Hallo zusammen,
ich suche Informationen über Morbus Meulengracht (Ursache, Beschwerden, Diagnose, Therapie,…).
Danke.
Gruß, Christoph
Hallo zusammen,
ich suche Informationen über Morbus Meulengracht (Ursache, Beschwerden, Diagnose, Therapie,…).
Danke.
Gruß, Christoph
Hallo Christoph,
hier eine Definition aus einem uralten Pschyrembel: „icterus juvenilis intermittens Meulengracht; intermittierender Ikterus, welcher vorzugsweise bei intellektuellen männlichen Jugendlichen auftritt. Manifestation etwa um das 25. Lebensjahr.Die Erkrankung ist autosomal dominant vererbt.“ Die interlektuellen Jugendlichen sind aus den moderneren Büchern mittlwerweile verschwunden… :o)
Es handelt sich um eine Erkrankung, bei welcher aufgrund eines Enzymdefektes der rote Blutfarbstoff in der Leber nicht schnell genug abgebaut werden kann. Aus diesem Grund häufen sich als Zwischenprodukte sowohl das indirekte als auch das direkte Bilirubin im Blut an, während alle anderen Leberwerte normal sind. Dies führt zu einer Gelbfärbung insbesondere der Skleren aber auch der gesamten Haut. Die normalen Werte für das Bilirubin liegen etwa zwischen 0,1 bis 1 mg/dl. In Patienten mit Morbus Meulengracht können sie deutlich darüber liegen. Bei mir liegen sie i.a. zwischen 3,5 und 4,0. Die Werte schwanken allerdings (daher auch intermittierender Ikterus). Insbesondere in Streßsituationen können sie weiter ansteigen.
Unter die Symptome fällt die bereits beschriebene Gelbfärbung von Haut und Augen. Bei sehr hohen Werten oder empfindlichen Patienten kann ein Hautjucken insbesondere in den Kniekehlen oder Ellenbeugen auftreten, welches symptomatisch behandelt werden kann. I.A. hilft allerdings bei mir nur „kürzer treten; ausruhen“. Ansonsten kommt es z.T. zu einer größeren Abgeschlagenheit und auch verstärkter Müdigkeit.
Eine Behandlung durch die Schulmedizin erfolgt nicht. Man kann Barbiturate geben, aber die Nebenwirkungen überwiegen viel zu stark, da die Prognose der Erkrankung überall mit „gut“ angegeben wird. Homöopatisch kann man einiges machen. Es können allgemein Mittel gegeben werden, welche die Leber aufbauen sollen. Die Ernährung kann derart umgestellt werden, daß keine zu großen Entgiftungsleistungen von der Leber vollbracht werden müssen (exzessiver Alkoholgenuß ist zu vermeiden; wenig Alkohol nützt allerdings mehr als das er schadet). Eine dauerhafte Senkung des Bilirubins ist allerdings auch auf diesem Weg nicht zu erreichen. Ich persönlich bin allerdings der Ansicht, daß die Lebensqualität durch diese Erkrankung nur wenig gemindert wird.
Ich hoffe, diese Informationen helfen,
Ru