Speiseröhrenentzündung / Gastritis

Hallo,
die medizinische Entwicklung allgemein hatte ja zurückblickend enorme Erfolge zu verzeichnen. Daher kann ich als Laie einfach nicht glauben und verstehen, daß es bei einer Speiseröhrenentzündung oder normaler Gastritis nicht möglich ist, den betroffenen Patienten gezielt zu behandeln. Unter „gezielt“ verstehe ich eine medikamentöse Behandlung etwa mittels Tabletten, entzündungshemmendem Saft/Gel oder entsprechender Inhalation eben gegen die Entzündung. Aktuell werden in der Regel lediglich säurehemmende Tabletten gegeben und gehofft, daß eine Heilung eintritt.
Meine Frage: ist ein Teilnehmer in Kenntnis, ob es eine zusätzliche entzündungshemmende unterstützende Möglichkeit gibt? Würde Akupunktur eine Hilfe sein, derartige Entzündungen schneller abheilen zu lassen?
Vorab Danke für Info`s!

Gruss fuerte

Teilantwort: Informationsfluss
Hallo,

vielleicht ist noch nicht zu jedem Arzt durchgedrungen, dass z.B. die häufigste Form der Gastritis (B-Typ) von Bakterien verursacht wird und mit Antibiotika bekämpft wird.

Auf dem Gebiet der Medizin verändert sich die (immer noch ziemlich weiße) Wissenslandkarte sehr schnell und welcher Arzt kann sich/nimmt sich die Zeit auf dem Laufenden zu bleiben?

Gruß

Stefan

Hallo Stefan,
in meiner Anfrage war die Rede von einer „normalen Gastritis“, wie Du nachlesen kannst. Dies bedeutet eine Gastritis, welche nicht von Bakterien (Helicobacter) verursacht wurde. Diese Bakterien könnten ja schon durch einen Atemtest nachgewiesen werden, so daß in der Regel eine Magenspiegelung umgangen werden könnte.

Gruss fuerte

Andersrum
die diversen Gele, meist auf Alu oder Magnesiumbasis hatten ja diesen Sinn, aber wenig Erfolg, erst die Einführung der Säurehemmer hat die Behandlung der Refluxkrankheit und der Ulkuskrankheit revolutioniert. Und zwar weil die Ursache und nicht die Folgen behandelt werden. Dass Akupunktur bei einem richtigen sauren Reflux oder beim Magengeschwür etwas bewirkt, wage ich zu bezweifeln. Bei Reizdarm und ähnlichem hilft es sicher. Nach derzeitiger Kenntnis ist hier die Schmerzverarbeitung/weiterleitung „schuld“.

pp

Dass Akupunktur bei einem
richtigen sauren Reflux oder beim Magengeschwür etwas bewirkt,
wage ich zu bezweifeln. Bei Reizdarm und ähnlichem hilft es
sicher. Nach derzeitiger Kenntnis ist hier die
Schmerzverarbeitung/weiterleitung „schuld“.

Servus pp,

die ‚Säurehemmer‘ wie Omeprazol neutralisieren ja die Säure nicht weg, sondern geben die Anordnung, weniger Säure zu produzieren. Wenn ich es recht verstehe, ist Akupunktur überhaupt nur dort erfolgreich, wo es gilt, körpereigene Signale zu ersetzen, oder zu verstärken - also zB in der Schmerztherapie. Wäre es dann arg spekulativ, wenn ich sage, daß man ‚nur‘ die Signalwege für die Regulierung der Säureproduktion mit der Akupunkturnadel ‚treffen‘ müßte, um auf diesem Gebiet Wirkungen zu erzielen?

Gruß

Kai

Hallo,

Unter „gezielt“ verstehe ich eine medikamentöse Behandlung etwa
mittels Tabletten, entzündungshemmendem Saft/Gel oder
entsprechender Inhalation eben gegen die Entzündung.

Haferschleim, auf Wasserbasis gekocht, ergibt einen wunderbaren Schutzfilm, Gelfilm also Basis für den Tag z.b.
Als Frühstück gegessen, nur leicht gesalzen und minimalst gesüsst, also nicht jedermanns Ding, lindert er wirklich gut.
Vielleicht findest Du in diese Richtung noch mehr Erfahrungen im Netz?
Also nicht nur bei Medikamenten.

In den letzten Wochen habe ich gute Erfahrungen mit Gaviscon advance gemacht. Wurde auch hier empfohlen und legt einen spürbaren Film auf die Speiseröhre. Es sind Algen mit drin, die sich mit der Säure verbinden und somit eine physikalische Barriere gegen die aufsteigende Säure bilden.
Es schmeckt allerdings widerlich, bekomme immer Brechreiz im Moment des Schluckens.

