Leitungswasser und Härtegrad: Trinken

Hallo,

der Mineralstoffgehalt von Leitungswasser ist ja regional verschieden. Wenn nun jemand, so wie ich, sehr viel Leitungswasser trinkt, also 1 1/2 Liter am Tag: macht es für die Gesundheit eigentlich einen Unterschied, wie hart das Wasser ist und wie seine Mineralstoffzusammensetzung ist? Ich lebe in einer Region mit sehr hartem Wasser.

Vielen Dank und viele Grüße, Tychi

macht es für
die Gesundheit eigentlich einen Unterschied, wie hart das
Wasser ist und wie seine Mineralstoffzusammensetzung ist?

Du nimmst halt unterschiedlich viel Mineralien zu Dir, je nach Zusammensetzung des Wassers. Die Härte gliedert sich dabei zum einen in die Karbonhärte auf, also den Kalziumgehalt, und die Resthärte, bestehend vor allem aus Magnesium und einigen anderen Mineralien.

Von Deinen Wasserwerken bekommst Du aktuelle Analysedaten. Damit kannst Du sehen, wieviel Mineralien Du durch Deinen Wasserverzehr zu Dir nimmst.

Generell ist es so, daß (Mineral)Wasser nur einen unerheblichen Beitrag zur täglichen Mineralienversorgung des Körpers liefert. Den größten Teil kommt durch die Nahrung. Deshalb ist ja auch der Genuß von destilliertem oder teilentsalztem Wasser kein Problem - sofern jemand das tun möchte. Eine Ausnahme bilden allenfalls spezielle Heil- oder Mineralwässer mit einem extrem hohen Gehalt an bestimmten Mineralien. Die werden dann auch so ausgewiesen.

Aber generell gilt, daß man seinen Mineralienbedarf durch die Nahrung decken sollte. Bei Defiziten bieten sich dann Nahrungsergänzungsmittel an.

Benni

Macht es für
die Gesundheit eigentlich einen Unterschied, wie hart das
Wasser ist und wie seine Mineralstoffzusammensetzung ist? Ich
lebe in einer Region mit sehr hartem Wasser.

Ich würde mir keine Gedanken machen: Überall auf der Erde wohnen Menschen und Tiere, die seit Millionen von Jahren das dort vorkommende Wasser trinken. Die Organismen haben sich ohne Gesundheitsschäden diesen Gegebenheiten angepasst.
Udo Becker

macht es für
die Gesundheit eigentlich einen Unterschied, wie hart das
Wasser ist und wie seine Mineralstoffzusammensetzung ist? Ich
lebe in einer Region mit sehr hartem Wasser.

Hallo Tychi,

Magnesium und Calcium sind für den Organismus essentiell. Für die Versorgung des Körpers mit diesen Elementen spielt das Trinkwasser jedoch eine untergeordnete Rolle.

Die Vorstellung mancher Menschen, ein hoher Wasserhärtegrad könne evt. für eine „Arterienverkalkung“ verantwortlich sein, ist völlig unbegründet, da es sich bei der Arteriosklerose (landläufig auch Arterienverkalkung) um Plaques handelt, die u. a. aus abgestorbenen Zellnestern und Fetten (LDL-Cholesterin) bestehen, aber nicht aus Kalk.

Zur Bedeutung von Trinkwasser und Mineralwasser als Quelle für Mineralstoffe ist folgender Link sehr aufschlussreich:
http://www.forum-trinkwasser.de/studien/uebtd_kurz.html

z. B. Studienergebnisse aus forum-trinkwasser.de von 2001:

· Der Bedarf an Mineralstoffen wird in Deutschland überwiegend durch feste Nahrung (einschließlich Milch) gedeckt.
· Wasser - sowohl Trinkwasser als auch Mineralwasser - hat bei den derzeitigen Verzehrgewohnheiten nur eine ergänzende Funktion bei der Deckung des Mineralstoffbedarfs.
· Und abgesehen von der Wasserhärte: Trinkwasser enthält im Durchschnitt wenig Natrium, wesentlich weniger Natrium als Mineralwasser.

Weiterhin ist die Bioverfügbarkeit von Ca- und Mg-Verbindungen aus Trinkwasser mit der Verfügbarkeit aus Nahrungsmitteln, wie beispielsweise Milch oder Gemüse, vergleichbar.

Fazit:
as harte Wasser spielt keine bedeutende Rolle im Hinblick auf seine Salze in der Ernährung, da man diese aus festen Nahrungsmitteln in ganz anderen Dimensionen erhält. Diese Trinkwässer sind keinesfalls gesundheitsschädlich, weil wir diese Mineralien ja benötigen.

Probleme machen diese Wässer dafür im Haushalt, wo sie Wasserleitungen, Durchlauferhitzer, Waschmaschinen, usw. schädigen können, den Detergentienverbrauch erhöhen und den Kaffee- und Teegeschmack verändern.

Zum Wohl!

