Nasenscheidewandverkrümmung OP-Bericht

Hallo!
Ich hatte vor einer Woche eine Septumkorrektur mit Siebbein-Kieferhöhlenoperation und möchte nun meine Erfahrungen während des Krankenhausaufenthaltes hier für andere zugänglich machen. Ich hatte vor der OP leider nur mäßigen Erfolg bei der Suche nach solchen Erfahrungsberichten.

Ich bin männlich, 24 Jahre alt und bekomme seit mehreren Jahren schlecht Luft durch die Nase. Aufgrund dessen bin ich dann mal zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt und ließ mich untersuchen. Der erste Arzt diagnostizierte direkt eine verkrümmte Nasenscheidewand und vergrößerte Nasenmuscheln, zudem ließ er noch eine Kopf-CT von mir machen. Sein Vorschlag lautete, bei einer ambulanten OP die Nasenscheidewand zu richten und die Nasenmuscheln zu verkleinern.
Ich wollte mir aber noch eine zweite Meinung einholen und machte mich los zum nächsten HNO-Arzt. Die Diagnose zu 90% die gleiche wie beim anderen Arzt, allerdings fand er noch einen Polyp in der linken Kieferhöhle. Er schlug mir ebenfalls die Begradigung der Nasenscheidewand, Verkleinern der Nasenmuscheln und Entfernen des Polyp vor, allerdings in stationärer Behandlung im Krankenhaus.
Ich entschied mich für die stationäre Behandlung im Krankenhaus und bin im Nachhinein auch sehr froh darüber.

Tag 1, vorstationäre Aufnahme:
Ich musste morgens ins Krankenhaus um verschiedene Voruntersuchungen über mich ergehen zu lassen und die Aufklärungsgespräche mit den Ärzten zu führen.

Tag 2, der OP-Tag:
7:00 Uhr: Ankunft im Krankenhaus, direkt Zimmer beziehen, Kleider aus, OP-Hemdchen an, ins Bett legen und eine Beruhigungstablette nehmen.
7:45 Uhr: Es geht los. Ich wurde mit dem Bett zu OP gefahren.
7:55 Uhr: Mittlerweile liege ich auf dem OP-Tisch, kurzer Smalltalk mit dem Narkosearzt, Zugang in den Arm, Narkosemittel, „Augen zu, Lichter aus“
9:40 Uhr: Ich werde im Aufwachraum wach und habe höllische Schmerzen in der Nase. Der Narkosearzt spritzt mir direkt ein Schmerzmittel und innerhalb von zwei Minuten sind die Schmerzen verschwunden. Linke Zehen bewegen, funktioniert. Rechte Zehen bewegen, funktioniert. Sehen kann ich auch, alles gut gegangen.
10:30 Uhr: Ich werde im Aufwachraum von den Krankenschwestern abgeholt und auf Station gebracht. Auf der Station tippe ich erst mal eine SMS an die nächsten Verwandten.
14:00 Uhr: Bis jetzt liege ich total platt von der Narkose im Bett. Am meisten nerven die Tamponaden in der Nase, kaum Luft zu bekommen. Über den Zugang bekomme ich ein Flüssigkeit mit Antibiotika. Die Schmerzen kommen wieder, ich hole Schmerzmittel von der Schwester. Danach schlafe ich immer mal wieder für fünf Minuten ein, werde aber direkt wieder wach.
17:00 Uhr: Wieder neue Schmerzen, Schmerzmittel von der Schwester geholt.
18:15 Uhr: Es gibt etwas zu essen. Zwei Scheiben Brot mit Wurst und Käse.
19:30 Uhr: Wieder Schmerzen, erneut Schmerzmittel geholt. Der erste Besuch meiner Freundin an meinem Bett. Ich darf aufstehen, zur Toilette gehen und ein paar Minuten im Flur laufen.
21:00 Uhr: Diesmal höllische Schmerzen im Ober- und Unterkiefer, die Schwester darf mir kein neues Schmerzmittel mehr geben. Über den Zugang wieder Antibiotika. Die Schmerzen sind im Liegen nicht auszuhalten, also schnappe ich mir meine Bettdecke und setze mich auf einen Stuhl vor’s Schwesternzimmer. Ich bekomme immer wieder Fieber- und Schmerzschübe. Ich zittere vor Schmerz.
22:15 Uhr: Ich bekomme ein anderes Schmerzmittel. Die Schmerzen lassen etwas nach, ich lege mich ins Bett und versuche zu schlafen. Kann etwa eine Stunde im Bett liegen, dann sind die Schmerzen wieder zu Stark.
23:15 Uhr: Ich schnappe mir erneut die Bettdecke und setze mich in den Flur. Wieder Fieber- und Schmerzschübe mit Zittern. Die Schwester telefoniert mit dem Arzt, was sie mir geben kann. Ich bekomme wieder Schmerzmittel und bleibe noch bis 00:00 Uhr im Flur sitzen. Danach gehe ich wieder ins Bett.
02:00 Uhr: Ich kann endlich einschlafen. Ich werde zwar immer wieder wach, kann aber einigermaßen gut schlafen bis 06:00 Uhr.

