Herz-Akzeleration

Hallöle!
Wollt mal wissen:
Wieso kommt es bei Fieber zur Herz-Akzeleration?
Kann mir jemand den Zusammenhang erklären?
Danke im Vorraus
Fritzi

Hi!

Fieber ist eine Reaktion des Körpers (meist) auf einen Infekt. Um den Infekt zu bekämpfen, werden viele Hilfsstoffe und Abwehrzellen produziert - kurz gesagt: der Stoffwechsel läuft auf Hochtouren :wink:
Dieser Prozeß führt bei einem Infekt dazu, daß man erhöhte Temperatur bekommt.

Die Stoffwechselsteigerung bedeutet aber auch, daß der Körper vermehrte Arbeit hat. Und um mehr Arbeit leisten zu können, braucht der Körper mehr Sauerstoff.

Dieses benötigte „mehr“ an Sauerstoff in den Geweben wird dadurch erreicht, daß
a) zum einen viel mehr Sauerstoff aufgenommen wird --> oft hat man bei hohem Fieber auch eine etwas erhöhte Atemfrequenz (Tachypnoe)

b) viel mehr Sauerstoff zu den Zellen transportiert wird:
Das würde gehen, wenn der Körper rasch sehr viel mehr Sauerstofftransportierende Zellen zur Verfügung stellt. Da dies aber nicht so schnell geht, hilft sich der Körper mit einem kleinen Trick:
er pumpt das Blut etwas flotter, damit die Blutzellen Sauerstoff rasch aufnehmen, zum benötigten Ort hineilen und gleich wieder neuen Sauerstoff holen. Er macht also dem Transportdienst Beine *gg*

Und damit das Blut etwas flotter fließt, hast du eben eine erhöhte Herzfrequenz bei Fieber :wink:

P.S.: das Wort Herzakzeleration ist etwas ungewöhnlich, man spricht eher von einer Tachykardie :wink:
(oder hab ich deine Frage mißverstanden?)

Gruß,
Sharon

Danke für deine Antwort, die Frage war schon richtig verstanden :smile:
ich hab`s nur unter Akzeleration „reingestellt“, weil man doch auch ohne erhöhte Körpertemperatur tachykard sein kann, oder? Tachykardie ist doch, wenn mehr als 100 Herz- Kontraktionen pro Minute stattfinden…
LHG
Fritzi

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi!

ich hab`s nur unter Akzeleration „reingestellt“, weil man doch
auch ohne erhöhte Körpertemperatur tachykard sein kann, oder?
Tachykardie ist doch, wenn mehr als 100 Herz- Kontraktionen
pro Minute stattfinden…

Ja, beides stimmt :wink:
Wobei das in der Praxis meist nicht so eng gesehen wird: da gilt einer manchmal mit einer Herzfrequenz von 90 als tachykard, während einer mit 110 Schlägen pro Minute gesehen wird als „Och joo, a bisserl schnell isser ja scho’, aber…*schulterzuck*“ *gg*

Meist kommt es auf den Pat. an, denn nach der Faustregel erhöht sich die Herzfrequenz um ca. 10 Schläge pro Minute pro 1° Temperaturerhöhung. Wenn einer einen Ruhepuls von 80 hat und 40 Grad Fieber, kommt er auf eine Herzfrequenz von ca 110.
[80 + (40° - 37° x 10) = 110]

Ist der Pat. aber z.b. Leistungssportler und hat normalerweise einen Ruhepuls von 40/min, dann hätte er bei 40° Fieber eine Frequenz von ca 70/min - und diesen Pat. würde ich dann auch als tachykard bezeichnen, auch wenn er das per definitionem eigentlich nicht ist :wink:

Übrigens: das hatte ich im ersten Posting vergessen zu erwähnen, aber es gibt eine Ausnahme von der Regel, daß bei Fieber die Herzfrequenz steigt: dies ist bei Typhus und einigen Virusinfekten der Fall. Da steigt die Herzfrequenz kaum oder gar nicht, was dann als „relative Bradykardie“ bezeichnet wird. Warum das da so ist, weiß ich aber leider nicht.

Gruß,
Sharon

Danke für deine beiden Antworten, jetzt bin ich ein bisserl schlauer… *gg*
Fritzi