ER:Wach und ansprechbar während Reanimation

Hi!

Jetzt muß ich doch mal selber eine Frage stellen *g*

Hab gestern nebenbei Emergency Room laufen gehabt, aber leider nicht aufmerksam geguckt, da ich grad mit was anderem beschäftigt war. Da war jedoch eine Scene, wo einer der Docs einen jungen Mann reanimierte und gerade die Herzdruckmassage durchführte. Doch der Mann war dabei ansprechbar und wach…

Ich kenn zwar Fälle, wo Patienten die ersten Sekunden während einer Asystolie wach sind, aber dann verlieren die auch das Bewußtsein. Doch von so einem Fall wie in der Serie hab ich noch nie gehört und mir das auch nie vorstellen können.

Wenn jemand die Folge auch gesehen hat: was für Informationen über den Pat. sind gesagt worden bzw. sah man (Vorerkrankungen, Ursache der Reanimation usw.), wurde ein Wort der Erklärung zu dem Fall in der Serie geäußert?

Wenn ich mal Zeit hab, werd ich Literaturrecherche betreiben, ob es einen solchen Fall tatsächlich schon mal gegeben hat - wenn das einer allerdings zufällig weiß, dann bitte melden und berichten :wink:

Gruß und danke,
Sharon

Hi!

Jetzt muß ich doch mal selber eine Frage stellen *g*

Hab gestern nebenbei Emergency Room laufen gehabt, aber leider
nicht aufmerksam geguckt, da ich grad mit was anderem
beschäftigt war. Da war jedoch eine Scene, wo einer der Docs
einen jungen Mann reanimierte und gerade die Herzdruckmassage
durchführte. Doch der Mann war dabei ansprechbar und wach…

Pff… also mit der/meiner täglichen Praxis hat das eher wenig zu tun, wie Du schon schreibst. Aber nachdem die Docs bei ER ja so suuper sind, schaffen die vielleicht statt der „üblichen“ 15% des Herzzeitvolumens, daß man bei einer Reanimation durch die Herzdruckmassage schafft, 80 oder 90??

Es gibt einige exotische Fälle, bei der sich ein Patient bei selbst bemerktem Kreislaufstillstand (man hat ja etwa 10 Sekunden Zeit, bevor das Licht ausgeht) durch starkes Husten selbst reanimiert. Kannst ja mal googlen (klickbar:http://www.google.de/search?hl=de&q=hustenreanimatio…)

Ich kenn zwar Fälle, wo Patienten die ersten Sekunden während
einer Asystolie wach sind, aber dann verlieren die auch das
Bewußtsein. Doch von so einem Fall wie in der Serie hab ich
noch nie gehört und mir das auch nie vorstellen können.

Wenn jemand die Folge auch gesehen hat: was für Informationen
über den Pat. sind gesagt worden bzw. sah man
(Vorerkrankungen, Ursache der Reanimation usw.), wurde ein
Wort der Erklärung zu dem Fall in der Serie geäußert?

Wenn ich mal Zeit hab, werd ich Literaturrecherche betreiben,
ob es einen solchen Fall tatsächlich schon mal gegeben hat -
wenn das einer allerdings zufällig weiß, dann bitte melden und
berichten :wink:

In http://www.pubmed.com hab ich noxh nix gefunden.

Gruß,

Chris

Hi!

Jetzt muß ich doch mal selber eine Frage stellen *g*

Hab gestern nebenbei Emergency Room laufen gehabt, aber leider
nicht aufmerksam geguckt, da ich grad mit was anderem
beschäftigt war. Da war jedoch eine Scene, wo einer der Docs
einen jungen Mann reanimierte und gerade die Herzdruckmassage
durchführte. Doch der Mann war dabei ansprechbar und wach…

Hi auch!

Ich hab mal grade unsere Fernsehzeitung bemüht… Dort steht: „Pratt wird auf die Probe gestellt, als ein „Patient“ mit Brustschmerzen in die Klinik kommt. Er besteht den Test nicht, und der Mann stellt sich vor: Es ist Dr. Clemente, der neue Oberarzt.“
Lieber einmal zu viel reanimiert,… hat sich Pratt wohl gedacht :smile:)
Anscheinend hat er beim Megacode-Training nicht richtig aufgepasst… grins

Das mit der Hustenreanimation war mir neu und ist ja irgendwie schon beeindruckend… aber: wie lange man das durchhalten…

fragt sich
Sprotte

Hallo,

Lieber einmal zu viel reanimiert,… hat sich Pratt wohl
gedacht :smile:)

*LOL* Ich habe die Folge leider nicht gesehen, aber nach Sharons Posting schlug meine Phantasie echt Purzelbäume…

Dem Doc habe ich fast schon präkognitive Fähigkeiten zugestanden, so nach dem Motto: wach und ansprechbar, aber ein SHT I-II°, also womöglich ein subdurales Hämatom, also ein potentieller ‚talk & die‘-Patient. Ja, wenn der schon im Hirn blutet?! Wer weiß, wo da noch überall (Film)Blut rauskommt! Dann verreckt der mir womöglich nicht an einer gepflegten Hirnblutung sondern an einem ordinären hypovolämischen Schock. Und das vor laufender Kamera??? Nee, nee, Freundchen - sooooo nich! Nich mit mir! Dich reanimiere ich lieber früher als später und wenn es sein muß auch einmal zu viel.

