Schmerzen und keiner kann helfen

Hallo,

Seit September 07 habe ich folgende Beschwerden:

Beginn mit Schmerzen im rechten Handgelenk, insbesondere beim Aufstützen.
Orthopäde verschreibt Krankengymnastik. Mehrere Rezepte bleiben ohne Erfolg.
Schmerzen ziehen weiter hoch in den Arm.
Weitere Rezepte Krankengymnastik bleiben erneut ohne Erfolg.
Wechsel des Physiotherapeuten. Vorübergehender Erfolg der Behandlung beim Osteopathen für ca. 4 Wochen.
Schmerzen kehren dann jedoch zurück und dehnen sich weiter aus in komplette rechte Rückenseite.
Ständiges Schwere-/Lähmungsgefühl, Bewegungen fallen schwer auf ausschließlich kompletter rechter Körperseite. Mittlerweile sind diese Bescherden bis ins Bein gezogen.

Am stärksten sind die Beschwerden bei meiner Arbeit im Büro, aber auch in meiner Freizeit sind sie in etwas geringerer Form ständig zugegen.
Meine Arbeit macht mir großen Spaß, ist jedoch täglich eine Qual. Privat habe ich keinerlei Probleme, bin glücklich verheiratet.

An Scherzmitteln wurden mir Diclofenac, Ibu 400, Ibu 600 und letztlich Katadolon long verschrieben. Wechsel erfolgte immer aufgrund der Tatsache, dass das zuletzt eingenommene Mittel keine Wirkung mehr zeigte.
Katadolon long nehme ich jedoch nicht mehr täglich, da mir auch das keine durchschlagende Hilfe bringt und ich meinen Magen nicht unnötig belasten möchte.

Ganzkörperszintigrahie, CT des Schädels, MRT der Halswirbelsäule, Röntgenbilder Handgelenk und Schulter - alles jeweils ohne Befund.
Besuche in Orthopädie (Uni Tübingen), Fachärztin für Rheumatologie (Krankenhaus Oberndorf) sowie beim Neurologen blieben ohne weitere Erkenntnisse.
Mehrere verschiedene Blutbilder (z. B. Borreliose) - hier war ebenfalls immer alles in Ordnung.

Vielleicht hatte von Euch jemand schon mal so was ähnliches oder hat davon gehört. Bin für jede Hilfe/Hinweis dankbar.

Grüsse

DieMaus

Hallo DieMaus,

welchem Testverfahren wurde Dein Blut unterzogen, als Du auf Borreliose (und evtl. Co-Erreger) getestet wurdest? Wie lange musstet Du auf das Ergebnis warten?

vielleicht weißt Du nicht, dass es verschiedene Testverfahren gibt, um auf Borrelien oder Co-Erreger getestet zu werden. Diese verschiedenen Verfahren dauern ganz unterschiedlich lange und sind auch in der Fehlerquote recht unterschiedlich. So richtig zuverlässig ist keiner, der Kurztest „ELISA“ dauert nur ca. 3 Tage bis das Ergebnis vorliegt, aber mit einer Fehlerquote von 80 bis 85%. Die anderen Testverfahren reduzieren die Fehlerquote immerhin auf ca. 25-30%. Also auch nicht wirklich sicher.

Darüber hinaus gibt es ja nicht nur die Borrelien (Auslöser der Borreliose) sondern noch ca. 20 weitere Erreger, die durch Zeckenstiche übertragen werden können. Der Einfachheit halber hat sich so im allgemeinen Sprachgebrauch nur das Wort „Borreliose“ als Art Überbegriff eingebürgert, medizinisch müsste man aber auch noch von Ehrlichiose, Babesiose etc. sprechen. Somit wäre es auch wichtig zu wissen, auf welche dieser Co-Erreger Du getestet wurdest. Ferner sind bei weitem nicht alle Labore technisch gleich gut ausgerüstet, solche Spezialtests durchzuführen. Für Süddeutschland ist das zuständige Labor in (oder besser bei) Karlsruhe, für Norddeutschland in Köln und für Ostdeutschland in Berlin.
Ferner solltest Du wissen, dass die durch Zecken übertragenen Erreger eine Vielzahl von Symptomen hervorrufen können. Zusammenstellungen listen ca. 130 verschiedene Beschwerden auf. Natürlich müssen nicht alle Symptome bei einem Menschen auftreten, aber je mehr Symptome dieser Krankheit sich bei Dir zeigen, um so wahrscheinlicher ist eine derartige Erkrankung. Wenn Du Dich über die Vielzahl der Symptome informieren willst, empfehle ich Dir, Dich in der Internet-Selbsthilfe-Gruppe für Patienten, die an Borreliose oder einer der Co-Erreger-Erkrankung leiden, anzumelden und dort einige der über 1000 Krankengeschichten zu lesen und die aktuellen Beiträge eine Zeitlang mitzulesen. Du wirst dann sehr schnell feststellen, ob Du noch mehr Krankehitsanzeichen hast, die für diese Erkrankung sprechen, oder nicht. Oftmals bringen nämlich selbst die Patienten ihre Leiden NICHT mit der Borreliose in Verbindung.
Nun eine ganz traurige Mitteilung: Die Borreliose und die Co-Erreger-Erkrankungen sind wissenschaftlich-medizinisch noch sehr schlecht erforscht. Die allermeisten Ärzte kennen sich mit dieser Krankheit so gut aus, wie eine Kuh Mathematik beherrscht, nämlich gar nicht. Deutschlandweit (!) gibt es kaum mehr als ein halbes Dutzend Ärzte, die sich - nach heutigem Wissensstand - wirklich mit der Krankheit auskennen. Mit einer einzigen Ausnahme sind dies alles Ärzte, die nur auf Privat abrechnen.