Gruß, Renate

Hallo REnate,

Die Vorstellung mancher Menschen, ein hoher Wasserhärtegrad
könne evt. für eine „Arterienverkalkung“
verantwortlich sein, ist völlig unbegründet, da es sich bei
der Arteriosklerose (landläufig auch Arterienverkalkung) um
Plaques handelt, die u. a. aus abgestorbenen Zellnestern und
Fetten (LDL-Cholesterin) bestehen, aber nicht aus Kalk.

Bin ich und mit mir noch einige Wasserexperten anderer Meinung .
Ich meine, Plaques bestehen aus abgestorbenen Zellnester, Fetten,
und aus Kalk.
Oder denkst Du, der Kalk kommt so wie er in den Körper hinein gegeben wird unten auch wieder raus.
Das wäre sehr schön, ist jedoch eine Illusion.
Der Wasserkalk lagert sich im Körper an verschiedensten Stellen ab und ein.

Gruß
Sophia

Der Wasserkalk lagert sich im Körper an verschiedensten
Stellen ab und ein.

Kalzium lagert sich überall dort im Körper ab, wo es der Körper einbaut. Dabei ist die Kalkquelle vollkommen egal.

Benni

Moin,

Die Vorstellung mancher Menschen, ein hoher Wasserhärtegrad
könne evt. für eine „Arterienverkalkung“
verantwortlich sein, ist völlig unbegründet, da es sich bei
der Arteriosklerose (landläufig auch Arterienverkalkung) um
Plaques handelt, die u. a. aus abgestorbenen Zellnestern und
Fetten (LDL-Cholesterin) bestehen, aber nicht aus Kalk.

Bin ich und mit mir noch einige Wasserexperten anderer Meinung
.
Ich meine, Plaques bestehen aus abgestorbenen Zellnester,
Fetten,
und aus Kalk.

Ne, sorry, aber Arterioskleroseplaques sind wirklich überwiegend Fettablagerungen, sonst wären die nicht so wabbelig.

Ich frag mich immer weshalb alle Welt (ok, jedenfalls viele Filteranhänger, die mir bisher begegneten, eben so ältere Ökotanten) den Kalk aus dem Wasser filtert um dann womöglich ihre Kalziumsprudeltabletten zur Osteoporosevorbeugung drin aufzulösen.

Natürlich vorkommender Kalk aus dem Wasser ist nichts gegen solch eine Extremdosierung und wenn der Körper Kalzium gebrauchen kann, dann holt er sich den eben und wenn er ihn nicht braucht, dann scheidet er ihn wieder aus (geht über Niere), sofern es bearbeitbare Mengen sind und keine krankhafte Störung vorliegt.

Gruß Susanne

Hallo,

Der Wasserkalk lagert sich im Körper an verschiedensten
Stellen ab und ein.

Kalzium lagert sich überall dort im Körper ab, wo es der
Körper einbaut. Dabei ist die Kalkquelle vollkommen egal.

Genau, Kalk / Kalzium lagert sich ab und nicht so, wie anfänglich behauptet, dass es vollkommen wieder ausgeschieden wird.

Sophia

Hallo Sophia,

Bin ich und mit mir noch einige Wasserexperten anderer Meinung .
Ich meine, Plaques bestehen aus abgestorbenen Zellnester, Fetten,
und aus Kalk.

Der Kalzium-Gehalt spielt hier aufgrund neuerer Erkenntnisse eher eine untergeordnete Rolle. Es gibt Plaques ohne, sowie auch mit geringfügigen mineralischen Ablagerungen. Und die Ursache dieser Plaques ist u. a. in erhöhter Aufnahme tierischer Fette, Zucker (hoher Insulinspiegel!), familiäre Disposition, mangelnde körperl. Aktivität, usw. zu sehen und nicht im Nahrungskalzium, das der Körper benötigt.
Man bekommt durch Wassertrinken keine Arteriosklerose!
Dann müsste man sie von den Ca-Mengen her, durch Milchtrinken und Käseessen gerade erst bekommen, was bei moderaten Mengen (Fettgehalt!) nicht der Fall ist, zumal selbst im sehr harten Wasser der Kalziumgehalt bescheiden gering ist, im Vergleich zur Milch.

Calcium in Trinkmilch 1200 mg/1000 g
Calcium in Emmentaler 11000 mg/1000 g

Gute Mineralwässer sind die, die wenigstens 300-400 mg Calcium pro Liter enthalten!
Bioverfügbarkeit von Ca aus Wasser ist wie die aus Milch ca. 37–49 %.

Oder denkst Du, der Kalk kommt so wie er in den Körper hinein gegeben wird unten auch : wieder raus.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Erwachsene eine tägliche Zufuhr an Calcium von 800 - 1000 mg. Dies wird in Deutschland trotz Überernährung z.T. stark unterschritten.
Calcium wird im Körper für Vieles benötigt, u. a. zur Blutgerinnung, für die Muskel-, Nerven- und Nebenschilddrüsenfunktion. Bei Mineralstoffmangel greift der Körper auf die Depots in den Knochen zurück. Ein Teil geht durch die renale Ausscheidung verloren.
Soviel zu Deiner „hinein- und wieder raus-Frage“.