Wer in diesem Posting Albernheiten findet, der möge sie bitte behalten und unter ‚künstlerische Freiheit‘ buchen. :wink:

Grüße
Renee

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Hi

Ich hab mal grade unsere Fernsehzeitung bemüht… Dort steht:
„Pratt wird auf die Probe gestellt, als ein „Patient“ mit
Brustschmerzen in die Klinik kommt. Er besteht den Test nicht,
und der Mann stellt sich vor: Es ist Dr. Clemente, der neue
Oberarzt.“

Das war aber schon die Folge von letzter Woche… und die war nicht gemeint. Gestern war es tatsächlich so, das jemand reanimiert wurde, dabei aufwachte wenn ich mich recht erinnere, und mit der Herzmassage aber weitergemacht wurde. Hat mich auch etwas gewundert, aber ich hab auch keine Ahnung von Medizin :smile:

Gruß
diemaus

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Hi!

Pff… also mit der/meiner täglichen Praxis hat das eher wenig
zu tun, wie Du schon schreibst.

Joo *gg*
Ich war auch sehr verwundert, deswegen frag ich ja :wink:
Ich hatte nix vom Geschehen mitbekommen, guck nur zufällig grad zum Fernseher rüber und sehe, wie der Doc auf dem Brustkorb drückt und dann hebt der Pat. die Hand und legt sie auf die des Docs! *augenaufreiß*
Und dann fragt der Doc den Pat. ob er aufhören soll. Pat. kann nicht antworten, da ihm der Tubus grad im Hals steckt, signalisiert aber mit den Augen. Der Doc hört auf und Pat. stirbt unter dem dramatischen Geheule und Protest der Freundin/Frau/Schwester/sonstwas.

Aber nachdem die Docs bei ER ja so suuper sind,

Genau das wundert mich eben. Ich bin zwar ein ziemlich unregelmäßiger ER-Gucker, aber was ich bislang von der Serie mitgekriegt hab, ist, daß sie schon sehr realitätsgetreu ist und auch meist fachlich völlig korrekt - naja, nicht immer konform mit deutschen Standards, aber trotzdem korrekt :wink:
Wenn ich eine solche Szene in einer anderen Arztserie gesehen hätte, hätt ich ja müde darüber gegrinst, aber bei ER? Hmmm…

schaffen die vielleicht statt der
„üblichen“ 15% des Herzzeitvolumens, daß man bei einer
Reanimation durch die Herzdruckmassage schafft, 80 oder 90??

Ich grübelte gestern darüber, daß der Pat. wohl bei erhaltenem Bewußtsein in die Asystolie geraten ist und durch die sofortige Druckmassage dabei blieb - WENN der Doc tatsächlich bei der Massage richtig gepowert hat *g*
Umgekehrt dürfte es wohl nicht gehen: Asystolie und Pat. bewußtlos, dann Herzmassage und Pat. wacht trotz Asystolie auf *g*

Es gibt einige exotische Fälle, bei der sich ein Patient bei
selbst bemerktem Kreislaufstillstand (man hat ja etwa 10
Sekunden Zeit, bevor das Licht ausgeht) durch starkes Husten
selbst reanimiert. Kannst ja mal googlen
(klickbar:http://www.google.de/search?hl=de&q=hustenreanimatio…)

Danke, ich hatte mal vor Jahren davon gehört und es völlig vergessen - für die Ausgrabung aus den tiefsten Höhlen meines Gedächtnisses gibts ein Belohnungssternchen :wink:

In http://www.pubmed.com hab ich noxh nix gefunden.

Danke für die Mühe, ich hatte leider bislang keine Zeit, selber ausführlich zu forschen :wink:

Gruß,
Sharon

Hi!

Das war aber schon die Folge von letzter Woche… und die war
nicht gemeint. Gestern war es tatsächlich so, das jemand
reanimiert wurde, dabei aufwachte wenn ich mich recht
erinnere, und mit der Herzmassage aber weitergemacht wurde.

