Kaiserschnitt

Mir wurde ein Kaiserschnitt empfohlen. Wer kann mir das für und wieder von einem Kaiserschnitt erklären bzw. an alle die einen Kaiserschnitt hinter sich haben, wie gross ist die Narbe, wie lang dauerte es bis alles verheilt war, wie schmerzhaft wars. Einfach alles was ihr dazu zu berichten habt.
Und stimmt es das man nach einem Kaiserschnitt keine Rückbildungsgymnastik braucht bzw. dieser nicht gedehnt wurde?

Schreibt einfach alles was ihr an Erfahrungen habt.

Lg
Dani

Sie haben die Folgen richtig beschrieben. Ein Kaiserschnitt kann nur eine Notmaßnahme sein, wenn es keine andere Möglichkeit gibt. Die Neuraltherapeuten kennen die schädliche Wirkung der Narben. Die Neuraltherapie ist ja entstanden, weil jahrelange Schulterschmerzen mit dem Sekundenphänom bei der Behandlung einer Narbe am Bein sofort verschwanden. Schon der Dammschnitt verhindert meistens im Anfang das Stillen.

Gruß Kybernetik

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Hallo Dani,

es ist auch die Frage, warum er Dir empfohlen wurde.
Da gibt es ja doch einige schwerwiegende medizinische Gründe, bei denen ein Kaiserschnitt der beste Weg ist. Z.b. eine bestimmte Herpesinfektion der Mutter, vaginal natürlich, so dass das Kind beim normalen Durchtreten des Geburtskanals sich infizieren würde und an Warzen in der Luftröhre erhebliche Konsequenzen erleiden würde, mal so als ein Beispiel.
Gibt es solche schwerwiegenden Gründe oder hast Du Spielraum für eine Entscheidung?
Wie ist es mit Angst vor Schmerzen der normalen Entbindung? Es nützt ja nichts, wenn eine Mutter dann panisch wird.

Wenn es keine medizinischen Gründe für einen Kaiserschnitt gibt, gibt es aus meiner Sicht überhaupt nichts, was für ihn spricht.
Die natürliche Entbindung ist der beste und normalste Weg und es sprechen viele Gründe dafür.
Genauso wie sich das Kind ernsthaft infizieren kann, kann es bei der Geburt auch einfach nur seine 1. „Schluckimpfung“ bekommen, die wichtig und physiologisch ist.
Der ganze Körper braucht den Druck des Geburtskanals. Die Lunge wird dadurch frei von Fruchtwasser, so das ein normal geborenes Kind fast nie abgesaugt werden muss. Kaiserschnittkinder immer. Der Schädel ist weich und beweglich, die Schädelnähte nicht geschlossen. Der Druck auf den Kopf komprimiert und ab loslassen des Druckes können sich normalerweise alle Schädelknochen frei ausrichten in der gesund nötigen Weise.
So könnte man die beiden immer weiter gegenüber stellen.

Ich persönlich komme immer wieder zu dem Fazit, das ein Kaiserschnitt eine wirklich gute Sache ist und wirklich Leben retten kann, aber auch nur für Notfälle da ist. Nichts kann eine normale Entbindung ersetzen.
Was man auch bedenken muss, ist, das man, wenn es endlich soweit ist, auch nur noch das Wohl des Kindes im Sinn hat.
Viele Mütter sagten, dass es ihnen letztendlich egal war, sie wollten nur noch so schnell wie möglich ihr Kind gesund und wohlbehalten da raus haben.
Wenn es also eng wird, sollte man auch nicht zu lange zögern, doch noch einen Kaiserschnitt machen zu lassen.
Für eine normale Entbindung gibt es heutzutage auch wirklich gute Begleitungen. Also auch anderes als die eher unglückliche Rückenlage. Man kann auch im Vierfüssler gebären oder hockend oder in der Badewanne. Wenn man dabei unter guter Kontrolle bleibt, sollte auch nicht übersehen werden, ab wann das nicht mehr geht.
Doch manche Frauen sind nicht stark genug für z.b. die Hocke, es empfiehlt sich also vorher zu trainieren.
Mamafitness (von Benita Cantieni) ist da ein ganz gutes Buch, das die Übungen so anleitet, das der Beckenboden nicht unnötig fest wird, so das sich das Becken gut öffnen kann und Dammrisse/schnitte damit weniger werden, also Kraft und Beweglichkeit.

Was die Rückbildung hinterher angeht, denke ich, das man doch Rückbildungsgymnastik braucht. Der Beckenboden macht die größte Dehnung zwar nicht mit, doch die ganzen 10 Monate wird er auch von den Hormonen vorbereitet (weich) und vom Gewicht belastet, die Organe müssen ausweichen, die Blase wird weggedrückt u.s.w. es gibt eine Menge mehr Rückbildungsaktivitäten des Körpers, als nur den Beckenboden wieder fest zu bekommen.

