Aufbewahrungsmittel f. Körperteile um 1915

Hallo an alle,

ich hoffe ich bin hier richtig mit meiner Frage.

Welche Mittel wurden zur Aufbewahrung für Körperteile um 1917 benutzt? War das Formalin oder Alkohol?
Und - können diese Mittel die Haarfarbe der „Leiche“ verändern? In diesem Falle von schwarz (evtl. mit grauen Strähnen oder gefärbt) zu rot oder rotbraun?

Es geht bei meiner Frage um das „Gerücht“ das der Kopf von Mata Hari angeblich aufbewahrt wurde in einem med. Institut. Alle Quellen die dies anführen sprechen von „roten Haaren“, allerdings hatte sie schwarze. Daher meine Frage - kann das Mittel zur Aufbewahrung die Haarfarbe verändern?

Und nebenbei gefragt - wieso wurde sowas aufbewahrt? Als Freak Show? Wurde daran noch herumseziert? War sowas „normal“?

Danke für jede Info!!!

Gruß
Helena

Endlich mal eine relevante Frage -

  • nur dass ich sie leider auch nicht beantworten kann.
    Aber immerhin soviel, liebe Helena:
    Zu meiner Studienzeit (Medizin) in den 70er Jahren wurde noch immer Formalin benutzt, um Leichen oder Leichenteile / Körperteile aufzuheben.
    Es grüßt Dich
    Branden

Hallo Helena,

Welche Mittel wurden zur Aufbewahrung für Körperteile um 1917
benutzt? War das Formalin oder Alkohol?

Soals auch wohl.
Beides kann dazu verwendet werden. Welche Vor- bzw. Nachteile jeweils gegeben sind, kann ich allerdings nicht sagen.

Zum Rest der Frage kann ich auch nichts beitragen.

Gandalf

Hi an alle,

ich weiss meine Frage ist etwas ungewöhnlich. Aber wer (Krankenhaus, Polizei??) könnte mir das denn beantworten? Ich würde ja auch gerne jemanden anschreiben, der das wüsste. Habt ihr eine Idee?

Gruß
Helena

Hallo Helena,

Ich würde ja auch gerne jemanden anschreiben, der das wüsste. Habt
ihr eine Idee?

vielleicht eines von diesen:
http://www.google.de/search?hl=de&q=medizingeschicht…

Gruß

Bona

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Hallo Helena!

Versuch’s doch bei einem Institut für Rechtsmedizin.

Gruß
Peter

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Im Medizinhistorischen Museum der Charité lagern seit 1899 Feuchtpräperate, dort kann man Dir Auskunft geben: http://www.charite.de/ch/patho/WebpageBMM/

Gruß
M.

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Hallo Helena, zu der Zeit hat man entweder reines Formalin genommen oder sogenannte Kaiserling-Lösung, das ist ein Gemisch aus Formalin und Glycerin und einigen Salzen. Später so ab den 50ger Jahren wurde auch Jores’sche Lösung verwendet das ist eine ähnliche Mischung wie Kaiserling mit Emser-salz undein paar anderen Zutaten darin, die die Eigenschaften von Kaiserling noch etwas verbessert. Da es nsgesamt sehr teuer ist Joressche Lösung herzustellen nimmt man für die Pathologischen Lehrpräparate weiter Kaiserling und für die Anatomischen Präparate (die sowieso von den Medizinstudenten innerhalb eines Semesters zerpflückt werden)reines Formalin.
Formalin hat aber den Nachteil, dass es Geweben die Farbe entzieht (unter anderem zerfällt der Blutfarbstoff), dh. die Leichenteile sehen nach einer Weile wächsern und blass aus. Das ist also nichts um Dinge über Jahre zu lagern. Bei den Lösungen passiert das nicht so leicht, dafür verfärbt sich die Lösung mit der Zeit rotbraun. Ich bin nicht sicher was genau mit Haaren passiert, wirklich orientalisch schwarze Haare hab ich noch nicht als Präparat gesehen. Und dass blonde Haare durch die Lösung natürlich einen Rotstich bekommen ist klar. Ich schau mal nach, vielleicht finde ich ja noch mal schwarze Haare.
Ansonsten frage ich mich, was macht dich so sicher, dass sie schwarze Haare hatte und nicht evtl rot gefärbt war, das war zu der ZEit durchaus möglich und gerade bei etwas verruchten Damen durchaus Mode…
Schöne Grüße Susanne

hab mal nachgeschaut
Was für ein Glück dass ich gerade hier http:/www.mpsk.de sitze und arbeiten müsste.
Ich hab hier:
-rote und/oder blonde Harre in Kaiserling oder Jores, alle rotschimmernd
-blonde Haare in Kaiserling die zT trocken liegen und imme rnoch blond sind.
-Eine Ratte mit tiefschwarzen Haaren in Kaiserling
-ein defloriertes Hymen mit Schamhaar aus gerichtsmedizin in Formalin (Haare weiß entfärbt, Albino hätte draufgestanden, alte Frau mit grauen Haaren wäre kein Präparat wert, da man ab einem gewissen Alter davon ausgehen kann, dass sie entjungfert ist.)

