ich hab von Cecelia Ahern den Roman „Ich hab dich im Gefühl“ gelesen und nun frag ich mich, ob es sowas wirklich gibt.
Es wird angesprochen, das manche Menschen mit einer Herztransplantation sich an Ereignisse aus dem Leben des Spendes erinnern können. Ist sowas schon mal vogekommen wenn ja gibt es irgendwelche Erklärungen?
zum ersten: cecilia aherns „Ich hab dich im Gefühl“ ist, wie du schon richtig sagst, ein roman. das bedeutet, dass mit dem leser die stillschweigende übereinkunft existiert „nehmen wir mal an, es ginge“.
zum anderen hat man erst jüngst herausgefunden, dass auch gewisse erinnerungen/erfahrungen/erlebnisse in den genen gespeichert werden. wie das funktioniert, weiß man aber noch nicht.
für die rezeption von aherns roman würde ich aber das „nehmen wir mal an, dass …“ zugrunde legen.
ich kenne den Roman nicht, aber wie Du schreibst, geht es ja um kognitive Erinnerung - und damit ist die Antwort ganz klar: NEIN.
(Anja hat etwas von „genetischen Erinnerungen“ geschrieben - Fachausdruck ist das imprinting - was über die Steuerung von Genaktivitäten durch Methylierung und Histonmodifikationen läuft. Das hat nichts mit einer Erinnerung zu tun, so wie wir uns bewußt an Erlebnisse erinnern. Es kann allerdings eine Art „Erinnerungseffekt“ haben, der sich auf die Entwicklung oder die Eigenschaften eines Nachkommen auswirkt. So wurde gezeigt, dass Kinder und sogar Enkel von Eltern, die in ihrer Pupertät schwere Hungersnöte mitgemacht haben, häufiger an Stoffwechselerkrankungen und auch Allergien leiden, obwohl sie selbst vollkommen normal aufgewachsen sind. Offensichtlich „erinnern“ sich die Gene an die Hungersnot der Vorfahren. Ein davon betroffener würde aber niemals sagen „ja, damals, das war schlimm; ich kann mich noch erinnern…“)
Die Erinnerungen, die Du wohl meinst, sind Leistungen des Gehirns. Sie beruhen darauf, dass Nervenzellen Kontakte zueinander knüpfen und andere Kontakte wieder auflösen. Ein verpflanztes Organ hat keine Information über die Verknüpfungen der Nervenzellen im Gehirn des Spenders, also kann das unmöglich entsprechende Verknüpfungen der Nervenzellen im Gehirn des Empfängers organisieren.
zum anderen hat man erst jüngst herausgefunden, dass auch
gewisse erinnerungen/erfahrungen/erlebnisse in den genen
gespeichert werden. wie das funktioniert, weiß man aber noch
nicht.
du meinst die DNA mancher Zellen im Körper ändert sich im Laufe des Lebens? Um da eine ausreichend hohe Informationsmenge zu speichern müssten das aber schon _einige_ Bausteine sein. Wenn ich mir da in Erinnerung rufe wie wenige Änderungen komplett andere Lebewesen entstehen lassen…