Erhöhter ASL - warum?

Hallo,

mein Titel ist ein bisschen unglücklich gewählt, aber leider fiel mir nix besseres ein.

Ich hatte heute vor zwei Wochen nach einem Aufenthalt auf den Seychellen plötzlich hohes Fieber (39° axillar) starke Gelenkschmerzen, einen nicht juckenden Hautausschlag auf Bauch, Brust, Rücken und Oberschenkeln. Außerdem hatte ich zuvor ein starkes schmerzhaftes Kribbeln auf der Kopfhaut, das ich allerdings mit einem Sonnenbrand in Verbindung brachte. Das Fieber ließ sich mit einem Medikament sofort senken, die Gelenkschmerzen habe ich in stark abgeschwächter Form immer noch. Dazu kommt, dass mir jetzt nachts immer die rechte Hand einschläft, was ebenfalls sehr unangenehm ist.
Bei der Titer-Kontrolle konnte weder Dengue noch Chikungunya festgestellt werden. Da ich vor ca. eineinhalb Jahren auch eine Zeckenstick-Borelliose hatte, sucht mein Hausarzt als nächstes in dieser Richtung weiter.

Wer kann mir dazu noch einen Tipp geben? Wonach können wir ebenfalls das Blut untersuchen lassen? Ich habe noch immer einen erhöhten ASL-Wert und eine leichte Leukozytose. Im akuten Stadium war der CRP-Wert (ich hoffe, dass ich das richtig behalten habe) auf 100 (Norm ist bis 5)

Merkwürdigerweise hat mein Sohn (11) der nicht dabei war, kurz nach meiner Rückkehr eine ganze Reihe Insektenstiche, danach eine geschwollene Drüse in der Leiste, so dass ich ihn kurzerhand gleich zur Blutuntersuchung mitnahm. Erstaunlich ist, dass er ebenfalls einen erhöhten ASL-Wert und eine leichte Eosinophilie (ist das korrekt geschrieben?) hat.

Es klingt alles ein wenig wirr, ich habe versucht, alle Fakten aufzuzählen und hoffe sehr, auf diesem Weg eventuell mehr zu erfahren.

Schon jetzt vielen, vielen Dank für hoffentlich viele Ratschläge oder Insiderinfos, viele Grüße

ClaudiaG

Hallo,

hast Du den Arzt auf den Reisehintergrund hingewiesen? Gibt es in Eurer Nähe ein Tropeninstitut? Wenn da zwei ungewöhnliche Dinge in der Familie kurz nach einer Fernreise auftreten, würde ich mich bei Spezialisten rückversichern, dass man sich keine „Reisemitbringsel“ eingefangen hat.

Gruß vom Wiz

Hallo Wiz,

ja, der Hausarzt hat Telefonkontakt zum Tropeninstitut in HH.

Ich wusste auch schon vor Antritt der Reise von dem Risiko des Chikungunya-Erregers. Wir haben uns täglich deshalb mit Autan eingesprüht, sind allerdings auch trotzdem von Mücken gestochen worden (jeder hatte ca. 15 - 20 Stiche).

Ich suche eigentlich jetzt nur noch ergänzend nach Infos oder Erfahrungen, die nicht unbedingt nur etwas mit der Reise zu tun haben müssen. Einfach nur quer denken… Da ich morgen eine neue Blutuntersuchung vor mir habe, würde ich ganz gerne wissen, wonach wir noch suchen können. Auf der Liste stehen jetzt:

Borreliose
Pfeiffersches Drüsenfieber
(mir fällt jetzt noch Scharlach ein, aber ich kenne mich zu wenig aus, ob man das im Blut feststellen kann)

Viele Grüße, schon mal vielen DAnk,

Claudia

Kommt Pfeiffer´sches Drüsenfieber wieder?
Ich muss nochmal auf den ASL-Wert zu sprechen kommen. Kann es sein, dass mein Sohn, der bereits als Kleinkind das Pfeiffer´sche Drüsenfieber hatte, immer wieder einmal dadurch einen erhöhten ASL-Wert hat?

