Knochenmarkspende - DKMS - Daumen drücken

Hallo alle zusammen,

ich wollte hier einfach mal das Thema „Knochenmarkspende“ ansprechen und gleichzeitig eine Frage loswerden.

Also, ich bin bereits seit 2005 als Spender bei der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) registriert und habe vor einigen Tagen einen Brief erhalten. Hier wurde mir mitgeteilt, dass ich aufgrund der bisher durchgeführten Blutuntersuchungen in mehreren Gewebemerkmalen mit einem Patienten übereinstimme.

Gleichzeitig wurde ich gebeten mich schnellstmöglich telefonisch mit meiner Betreuerin in Verbindung setzen, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen.

Das hab ich dann natürlich auch sofort gemacht und mir wurde sehr genau erklärt wie es jetzt weitergeht. Natürlich stand an erster Stelle die Frage: „Sind Sie immernoch bereit zu spenden“. Was für eine Frage - Natürlich!!

Meine Betreuerin hat jetzt auch einen Termin zur letzten Blutabnahme für die sog. Bestätigungstypisierung bei meinem Hausarzt gemacht. Das wollte Sie gern für mich machen, weil sie gleichzeitig einen Kurierdienst bestellt hat, der die Blutproben sodann auch gleich an die Transplantationsklinik schickt.

Hier nun meine Frage: Hat jemand von euch bereits Knochenmark gespendet und kann vielleicht darüber berichten?

Gleichzeitig möchte ich natürlich nochmals darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist, dass sich viele Menschen bei der DKMS (oder ähnlichen Dateien) registrieren lassen. Hierfür ist lediglich eine Blutentnahme nötig. Wenn man sich direkt auf der DKMS Seite zur Typisierung registriert, dann bekommt man sogar nur ein paar Wattestäbchen, welche man dann im Mund mit Speichel benetzt und einsendet. Übrigens: Eine Knochenmarkspende hat rein garnichts mit dem Rückenmark zu tun. Die Stammzellen werden also nicht aus dem Rückenmark entnommen - mehr Infos auch auf der DKMS Seite.

Ich hoffe mein kleiner Beitrag kann dazu beitragen, dass sich noch ein paar Menschen finden, die anderen die Chance auf ein zweites Leben geben möchten.

Liebe Grüße
Martin

Hierzu noch ein kleiner Beitrag. Diesen hat heute ein dankbarer Vater im DKMS Forum gepostet:

Hallo Ihr da draußen,
vor über 3 Jahren wurde mein jüngster Sohn Moritz in Hannover transplantiert. Ab Morgen ist er dann ein richtiges Schulkind. Ich wollte an dieser Stelle einfach nochmal Danke sagen für die vielen „Gespräche“ und aufmunternden Worte.
Ich schätze ich bin momentan nervöser als der Kleine selbst.
Wir sind überglücklich das er da ist.
So…jetzt laßt uns weitermachen und noch ein paar Leute ins Boot holen.
Bis dann

Ted

Hallo Martin,

ich habe noch nicht spenden können, aber finde das furchtbar aufregend. Ich bin seit ca. 10 Jahren typisiert, und zu Beginn habe ich mir oft ausgemalt, wie ich auf DEN Anruf reagieren würde.

Ich drücke Dir und vor allem dem Empfänger Deiner Spende alle Daumen.

Viel Glück und wenig Nebenwirkungen,

Susanne

Hi Martin1

Ich selber hab noch nicht gespendet; aber angeblich solls nur halb so wild sein und unter örtlicher Betäubung von statten gehen.

Da wird imho der Hüftknochen angebohrt und von dort dann das Knochenmark entnommen.

mfg PN

Hallo MArtin!

Im Bekanntenkreis hat jemand eine Knochenmarkspende gegeben, es war überhaupt nicht schlimm.
Der Gedanke, dass man vielleicht einem anderen Menschen das Leben retten kann, scheint es dem Spender ziemlich leicht zu machen.

Für Dich und den Empfänger drücke ich alle Daumen,

Angelika

Hallo!
Ich habe mich auch schon seit langem mit dem Gedanken beschäftigt, mich
in dieser Datei eintragen zu lassen. Aber irgendwie hab ich es nie
geschafft oder wieder vergessen. Dein Eintrag hier hat mich wieder
daran erinnert und ich habe mir ein Herz gefasst und mir jetzt online
die Unterlagen dazu angefordert. Vielleicht kann ich so ja auch mal
einem Menschen helfen, wieder gesund zu werden.
Ich drücke dir ganz fest die Daumen und bewundere dein Engagement!!

LG
Petra

Hallo Petra,

vielen Dank, dass du die Daumen drückst. Es freut mich natürlich, dass ich dieses sehr wichtige Thema nochmal ins Gedächtnis rufen konnte.

Es ist eigentlich so unglaublich einfach zu helfen. Wenn es um Spenden geht, dann ist es ja oft so, dass das nur Menschen machen können, die etwas abzugeben haben. Hier ist es doch anders: Jeder gesunde Mensch kann helfen, dass andere Menschen eine Chance auf ein zweites Leben erhalten.