Die Gesamthärte des Trinkwassers addiert sich aus dem Gehalt an Ca- und Mg-Salzen.
http://www.forum-trinkwasser.de/imfokus/kalk.html

Ergo:
Viel Calcium im Trinkwasser ist wie bei Milch und Käse für die Gesundheit erwünscht, aber störend für die Hauswirtschaft.

Gruß, Renate

Hartes Leitungswasser, Ablage im Körper
Hallo Renate,

danke Dir für Deine hilfreiche, sehr gut recherierte und inhaltlich sehr wertvolle Antwort.

Man bekommt durch Wassertrinken keine Arteriosklerose!

Nur alleine durch Wassertrinken , das meine ich auch.

Ergo:
Viel Calcium im Trinkwasser ist wie bei Milch und Käse für die
Gesundheit erwünscht, aber störend für die Hauswirtschaft.

Nur meinst Du, Calcium ist, was die Verwertbarkeit im Körper anbetrifft mit dem Kalk im Trinkwasser zu vergleichen und dem gleich zu setzen?
Ich würde so sehr gerne mal in den Körper schauen können, ob es in diesem auch so „sauber“ aussieht, wie der lange nicht geputzte Wasserkocher in einem Landstrich mit sehr hartem Wasser.

Du hast beschrieben:

Calcium wird im Körper für Vieles benötigt, u. a. zur
Blutgerinnung, für die Muskel-, Nerven- und
Nebenschilddrüsenfunktion. Bei Mineralstoffmangel greift der
Körper auf die Depots in den Knochen zurück. Ein Teil geht
durch die renale Ausscheidung verloren.

Welche Nachteile hat ein zuviel an Kalk für den Körper.
Wo lagert der sich dann ab?

Gruß auch an Dich von
Sophia

Hallo Sophia,

Man bekommt durch Wassertrinken keine Arteriosklerose!

Nur alleine durch Wassertrinken , das meine ich auch.

Ich weiß, dass es im Netz Seiten gibt, die das behaupten, das grenzt fast schon an Esoterik :smile:
Tatsache ist aber, dass die Aufnahme von Kalziumverbindungen durch die Nahrung um ein Vielfaches höher ist, da kann auch hartes Wasser nicht mithalten.

Ich würde so sehr gerne mal in den Körper schauen können, ob
es in diesem auch so „sauber“ aussieht, wie der lange nicht
geputzte Wasserkocher in einem Landstrich mit sehr hartem
Wasser.

Das Phänomen ist rasch erläutert: Bekanntlich gibt es die temporäre, also die Carbonathärte und die permanente Wasserhärte, die Nichtcarbonathärte.
Durch bloßes Kochen lässt sich die temporäre Härte aus dem Wasser entfernen, sie fällt dann als Kalk- oder Kesselstein aus.
In den Arterien wird aber kein Wasser gekocht, es fällt kein Kesselstein aus :smile: ebenso verhält es sich mit der Bildung von Kalkseife!

Du hast beschrieben:

Calcium wird im Körper für Vieles benötigt, u. a. zur
Blutgerinnung, für die Muskel-, Nerven- und
Nebenschilddrüsenfunktion. Bei Mineralstoffmangel greift der
Körper auf die Depots in den Knochen zurück. Ein Teil geht
durch die renale Ausscheidung verloren.

Welche Nachteile hat ein zuviel an Kalk für den Körper.
Wo lagert der sich dann ab?

Noch einmal: den Hauptanteil des „Kalks“ bekommen wir durch unsere feste Nahrung, bzw. aus Käse und Milch!!!
Das Wasser kann da überhaupt nicht mithalten.

Ein Zuviel an Calcium kann dann vorkommen, wenn regelmäßig Calcium substituiert wird, was gern geschieht, im Hinblick auf eine „mögliche“ Ostoporose, ohne zu wissen, ob eine Substitution überhaupt notwendig ist. Dies kann zu erhöhter Nierensteinbildung führen.

Gruß, Renate

Hallo Renate,

danke für Deine verlässliche und hilfreiche Rückantwort.

Durch bloßes Kochen lässt sich die temporäre Härte aus dem
Wasser entfernen, sie fällt dann als Kalk- oder Kesselstein
aus.

Ich verstehe, das beim Kochvorgang von Wasser
der größte Anteil von Kalk heraus fällt.
Um ganz sauberes Wasser zu trinken,
wäre da destilliertes Wasser besser ?
Doch destilliertes Wasser soll ebenso
energetisch tot sein, wie gekochtes Wasser,
dafür ist es jedoch blitzsauber
und ist frei von Schwermetallen.
Die meisten marktüblichen Mineralwasser
sollen nicht so gut sein wegen ihrem Natriumgehalt
und weil sich die Mineralstoffe schwer absorbieren lassen.

Wie macht man es nun richtig.

Ein Zuviel an Calcium kann dann vorkommen, wenn regelmäßig
Calcium substituiert wird,(…)
Dies kann zu erhöhter Nierensteinbildung führen.

Nur Nierensteine?
Wie ist es mit den Ablagerungen in den Gelenken?

Gruß
Sophia