Neuroborreliose?!?!

also ich hatte im mai 2006 einen zeckenbiss. keine wanderröte. aber jetzt hab ich seit über 4 wochen eine kiefersperre (beidseits) und vor ein paar wochen hatte ich unerträgliche schmerzen im re kiefer, immer schubweise. die schmerzen sind jetzt fast weg aber die kiefersperre hält nach wie vor an. es fühlt sich an, als wären da keine muskeln mehr drin oder so…
außerdem bin ich druckempfindlich am hinterkopf, eher rechts, und hab ständig nackenschmerzen obwohl ich meines erachtens keine haltungsschäden habe.
und alle aus meiner familie und freunde sagen mir, dass seitdem mein gesicht irgendwie „schief“ ist. und mein rechtes auge ist kleiner als früher.
war schon beim zahnarzt, der mir eine wurzelbehandlung verpasst hat weil ein nerz einfach so abgestorben ist obwohl der zahn von außen ok war. wieder rechts. dann war ich beim neurologen, kein befund, beim HNO, kein befund, und bei einer osteopatin, die mich schon 2x behandelt hat jedoch ohne erfolg.
könnte das evt eine neuroborreliose sein?? hausarzt hat schon antikörper bestimmen lassen. ergebnis ist negativ.
eine andere ärztin bei der ich war würde evt tetanus od. eine vergiftungserscheinung vermuten.
ich weiß echt nimmer weiter. hoffe, ihr könnt mir helfen!

danke
lg stefanie

Hallo Stefanie !

Die Diagnose einer Borrelien-Infektion kann im Einzelfall schwierig
sein. Die Antikörper-Tests sind ein gutes Screening, aber auch
nicht immer zuverlässig. Hinzu kommt, dass sich Borrelion nur
schwer isolieren und in Kulturmedien nachweisen lassen.

Hat ein Neurologe denn, wenn schon eine Neuroborreliose vermutet
wurde, einmal das Nervenwasser (= Liquor) untersucht ? Das
Nervenwasser wird mit einer dünnen Kanüle aus dem Spinalkanal
abpunktiert. Diese sog. Lumbalpunktion ist kaum schmerzhaft und
die dadurch mögliche Untersuchung des Nervenwassers kann u.a.
Entzündungsvorgänge (bakteriell, viral oder autoimmunbedingt) im Zentralnervensystem nachweisen.

Wie ist es mit Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises ?
Wurde da schon mal näher nachgeschaut ? Eine stark erhöhte
Blutsenkung, Schmerzen beim Kauen bzw. Schlucken und Sehstörungen
können auch auf eine Gefäßentzündung der Schläfenarterie(n) hinweisen.

Wenn eine Vergiftung vermutet wurde: Wie sehen Blutbild und Leberwerte
aus ?

Wie Du siehst, ist es ganz so einfach nicht. Zusammenfassend würde ich
mich erstmal um folgende Untersuchungen bemühen:

  • Lumbalpunktion mit Nervenwasser-Untersuchung
  • Augenärztliche Untersuchung
  • Kernspintomographie des Kopfes
  • Blutuntersuchung: Leber- / Nierenwerte, CRP, Blutbild,
    Rheumafaktoren, p-ANCA, c-ANCA, antinukleäre Antikörper (ANA)
    (Die letzten 3 Werte sind immunologische Marker)

Hoffe, ich konnte Dir damit ein wenig helfen.

Gruß Kai (Assistenzarzt für Innere Medizin)

Hallo Kai !

Hat ein Neurologe denn, wenn schon eine Neuroborreliose
vermutet
wurde, einmal das Nervenwasser (= Liquor) untersucht ? Das
Nervenwasser wird mit einer dünnen Kanüle aus dem Spinalkanal
abpunktiert. Diese sog. Lumbalpunktion ist kaum schmerzhaft
und
die dadurch mögliche Untersuchung des Nervenwassers kann u.a.
Entzündungsvorgänge (bakteriell, viral oder autoimmunbedingt)
im Zentralnervensystem nachweisen.