Es tut nicht weh und wenn man die 50 Euro für die Ersttypisierung nicht hat, dann wird auch hier schnell und unkompliziert mit einem Paten geholfen.

Ich habe mich damals zu meinen Studienzeiten registrieren lassen und hatte die 50 Euro eben nicht. Ich hab aber dennoch einfach meinen Antrag und alles dazugehörige geschickt und wurde auf die 50 Euro auch nie wieder angesprochen. Die DKMS hat einen Paten für meine Registrierung gesucht oder es aus der eigenen Tasche bezahlt. Das Geld ist demnach kein Grund sich nicht registrieren zu lassen.

Ich kann nur nochmal dazu aufrufen: Es gibt kranke Menschen, die warten sehnsüchtig darauf, dass wir uns registrieren lassen, weil diese Menschen ganz genau wissen, dass sie ohne Transplantation sterben müssen. Es ist wirklich unglaublich einfach, etwas so wichtiges zu tun!

Ich würde mich daher wirklich sehr freuen, wenn auch andere Menschen deinem Vorbild folgen und sich gleich online registrieren lassen. Schreibt einfach hier rein und teilt uns mit, ob ich schon registriert seit oder warum ihr es bisher nicht gemacht habt. Vielleicht kann ich hier und da auch eine Frage beantworten.

Lieben Gruß
Steffen

Für mich war es jetzt auch kein Problem, die 50 Euro für meine
Untersuchung zu bezahlen. Hab ich gerne gemacht und wie schon gesagt,
ich hoffe, dass ich irgendwann mal helfen kann.

LG

Da wird imho der Hüftknochen angebohrt und von dort dann das
Knochenmark entnommen.

In vielen Fällen reicht es heute, wenn man eine Stammzellspende macht. Dann wird aus einem Arm Blut entnommen, durch eine Filtermaschine geleitet und in den anderen Arm wieder eingeführt.

Bis denne
Schnoof

Hallo Martin,

ich habe vor ca.4 Jahren eine Stammzellenspende über die DKMS gemacht.
Es gibt ja zwei möglichkeiten zu spenden. Zum einen die Stammzellenspende und zum anderen die Knochenmarkspende. Hängt aber vom Patienten und der Behandlungsmethode ab was in Frage kommt. Die Stammzellen werden nach einer künstlichen Anreicherung aus Deinem Blutkreislauf ähnlich wie bei der Dialyse gewonnen und das Knochenmark mittels Punktierung meistens aus dem Beckenknochen oder Oberschenkelknochen.
Ich habe absolut nur positive erfahrungen dadurch gemacht. Wenn es zu einer Spende kommen sollte, die ja erst nach der Bestätigungstypisierung und der darauffolgenden Spendervoruntersuchung feststeht ist die Betreuung und die Organisation durch die DKMS absolut klasse und unproblematisch. Die Regeln einfach alles für Dich und Du brauchst Dich kaum um was zu kümmern.
Bei mir war es so , daß ich nach der Bestätigungstypisierung nach Dresden in die Uniklinik musste zur Spendervoruntersuchung weil die Uni Dresden in dem Fall auch meine Entnahmeklinik war. Ich selbst komme zwar aus der Nähe von Köln aber wie gesagt die DKMS bucht die Flüge, Hotel etc.
Als definitiv fest stand, daß ich spenden kann ging alles ganz schnell.
Ich musste mir eine Woche lang ein Medikament spritzen Subkutan (konnte ich selbst oder auch von Hausarzt machen lassen) ich habs selbst gespritzt. Dieses Medikament fördert die Bildung von Stammzellen im Körper. Alle Stammzellen die der Körper dann nicht selbst braucht werden in den Blutkreislauf gespült und dort am Spendetag ausgefiltert. Alles jetzt ziemlich kurz gefasst und laienhaft erklärt. Man sitz auf einem Stuhl ähnlich wie bei einer Bluspende, bekommt einen bzw. 2 Venöse Zugänge. Ein abgang und der 2. wo das gefilterte Blut wieder zugeführt wird. Absolut easy.
Danach wird man über die DKMS über den Verlauf des Patienten informiert über dreii Jahre lang wenns dann gut geht. Nach drei Jahren wird dann wenn beide sowohl Spender als auch Empfänger es wollen die Immunität aufgehoben und die DKMS stellt den ersten direkten Kontakt zwischen den beiden her.
Ich bin regelmäßig über den Genesungsverlauf „meines Patienten“ informiert worden. Ich wusste bis dahin nur, das es ein männlicher Patient aus den USA war. Nach dem die Immunität aufgehoben worden ist habe ich regelmäßigen E-Mail Kontakt mit meinem genetischen Zwilling aus den USA und hab ihn sogar letztes Jahr im Mai in New York persönlich treffen können.
Es wa ein bewegender und super schöner abend. Ich kann nur jedem Empfehlen sich mit dem Gedanken Spender zu werden auseinander zu setzen.
„Mein Patient“ ist wieder vollkommen Gesund und lebt jetzt mit seiner Frau im Ruhestand und reist durch die Weltgeschichte.
Es ist einfach ein schönes Gefühl geholfen haben zu können ohne viel aufsehens drumherum.

Gruß
Jürgen