gestern entstand eine Diskussion, die ich so zuvor nie gehört hatte.
Hier die Fakten:
Patientin, *1913, schwere depressive Episode, bekannte vaskuläre Demenz, Zustand nach Harnwegsinfekt, Antibiotika Therapie abgeschlossen, Katheter vor 3-4 Tagen entfernt, bekannte chronische Niereninsuffizienz, diverse Herzkrankheiten seit Jahr(zehnten) bekannt, Diabetes Mellitus Typ II, diatetisch eingestellt, keine äußeren Hautdefekte oder Verletzungen. Kein Fieber.
Aufgrund der depressiven Episode isst und trinkt die Patientin nichts. BZTP (Blutzucker Tagesprofil) täglich und nun hatte sie vorgestern Nachmittag einen BZ von 395mg/dl, obwohl sie nichts nennenswertes gegessen oder getrunken hatte, wurde mit Sterofundin infundiert, natürlich ohne Glukosezusatz, wegen dem Diabetes. 6IE Actrapid gespritz und BZ pendelte sich dann zum Abend hin auf ca 130mg/dl ein.
Die Internistin sagte, der BZ könne aufgrund internistischer Problematik, wie z.B. einem Harnwegsinfekt oder einer äußeren Verletzung tatsächlich ansteigen. Erklärt wurde das mit dem Hochfahren der Körperabwehr.
Aber es will nicht in meinen Kopf, wie der BZ dann bis auf fast 400 ansteigen kann. Sie isst ja nix und trinken tut sich auch fast nicht. Wo käme dann der hohe BZ her?
da müßten dann aber auch die Ketone erhöht sein, oder?
Erfahrungsgemäß kann es auch bei keiner/geringer Aufnahme von Kohlenhydraten bei allen möglichen körperlichen Beschwerden (übrigens auch bei Erbrechen) zu einem massiven Anstieg der Blutzuckerwerte kommen. Zumindest ist das so bei Typ I.
hm… gute idee, aber die Frau ist sehr kachektisch, was nicht zuletzt wegen der Nahrungsverweigerung zusammenhängt. Das würde auch bedeuten, dass sie sich auch mehr bewegen müsste, aber sie mobilisiert sich selber nicht, liegt viel im Bett.
da müßten dann aber auch die Ketone erhöht sein, oder?
sie hat nicht den typischen Acetongeruch, den Diabetiker manchmal haben, wenn sie sich in der hyperglykämischen Kriese befinden. Und der BZ war die Tage vorher ja auch normal.
Erfahrungsgemäß kann es auch bei keiner/geringer Aufnahme von
Kohlenhydraten bei allen möglichen körperlichen Beschwerden
(übrigens auch bei Erbrechen) zu einem massiven Anstieg der
Blutzuckerwerte kommen. Zumindest ist das so bei Typ I.
ich kann eigentlich nur aus der Erfahrung mit der Diabetes II Erkrankung meiner Mutter sprechen. Ich hab damals mit ihr zusammen alle Schulungen gemacht um sie in der Anpassungsphase zu unterstützen.
Meine Mutter hat selbst zuviel Insulin, ist allerdings mittlerweile ‚immun‘ dagegen.
Ich kann mich an eine der Schulungseinheiten erinnern, als die Diabetesärztin genau auf ein solches Problem zu sprechen kam. Wenn der Körper merkt, dass der Zuckerspiegel stetig abnimmt, findet irgendwann eine Gegenreaktion statt. Glukagon wird freigesetzt und führt vor allem in der Leber zu einer Glukoseausschüttung, damit der Blutzucker wieder ansteigt.
Dies kann unter Umständen zu einem Zuckerhoch führen obwohl nichts gegessen wurde. Der Zuckerwert schmiert dann allerdings nach ca. 1-2 Std. so schnell wieder ab, dass mit einem Schocktief zu rechnen ist.
Für meine Mutter war das (und ist es immer noch) schwer einzusehen, dass sie ein Hoch hat, obwohl sie doch nichts gegessen hat. Und ich hab meine liebe Mühe ihr beizubringen, dass dies ein erhöhtes Warnzeichen ist. Darum erinnere ich mich an die Erklärung so genau
Aber es will nicht in meinen Kopf, wie der BZ dann bis auf
fast 400 ansteigen kann. Sie isst ja nix und trinken tut sich
auch fast nicht. Wo käme dann der hohe BZ her?
Wie gesagt, ich weiss nicht, ob das die von Dir gesuchte Erklärung ist oder nicht. Aber vielleicht hilfts ja ein wenig weiter.
gerade die Müdigkeit und Kraftlosigkeit ist typisch für einen hohen Blutzucker. Acetongeruch ist auch nicht immer sofort erkennbar. Aber man kann das sehr einfach am Urin messen - da gibt’s diese Streifen dafür.
Warum der Körper bei Stress (auch durch Erkrankungen) mit einem erhöhten Insulinbedarf reagiert, kann ich Dir jetzt auf die Schnelle auch nicht erklären. Fakt ist, daß z.B. bei Fieber der Grundbedarf (Basalrate) an Insulin auf’s Doppelte steigen kann. Ich habe bei meiner Tochter die Erfahrung gemacht, daß gerade bei Magen-Darm-Geschichten das Insulin „durchfließt wie Wasser“.
Wenn ich Dir noch irgendwie helfen kann, mail mich einfach an…
Ganz liebe Grüße
Uschi
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Aufgrund der depressiven Episode isst und trinkt die Patientin
nichts. BZTP (Blutzucker Tagesprofil) täglich und nun hatte
sie vorgestern Nachmittag einen BZ von 395mg/dl, obwohl sie
nichts nennenswertes gegessen oder getrunken hatte,
Mag eingenartig klingen, sollte aber bei solch seltsamen Werten berücksichtigt werden: Fehlmessung ausgeschlossen?