Was nützt ihr das, wenn es nicht sicher ist.
Sie kann ja trotzdem infiziert sein und das Liquor wird erst nach der Punktion infiziert.
Ein Unterdruck im Spinalkanal ist da bestimmt nicht vorteilhaft.

Wie ist es mit Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises ?
Wurde da schon mal näher nachgeschaut ?

Das ist doch auch wieder nur eine unsichere Diagnose.

Eine stark erhöhte
Blutsenkung, Schmerzen beim Kauen bzw. Schlucken und
Sehstörungen
können auch auf eine Gefäßentzündung der Schläfenarterie(n)
hinweisen.

Ich würde eher auf eine algemeine Entzündung im ganzen Körper tippen und wenn sie nicht schnellstens Antibiotika bekommt, wird sie das nie wieder los.

Zusammenfassend
würde ich
mich erstmal um folgende Untersuchungen bemühen:

  • Lumbalpunktion mit Nervenwasser-Untersuchung

Mach das bloß nicht!!

  • Augenärztliche Untersuchung

Der HNO-Arzt darf auch nicht fehlen. Bei Sinusitis können Gesichtslähmungen auftreten

  • Kernspintomographie des Kopfes

Das ist schon besser, kostet nur ca. 600,-€.

  • Blutuntersuchung: Leber- / Nierenwerte, CRP, Blutbild,
    Rheumafaktoren, p-ANCA, c-ANCA, antinukleäre Antikörper
    (ANA)
    (Die letzten 3 Werte sind immunologische Marker)

Kann nicht schaden, bringt aber nichts, wenn die dann sagen: Die erhöhten Leukozytenwerte sind auf die entzündlichen Vorgänge der Autoimmunerktrankung zurückzuführen.
Gruß
Rolf

Hi Rolf !

Bist Du selbst Arzt ? Falls ja, so kann ich Deine Kommentare nicht
verstehen. Wieso versuchst Du, der Fragestellerin Untersuchungen
auszureden, die wirklich sinnvoll sind ?

Zu Deinen Kritikpunkten möchte ich mal Stellung beziehen:

  1. Lumbalpunktion
    Das Unterdrucksyndrom, welches lange Zeit gefürchtet war, ist heute
    dank der modernen, dünnen Punktionsnadeln wirklich selten. Allenfalls
    leichte Kopfschmerzen treten für einige Stunden nach der Punktion
    auf und können mit leichten Schmerzmitteln gut beherrscht werden.
    Es besteht absolut KEIN Grund, sich deswegen gegen eine Punktion
    auszusprechen. Außerdem sollte es selbstverständlich sein, dass
    bei so einer Punktion steril gearbeitet wird. Von daher ist auch
    das Thema einer Probenkontamination kein relevantes Thema !

  2. Rheumatische Erkrankungen
    Du führst an, dass hier die Diagnose „nicht eindeutig“ ist. Das
    stimmt so nicht. Richtig ist, dass es schwierig sein kann, Befunde
    einer bestimmten rheumatischen Erkrankung zuzuordnen. Mitunter sind
    weitere Untersuchungen erforderlich (mit meinen Vorschläge habe ich ja auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhoben). Wichtig ist
    aber, dass man solche Spuren verfolgt, da Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises (zu denen auch Vaskulitiden zählen)
    auch auf parenchymatöse Organe wie Lunge, Nieren oder das Herz
    übergreifen können. Kommen hier Diagnose und Therapie zu spät,
    so können irreversible, gesundheitliche Schäden entstehen.

  3. Kosten einer MRT-Aufnahme
    Sicher ist diese Untersuchung nicht die preiswerteste. Aber nur
    deshalb sollte man nicht darauf verzichten, wenn man einen echten
    Informationsgewinn dadurch erhält.

  4. Erhöhte Leukozytenwerte
    Mir ist durchaus klar, dass nicht nur Entzündungen den Anstieg
    einer Leukozytenzahl bewirken können. Trotzdem ist dieser Parameter
    wichtig, denn auch normale oder erniedrigte Werte haben durchaus
    Aussagekraft.

Gruß Kai

P.S.
Den Besuch beim HNO-Arzt habe ich nicht empfohlen, weil die
Fragestellerin dort schon war…

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Hallo Kai,

Bist Du selbst Arzt ?

