Hallo Peter,
es war einmal, dass ein KH nach Tagessätzen mit den Kassen abgerechnet hat, aber das ist lange vorbei.
Heutzutage, im verzweifelten Kampf einiger Theoretiker befinden wir uns im sog. DRG-Zeitalter. Dieses System ist sooooooooo dermaßen kompliziert, wie bescheuert, dass ein einzelner es nie und nimmer überblickt, es auch nie und nimmer erklären kann und es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit so schnell verschwindet, wie es Milliarden Kosten zum Aufbau verschlungen hat. Punkt.
Es wurde schon gesagt, dass du, der Patient, als eine Fallpauschale abgerechnet wirst. Und so beschämend, wie das Wort klingt, so ist das ganze System, gemessen an den Peinlichkeiten, die es liefert.
Du hast mit deiner Krankheit eine Diagnose x, die es zu finden gilt um dir zu helfen. diese Dignaose wird nun verschlüsselt in einen Code, der den Kassen anzeigt, wieviel sie für diese Diagnose an das KH zahlen. Es sprengt echt den Rahmen hier, aber es geht z.B. schon mal deine Mindest- und Höchstverweildauer im KH ein. Wurscht egal, wie du dich fühlst - du hast kostentechnisch so und so lange zu bleiben, damit für deine Diagnose der Betrag xy für das KH kostendeckend ist. Du darfst nicht länger bleiben und und kannst auch nicht früher entlassen werden, sonst gibt es Abzüge, egal zu welchen Kosten du in deinem KH warst. (Kapiert??) - WEnn du nun eine Zusatzdiagnose hast, gibt es mehr Geld für das KH…
So: OB es für das KH nun Geld oder Liebe gibt, hängt mit der jeweiligen Formulierung der Diagnose zusammen, denn ob die berühmtberü+chtigte Hauptdiagnose mal fiktiv: SCheißerei - mehrfache Durchfälle pro Tag oder verliegender Furz formuliert wird (als Nummerncode) bekommt das KH Beträge von sagen wir mal 370.- bis 2000.- euronen.
WEnn du nun alt bist, und deine Angehörigen merken, dass es ohne dich zu pflegen ein angenehmeres Leben ist, werden sie 2h vor Entlassung (es geht dir wieder gut!) - wir nehmen ihn/sie nicht heim . .aus den fadenscheinigsten Gründen.
Dann wird verzweifelt ein Pflegeheim gesucht. Die können erst nächste Woche übernehmen. In diese Zeit können jetzt Komplikationen auftreten, die das ganze z.B. wegen Antibiotika intensivtherapie… saumäßig verteueern. Pech! Es gibt dafür kein Geld Höchtverweildauer überschritten. Oder:
Dir gings gut, du wurdest z.B. in eine Kurzzeitpflege verlegt, du brauchst Pflege, aber kein KH täglich: Dort kommt wieder der querliegende Pfurz: Kommst du innerhalb 30 Tagen mit der gleichen Diagnose wieder in KH - gibts gar kein Geld mehr für dich.
Diese Beispiele sind ein tropfen auf heissen Stein, erklären manches aber nicht viel.
Erklärend: Geld fürs KH: Bedeutet sämtliche, aber auch sämtliche sämtliche Kosten zu decken, um Personal, Equipement und Standard mindestens aufrechtzuerhalten.
Meine Besispiele sind aus der konservativen, d.h. nicht operativen Sicht. Bei denen mag es wieder anders sein.
Gannnnnz ganz nebenbei: Da es ja um „Diagnosen“ geht, die ein KH überleben lassen, mit allem was zur Diagnose führt, hat man diese Wirtschafterei zur ärtzlichen Tätigkeit deklariert. Streng genommen, darfst du niemals von der Norm abweichen, du hast gefälligst so und solang zu bleiben und nix, aber auch gar nix darf die komplizieren oder schneller genesen lassen, sonst ist dein KH bald pleite, vorher wird an allem eingespart was geht und der Rest macht miot besserer Qualität die dreifache Arbeit mit doppelt soviel Patienten und der Strom kommt aus der Steckdose…Plemplemplem.
Kannst du dir vorstellen, wie meine Zeit verteilt ist DRG auszufüllen bezogen auf meine Arbeit am Pat?? Nein - Es geht gar nicht anders als das nach Feierabend zu tun!!! Aber ich bin trotzdem Arzt und kein Betriebswirtschaftler…Es würde ins uferlose führen.
Und das Thema ist nie nie nie und nimmer erschöpfend erklärt.
Es gibt sicher unter dem Stichwort ICD oder DRG eine Menge Info im Netz.
Das System ist so dermaßen krank, dass sehr sehr bald alles den Bach herunter geht und es wird geändert werden - glaube ja nicht zu Gunsten eines Kranken.
Ich muss aufhören und abschalten, es ist Wochenende.
gruss rico
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