Seltsame Behandlung im Kinderärztlichen Notdienst

Liebe Forums-Benutzter,

ich habe eine etwas andere Frage an Euch, bei der ich mir nicht ganz sicher bin, ob sie hier richtig ist, aber sie möge verschobenwerden, wenn sie’s nicht ist.

Mitten in der heutigen Nacht ist meine Frau mit unserem Sohn zum Kassenärztlichen Notdienst gefahren (um 3 Uhr in der Frühe). Dort angekommen musste sie erstmal die altbekannte Unfreundlichekeit der Schwester hinnehmen; das ist aber immer so, also hat sich meine Frau nichts dabei gedacht. Als dann aber der Arzt kam, und meine Frau erläutern wollte, wie sich die Sachlage verhält, und daß unser Sohn schon die ganze Nacht geschriehen hatte, wurde der Arzt sehr unwirsch. Schließlich wurde er so grob unfreundlich, daß meine Frau anfing zu weinen.
Einige Auszüge aus dem Gespräch:

Arzt(A): Weshalb sind Sie hier?
Frau (F): Mein sohn hat die letzten Tage gespuckt und kaum und wenn, dann unruhig geschlafen…
A:smiley:as will ich nicht wissen. Ich will wissen, warum Sie jetzt hier sind, wo alle anderen Leute um diese Uhrzeit schlafen.
F: Das versuche ich Ihnen doch gerade zu sagen, ich würde auch gern schlafen, kann es aber nicht, weil mein Sohn die ganze Nacht schreit.
A: Jetzt soll ich also für die Krankenkasse aufschreiben, daß Sie nicht schlafen können, oder was?
F (weint):Ich fahre eine dreiviertel stunde hierher, mit 2 Kindern (2tes Kind ist unsere Tochter, 3 Jahre)im Gepäck und das mach ich nicht zum Spaß, das können Sie mir glauben.
A: Und WARUM kommen sie gerade jetzt hierher? Waren Sie nicht schon vorher deswegen beim Arzt?
F: Ja natürlich, aber das Spucken und das nicht-schlafen hat sich verschlimmert und dann wusste ich mir nicht anders zu helfen, als herzukommen

Damit war das Gespräch nicht zu ende. Noch nicht einmal als meine Frau anfing zu weinen hat er sie erklären lassen was los ist.

Ich muss dazu sagen, daß ich in keinster weise ein mäkel-mensch, oder ein beschwerde-meister bin, dieses verhalten finde ich jedoch ungehörig.
Der gute Mann hat sowieso Dienst, er musste NICHT extra von zu hause komen, nur wegen meines Sohnes, da die Ärzte die dort Dienst haben sich die ganze Nacht in dem Ärztehaus aufhalten.

Ich war leider nicht vor Ort, da ich in einer anderen Stadt studiere (Medizin übrigens…) und nur am Wochenende zu hause bin. Ich selbst habe schon genervte Ärzte im Notdienst erlebt, aber soetwas…
Da dieser Arzt niedergelassener Kinderarzt ist, kann ich mich auch nicht beim Vorgesetzten beschweren, was kann/sollte ich denn tun? So ein Verhalten (finde ich) ist nicht zu dulden.

Ich hoffe, mir kann weitergeholfen werden.

Ich danke im voraus!

MfG
Maxster

Lieber Maxster,

die Umgangsformen dieses Arztes lassen allerdings einiges zu wünschen übrig, zugegeben. Falls du eine Beschwerde für notwendig erachtest, solltes du dich an die kassenärztliche Vereinigung oder an die Ärztekammern wenden.

Zu bedenken ist an dieser Stelle allerdings, dass der Betreffende in aller Regel um 3:00 so schätzungsweise 20h auf den Beinen ist.

Auch eher weniger hilfreich an dieser Stelle ist der-gleichwohl nicht ganz unverständliche-mehrfache Hinweis deiner Frau auf ihre gestörte Nachtruhe und die lange Autofahrt.

Wenn man durch die Sorge um sein Kind und den akuten Schlafmangel nicht so absolut mit den Nerven runter gewesen wäre, hätte man in eurem Fall ganz ungerührt darauf verweisen können, dass der Kleine seit Tagen erbricht und sich dies in den letzten Stunden rapide verschlechtert habe.

Dies definiere ich mal ganz entschieden als möglicher medizinischer Notfall, solange ich nicht weiss, was genau dem Patienten fehlt.