Ach ja, einige Kliniken lassen die Frauen auch bei „geplanten“ Kaiserschnitten erst mal eine zeitlang Wehen durchmachen. Das soll, durch Ausschüttung von Oxytozin die Bindung ans Kind erhöhen und den Milcheinschuß erleichtern, sowie wenigstens ein wenig die Vorteile einer normalen Entbindung andeuten…

Zur Narbe kann ich nur die Behandlerseite erläutern und muss Smit zustimmen. Jede Narbe kann ein Störfaktor werden.
Ich habe inzwischen Frauen jeglicher Alterstufe gesehen. Also direkt nach einem Kaiserschnitt oder auch 30 Jahre später.
Die Narbe direkt danach zu behandeln ist das Beste, was passieren kann. Man kann sie durch Übungen und manuelle Behandlung schön weich machen, in allen Schichten, nicht nur oberflächlich.
Die älteren Frauen kommen oft wegen Rücken oder Schulterbeschwerden und man sieht ihnen an, das sie sich oft nach der OP nicht mehr richtig grade gemacht haben, das ist allerdings sehr wichtig. Außerdem haben sie dann alle Inkontinenzprobleme, obwohl es ein Kaiserschnitt war. Ich frage bei solchen orthopädischen Problemen dieses Tabuthema in der Anamnese mit ab.
Die Größe der Narbe ist unterschiedlich. Teilweise ca 15 cm lang. Man kann auch schlecht voraussagen, wie es heilt. Da hat ja doch jeder eine andere Haut.

Du siehst, es ist ein schwieriges Thema, zu dem Du Deine ganz eigene Antwort finden musst, weshalb Du hier ja gefragt hast. Vielleicht konnte ich ein wenig helfen…

Viel Glück!
Kathy

Hallo Dani,

Mir wurde ein Kaiserschnitt empfohlen.

von wem?
Deinem Frauenarzt, vom Krankenhausarzt?

Wer kann mir das für
und wieder von einem Kaiserschnitt erklären

Der Kaiserschnitt ist ein Segen - wenn es keine andere Möglichkeit gibt.

Der Kaiserschnitt ist eine Mode - was ein Blödsinn ist.

Ein Kaiserschnitt ist, trotz moderner OP-Techniken immer noch ein erheblicher Eingriff.

Zudem gibt es mittlerweile genügend Untersuchungen, daß Mütter und Kinder, die eine Kaiserschnittgeburt hinter sich haben überproportional Probleme haben.
Mütter, die Probleme damit haben, das Kind emotional anzunehmen, Kinder, die mangels Adrenalinschock diverse Auffälligkeiten haben etc.

Überleg es Dir sehr gut.

Gandalf

Hallo Dani,

ich habe gerade (Anfang August) einen Kaiserschnitt mit PDA hinter mir.

Sehr unangenehm empfand ich während der OP eigentlich nur die Hände in meinem Bauch zu spüren und auch das Vernähen hinterher, aber nur weil es solange gedauert hat und ich endlich mein Kind in die Arme nehmen und an die Brust legen wollte.

Schmerzen hatte ich kaum. Die PDA hatte ich 24 Stunden, danach einen Tropf mit Paracetamol und anschließend noch zwei Ibuprofen.

Die Narbe tat etwa eine Woche weh (vorallem beim Aufstehen, Lachen und Husten). Die Narbe ist mittlerweile gut verheilt. Sie verläuft genau an der Grenze zur Schambehaarung und ist bei ca. 12 cm lang. Sie ist sehr dünn und sieht echt ok aus. Soviel erstmal dazu.

Jetzt das Wichtigere:

Es gibt eine Menge Nachteile Kaiserschnitt gegenüber einer spontanen Geburt! Hier die, meiner Meinung nach, größten:

Die Portion Glückshormone fehlt, die bei der spontanen Geburt ausgeschüttet werden.

Du hast in der ersten und wahrscheinlich auch in der zweiten Nacht dein Kind nicht bei dir, weil du nicht aufstehen kannst wegen der Narbenschmerzen.

Die Milch schießt später ein.

Es dauert unglaublich lange bis sich die Gebärmutter verkleinert und man hat viel länger Wochenfluß, weil man ja keine Wehen hatte.

Aprospos keine Wehen: weder du noch dein Kind sind auf die Geburt vorbereitet. Uns hat das bestimmt drei Wochen zu schaffen gemacht.