Soweit für den Moment, in mehr Details zu gehen, wäre zu diesem Zeitpunkt überzogen.

Ich rate Dir, nimm Dir die Zeit und lies mal eine Zeitlang im Borreliose-Forum des Deutschen Borreliose Bundes mit.

Gute und vor allem schnelle Besserung

Alexander

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Hallo,

bist Du Rechtshänderin? Was arbeitest Du?
Viel am PC schreiben? Im Internet recherchieren? Wie lange machst Du das schon? Wie ist es mit Ausgleichsgymnastik?
Hat ein Doc Dich schon mal nach solchen Dingen gefragt?

Mir fiel halt auf, dass Du schreibst, in Deiner Freizeit wären die Beschwerden nicht soo gravierend.

Google mal nach RSI-Syndrom. Kommt Dir evtl. etwas bekannt vor?

War nur ne Idee…

Viele Grüße
Maralena

Liebe Maus,

so eine ähnliche Odyssee habe auch schon hinter mich gebracht. Geh doch noch einmal zum Rheumatologen und lasse ich ganz gezielt auf Fibromyalgie untersuchen. So, wie Du Deinen Leidensweg beschreibst, spricht einiges dafür. Lasse Dich nicht entmutigen, auch wenn man sich schon wie eine eingebildete Kranke vorkommt.

Gute Besserung
Margitta

tja, meine fragen wären.
bist du überfordert, schaffst du deine arbeit, setzt du dich selbst unter druck um es vielen recht zu machen, gehst du noch gerne zur arbeit, wie wohl fühlst du dich dort, wie ist es mit deinen kollegen- arbeitsklima, wie ist dein chef-kritisiert er dich bereschtigt/ unberechtigt u.ä.
wie schaut dein arbeitsplatz aus- platzmangel, lichtmangel, keine ordentlichen arbeitsbedingungen und -materialien. arbeitspensum, arbeits- und pausenzeiten. und noch viele fragen. es gibt symtome, wo die ursachen nicht immer körperlich bedingt sind. dein körper signalisiert dir: kürzer treten, pause machen, etwas verändern. ich will das nicht mehr so! einfach nur zum nachdenken dür dich.
„Es gibt nur einen Grund etwas zu ändern, Du hälst es nicht mehr aus“

lg grüße konstanze

Liebe Konstanze,

vielen Dank für deine Antwort.

Ich arbeite als Rechtsanwaltsfachangestellte/Bürovorsteherin. Stress habe ich jeden Tag. Seit ich vor 12 Jahren in diesem Beruf angefangen habe. Wir haben immer viel zu tun und ständig muss was auf den letzten Drücker fertig gemacht werden. Aber wie gesagt - das ist bereits seit Anfang an so gewesen, ich bin es nicht anders gewohnt.

Mein Chef ist stellenweise schwierig. Ungeduldig und launisch. Aber auch hieran habe ich mich gewohnt und lasse ihn zeitweise auch einfach nur „spinnen“.
Alle anderen Kollegen sind sehr nett. Diesbezüglich kann ich mich überhaupt nicht beklagen.

Mit meinem Arbeitsplatz bin ich vollkommen zufrieden. Ich habe einen großen Schreibtisch, genügend Licht und ein eigenes Zimmer.
Mittagspause mache ich grundsätzlich mindestens eine Stunde lang.

Seit meine Beschwerden begonnen haben hat sich auch an meinem Arbeitsplatz einiges geändert. Ich habe einen neuen Bürostuhl bekommen, eine neue ergonomische Tastatur. Außerdem arbeite ich nur noch mit Headset um den Telefonhörer nicht mehr zwischen Schulter und Ohr zu klemmen.