Tag 3, der erste Tag nach der OP:
08:00 Uhr: Leichter Druckschmerz in der Nase. Der Zugang an der Hand wird gezogen. Es gibt Frühstück und ich darf mir das rote Desinfektionsmittel aus dem Gesicht wischen und mich waschen, aber nicht die Haare. Die Antibiotika bekomme ich jetzt als Tablette.
10:30 Uhr: Die Schmerzen sind wieder da, ich bekomme eine Tablette.
11:30 Uhr: Die Tablette hat nicht gegen die Schmerzen geholfen, ich bekomme wieder Tropfen.
14:45 Uhr: Untersuchung vom Arzt, Schleim absaugen aus der Nase, alles OK.
17:30 Uhr: Erneut Tropfen gegen die Schmerzen.
21:30 Uhr: Ich lasse mir wieder Schmerzmittel für die Nacht geben.

Tag 4:
06:00 Uhr: Die Nacht war ziemlich unruhig, ich habe sehr schlecht geschlafen.
07:30 Uhr: Wieder neues Schmerzmittel
08:15 Uhr: Der Arzt kommt um die ersten beiden von vier Tamponaden aus der Nase zu ziehen. Der Schmerz ist erträglich, aber es ist ein sehr unangenehmes Gefühl. Nachdem die Tamponaden raus sind, läuft natürlich wieder das Blut. Ich verschiebe das Frühstück um eine Stunde nach hinten.
10:30 Uhr: Momentan geht’s mir ganz gut.
20:30 Uhr: Nochmals Schmerzmittel für die Nacht

Tag 5:
04:00 Uhr: Die Nacht war kurz…
08:00 Uhr: Schmerzmittel und Nase absaugen, alles angeschwollen, aber keine Entzündung.
21:00 Uhr: Schmerzmittel für die Nacht

Tag 6:
07:00 Uhr: Ich habe zum ersten mal wieder drei Stunden durchgeschlafen.
09:30 Uhr: Die Tamponaden werden gezogen. Der Arzt nimmt die Schnüre, die aus der Nase hängen, in die Hand und zieht mit einem heftigen Ruck beide Tamponaden auf einmal. Dem Gefühl nach, hat er das Gehirn auch mit heraus gezogen. Die Schmerzen sind auszuhalten. Es blutet wieder, lässt aber nach ca. 10 min nach.
22:00 Uhr: Ich werde zum ersten Mal versuchen keine Schmerzmittel vorm Schlafengehen zu nehmen

Tag 7:
07:00 Uhr: Die Nacht war ganz ok, kaum Schmerzen.
09:30 Uhr: Ein Arzt saugt noch mal die Nase ab, führt mit mir ein Abschlussgespräch und ich darf nach hause. Die Nase muss alle zwei Stunden mit Nasenöl betröpfelt und mit Salbe eingerieben werden. Außerdem muss ich jeden Tag zum HNO-Arzt zum Absaugen. Die Nase ist noch angeschwollen und ich bekomme nur ab und zu Luft durch die rechte Seite. Die Schmerzen sind so gut wie weg.

Ich hoffe der Bericht hilft dem ein oder anderen weiter.

Viele Grüße!
helmche

Ich hoffe der Bericht hilft dem ein oder anderen weiter.

Hallo,

danke für Deinen bericht. Könntest Du Dich in ca. 6 Wochen nochmal melden ob die Nasenscheidewand-OP überhaupt etwas gebracht hat?
In der Zwischenzeit gute Besserung.

Gruß:
Manni

Hallo,

verändert die Nase nach einer solchen OP eigentlich die Form?

Gruß,

Hallo,

verändert die Nase nach einer solchen OP eigentlich die Form?

Gruß,

Also mir fällt keine Veränderung an meiner Nase auf, außer dass sie die erste Woche jetzt minimal angeschwollen war. Meine Freundin meint aber, die Nase wäre jetzt sehr gerade (mehr gerade als vorher).
Die Operation in der plastischen Chirugrie, bei der die Nase verändert wird, wird mit Sicherheit auch was mit der Nasenscheidewand zu tun haben, da diese ja auch eine Art Stützmauer für die Nase ist. Der Operateur kann da mit Sicherheit was machen… Ich war und bin aber mit meiner Nase zufrieden :wink:

Viele Grüße!
helmche

Hallo!
Also jetzt zweieinhalb Wochen nach der OP geht’s mir wieder richtig gut. Die Nase tut nur ab und an mal noch weh, wenn ich Sie etwas fester berühre. Die Nasenatmung hat sich auf beiden Seiten wesentlich verbessert! Wenn’s so bleibt oder noch besser wird, hat sich die OP gelohnt!

Gruß, helmche

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