AIDS-Immunität

Von: , Frage gestellt am So, 16. Jul 2000

Es wird viel geschrieben über HIV und AIDS.
HIV-positive ist nur die Option, AIDS bekommen zu können. Eine Affenart (Paviane?) sind meines Wissens AIDS-immun, obwohl die alle HIV-positive sind. Kann das nicht auch für die Gattung Homo sapiens/superior gelten? Wenn nach der HIV-"Infektion" die Inkubationszeit des einzelnen Individuums z.B. mehr als die z.Zt. gültigen max. 168 Jahre betrüge, wäre eine Quasi-Immunität gegeben. Wenn der Einzelne z.B. 200, 300 oder auch 500 Jahre alt werden kann, würde man z.B. erst mit 188 oder irgendwas anderes an Jahren AIDS-"krank". Ich schreibe das Wort krank deshalb in Anführungszeichen, das AIDS an sich keine Krankheit ist, sondern "nur" das Immunsystem ausschaltet, so dass man an irgendwelchen Kleinigkeiten stirbt.

1 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 12 Stunden hilfreich
    Re: AIDS-Immunität

    AIDS beschreibt tatsächlich ein Syndrom, also ein Komplex von Symptomen, der zu einem klinischen Bild gehört.
    Das tückische an AIDS ist, daß es das für seine Bekämpfung zuständige System selbst zerstört.
    HI Viren greifen die CD4 Zellen(T-Helfer Zellen) an die eine wichtige Rolle bei der Vermittlung von Immunreaktionen haben.
    Für die Viren ist dabei der CD4-Rezeptor von bes. Bedeutung, da nur er das Eindringen in die Wirtszelle ermöglicht.
    HIV pos bedeutet, daß Antikörper gegen HIV vorliegen, also eine Immunreaktion gegen HIV abgelaufen ist. Als diese ablief war aber die Belastung des Systems durch die "Saboteure" noch nicht stark und die Infektion scheinbar überwunden. Die Viren bleiben aber in einigen Zellen zurück. Sobald diese Zellen, die ja zum Immunsystemgehören, wieder aktiv werden(z.B. eine Infektion), wird es auch das Virus und nutzt die Gelegenheit wieder andere zu infizieren.
    Die Zahl der intakten CD4 Zellen nimmt dabei kontinuierlich ab.
    Irgentwann ist der Punkt erreicht, an dem einfach zu wenige Zellen da sind um eine adäquate Immunreaktion zu bewirken.
    Krankheiten, die für den Körper normalerweise beherrschbar sind werden zur Bedrohung.

    Der Zeitpunkt, an dem das Immunsystem zusammenbricht ist in der Tat höchst unterschiedlich. Es gibt Patienten die sehr lange symptomfrei überleben und solche, bei denen die Symptome schnell auftreten.
    Genetische Unterschiede werden hier diskutiert, etwa in der Art, daß manche Menschen Immunzellen haben, die weniger empfindlich sind bzw. dem Virus nicht die entsprechenden Replikationsmöglichkeiten stellen.

    Bei den beschriebenen Primaten kann es ja auch durchaus sein, daß sie die HIV Infektion vollständig überstehen und das "HIV pos" nur ein Ausdruck einer alten Infektion ist.
    So sind wir ja auch gegen Kinderkrankheiten immun, eben weil die Antikörper noch vorhanden sind. Es ist aber meist nicht interessant zu wissen ob jemand "Mumps positiv" ist. [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

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