Operation und 'nüchtern'

Hallo Wissende,

ich habe ein kleines Definitionsproblem. Und zwar, wann ist man „nüchtern“ (nicht im Sinne von alkoholfrei) sondern für eine Operation.

Mir geht es dabei speziell um die Frage „Wasser trinken“, was bei diesen Temperaturen vielleicht nicht verwundert.
Von der Arzthelferin erhielt ich die Aussage, 12 Stunden vorher nichts essen, trinken, auch kein Wasser (kein Bonbon, kein Kaugummi)

Im Netz habe ich jetzt gelesen, dass 8 Stunden vorher nichts zu sich genommen werden darf, in einem anderen Falle, dass man klare Flüssigkeit (also Wasser) bis 3 Stunden vorher schon sein darf.
Da es ja dermaßen heiß ist, fürchte ich, dass ich 12 Stunden zuvor kein Wasser trinken einfach nicht schaffe. Mir geht es jetzt ausschließlich um die Frage des Wasser trinkens, weiß jemand Rat?

Essen ist mir egal, ist mir eh auf den Magen geschlagen, dass ich keinen Bissen runter kriege.

LG

Sarah

Hallo Sarah!

…12 Stunden vorher nichts essen, trinken…
…Im Netz habe ich jetzt gelesen, dass 8 Stunden vorher…
…in einem anderen Falle, dass man klare Flüssigkeit bis 3 Stunden

Könnte es sein, daß es ein Unterschied ist, ob man sich einen eingewachsenen Fußnagel operativ entfernen läßt oder ob eine Magenoperation ansteht?

Gruß
Wolfgang

Sarah

Hallo Sarah
Es ist so: Wenn man dir sagt, Du sollst nüchtern sein, dann nicht einmal Wasser trinken. Der Zeitraum wird von deiner Auskunft bestimmt.
Das Problem ist aber nicht die große Hitze, sondern ein enormer Durst der von Beruhigungs oder Narkosemitteln verursacht wird.
Man glaubt, die Haut im Rachen würde zerreißen, so trocken ist das.
Die bloße kurze Auskunft der Schwestern ist auch nicht angemessen, denn wenn man trotzdem was trinkt,z.B. ein viertel Glas Wasser und das kommt heraus, dann geht das ganze mit Beruhigungsmitteln oder evtl. Narkose wieder von vorne los.
Jemand hatte mir erklärt(nicht jemand vom Krankenhaus, aber aus dem Bereich Medizin), das der Magen unbedingt leer sein muß, weil sich manche Leute während einer Operation übergeben, und das wäre dann u.U. tödlich.
MfG
Matthias

Hi!

Ich würd mich da nicht an strikte Stundenangaben halten. Es ist bei jedem anders. Zur Sicherheit, um Komplikationen während der OP zu vermeiden, sollte die Zeitspanne zur letzten Mahlzeit schon ausreichend sein. 10-12 Stunden vorher nichts essen, ist schon sehr lang, aber das läßt sich ja noch aushalten, da ja auch die Nacht dazwischen liegt :wink:

Mit dem Trinken ist man nicht ganz so streng. Zwar sollte man auch etwa 8-10 Stunden vorher nichts trinken, aber morgens ist - z.b. zur Tabletteneinnahme - durchaus ein kleines Schlückchen erlaubt. Allerdings wirklich nur ein SChlückchen und nicht die halbe Wasserflasche :wink:
In neueren Studien hat sich gezeigt, daß eine geringe (!) Wasseraufnahme vorher keinen Einfluß auf etwaige Komplikationen hat.

Neuerdings wird sogar empfohlen, daß man erst drei Stunden vor Op nichts mehr trinken soll - aber dies möchte ich hier nicht empfehlen, da

  1. ich weder weiß, um welche Op es sich bei dir handelt (und besonders die OP-Länge), noch, wie die Narkose geplant ist (Vollnarkose? Intubation? Maskenbeatmung? usw.) Daher würde ich mich an die Anweisungen des Operateurs bzw. des Narkosearztes halten!