Moment, der ist dabei aufgewacht???
Eben schrieb ich noch, daß dies ja wohl kaum möglich wäre *g*
Verda…, hätt ich bloß gestern besser aufgepaßt *argl* - ich wills jetzt echt wissen…

Hat mich auch etwas gewundert, aber ich hab auch keine Ahnung
von Medizin :smile:

Keine Sorge, ich hab zwar etwas Ahnung von Medizin, aber hier wundere ich mich auch „etwas“ *ggg*

Gruß,
Sharon

Hi Sharon,

der hatte glaube ich Kammerflimmern. Ob da ne Massage hilft, weiß ich aber nicht.

Grüßle aus Berlin,

Ralph

Es gibt einige exotische Fälle, bei der sich ein Patient bei
selbst bemerktem Kreislaufstillstand (man hat ja etwa 10
Sekunden Zeit, bevor das Licht ausgeht) durch starkes Husten
selbst reanimiert. Kannst ja mal googlen
(klickbar:http://www.google.de/search?hl=de&q=hustenreanimatio…)

Danke, ich hatte mal vor Jahren davon gehört und es völlig
vergessen - für die Ausgrabung aus den tiefsten Höhlen meines
Gedächtnisses gibts ein Belohnungssternchen :wink:

In http://www.pubmed.com hab ich noxh nix gefunden.

Hallo,
ich habe einige Hinweise zur Hustenreanimation bei pubmed gefunden, z.T. leider Spanisch und Polnisch, Hemodynamics of cough cardiopulmonary resuscitation in a patient with sustained torsades de pointes/ventricular flutter von Miller B, Cohen A, Serio A, Bettock D. ist aber interessant, es sind noch weitere Hinweise zu finden, alles werde ich aber nicht sichten.

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der hatte glaube ich Kammerflimmern. Ob da ne Massage hilft,
weiß ich aber nicht.

Ja, der Patient hatte vor Ort (Arm unter Metallteil eingeklemmt, offensichtlich bereits einen Herzinfarkt, der dort schon ein Flimmern verursacht hat. Dieses Flimmern konnte mittels Defibrillation und Lidocain durchbrochen werden. Direkt nach der Befreiung des Armes (Reperfusion ?!?) fing der Patient wieder mit dem Flimmern an, dieses konnte weder durch Defibrillation, noch durch weitere Medikamente (Cordarex …) durchbrochen werden, so dass er bis zum Eintreffen der Familie mittels Herzdruckmassage am Leben gehalten wurde.

Normalerweise versucht man, ein Kammerflimmern mittels elektrischer Defibrillation wieder in einen normalen Rhythmus mit Auswurf überzuführen, Medikamente wie Cordarex und Lidocain können dieses unterstützen. Die Herzdruckmassage kann durch mech. Stimulation gelegentlich auch das Flimmern durchbrechen, eigentliches Ziel der Druckmassage ist es aber, einen Kreislauf aufrechtzuerhalten, so dass möglichst wenig Zellen einen Schaden aufgrund der Minderdurchblutung und Sauerstoffmangel (vor allem Gehirn) erleiden.

Grüße
Markus

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Hi!

Ja, der Patient hatte vor Ort (Arm unter Metallteil
eingeklemmt, offensichtlich bereits einen Herzinfarkt, der
dort schon ein Flimmern verursacht hat. Dieses Flimmern konnte
mittels Defibrillation und Lidocain durchbrochen werden.
Direkt nach der Befreiung des Armes (Reperfusion ?!?) fing der
Patient wieder mit dem Flimmern an, dieses konnte weder durch
Defibrillation, noch durch weitere Medikamente (Cordarex …)
durchbrochen werden, so dass er bis zum Eintreffen der Familie
mittels Herzdruckmassage am Leben gehalten wurde.

Echt? Ich meinte, ich hätte am Ende eine Asystolie gesehen, aber ich könnte mich auch irren, da ich nur das Ende der Szene sah und da ziemlich perplex war :wink:
Wobei es im Endeffekt ja auch keinen großen Unterschied macht, ob Asystolie oder Flimmern - meine Frage bleibt dennoch dieselbe :wink:

Ich glaube, ich muß mir mal die Folge auf irgendeine Weise besorgen und nochmal schauen…

Gruß,
Sharon

Hi!

ich habe einige Hinweise zur Hustenreanimation bei pubmed
gefunden, z.T. leider Spanisch und Polnisch,
Hemodynamics of cough cardiopulmonary resuscitation
in a patient with sustained torsades de pointes/ventricular
flutter von Miller B, Cohen A, Serio A, Bettock D.
ist aber interessant, es sind noch weitere Hinweise zu finden,
alles werde ich aber nicht sichten.

Danke, ich werde da mal schauen!
Aber eigentlich interessierte mich mehr, wie ein Pat. während einer (Seiner eigenen!) Reanimation bei Bewußtsein sein kann :wink:

Gruß,
Sharon