Vorteilhaft jedoch ist, dass der Beckenboden nicht so strapaziert wird. Das erspart einem aber nicht die Rückbildungsgymnastik, denn der Beckenboden leidet auch schon während der Schwangerschaft. Und deine Bauchmuskeln sollen ja auch wieder an die richtige Stelle.

Außerdem bleibt einem ein Dammriss oder -schnitt erspart. Das wars aber auch schon an Vorteilen.

Ich finde es sehr schade, dass ich nicht spontan entbinden konnte! Überlegs Dir gut und wäge die Risikofaktoren gut ab.

Gruß von Suse

Hi,
und wenn man Wehen hatte? Gelten dann deine Nachteile auch noch?

VG,
J~

Hi J!

Bei den seltensten geplanten oder gewünschten KS wird auf die Wehen gewartet. Gerade das möchte man ja meistens verhindern, damit es nicht noch Komplikationen gibt, wenn die Gebärmutter Richtung Ausgang arbeitet, aber das Kind vielleicht falsch liegt oder sonstwas.
Bei allen, die ich kenne, die einen KS brauchten oder wollten, wurde der Termin 2 Wochen vor dem Stichtag gemacht.

Bei medizinischer Indikation wäre es wohl fast fahrlässig, auf die Wehen zu warten.
Bei nem Not-KS unter der Geburt ist das vielleicht anders, aber da bewirkt dann wahrscheinlich der Stress, dass es eine negative Erfahrung für Mutter und Kind ist und dies die Bindung stören könnte.

Gruß,
finnie
(die froh über ihre beiden spontanen, ambulanten Entbindungen ist!)
(noch ein Grund, eine spontane Geburt zu favorisieren: du kannst gleich wieder nach Hause!!)

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oh vielen dank für die sehr nette Antwort. Ich könnte schon normal entbinden, aber ich hätte ein enormes Risiko, weil keiner wüsste ob es komplikationsfrei klappen würde. Ich hab einen Shunt im Kopf, der GEhirnflüssigkeit ableitet. Es gibt leider keine Unterlagen zu meinem Fall, da diese das Krankenhaus schon vernichtet hat, nach 30 Jahren.
Keiner weiss wie es ist wenn ich dann starke Presswehen hab oder nicht. Die Neurologie meinte keiner kann einschätzen ob es zu Druckungleichheiten im Kopf kommt oder nicht, Hauptgefahr wäre eine Gehirnblutung. Und das muss ich nicht haben.Natürlich wär mir eine normale Geburt viel lieber, aber dieses Risiko auf mich zu nehmen trau ich mich einfach nicht.

Lg
Dani

HAllo in dem Fall mach den Kaiserschnitt, denn was hätte dein Kind davon, wenn du durch die Geburt einen Hirnschaden erleidest oder gar stirbst.
Für sowas ist ein Kaiserschnitt da, und es gibt durchaus Kliniken wo auch nach einem Kaiserschnitt das Kind gleich in den ersten Tagen, nachdem es ausgiebig durchgecheckt wurde, mit in dein Zimmer kann, zumindest im Bettchen „zu Besuch“.
Und es ist ein Routineeingriff, wobei man das Eingriff nicht vergessen sollte, passieren kann immer was, aber beim KAiserschnitt dürfte in deinem FAll rein theoretisch weniger passieren als unter der normalen GEburt.
Gruß Susanne

Hallo Dani,

tja, vielleicht sagst Du so etwas nächstes Mal gleich dazu.
Es gibt einfach Fälle, da ist der Kaiserschnitt sehr angebracht und dafür ist er da.
Wenn man solche Risiken abwägen muss, würd ich sagen: Mach Dir keinen Kopf um die Nachteile des KS, da gibt es Wichtigeres, z.b Deine Gesundheit.

Gruß
Kathy

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und wenn man Wehen hatte? Gelten dann deine Nachteile auch
noch?

Hallo J~,

das weiß ich nicht. Könnte mir aber vorstellen, dass die Rückbildung dann schneller voran geht und auch die Milch schneller einschießt.

Gruß Suse

Hi Dani,

du brauchst dich hier vor niemandem zu rechtfertigen, ob und warum du einen Kaiserschnitt planst oder auch nicht! Das ist deine ganz persönliche Entscheidung!

Was mir enorm geholfen hat, ist, dass mein Partner mit im OP war und die ganze Zeit meinen Arm fest gepackt hat. Nimm Dir auf jeden Fall jemanden mit!

Solltest du noch Fragen haben, auch später, wenn du Mama bist, kannst du dich gerne per Mail an mich wenden (auch zum Erfahrungsaustausch oder so).

Liebe Grüße und alles Gute für die Entbindung wünscht Dir Suse