körperlicher und geistiger Verfall - Demenz ?

Guten Tag,
wollte mal den Zustand einer Familienangehörigen beschreiben und vielleicht etwas über eine Verbesserung desselben erfahren.
Es geht um eine weibliche Person, 64 Jahre alt. Vor etwa 3 Jahren begann der körperliche sowie geistige Verfall gleichzeitig.
Sie wollte das Bett nichtmehr verlassen, ging ihren Tätigkeiten im Haus nichtmehr nach und konnte auch nichtmehr gut laufen.
Nach einigen Wochen kam sie in ein Krankenhaus in der Umgebung, diese vermittelten sie weiter an das psychatrische Krankenhaus, wo ihr Psyhopharmaka gegeben wurden, die ich nicht für angemessen halte. Es handelte sich hier zuersteinmal um Seroquel, später um Leponex. Beides Medikamente gegen Schizophrenie, was garnicht eindeutig diagnostiziert wurde und die die Nebenwirkung haben sehr schläfrig zu machen.
Eine eindeutige Diagnose steht bis heute nicht fest.
Die Psychologin, die sie behandelte und ihr die Medikamente verschrieb hat sie kürzlich an die Gerontologie weitergereicht mit Verdacht auf Demenz.
Ich habe über die Symptome von Demenz recherchiert und diese zeigen sich ja nun eher im Bereich des Gedächtnises, also Alzeimervergesslichkeit.
Bei der Angehörigen ist aber wirklich eher von einem plötzlichen geistigen und körperlichen Verfall.
Vor drei Jahren wollte sie von einem Tag auf den anderen das Bett nichtmehr verlassen, vernachlässigte Körperhygiene usw.
Ich nehme an das dem eine Jahre lang verdrängte Depression vorrausging, da es in ihrer Biographie einige Schicksalschläge gab, die ihr psychisch über Jahre hinweg sehr zusetzten.
Am Dienstag steht der erste Kontakt zu gerontologischen Ärzten an, hoffentlich werden diese für mich völlig zu Unrecht verabreichten Medikamente wie Leponex dann endlich mal abgesetzt.

Habt ihr in eurem Bekanntenkreis ähnliche Fälle ?
Ich denke nicht das die große Wendung herbeigeführt werden kann und alles wieder gut ist, aber zumindest eine Verbesserung des schlechten Zustands möglich ist, durch irgendwelche Hilfen…

Hallo !

Für mich klingt das Ganze auch eher nach einer Depression, wenngleich ich kein Psychiater bin.
Dazu passt auch das Alter der Patientin. In dieser Lebensphase fallen
nicht wenige Menschen in ein seelisches Tief. Sind z.B. die Kinder,
die einen jahrelang „gebraucht“ haben, nun erwachsen und aus dem
Haus, dann müssen manche erstmal einen neuen Lebenssinn finden und
sie kommen sich erstmal „alt und überflüssig“ vor.

Dieses ist nur ein Beispiel, aber ich denke auch, hier hat man mit
der Diagnose „Psychose“ zu schnell aus der Hüfte geschossen.

Zur Schizophrenie gehört ja klassischerweise die „Zerfahrenheit“,
d.h. Gedanken und auch Gespräche können vielfach nicht zu Ende
geführt werden. Hinzu kommen bei solchen psychotischen Erkrankungen
auch Wahnvorstellungen, welche die Patientin hier ja wohl nicht hat.

Ich denke, hier wäre eine Gesprächstherapie mit der Patientin
erstmal vorrangig, BEVOR man zu Neuroleptika greift, ggf. kann
man ihr noch mit einem antriebsfördernden Antidepressivum
helfen. Oftmals hilft es aber bereits, wenn die Patienten gut
in einen festen Tagsablauf mit ihren Mitmenschen integriert sind.
Spreche Deine Bedenken ruhig einmal bei den behandelnden Ärzten an.

Gruß Kai