  2. ich selber leider einen Fehler gemacht hab: bei meiner Op hieß es, ab 22 Uhr nix mehr trinken. Da es auch Sommer war, hab ich eben BIS 22 Uhr sehr viel getrunken, ab Punkt 22 Uhr nichts mehr.
    Die Belohnung dafür hatte ich am nächsten Tag: Vor der Op dauernd aufs Klo gerannt (obwohl ich wegen der „Schlafpille“ eigentlich nicht mehr aufstehen durfte) und nach der Op auch die ganze Zeit gerannt (bzw. da ich nicht aufstehen konnte die ersten Stunden, die Schwestern dauernd mit der Bettpfanne belästigt *gg*).

Zwar ist das bei der Hitze übel, paar Stunden nix zu trinken, aber du erhälst schon VOR der OP von den Narkosedocs massig Infusionen mit Flüssigkeit, was auch während der OP fortgesetzt wird.
(Und dies sorgte neben meinem „Saufgelage“ am Tag zuvor für die hingebungsvolle Ausnutzung der Toilette nach der OP *ggg*)

Also keine Sorge, du trocknest schon nicht aus :wink:

Was aber vielleicht hilft, als kleiner Tipp:
Trinken darf man zwar nciht, aber wir lassen die Pat. zwischendrin mit Wasser den Mund umspülen (und ausspucken, nciht runterschlucken *g*). Hilft gegen das trockene Gefühl im Mund.

Ach ja, nicht vergessen:
Zum nüchtern bleiben gehört auch der Verzicht auf Nikotin!!
Denn Zigaretten führen zu einer vermehrten Produktion von Magensäure und wenn die während der Intubation hochsteigt und in die Lunge gerät - Mahlzeit :wink:

Gruß,
Sharon

Hallo Sharon,

vielen Dank für Deine ausführliche und wirklich hilfreiche Antwort.

Der Operateur hat mir gar nix gesagt, den hab ich ja noch nie gesehen. Die Voruntersuchung war in einem anderen Krankenhaus, kann aber dort nicht gemacht werden, da sich im nachhinein rausstellte, dass diese große Uni-Klinik dafür keine Kassenzulassung hat. Unglaublich, aber wahr.

Mir wurde nur von der Arzthelferin meines Arztes gesagt, dass ich nüchtern kommen muss. Heute kamen mir halt so Zweifel, ob Wasser zu nüchtern gehört oder nicht, deshalb rief ich da nochmal an.

Dass man nicht Rauchen darf, hat mir auch keine S… Mensch gesagt, hab ich zufällig im netz gelesen. Auf die Idee wäre ich nicht gekommen, dass Rauchen zum nüchtern-sein gehört. Von daher steht das alles wohl unter keinem guten Stern.

Vielen Dank für Deine Hinweise. Wenn ich heute nacht oder morgen früh das Gefühl habe, zu verdursten, spüle ich wenigstens mal meinen Mund aus.

Eine Vollnarkose ist es nicht, das heißt nicht örtliche Betäubung, den Fachausdruck kenne ich allerdings nicht. (diese Narkose, wo man halt noch da ist, aber angeblich nichts merkt)

Ich hab zwar weder Hunger noch Appetit gehabt, hab jetzt aber doch eine Kleinigkeit gegessen, damit ich nicht morgen vor Hunger umfalle. Das werden ja sonst schon 24 Stunden ohne Essen.
Die OP-Länge ist wohl so rund 2 Stunden. Wie ich das bei vollem Bewusstsein aushalten soll ist mir auch noch unklar, aber darüber mache ich mir dann morgen Gedanken.

Ich fühle mich irgendwie schon ziemlich verlassen, weil mir das mit dem „Nicht-Rauchen“ niemand sagte. Wie soll man denn auf sowas kommen? Naja, wird schon schiefgehen.

Danke für die informative Antwort

LG

Sarah

Hallo Matthias,

auch Dir danke.

Ich gehe morgen ins Krankenhaus und werde auch gleich operiert. Mir hat niemand vorher was gesagt. Und schon gar nicht, von nicht Rauchen. Unter nüchtern kommen, hätte ich persönlich gedacht, dass man an diesem morgen nichts essen soll. Von 12 Stunden vorher hab ich aus Versehen erfahren, weil ich eigentlich nur wissen wollte, ob ich morgen früh Wasser trinken darf. Dabei hat sich das zufällig herausgestellt, dass es schon 12 Stunden vorher sind.

