Defi-Frage

Hallo,
folgende Frage: Ca. 60 m bei uns gegenüber ist ein großes Möbelhaus und die haben auf Ihren Dach jetzt heute wohl einen Mobilfunk-Sendemast mit zwei Etagen von Sendemasten aufgesetzt und zwar oben auf das Dach des Möbelhauses -soweit ich das sehen kann, unten
drei Sendeteile und oben 4 Sendeteile, also übereinander angeordnet.
Der Inhaber des Möbelhauses sagte mir, dass man sich dort -natürlich-
keine Sorgen über Strahlungen, Magnetismus usw. macht, weil ja „alles genehmigt ist“ und das ja wohl nicht so schlimm sei - wen wunderts, man verdient ja wohl sehr gut daran… Auf meine Nachfrage wurde mir gesagt, dass der Auftraggeber wohl O2 und D1 seien. Habe versucht da Kontakt aufzunehmen - erklärt sich aber keine für zuständig…

Folgendes Problem:
Jemand aus meiner Familie hat einen (einoperierten) biventrikulären Herzimpulsgeber mit implantiertem Defibrillator, wegen einer schweren Herzerkrankung. Ihm wurde gesagt, er darf unter keinen Umständen z. B. mit einer Strom-Heckenschere arbeiten, näher an die Mikrowelle wenn sie in Betrieb ist, oder sonstwie in die Nähe von z. B. Strom-Überlandleitungen kommen oder sonst sich irgendwie überhaupt nicht in der Nähe von Sendemasten aufhalten DARF.
Dieses Gerät ist in einer Uniklinik einoperiert worden - ist wohl eher eine seltene OP.

Weiß irgendjemand ob diese Mobilfunk-Antennen gefährlich oder
kontra-produktiv für das Herz-Gerät sind, und wenn ja, was kann
man(n) dann machen.

Ich wäre froh über schnelle Antworten und freue mich, wenn mir
einer was mitteilen könnte.

Grüße
Marie

Hallo Marie !

Die Aussagen, die man Deinem Verwandten gegenüber gemacht
hat, halte ich für absolut falsch ! Es ist zwar richtig,
dass Patienten mit Herzschrittmachern starke Magnetfelder
meiden müssen (sie dürfen daher auch nicht ins MRT).
Auch sollte man es vielleicht noch vermeiden, sein Handy
in der Brusttasche direkt über dem Herzschrittmacher zu
tragen. Ansonsten geht aber von Alltagsgeräten bzw. Strom-
leitungen KEINE Gefahr aus (er klettert ja wohl kaum auf
den Strommast), da die Herzschrittmacher heute
gegenüber äußeren Störeinflüssen recht resistent sind.

Gruß Kai

Kein Problem
Hi,
Defis sind heute keine Seltenheit mehr und werden auch außerhalb von Unis fleißig verbaut. Biventrikuläre Schrittmache sind etwas diffiziler einzubauen, weil die Venen in die man die Sonde einlegt papierdünn sind.
Allen ist gemeinsam, dass sie durchaus recht resistent gegen äußere Einflüsse sind. Inbesondere Mobilfunkmasten haben keinen Einfluß. Also Entwarnung auf ganzer Länge.
Das mit der Heckenschere ist auch etwas skurril bzw. übervorsichtig. Nehme aber an, er ist ohnehin durch die offensichtl. schwere Herzkrankheit sehr beeinträchtigt.

pp

Hallo,
DANKE für Deine Antwort, beruhigt schon etwas.
Habe zwischenzeitlich bei O2 nachgefragt und u. a.
folgendes bekommen.
Ich würde die techn. Zahlen ja SEHR gerne hier
reinsetzen, weiß nur nicht wie, was ich habe
ist die Genehmigung der Bundesnetzagentur ein-
gescannt. Habe versucht die aus dieser Anlage
raus zu kopieren, funktioniert auch in Open Office,
kann ich aber leider nicht hier „reinziehen“.
Funktioniert nicht mit strg.x und strg.v - leider
auch nicht mit in „Zwischenablage“… sind aber
drei Tabellen, die ich sehr ungerne abschreiben
würde…
Wenn jemand weiß wie - bitte eine Rückantwort,
dann kann man evtl. schon mehr sagen.

DANKE
Grüße
Marie

Hallo,
danke für die Antwort.
Es handelt sich hier um keinen „gewöhnlichen“
Herzschrittmacher, wie ich in meinem Posting
schon sagte, daher sind wir ja auch so
verunsichert.
Grüße
Marie

Hi,
der ICD ist vom Prinzip auch nicht viel anders als ein Schrittmacher. Er mißt die Ströme, die vom Herzen kommen und wertet sie aus und hat einen elektrischen Stimulator, der ggf. dem Herz mit Stromschlägen Beine macht. Beim Schrittmacher sind das geringe Ströme, die das Herz zum Schlagen anregen. Beim Defi sind es wesentlich stärkere Ströme, die das Herz kurz schocken, damit es wieder Takt findet.
Kurz und vereinfacht: Schrittmacher wirkt bei zu langsamem Herzschlag, Defi bei zu schnellem.

pp