Polyneuropathie / Muskelschwund ?

Von: , Frage gestellt am So, 27. Aug 2000

Ist bei der Krankheit Polyneuropathie, als Folgeschaden, z.B.
Muskelschwund zu befürchten ?
Danke
Marc

4 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 4 Stunden hilfreich
    Re: Polyneuropathie / Muskelschwund ?

    Kennst Du die Ursache der Polyneuropathie? Dann könnte ich Deine Frage besser beantworten.
    Sue (:-))

    • Antwort von nach 5 Stunden hilfreich
      Re^2: Polyneuropathie / Muskelschwund ?

      Kennst Du die Ursache der Polyneuropathie? Dann könnte ich
      Deine Frage besser beantworten.
      Sue (:-))
      Hallo Sue
      Die Diagnose im Unispital Bern lautete: "Sensomotorische PNP
      unklarer Aetiologie." Es wurde keine Biopsie gemacht. Da ich nie
      an Diabetes litt, jedoch vor etwa 4 Jahren etwas zu tief in's
      Glas geschaut habe, muss ich wohl annehmen, dass Alkohol die
      Ursache war. Die Krankheit begann vor ca. 2 1/2 Jahren. Ueber
      mögliche eventuelle Spätfolgen konnte mir bis anhin niemand eine
      Antwort geben. (ich bin 62 Jahre alt)
      Danke für Deine Bemühungen

      Marc (:-)

  2. Antwort von nach 12 Stunden hilfreich
    Re: Polyneuropathie / Muskelschwund ?

    Lieber Marc,
    Diese Diagnose liest man häufig. Es ist nicht wichtig, wie die Erkrankung genannt wird: fest steht, dass dann die Muskulatur atrophiert, wenn die motorische Innervation geschädigt ist.
    Leider ist das bei PNP der Fall: zumeist (die Ursache dafür ist oft unergründlich, manchmal geht sie auf eine autoaggressive Erkrankung zurück) besteht eine nicht-infektiöse entzündliche oder / und degenerative veränderung an den peripheren Neuronen, und zwar wird dadurch die Funktion der Schwann'schen Zellen (grob gesprochen: der Isolierschicht) gestört.
    Es entstehen von unten nach oben (also beginnend beim Fuß) klassische Ausfälle: zunächst sensorische Störungen (Pantoffel verlieren wird nicht bemerkt) dann motorische (Schwächegefühl, Beine versagen, oft begleitet mit reaktiven Spasmen der Antagonisten = Gegenspieler-Muskeln).

    Immer ist auch danach zu fragen, ob sich nicht etwa hinter der ungeklärten PNP eine abgelaufene Borelliose-Infektion verbirgt (Serum-Test) - Behandlung: Antibiotika der Penicillin-Gruppe.

    Dann wird oft der Liquor-Eiweiß-Gehalt geprüft, häufig finden sich um Zehnerpotenzen erhöhte Werte.

    Die Biopsie schafft nur differentialdiagnostische Feinheiten (und zwar dann, wenn eine Spezialklinik (z.B. inD) damit befaßt wird. Doch die Therapie wird dadurch kaum wesentlich betroffen.

    Akut kann mit Cortison Besserung erzielt werden. Begleitend kann Physiotherapie helfen, Schübe zu kupieren und den verlauf zu verzögern.

    Begleitend kann mit psychotherapeutischer Hilfe das innere Lebenskonzept adaptiert und vielleicht der eine oder andere Problembereich bereinigt werden.

    Heilung oder Spontanremission ist kaum zu erwarten.

    Schade, dass ich da nichts Besseres berichten kann. Ausführlicher gibt es einen Artikel zum Runterladen auf unserer HP: http://members.chello.at/help.sv/dd_polyneuritis.htm

    Alles Gute!
    Volkmar

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