Hallo Kai,
Bist Du selbst Arzt ?
Nein, leider nicht.
Aber das heißt nicht,daß ich einigen Ärzten hier das Feld überlasse.
Ich weiß aus eigener Erfahrung, daß viele Ärzte absolut keinen Schimmer haben, hauptsache der Umsatz stimmt.
Von Antibiotika haben fast alle keine Ahnung.
Oder sie wenden es bewußt falsch an.
Falls ja, so kann ich Deine Kommentare
nicht
verstehen. Wieso versuchst Du, der Fragestellerin
Untersuchungen
auszureden, die wirklich sinnvoll sind ?
Was ist denn bitte daran sinvoll, wenn man sich auf das Ergebnis nicht verlassen kann?
Zu Deinen Kritikpunkten möchte ich mal Stellung beziehen:
- Lumbalpunktion
Das Unterdrucksyndrom, welches lange Zeit gefürchtet war, ist
heute
dank der modernen, dünnen Punktionsnadeln wirklich selten.
Was hat denn die Dicke der Nadel damit zu tun?
Es entsteht ein unnatürlicher Unterdruck, der die Erreger erst recht ansaugt.
Allenfalls
leichte Kopfschmerzen treten für einige Stunden nach der
Punktion
auf und können mit leichten Schmerzmitteln gut beherrscht
werden.
Du gehst mir aus dem Weg!
Wenn jemand mit Borrelien infiziert ist und man will wissen, ob es schon im Gehirn angekommen ist, heißt doch ein negativer Befund nicht, daß es da auch niemals ankommen wird.Schon am nächsten Tag kann es dort ankommen und der Patient wird sein Leben lang Aufgrund einer Laboruntersuchung falsch behandelt.
Es besteht absolut KEIN Grund, sich deswegen gegen eine
Punktion
auszusprechen.
Dann widerlege bitte meine Argumente gegen eine Punktion.
Das kannst Du nicht, weil es einfach unnötig ist!
- Rheumatische Erkrankungen
Du führst an, dass hier die Diagnose „nicht eindeutig“ ist.
Das
stimmt so nicht. Richtig ist, dass es schwierig sein kann,
Befunde
einer bestimmten rheumatischen Erkrankung zuzuordnen.
Genau das verstehe ich unter „nicht eindeutig“.
Wir reden die gleiche Sprache, aber Du willst mich nicht verstehen.
Mitunter
sind
weitere Untersuchungen erforderlich (mit meinen Vorschläge
habe ich ja auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhoben).
Untersuchungen sind gut, das bringt Geld in die Kasse.
Ein Rezept für ein Antibiotikum ist da nicht so interessant.
Wichtig ist
aber, dass man solche Spuren verfolgt, da Erkrankungen des
rheumatischen Formenkreises (zu denen auch Vaskulitiden
zählen)
auch auf parenchymatöse Organe wie Lunge, Nieren oder das Herz
übergreifen können. Kommen hier Diagnose und Therapie zu spät,
so können irreversible, gesundheitliche Schäden entstehen.
Wie schon gesagt, wir sprechen die gleiche Sprache.
Die Konsequenz aus deinem letzten Satz müßte sein:
Bei solchen Symptomen immer gleich ein Antibiotikum geben und abwarten ,ob es sich bessert.
Tritt auch nur eine leichte Besserung ein, ist das ein ziemlich sicheres Zeichen.
Wenn die Erkrankung auch noch in Schüben auftritt,besteht 100%ig eine Infektion.
- Kosten einer MRT-Aufnahme
Sicher ist diese Untersuchung nicht die preiswerteste. Aber
nur
deshalb sollte man nicht darauf verzichten, wenn man einen
echten
Informationsgewinn dadurch erhält.
Mit der Aufnahme bin ich insofern einverstanden, daß es dem Patienten nicht schadet und tatsächlich etwas dabei herauskommen könnte.
Aber bei solchen Symptomen würde ich erst mal die preiswerteste Variante wählen.
Auch so eine Aufnahme gilt ja nicht für immer und man müßte sie laufend wiederholen, da die Bakterien sich langsam durch den körper fressen.
Vielleicht ist folgender Beitrag dazu interessant.
News
30.10.2006 - Medizin
Helicobacter geht fremd
Der Magenkeim kann sich nicht nur im Magen aufhalten, sondern auch im Blut
Der Magenkeim Helicobacter pylori kann vom Magen in die Blutbahn gelangen, hat ein schwedisch-amerikanisches Forscherteam entdeckt. Der Erreger, der normalerweise für die Bildung von Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüren verantwortlich ist, könnte daher auch andere entzündliche Krankheiten wie Rheuma oder Arterienverkalkung auslösen.
Helicobacter pylori lebt an der Magenwand und kann dort Magenschleimhautentzündung und als Folge davon Magengeschwüre und sogar Krebs auslösen, hatten australische Forscher bereits in den 1980er Jahren herausgefunden. Doch ebenso, wie sich das Bakterium an Zellen in der Magenwand anheften kann, kann es sich auch an rote Blutkörperchen hängen, stellte die Forschergruppe um Aspholm jetzt fest. Dies geschieht, indem Eiweiße auf der Oberfläche des Bakteriums an Moleküle andocken, die sowohl auf Magenwandzellen als auch auf roten Blutkörperchen vorkommen.
Einmal in die Blutbahn gelangt, könnte das Bakterium zu entzündlichen Erkrankungen mit bisher unbekannter Ursache beitragen, vermuten Aspholm und ihre Kollegen. So könnte es beispielsweise eine Rolle bei Gelenkrheumatismus und Arterienverkalkung spielen.
Sowohl die Zellen der Magenschleimhaut als auch die verschiedenen Helicobacter-Stämme haben jedoch unterschiedliche Eigenschaften. Dies könnte erklären, warum sich die Bakterien bei manchen Menschen besser an die Magenschleimhaut anheften können als bei anderen. Etwas Ähnliches könnte auch gelten, wenn das Bakterium in die Blutbahn gelangt und hierdurch andere Zellgruppen erreicht, vermuten die Forscher. Wie und in welchen Fällen Helicobacter pylori zu chronisch-entzündlichen Erkrankungen führt, wollen sie als nächstes untersuchen.
Marina Aspholm (Umea University) et al.: PLoS Pathogens, Bd. 2, Nr. 10, S. e110, doi: 10.1371/journal.ppat.0020110
Eigentlich wäre das eine Meldung für die Tagesschau, sie wird aber ganz schnell wieder vergessen sein.
- Erhöhte Leukozytenwerte
Mir ist durchaus klar, dass nicht nur Entzündungen den Anstieg
einer Leukozytenzahl bewirken können. Trotzdem ist dieser
Parameter
wichtig, denn auch normale oder erniedrigte Werte haben
durchaus
Aussagekraft.
Da haben wir uns jetzt wieder misverstanden.
Ich lehne Blutuntersuchungen absolut nicht ab, aber was nützt es, wenn sie nicht richtig gedeutet werden?
Leukozyten sind doch immer ein Zeichen für eine Infektion,oder?
P.S.
Den Besuch beim HNO-Arzt habe ich nicht empfohlen, weil die
Fragestellerin dort schon war…
Sorry, Du hast Recht.
Gruß
Rolf