Eventuelle Unmutsbekundungen des ganz fraglos heillos überarbeiteten Pflegepersonals nimmt man an dieser Stelle dann mit Bedauern zur Kenntnis. Aber für den massiven Stellenabbau im Gesundheitswesen könnt ihr ja erstmal im Augenblick auch nichts.

Ich hoffe doch sehr, dass zum einen eurem Kleinen nichts ernstes fehlt und zum anderen, dass du dich nach abgeschlossener Ausbildung bei einer 24h-Schicht dereinst mal besser unter Kontrolle haben wirst als dieser Flegel.

Liebe Grüße Awful Annie

Guten Morgen Annie!

Danke für die rasche Antwort, habe gar nicht so schnell mit Reaktionen gerechnet.

Zu bedenken ist an dieser Stelle allerdings, dass der
Betreffende in aller Regel um 3:00 so schätzungsweise 20h auf
den Beinen ist.

Daß die Schichten heutzutage 24h länger sein können ist in der Tat eine Schande, aber ich selbst fahre schon im Studium 24h-Schichten (diehe Uhrzeiten der Artikel) (Vorklinik, 2tes Jahr), damit ich das Pensum erreiche, das meine Komillitonen schaffen. Denn ich habe im Gegesatz zu denen kein Wochenende, an dem ich wirklich etwas lernen kann. Und bisher komme ich gut mit. Wenn ich so ein Nieselpriem wie besagter Onkel Doktor wäre, dann wäre ich bereits 5-Kantig aus der WG geflogen, o. Ä.
Was die Beschwerde angeht, so halte ich mich noch heute an die Regel bei der Bundeswehr: „Erstmal eine Nacht drüber schlafen“… :smile:

Auch eher weniger hilfreich an dieser Stelle ist
der-gleichwohl nicht ganz unverständliche-mehrfache Hinweis
deiner Frau auf ihre gestörte Nachtruhe und die lange
Autofahrt.

Du magst Recht haben, daß der Hinweis auf eine gestörte Nachtruhe mißverständlich sein kann, aber es ging dabei darum, auf die Frage zu antworten, weshalb man denn überhaupt gekommen sei, anstelle bis zum nächsten tag zu warten und zur regulären Sprechstunde zu gehen (was ohnehin notwendig sein wird).

Wenn man durch die Sorge um sein Kind und den akuten
Schlafmangel nicht so absolut mit den Nerven runter gewesen
wäre, hätte man in eurem Fall ganz ungerührt darauf verweisen
können, dass der Kleine seit Tagen erbricht und sich dies in
den letzten Stunden rapide verschlechtert habe.

Hier hast Du wohl recht. Wenn aber nichts und niemand in dieser Situation ungerührt ist und sich dementsprechend verhält, dann wird eine Situation geschaffen, in der Dinge ausufern und schief laufen. dann ist es m.E. die Aufgabe des Arztes dies zu erkennen und die Situation herunterzufahren (spätestens, wenn das Gegenüber offensichtlich mit den Nerven am Ende ist). Ich war dazu bisher stets in der Lage und ich bin selten ausgeschlafen, „befrühstückt“ und bester Stimmung (geschweige denn alles zusammen).

Eventuelle Unmutsbekundungen des ganz fraglos heillos
überarbeiteten Pflegepersonals nimmt man an dieser Stelle dann
mit Bedauern zur Kenntnis. Aber für den massiven Stellenabbau
im Gesundheitswesen könnt ihr ja erstmal im Augenblick auch
nichts.

Hier bin ich voll und ganz Deiner Meinung. Die Situation ist nicht erfreulich, aber so ein Verhalten is unprofessionell.

Ich hoffe doch sehr, dass zum einen eurem Kleinen nichts
ernstes fehlt und zum anderen, dass du dich nach
abgeschlossener Ausbildung bei einer 24h-Schicht dereinst mal
besser unter Kontrolle haben wirst als dieser Flegel.

Der Arzt meinte es sei Schnupfen und Mittelohrentzündung.
Ich hoffe allerdings auch, daß ich meine Gelassenheit bewahren kann, vielleicht hat es auch etwas mit Idealismus zu tun, daß ich so denke und den verliert man ja bekanntermaßen in diesem Beruf (und der gegebenen Arbeitssituation) unweigerlich.

Besten dank nochmals und schöne Grüße!

Maxster

Moin,

sicher hat sich der Arzt nicht gerade freundlich verhalten. Über die medizinischen Hintergründe, und ob es nun tatsächlich angebracht war, mit dem Kind zum Notdienst zu fahren, kann ich mir kein Urteil erlauben, ich bin kein Mediziner.