Das ich mir das zufällig erfrage und nicht genau gesagt bekommen finde ich schon sehr merkwürdig.

muß, weil sich manche Leute während einer Operation übergeben,
und das wäre dann u.U. tödlich.

Das habe ich mir jetzt auch im Netz rausgelesen. Aber ich wundere mich, dass ich da keine Information dazu erhalten habe.
Gerade das mit dem Rauchen. Ich rauche zwar nicht viel, aber wenn ich so nervös bin, dann hätte ich morgen, ohne dieses Wissen, schon ganz schön gequalmt.

LG

Sarah

Hallo Sarah,

die meisten anästhesiologischen Fachgesellschaften empfehlen eine präoperative Nüchternheit von 6 Stunden für Nahrung und 2 Stunden für klare Flüssigkeiten.
12 Stunden ohne Wasser erscheinen mir bei dem Wetter fast nicht machbar.

Gruß,
aureel

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Hallo,

12 Stunden ohne Wasser erscheinen mir bei dem Wetter fast
nicht machbar.

Och, solange man Infusionen bekommt, ist das kein Problem. Nach Operationen am Magen-Darm-Trakt dürfen Patienten of mehrere Tage nichts trinken. Auch im Sommer.

Grüße
Kaj

Ich gehe morgen ins Krankenhaus und werde auch gleich
operiert. Mir hat niemand vorher was gesagt.

Hi,

normalerweise hat man vorher ein Gespräch mit dem Narkosearzt, wo einem alles erklärt wird, auch die Risken, und wo einem gesagt wird, wie lange vorher man was nicht mehr zu sich nehmen darf. Dann muss man auch unterschreiben, dass man über das alles informiert wurde. War das bei dir denn nicht??? M.W. ist das Vorschrift!!

Gruß
Nelly

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normalerweise hat man vorher ein Gespräch mit dem Narkosearzt,
wo einem alles erklärt wird, auch die Risken, und wo einem
gesagt wird, wie lange vorher man was nicht mehr zu sich
nehmen darf. Dann muss man auch unterschreiben, dass man über
das alles informiert wurde.

So ist es. Und diesen Arzt kann man dann auch fragen und mit ihm alle sbesprechen. Das Unterschreiben ist aber nur eine Absicherung für den Arzt. Meine Mutter wurde beispielsweise im Krankenhaus ohne eine Unterschrift behandelt. Man hatte schlicht vergessen, sie unterschreiben zu lassen.

Auf Aussagen von Schwestern würde ich nicht viel geben (wie hier shcon angesprochen). Nichts gegen Schwestern, die wissen manchmal mehr als jeder Arzt, aber eben nur manchmal. So ist es unter Umständen lebensgefährlich, wenn man sich auf die Anweisungen der Schwestern verläßt, ohne selbst über medizinisches Grundwissen zu verfügen. Eigentlich traurig, daß so etwas bei der unfangreichen Ausbildung von Schwestern noch vorkommen kann.

Benni

Hallo Kaj,

12 Stunden ohne Wasser erscheinen mir bei dem Wetter fast
nicht machbar.

Och, solange man Infusionen bekommt, ist das kein Problem.
Nach Operationen am Magen-Darm-Trakt dürfen Patienten of
mehrere Tage nichts trinken. Auch im Sommer.

Stimmt. Aber die wenigsten Patienten, die ambulant zu einer OP kommen sind in der Lage sich selbst einen Zugang zu legen und ne Infusion anzuhängen :wink:

Gruß,
aureel

Hallo Sarah,

dieses Thema wird zur Zeit in der Medizin selbst heiß dikutiert:
Mit 6 Stunden bist Du immer auf der sicheren Seite. Neuerdings sagt
man sogar 4 bis 2 Stunden für klare Flüssigkeiten. Das muß Du aber
mit deimem Arzt absprechen - je nachdem wie es in dem Krankenhaus
gehandhabt wird. Aber 6 Stunden sind eigentlich gut auszuhalten.

bis nachts 2 Uhr trinken, dann 8 Uhr operiert werden ist schaffbar.

Gruß Gerholm

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