Nein, leider nicht.
Aber das heißt nicht,daß ich einigen Ärzten hier das Feld überlasse.
Ich weiß aus eigener Erfahrung, daß viele Ärzte absolut keinen Schimmer haben, hauptsache der Umsatz stimmt.
Von Antibiotika haben fast alle keine Ahnung.
Oder sie wenden es bewußt falsch an.

Falls ja, so kann ich Deine Kommentare
nicht
verstehen. Wieso versuchst Du, der Fragestellerin
Untersuchungen
auszureden, die wirklich sinnvoll sind ?

Was ist denn bitte daran sinvoll, wenn man sich auf das Ergebnis nicht verlassen kann?

Zu Deinen Kritikpunkten möchte ich mal Stellung beziehen:

  1. Lumbalpunktion
    Das Unterdrucksyndrom, welches lange Zeit gefürchtet war, ist
    heute
    dank der modernen, dünnen Punktionsnadeln wirklich selten.

Was hat denn die Dicke der Nadel damit zu tun?
Es entsteht ein unnatürlicher Unterdruck, der die Erreger erst recht ansaugt.

Allenfalls
leichte Kopfschmerzen treten für einige Stunden nach der
Punktion
auf und können mit leichten Schmerzmitteln gut beherrscht
werden.

Du gehst mir aus dem Weg!
Wenn jemand mit Borrelien infiziert ist und man will wissen, ob es schon im Gehirn angekommen ist, heißt doch ein negativer Befund nicht, daß es da auch niemals ankommen wird.Schon am nächsten Tag kann es dort ankommen und der Patient wird sein Leben lang Aufgrund einer Laboruntersuchung falsch behandelt.

Es besteht absolut KEIN Grund, sich deswegen gegen eine
Punktion
auszusprechen.

Dann widerlege bitte meine Argumente gegen eine Punktion.
Das kannst Du nicht, weil es einfach unnötig ist!

  1. Rheumatische Erkrankungen
    Du führst an, dass hier die Diagnose „nicht eindeutig“ ist.
    Das
    stimmt so nicht. Richtig ist, dass es schwierig sein kann,
    Befunde
    einer bestimmten rheumatischen Erkrankung zuzuordnen.

Genau das verstehe ich unter „nicht eindeutig“.
Wir reden die gleiche Sprache, aber Du willst mich nicht verstehen.

Mitunter
sind
weitere Untersuchungen erforderlich (mit meinen Vorschläge
habe ich ja auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhoben).

Untersuchungen sind gut, das bringt Geld in die Kasse.
Ein Rezept für ein Antibiotikum ist da nicht so interessant.

Wichtig ist
aber, dass man solche Spuren verfolgt, da Erkrankungen des
rheumatischen Formenkreises (zu denen auch Vaskulitiden
zählen)
auch auf parenchymatöse Organe wie Lunge, Nieren oder das Herz
übergreifen können. Kommen hier Diagnose und Therapie zu spät,
so können irreversible, gesundheitliche Schäden entstehen.

Wie schon gesagt, wir sprechen die gleiche Sprache.
Die Konsequenz aus deinem letzten Satz müßte sein:
Bei solchen Symptomen immer gleich ein Antibiotikum geben und abwarten ,ob es sich bessert.
Tritt auch nur eine leichte Besserung ein, ist das ein ziemlich sicheres Zeichen.
Wenn die Erkrankung auch noch in Schüben auftritt,besteht 100%ig eine Infektion.

  1. Kosten einer MRT-Aufnahme
    Sicher ist diese Untersuchung nicht die preiswerteste. Aber
    nur
    deshalb sollte man nicht darauf verzichten, wenn man einen
    echten
    Informationsgewinn dadurch erhält.

Mit der Aufnahme bin ich insofern einverstanden, daß es dem Patienten nicht schadet und tatsächlich etwas dabei herauskommen könnte.
Aber bei solchen Symptomen würde ich erst mal die preiswerteste Variante wählen.
Auch so eine Aufnahme gilt ja nicht für immer und man müßte sie laufend wiederholen, da die Bakterien sich langsam durch den körper fressen.
Vielleicht ist folgender Beitrag dazu interessant.