Ob es Sinn macht, dass du hier mit einer Beschwerde aktiv wirst, kann ich auch nicht abschätzen. Deine Frau scheint bereits schon vorher mit den Nerven am Ende gewesen zu sein. Du kennst nur die Schilderung deiner Frau, wie mag wohl die Schilderung des Arztes aussehen?

Wo du aber ganz sicher und ganz drigend aktiv werden solltest ist, deiner Fau Entlastung zu verschaffen. Wenn dein Kind die ganze Nacht nicht schläf, dann schläft deine Frau auch nicht. Dann ist da noch das ältere Kind, will heißen, selbst wenn der Kleine tagsüber mal zur Ruhe kommt, heißt das noch lange nicht, dass sich deine Frau dann entsprannt daneben legen kann, sondern dann muss sie sich auch noch um da andere Kind kümmern. Dies über ein paar Tage ist die absolute Hölle (Schlafmangel kombiniert mit Sorge um das Kind und keine Möglichkeit mal auszuruhen).

Hier gilt es, ganz schnell Entlastung herbeizuführen, damit deine Frau mal ausschlafen und neue Energie schöpfen kann, entweder dadurch, dass du für ein paar Tage zu Hause bleibst, oder ihr holt euch Hilfe von außen, aber dringend. Sonst hast du bald nicht nur ein krankes Kind, sondern auch noch eine völlig überforderte Frau am Ende mit den Nerven.

Gruß
Marion

Frau (F): Mein sohn hat die letzten Tage gespuckt und kaum und
wenn, dann unruhig geschlafen…

Hallo, ich will in keinster Weise das Verhalten gutheissen aber genau das ist der Punkt.
Seit Tagen Probleme und wann kommen die Leute:
Mitten in der Nacht.
Wahrscheinlich war vor Euch auch schon jemand da der den Arzt auf die Palme gebracht hat und dann ist er bei Deiner Frau richtig sauer geworden. Wie gesagt das Verhalten des Arztes ist kaum tolerierbar, aber da ich auch schon viele Nachtdienste im zahnärztlichen Notdienst verbringen durfte weiss ich wie man sich fühlt wenn mitten in der Nacht Patienten kommen über die man sich ärgert.
Trotzdem würde ich an den Arzt selber einen Beschwerdebrief schicken und warten ob er antwortet und sich entschuldigt. Dann kann man sich immernoch bei der Ärztekammer mal melden.
Gute Besserung für den Kleinen.
Gruss Christian

Hallo,

hat denn der Arzt das Kind noch nicht einmal untersucht?

Das Verhalten des Arztes ist nicht ok und ich habe das so noch nicht
erlebt. Die Ärzte in der Notaufnahme sind meist lange in
Bereitschaft, es gehört dennoch zur Behandlung dem Patienten
gegenüber freundlich zu sein, auch wenn er nicht in der Lage ist akut
eine Diagnose zu stellen. Und beschimpfen lassen muss man sich auch
nicht - gerade bei kleinen Kindern lieber mal zu viel den Arzt
aufsuchen als zu wenig - das wurde mir mal von einem Arzt in der
Notaufnahme morgends um 2 gesagt, als ich mit meinem wegen Husten
kaum mehr luftbekommenen 2-Jährigen dorthingefahren bin. Als wir nach
zwei Stunden Wartezeit dran waren war mein Sohn quitschvergnügt,
hellwach und hat kein einziges Mal mehr gehustet. Der Arzt war
dennoch freundlich und er hat sogar Diagnose stellen können und uns
für den nächsten Tag zum Hausarzt geschickt.

Ich würde an Deiner Stelle einen Beschwerdebrief persönlich an den
Arzt schreiben in cc an die Ärztekammer.

Viel Glück!

Doppelstern (mindestens) liebe Awful Annie

schenkt synapse

Hallo,
mich würde interessieren, wie oft ihr im Monat in die Klinik fahrt:

zum Kassenärztlichen Notdienst gefahren (um 3 Uhr in der
Frühe). Dort angekommen musste sie erstmal die altbekannte
Unfreundlichekeit der Schwester hinnehmen; das ist aber immer
so…

Ich überlege gerade wann ich mal mit meinen 2 Söhnen (17 und 18) in der Nacht um 3 Uhr in der Klinik war, oder überhaupt eine Person in meinem Bekanntenkreis.

Vielleicht ist es aber auch die Definition von
3 Uhr in der Frühe und 3 Uhr in der Nacht :wink:

Lieben Gruß
Caschmi