Hallo,
ganz so einfach kann man es sich nicht machen. Insbesondere,
wenn man sich nicht nur um das Geschrei der Medien kümmert,
sondern wirklich weiß, was hinter den sogenannten Skandalen
steht!
Bei Aspirin stehen UAWs wie Magenblutungen usw. im
Beipackzettel, bei Viagra ist es VOR Markteinführung bekannt
gewesen, dass es Probleme bei gleichzeitiger Einnahme von
Nitro gibt, ebenso bei Lipobay. ABER, wenn sich die
(vornehmlich amerikanischen) Ärzte nicht an die Angaben der
Hersteller halten und dann ihre Patienten nicht aufklären, ist
das doch nicht Herstellerproblem!
Bis hierhin stimme ich dir zu. Ich finde den ersten Teil dieses Artikels dazu auch sehr erhellend: http://www.gesundheitstipps.wicker-kliniken.de/natur…
Ein Auszug daraus:
"Dass Cholesterinsynthesehemmer zu einer Muskelzerstörung führen können, ist seit Jahren bekannt. Auch dass insbesondere die gleichzeitige Einnahme von Fibraten mit Cholesterinsynthesehemmern dieses Risiko für den Muskel enorm erhöht, ist überhaupt nichts Neues. In meinem Cholesterinbuch habe ich bereits vor 5 Jahren (in medizinisch-wissenschaftlichen Maßstäben geradezu eine Ewigkeit) die parallele Einnahme dieser beiden Substanzen als Gegenanzeige angegeben. Auch die Pharmaindustrie hat diese Erkenntnisse berücksichtigt und in den Informationen für Ärzte sowie in den Beipackzetteln ausdrücklich davor gewarnt. […]
Die Verantwortung für Nebenwirkungen trifft den behandelnden Arzt, wenn er nicht lege artis, nicht nach anerkannten Richtlinien gehandelt hat. Die gemeinsame Verordnung von Fibraten und Cholesterinsynthesehemmern ist ein solcher Bruch einer Richtlinie, für den man schon eine sehr gute Begründung haben muss. Daneben ist allen auch bekannt gewesen, dass es sich bei Cholesterinsynthesehemmern um sehr potente Medikamente handelt. Der Preis, den man für positive Wirkungen starker Arzneimittel bezahlt, ist immer das Risiko auch gewisser Nebenwirkungen.[…]
Darüberhinaus stand und steht den verordnenden Ärzten immer noch die Möglichkeit einer Kontrolle der Nebenwirkungen zur Verfügung. Seit Jahren kontrolliere ich bei jedem Patienten, den ich neu mit diesen Medikamenten einstelle, nach drei Wochen nicht nur die Fettwerte, um den Erfolg zu messen, sondern auch die Enzyme CK (Creatinkinase, welches Muskelzerstörung anzeigt) sowie die Leberenzyme yGT, GOT, GPT (welche bei Leberschädigungen ansteigen).[…]
Ein weiterer Skandal ist, dass zur Zeit nur über die (weltweit) etwa 50 Toten unter Lipobay® diskutiert wird, dabei aber übersehen wird, dass alle anderen Cholesterinsynthesehemmer prinzipiell dasselbe Risiko aufweisen. Den Konkurrenzfirmen mit anderen Präparaten wird ihre jetzige Schadenfreude und das Buhlen um Marktanteile („Unser Präparat ist sicher!“) noch vergehen, wenn sich herausstellen sollte, dass diese anderen Präparate (vielleicht) keinen Deut besser abschneiden."
Bzgl. der Probanden für die Pharmastudie bedeutet das ein geringes Risiko schwerer Nebenwirkungen, denn ich nehme an, dass dort das Blutbild engmaschig kontrolliert wird.
Lipobay wurde auf Druck der
USA vom Markt genommen,
Auch hier stimme ich noch zu…
komisch, dass sich die Zwischenfälle
nur dort abgespielt haben…
…hier muss ich aber Widerspruch einlegen. Erst letztens gab es bei Spiegel Online einen Artikel über deutsche Opfer, mittlerweile ist der Artikel leider kostenpflichtig, falls er dich dennoch interessiert, findest du ihn hier: http://service.spiegel.de/digas/find?DID=51292040
Viele Grüße,
Anja