Hallo!
Ich hab mich belesen. Auf der Internet-Seite der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften GWUP e.V.
http://www.gwup.org/homoeopathie.html
Die hat mir sehr gut gefallen in ihrer Gegenüberstellung von Vorzügen und Nachteilen der Homöopathie. Und in ihrer ausführlichen Darstellung der Beweis-Aspekte, besonders der Placebo-Wirkung.
Klassische Homöopathie wirkt, auch wenn
in den Globuli oder Tropfen keine
materielle Wirksubstanz mehr ist. Und das
ist kein Placebo-Effekt.
Die Behauptung hängt wahrscheinlich damit zusammen, daß man den Placebo-Effekt oft als etwas Schlechtes hinstellt. Im Unterschied dazu, nennt die Seite das aber nicht in vorwurfsvollem Ton, sondern hebt es im Gegenteil als etwas Nachahmenswertes hervor.
In meinen Augen ist das eben jene psychologische Seite, die ich hier im konkreten Fall auch ansprach.
(Wichtig: Klassische Homöopathie und
Behandlung mit homöopathischen Präparaten
sind nicht das Gleiche, werden aber oft
so gesehen.
Noch einen Schritt weiter: man kann die Präparate im Prinzip auch weglassen, sie sind es jedenfalls nicht,die wirken. Wohl aber die vertrauensvolle Betreuung. Die sollte deshalb beibehalten werden.
Beide gehören auch nicht zu den
Naturheilverfahren, obwohl sie da oft
zugeordnet werden
Das hab ich auch schon oft mißverstanden.
… da die Klassische Homöopathie nicht
Symptome behandelt und auf Symptome
einwirkt, sondern der Mensch
ganzheitlich gesehen wird…
Das habe ich anders verstanden: Hinter „Klassischer Homöopathie“ vermute ich Hahnemanns Vorstellungen. Er hat doch den Symptomen eine sehr wichtige Rolle gegeben, weil doch von ihnen ausdrücklich abhängt, welches Medikament genommen werden muß (Simile-Prinzip). Das beißt, sich auch mit der andern Aussage von Dir:
ein Mittel, das mir hilft, nützt Dir bei
der gleichen Krankheit noch lange nichts.
Das widerspricht doch dem Hahnemannschen Prinzip der Ähnlichkeit in Krankheitssymptom und Medikamenten-Wirkung.
Logisch wird es jedoch in dem Moment, wo die Anamnese gar nicht wirklich zum Ziel hat das ‚richtige‘ Medikament zu finden, sondern eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen, weil die eben besonders hilfreich ist.
Nun ja, nach dieser Lektüre bin ich jedenfalls noch skeptischer geworden. Ausreden will ich die Bettnässerbehandlung auf diese Weise dennoch nicht:
„Ein Beispiel macht klar, daß nicht alles, was hilft, auch wirkt. Ein Kind ist hingefallen und weint. Die Mutter holt eine Dose mit, wie sie sagt, „schmerzlindernden Leckerli“ und zieht das Kind zu sich auf den Schoß. Ein Stückchen Schokolade auf die schmerzende Stelle gelegt, mit der Zusage, das Kind könne es haben, sobald der Schmerz vorüber seien, wirkt Wunder.“
[von der GWUP-Seite]
Und das ist doch immerhin was.
Tschuess, Sven.