Aber trotz allem - die Schmerzen sind da - jeden Tag.

Viele Grüße
Ramona

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Liebe Margitta,

vielen Dank für deine tröstenden Worte.

Bei der Fachärztin für Rheumatologie welche ich letzte Woche aufgesucht habe wurde ich ausgiebig untersucht. Sie hat sich sehr viel Zeit genommen. Das Wort „Fibromyalgie“ ist allerdings nicht gefallen in diesem Gespräch.

Werde mich in dieser Hinsicht mal kundig machen und mich dann wieder bei der Ärztin melden.

Liebe Grüße und nochmals DANKE!
Ramona

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Liebe Maralena,

vielen Dank für deine Antwort.

Ja, ich bin Rechtshänderin.
Ich arbeite als Rechtsanwaltsfachangestellte/Bürovorsteherin. Arbeite also den ganzen Tag am Computer mit allem was bekanntermaßen dazu gehört.

Ausgleichsgymnastik mache ich bisher keine.

Mit meinem Arbeitsplatz bin ich vollkommen zufrieden. Ich habe einen großen Schreibtisch, genügend Licht und ein eigenes Zimmer.
Mittagspause mache ich grundsätzlich mindestens eine Stunde lang.

Seit meine Beschwerden begonnen haben hat sich auch an meinem Arbeitsplatz einiges geändert. Ich habe einen neuen Bürostuhl bekommen, eine neue ergonomische Tastatur. Außerdem arbeite ich nur noch mit Headset um den Telefonhörer nicht mehr zwischen Schulter und Ohr zu klemmen.

Aber trotz allem - die Schmerzen sind da - jeden Tag.

Das RSI-Syndrom sagt mir nichts. Ich werde mich diesbezüglich informieren!

Viele Grüße
Ramona

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Hallo DieMaus,

welchem Testverfahren wurde Dein Blut unterzogen, als Du auf
Borreliose (und evtl. Co-Erreger) getestet wurdest? Wie lange
musstet Du auf das Ergebnis warten?

Lieber Alexander,

vielen Dank für deine ausführliche und sehr informative Antwort!

Ich weiß nicht genau welcher Test bei mir gemacht wurde. Was ich jedoch weiß ist, dass beim ersten Mal ein Grenzwert das Ergebnis war. Ich musste erneut Blut abgeben und dann war wohl alles ok.
Auf die Ergebnisse musste ich - soweit ich mich erinnere - mindestens eine Woche warten.
Werde dies aber nochmals bei meinem Orthopäden abklären und mich dann wieder melden.

Liebe Grüße
Ramona

Hallo Ramona,

leider wissen viele Orthopäden NICHT, dass Gelenkbeschwerden (egal welches Gelenk, bevorzugt aber im Anfangsstadium Großgelenke, im chronischen Stadium auch Kleingelenke wie Fingergelenke) ein ganz typisches Zeichen für Borreliose oder eine der Co-Erkrankungen sind.
Wenn der Orthopäde das bei Seite wischen will, so kannst Du ihn gerne auf den Deutschen Borreliose Bund oder die ambulante Spezialklinik „Borreliose Centrum Augsburg“ (Morell-Str., Augsburg) verweisen. Dort kann er wissenschaftliche Informationen von Seinesgleichen bekommen, wenn er Dir als Patient nicht glaubt.

Du schreibst von dem ersten Test, der bei Dir einen Grenzwert ergeben hatte. Auch das ist ein typisches Zeichen, dass da wirklich was nicht stimmt. Unabhängig vom Ergebnis des zweiten Tests. Ich will ja jetzt gar nicht so boshaft sein und glauben, dass der erste einer der qualitativ hochwertigeren Tests war und der zweite der lumpige, der eh zu 85% falsche Resultate bringt. Wichtig wäre wirklich zu wissen, in welchem/welchen Labor/Labors Dein Blut untersucht wurde, nach welcher Methode und auf welche Erreger.

Wie schon ein Vorredner schrieb (Fibromyalgie): als Patient kommt man sich bei vielen Ärzten wie ein Bittsteller und Depp vor, man wird von ihnen nicht ernst genommen mit den Schmerzen und Einschränkungen die man ertragen muss. Also daher auch von mir die Ermunterung: Nicht klein kriegen lassen! Diese Weißkittel erleiden die Schmerzen nicht und haben in aller Regel keine Ahnung von diesen langwierigen, schwer zu diagnostizierenden Krankheiten. Dabei ist es gleichgültig, ob es jetzt die Fibromyalgie oder die Borreliose oder sonst etwas ähnliches letztendlich ist.

Viele Grüße und vor allem Viel Erfolg und schnelle Besserung.

Alexander

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