich nur für sehr adipöse Menschen gedacht, nicht für jemanden, der mal für die Badesaison 5 oder 10 Kilo abnehmen will.

Gruß

Tahere

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi Tahere

was ist adipös??? Kann man das essen? *kleiner Scherz*

Meine Bekannte hat 35kg zuviel laut medizinischen Recherchen, bei 1,68 m, wiegt sie ca. 105 (sagt sie). Sie hat SEHR viele Diätversuche hinter sich, war mal auf dem Freß/Kotz Trip (hielt sie nicht lange durch - zum Glück), seit ein paar Jahren versucht sie ihr gewicht zu halten, ist aber auch ein Frußt- u. Stressesser und hat in den letzten 3-4 Jahren ca. 8kg zugenommen und schafft es nicht zu hungern.

Dieses ominöse Medikament (ich glaube es war was das mit T anfing), schien ihre letzte Hoffnung zu sein (so klang sie), das Ganze nochmal umzureißen.

Gruß
Helena

Hallo,

105 kg bei 168 ist schon sehr viel, ein recht hoher BMI. Da gibt es ja auch erhebliche Gesundheitsrisiken, die mit so einem Übergewicht einhergehen. Fress/Kotz heisst ja Bulimie, da hilft im Zweifel auch ein Appetitzügler nur eingeschränkt, da ja eine Psychodynamik damit verbunden ist.

Es gibt psychosomatische Kliniken, in denen Essstörungen behandelt werden. Da lernen solche Patienten, dauerhaft ihr Essverhalten zu verändern. Sowohl, wie sie mit den Impulsen umgehen, als auch von der ernährungswissenschaftlichen Seite, wie sie ihre Mahlzeiten optimal gestalten. Natürlich werden eventuell, je nach Schwerpunkt so einer Einrichtung, auch zugrundeliegende Konflikte bearbeitet. Aber wenn jemand das nicht will, kann er/ sie natürlich auch rein verhaltenstherapeutisch eine Essstörung bearbeiten.

Wenn dann solch eine Umstellung des Verhaltens erfolgt, dann kann flankierend natürlich auch der Einsatz von Medikamenten sinnvoll sein.

Vielleicht sollte sie dahingehend mal ihren Hausarzt ansprechen.

Gruß

Tahere

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

1 „Gefällt mir“

Hallo,

ich werde mit ihr am besten zum Hausarzt gehen. Sie hatte das wohl mal bei einem Arzt angesprochen der mit einem „mach FDH Schätzchen“ reagierte, seitdem traute sie sich nicht mehr sowas anzuregen.

Danke für die Infos.

Gruß
Helena