News

30.10.2006 - Medizin
Helicobacter geht fremd

Der Magenkeim kann sich nicht nur im Magen aufhalten, sondern auch im Blut

Der Magenkeim Helicobacter pylori kann vom Magen in die Blutbahn gelangen, hat ein schwedisch-amerikanisches Forscherteam entdeckt. Der Erreger, der normalerweise für die Bildung von Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüren verantwortlich ist, könnte daher auch andere entzündliche Krankheiten wie Rheuma oder Arterienverkalkung auslösen.

Helicobacter pylori lebt an der Magenwand und kann dort Magenschleimhautentzündung und als Folge davon Magengeschwüre und sogar Krebs auslösen, hatten australische Forscher bereits in den 1980er Jahren herausgefunden. Doch ebenso, wie sich das Bakterium an Zellen in der Magenwand anheften kann, kann es sich auch an rote Blutkörperchen hängen, stellte die Forschergruppe um Aspholm jetzt fest. Dies geschieht, indem Eiweiße auf der Oberfläche des Bakteriums an Moleküle andocken, die sowohl auf Magenwandzellen als auch auf roten Blutkörperchen vorkommen.

Einmal in die Blutbahn gelangt, könnte das Bakterium zu entzündlichen Erkrankungen mit bisher unbekannter Ursache beitragen, vermuten Aspholm und ihre Kollegen. So könnte es beispielsweise eine Rolle bei Gelenkrheumatismus und Arterienverkalkung spielen.

Sowohl die Zellen der Magenschleimhaut als auch die verschiedenen Helicobacter-Stämme haben jedoch unterschiedliche Eigenschaften. Dies könnte erklären, warum sich die Bakterien bei manchen Menschen besser an die Magenschleimhaut anheften können als bei anderen. Etwas Ähnliches könnte auch gelten, wenn das Bakterium in die Blutbahn gelangt und hierdurch andere Zellgruppen erreicht, vermuten die Forscher. Wie und in welchen Fällen Helicobacter pylori zu chronisch-entzündlichen Erkrankungen führt, wollen sie als nächstes untersuchen.

Marina Aspholm (Umea University) et al.: PLoS Pathogens, Bd. 2, Nr. 10, S. e110, doi: 10.1371/journal.ppat.0020110

Eigentlich wäre das eine Meldung für die Tagesschau, sie wird aber ganz schnell wieder vergessen sein.

  1. Erhöhte Leukozytenwerte
    Mir ist durchaus klar, dass nicht nur Entzündungen den Anstieg
    einer Leukozytenzahl bewirken können. Trotzdem ist dieser
    Parameter
    wichtig, denn auch normale oder erniedrigte Werte haben
    durchaus
    Aussagekraft.

Da haben wir uns jetzt wieder misverstanden.
Ich lehne Blutuntersuchungen absolut nicht ab, aber was nützt es, wenn sie nicht richtig gedeutet werden?
Leukozyten sind doch immer ein Zeichen für eine Infektion,oder?

P.S.
Den Besuch beim HNO-Arzt habe ich nicht empfohlen, weil die
Fragestellerin dort schon war…

Sorry, Du hast Recht.
Gruß
Rolf

Hallo,

informiere Dich bitte unter der Seite
http://www.borreliose-sachsen.de/infolinks.htm#%C4rz…
über einen auf Borreliose spezialisierten Arzt in Deiner Nähe und lasse Dich da untersuchen.

Gruß Kerstin

ich weiß nicht ob das stimmt, aber auf dem befund steht irgendwas von

borrelien IgM-AK: 2 U/ml (normal: 0 - 5 U/ml)
derzeit kein hinweis auf eine infektion.
post. inf. sehr langsame AK-bildung:
IgG-AK ca 1 -1,5 monate, IgM-AK 3- 6 wochen.
bei weiterem verdacht ist eine kontrolle in 1-2 mon. erforderlich.

sagt das jemandem von euch was???

lg stefanie