Also lag der Kopf von Mata Hari entweder in einer Kaiserlingähnlichen Lösung und hatte rotes oder blondgefärbtes Haar (gabs schon), so dass es rötlich schimmerte. Oder das Haar war sehr dunkel Rot von Natur aus(kommt selten, aber durchaus auch vor, ich hab da so einen FAstCousin, den ich um seine Haarfarbe beneidet hab, er fand sie mit 14 gar nicht gut), so dass es auf den Fotos wie schwarz aussieht.
Oder Die Herren haben den schwarzhaarigen Kopf auch schon nicht gesehen und es ist eine weitere Legende. Oder nur einer hat ihn gesehen und hat lieber „rote Haare“ geschrieben, um das Hurige zu betonen und alle anderen haben abgeschrieben (kommt sogar in wissenschaftlichen Publikationen vor).
Rot steht schon seit dem Mittelalter (Kleiderordnungen) für Huren und ist auch heute noch eine sündige Farbe (Rotlichtmilieu).
Oder oder oder
Ohne den Kopf wird man es wohl nie erfahren (evtl. gibts noch anderes MAterial, dass man für eine DNA-analyse nehmen kann, zB. Knochen aus dem Grab oder Kleidung mit Haut/Haarresten, die nicht von anderen kommen können)Aber es wird schwer sein, da ran zu kommen. Wirklich historisch absichern wirst du dich also nicht können.
Trotzdem schöne Grüße Susanne

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Hi Susanne,

also erstens - 1000 Dank! Bei den ganzen Gerichtsmedizinern und in der Charite geht keiner ans Telefon. Soweit wäre ich ohne deine Hilfe niemals.

Mata Hari hatte immer schwarze Haare, dafür wurde sie in hunderten Zeitungsartikeln bewundert und, so albern es klingt, damit konnte sie ihr Märchen von der „indischen Tempeltänzerin“ besser untermauern. Eine „offensichtlich“ rothaarige „indische Bajadere“ hätte wohl keiner so wirklich und leicht geglaubt. Auch wenns so schön ins Bild gepasst hat und damals möglich war, sie hatte keine roten Haare. Ich nehme auch an das sie, auch wenn sie es schön gefunden hätte, keine Färbung ihrer Haare vornahm, weil sie (obwohl gebürtige Holländerin) einen dunklen Teint hatte, zu den schwarzen Haaren. Darum lief auch ihr Märchen von „meine Mutter war Inderin, mein Vater Holländer“ den Schreiberlingen so gut über die Feder.

Leider ist ihre Leiche wohl verbrannt worden und ich suche nach einen Hinweis das dieser Bericht über den „verlorenen Kopf“ Unsinn ist. Darum meine Frage ob dieses Formalin die Haarfarbe verändern kann.

Es könnte gut sein das Mata Hari 1917 ihr Haare tänte oder färbte wegen grauen Strähnen. Kann auch gut sein das sie damals dunkelbraun muit einem rötlichen „Touch“ verwendete. Jedenfalls wären die roten Haare des Kopfes entweder eine Verfärbung, oder ein Märchen.

Denn ich glaube einfach nicht an die Sinnhaftigkeit den Kopf von Mata Hari auszustellen. Mal geschweige denn, das den ein Liebhaber gemopst haben soll. Ich wette den hat jemand „aus Versehen“ weggeschmissen, weil er zu runzelig war.

Vielen Dank!!!

Gruß
Helena

Frag doch mal Herrn Benecke :smile:
Hallo Helena,

hätte ich solch abenteuerliche Fragen wie du im Moment und wüsste nicht mehr weiter, so würde ich es vielleicht noch mit einer Mail an Herrn Benecke (http://www.benecke.com/) versuchen. Der Mann ist nicht nur top im Bereich Gerichtsmedizin, er scheint auch - was in diesem Fall wohl fast wichtiger ist - eine extreme Vorliebe für dererlei Fragen zu haben.

Ich glaube, es gibt nichts auf der Welt, was Herrn Benecke nicht einer wissenschaftlichen Untersuchung wert scheint. Gegebenenfalls ist es einen IgNobelpreis wert (http://www.benecke.com/unwieder.html). *g*

LG, Sabine