Aktuell
werden in der Regel lediglich säurehemmende Tabletten gegeben
und gehofft, daß eine Heilung eintritt.

Tut sie ja auch. Wird ja auch oft genug über erneute Magenspiegelung validiert, das die Enzüdungen abgeklungen ist, nach dem man eine Weile den Protonenpumpen das Pumpen untersagt hat.

Meine Frage: ist ein Teilnehmer in Kenntnis, ob es eine
zusätzliche entzündungshemmende unterstützende Möglichkeit
gibt?

S.o. und Verschiedenes.
Alles, was eine Balance in das evtl etwas gestresste vegetative Nervensystem bringt.
Der Magen (und Rest des Verdauungstraktes) kann seine Arbeit nur richtig gut tun, wenn der Parasympathikus überwiegt. D.h. Ruhe, Erholung, Reserven auffüllen und nicht Stress, Kampf und Flucht-Reaktion wie der Sympatikus sie vermittelt, grob ausgedrückt.

Außerdem herauszufinden, warum die Speiseröhre entzündet ist. Liegt eine Hernie vor, so dass die Säure ungehindert hoch kann, oder sind es bestimmt Lebensmittel, bestimmte Lebensumstände (siehe vegetatives Nervensystem), dann die persönlich ausgetestetn Lebensmittel meiden und Umstände ändern.
Bei mir z.b. geht Huhn mittags prima und Abends gar nicht.

Außerdem wird hier gerne Übergewicht genannt und der Hinweis zum Abnhemen gegeben, wo ich immer darauf hinweisen muss, das ich die Hernie schon hatte, als ich noch gertenschlank war, auch als Kind schon, starke Überstreckungen der Halswirbelsäule bei der Entbindung werden daraufhin untersucht, ob sie was damit zu tun haben könnten…

Manch einer verbindet auch immer noch das schöne Streitthema Übersäuerung mit Sodbrennen und Entzündungen. Das empfinde ich als Quatsch und habe da keinerlei Zusammenhang finden können, bzw erschließt sich mir keiner logisch aus meinen Physiologiekenntnissen.
Es ist eher andersherum. wenn man die Protonenpumpenhemmer nimmt, fehlt mit jedem nicht hergestelltem HCl auch ein Bikarbonat. Leider.

Falls ein Heliobakter vorliegt macht es Sinn in behandeln zu lassen, obwohl man wohl gerade anfängt herauszufinden, das er z.b. im Rachenraum symbiotisch ist und von daher wichtig ist, womit der Atemtest adabsurdum geführt sein dürfte.

Würde Akupunktur eine Hilfe sein, derartige Entzündungen
schneller abheilen zu lassen?

Osteopathisch gesehen würde ich zum einen alles behandeln, was der Patient mir so präsentiert und sei es Blockaden von einem alten Fußwurzelbruch, die zu einem Beckenschiefstand geführt haben, weshalb der Magen viell. unter Zug gekommen sein kann, aber oft findet man rund um den Magen einschränkungen.
Die Rippen sind fest, das Zwerchfell auf der Seite ebenso, obwohl es beim Gesunden rechts fester ist, weil die Leber eine dichtere Masse bietet. Die Brustwirbeläule blockiert oft entlang der Speiseröhre, dank bindegewebiger Befestigung, der Mageneingang und der Magenausgang lassen sich direkt behandeln, sowie auch der Magenkorpus. Mit Handgriffen aus der visceralen Osteopathie.

Was Akkupunktur angeht, habe ich selber schon sofort den Unterschied zwischen vorher und nachher spüren dürfen und kann behaupten, das MIR die Akkupunktur für den Magen hilft.
Durchgeführt von jemandem, der noch wirkliche Akkupunktur durchführt, nicht das, was heute bei den Kassen läuft.
Und ich kann es mir in sofern vorstellen, weil ich aus der Bindegewebsmassage aus der Physiotherapieausbildung Reflexzonen kenne und die Wirkung bei der richtigen Auswahl der Akkupunkturpunkte für mich damit vergleichbar ist.
Ich kann Dir allerdings keine Studie dazu präsentieren.

Viel Glück beim rausfinden

Kathy

Hast nicht unrecht
früher hat man ja den Vagus der zum Magen führt weggebretzelt. Nur waren die Erfolge nicht so toll, daher wäre auch die gezielte Nerven-stör-Akupuktur wahrscheinlich nicht so erfolgreich. Die Omeprazole usw. heißen treffend Protonen-Pumpen-Inhibitoren. D. h. die hemmen unwiderruflich die Pumpe in den Magenzellen, die Protonen, als saure Äquivalente in den Magen schickt. Nach 24 Stunden ungefähr sind neue Pumpen hergestellt und man braucht ne neue Tablette. …dass Du die Nadel genau in die Millionen Pumpen gesetzt bekommst, das wär ne Leistung…

pp