Ich bin sehr in Sorge, da ich nichts versäumen oder übersehen möchte.

Bitte helft mir, falls ihr etwas dazu wisst. Danke!

Claudia

PS. Natürlich sind wir auch bei einem Arzt in Behandlung, aber auch der Doktor ist froh um Anregungen oder Tipps…

Hallo,

folgendes fällt mir dazu ein:

ASL steht für A nti- S trepto l ysin. Dabei handelt es sich um Antikörper gegen das Hämolysin von Streptococcus pyogenes, auch bekannt als Scharlach-Erreger bzw. Erreger der Streptokokken-Pharyngitis (vulgo: Mandelentzündung).
Der Nachweis von ASL spielt bei Folgeerkrankungen des Scharlachs bzw. der Streptokokken-Pharyngitis eine Rolle.
Eine bekannte Folgeerkrankung ist das akute rheumatische Fieber (ARF) mit Gelenkbeschwerden der großen Gelenke, hochfieberhaften Phasen und Carditis. Weiters kennt man die Poststreptokokken-Arthritis, die innerhalb von etwa 10 Tagen (und damit schneller als das rheumatische Fieber) nach Streptokokken-Infekt auftritt.
Während die Gelenkbeschwerden beim ARF nach einigen Wochen verschwinden (und auf Medikamente ansprechen) bleiben sie bei der Poststreptokokken-Arthritis über Monate, eine Carditis fehlt hingegen.
Ist mal in der Richtung gedacht worden?
Viele Grüße,
Oliver

Hallo Oliver,

ich werde mir das ausdrucken und morgen zum Termin mitnehmen. Deshalb schon jetzt vielen Dank für die Antwort.

Spielt es eine Rolle, dass ich als Kind u.A. auch Scharlachverdacht hatte und wegen ständiger Mandelentzündungen Mandeln und Polypen entfernt wurden? Ist es wichtig, dass ich Mumps 3(!) mal, einmal MAsern und mehrmals Windpocken hatte?

Viele Grüße, Claudia

Hi Claudia,

Spielt es eine Rolle, dass ich als Kind u.A. auch
Scharlachverdacht hatte und wegen ständiger Mandelentzündungen
Mandeln und Polypen entfernt wurden? Ist es wichtig, dass ich
Mumps 3(!) mal, einmal MAsern und mehrmals Windpocken hatte?

ich würd’s auf jeden Fall erwähnen.
Scharlach und Pharingitis durch Streptokokken kann man übrigens häufiger bekommen, das ist an sich nicht unnormal. Das mit dem Mumps ist schon eher ungewöhnlich, wie das zu interpretieren ist, kann ich aber nicht sagen. Ein direkter Zusammenhang mit dem jetzigen Geschehen ist aber sicher nicht wahrscheinlich.
VG Oliver

Mach´ ich, danke!

Hallo Claudia!

Ich hatte heute vor zwei Wochen nach einem Aufenthalt auf den
Seychellen plötzlich hohes Fieber (39° axillar) starke
Gelenkschmerzen, einen nicht juckenden Hautausschlag auf
Bauch, Brust, Rücken und Oberschenkeln.

Wie sah der Ausschlag aus? Punkte, Ringe, regelmäßig, unregelmäßig etc.

Außerdem hatte ich

zuvor ein starkes schmerzhaftes Kribbeln auf der Kopfhaut, das
ich allerdings mit einem Sonnenbrand in Verbindung brachte.
Das Fieber ließ sich mit einem Medikament sofort senken, die
Gelenkschmerzen habe ich in stark abgeschwächter Form immer
noch.

Welche Gelenke? Wechselt der Schmerz zu anderen Gelenken?

Dazu kommt, dass mir jetzt nachts immer die rechte Hand

einschläft, was ebenfalls sehr unangenehm ist.
Bei der Titer-Kontrolle konnte weder Dengue noch Chikungunya
festgestellt werden. Da ich vor ca. eineinhalb Jahren auch
eine Zeckenstick-Borelliose hatte, sucht mein Hausarzt als
nächstes in dieser Richtung weiter.

In welchem Stadium und wie lange und womit wurde das damals behandelt?

Wer kann mir dazu noch einen Tipp geben? Wonach können wir
ebenfalls das Blut untersuchen lassen? Ich habe noch immer
einen erhöhten ASL-Wert und eine leichte Leukozytose. Im
akuten Stadium war der CRP-Wert (ich hoffe, dass ich das
richtig behalten habe) auf 100 (Norm ist bis 5)

Ein erhöhter ASL bedeutet, dass eine Streptokokkeninfektion abgelaufen ist oder noch stattfindet.
Es gibt Folgeerkrankungen von Streptokokkeninfektionen (das könne verschioedene seoin, meist im HNO-Bereich), die Gelenkschmerzen könnten in diese Richtung weisen.
Leukozytose deutet auch auf eine bakterielle Infektion und CRP ist ein unspezifischer Anzeiger einer Entzündung, der besonders bei bakteriellen Infektionen erhöht ist. Er kann bei schweren Infektionen auch auf das tausendfache steigen. Nach Antibiotikagabe sinkt er bald ab.
Aber auch rheumatische Erkrankungen erhöhen CRP.
Ich würde den Streptokokken nachgehen, eine virusbedingte Erkrankung ist hier weniger wahrscheinlich.
Es gibt diverse Rheumaserologie, die man noch machen könnte und sollte.

Merkwürdigerweise hat mein Sohn (11) der nicht dabei war, kurz
nach meiner Rückkehr eine ganze Reihe Insektenstiche, danach
eine geschwollene Drüse in der Leiste, so dass ich ihn
kurzerhand gleich zur Blutuntersuchung mitnahm. Erstaunlich
ist, dass er ebenfalls einen erhöhten ASL-Wert und eine
leichte Eosinophilie (ist das korrekt geschrieben?) hat.

NAja, der ASL bei ihm könnte bedeuten, dass ihr beide eine Infektion durchgemacht habt.(Ansteckung vor Deiner Reise)
Kannst Du Dich an etwas erinnern? Irgendeine HNO-Infektion? Sonst was?
Eosinophile sind eigentlich fast ausschliesslich bei Parasitenbefall und bei allergischen Reaktionen (Insektenstiche) erhöht.Und für kurze Zeit in der Heilungsphase schwererer Infektionen.
Den würde ich in ein paar Wochen noch mal messen lassen und jetzt nicht so sehr beachten.

Es klingt alles ein wenig wirr, ich habe versucht, alle Fakten
aufzuzählen und hoffe sehr, auf diesem Weg eventuell mehr zu
erfahren.

Ist wie die Stecknadel im Heuhaufen suchen, wenn man unklare Beschwerden hat und ein paar Blutwerte.
Ich würde, wie gesagt unbedingt zügig den Streptokokken nachgehen und gegebenenfalls auch einen weiteren Arzt aufsuchen.
Ein Internist sollte es mindestens sein.
Ein guter Tip sind auch Unikliniken, dort gibt es alle Fachgebiete einschliesslich Infektionsmedizin.

Magst Du erzählen, wenn Du mehr weisst?

Viele Grüße und baldige Besserung,
Anja

Ich muss nochmal auf den ASL-Wert zu sprechen kommen. Kann es
sein, dass mein Sohn, der bereits als Kleinkind das
Pfeiffer´sche Drüsenfieber hatte, immer wieder einmal dadurch
einen erhöhten ASL-Wert hat?

Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Pfeiffer und ASL.

Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Pfeiffer und ASL.

Noch zur Präzisierung:
ASL geht auf Streptokokken (=Bakterien)-Infektionen zurück (siehe meinen obigen Beitrag) während Pfeiffer’sches Drüsenfieber eine andere Bezeichnung für die durch das Epstein-Barr-Virus (EBV) ausgelöste infektiöse Mononukleose ist…
VG Oliver