Herzbeschwerden - aber der Arzt tut nichts

Ich (m, 40) hatte in den letzten Wochen vermehrt Beklemmungsgefühle in der Brust und Herzstiche, etwas Kurzatmigkeit und ich meine auch einen unregelmäßigen Herzschlag. In den letzten Tagen war es schlimmer geworden, gestern abend hatte ich einen Schwächeanfall.

Ich bin dann heute früh zum Arzt gegangen und habe ihm das geschildert. Er hat nur Blutdruck gemessen, kurz Herz und Lunge abgehört, und gesagt, es wäre alles in Ordnung, Nebengeräusche seien nicht da, und Herzrythmusstörungen an sich wären auch ganz normal. Er meinte, die Beschwerden seien vielleicht psychosomatisch. Weitere Untersuchungen seien nicht notwendig. Wenn ich EKG, Ultraschall o.ä. wünsche, müsse ich das selbst bezahlen, krank schreiben könne er mich auch nicht, da er nichts feststellen kann.

Ich war total schockiert. Jetzt sitze ich hier, bin gerade schon wieder fast zusammengebrochen, nachdem ich ne Stunde zuhause aufgeräumt habe, und weiß nicht, was mit mir los ist. Ich kann mir das nicht erklären.

Kann der Arzt eine Erkrankung nach so oberflächlicher Untersuchung wirklich ausschließen? Was kann ich tun?

Hallo!

Zum Verhalten deines Arztes kann und möchte ich nichts sagen, jedoch hierzu:

Was kann ich tun?

Es gibt nicht nur einen einzigen Arzt auf der Welt. Wenn du dich von ihm nicht gut betreut/behandelt fühlst, suche noch einen weiteren auf. Zur Not gehe in die Notaufnahme eines Krankenhauses.

Gruß
Dine

Hallo,

heutzutage ist es tatsächlich so, dass man unzufrieden vom Arzt kommt, wenn der nicht mindestens ein teures Gerät eingesetzt hat. Dabei kann ein guter Arzt mit seinen simplen Sinnen und einem Hörrohr und einer gezielten Befragung sehr, sehr viel herausbekommen.

Wenn Du sagst „ich meine auch einen unregelmäßigen Herzschlag“, dann heisst dies, dass Du Deinen Puls gar nicht getastet hast. Übe das mal: Mittelfinger an die Daumenseite des Handgelenks und den Puls z.B für 15 Sekunden mitzählen. Da hast Du 1. Die Herzfrequenz (wenn Du es mal vier nimmst) und 2. bekommst Du raus, ob das Herz regelmäßig schlägt oder ob „Stolperer“ drin sind, es komplett chaotisch schlägt o.ä.
Das nächste Mal machst Du das dann in einem „Anfall“. Dann kannst Du dem Arzt auch genauer Auskunft geben, wenn Du bei ihm bist und das Herz gerade normal schlägt.

Letztlich hat Dein Arzt unrecht, wenn er sagt, er könne nichts feststellen: er hat die Verdachtsdiagnose auf psychosomatische Herzbeschwerden gestellt, was, bei entsprechendem Leidensdruck von Dir, weiter abklärungswürdig ist. Nur weil etwas psychosomatisch ist, bedeutet es nicht, dass es nicht „krank“ ist.

Ich würde den Arzt noch nicht wechseln, nur weil er Dich einmal „unterbehandelt“ zu haben scheint. Wenn einem einmal schwindelig wird, geht man ja auch nicht gleich zum Arzt, obwohl es was Ernstes sein kann. Beim zweiten Mal kommt man schon ins zweifeln. Genauso ist es bei Deinem Arzt: Wenn Du nochmal zu ihm gehst und schilderst, dass die Beschwerden nicht aufhören, wird er vielleicht hellhöriger. Will er partout nicht, hilft folgender Satz: „Aber mir geht es nicht gut, was können Sie für mich tun, damit ich mich besser fühle?“ Dann bleibt nur die Möglichkeit für ihn, seine Ohnmacht/Ratlosigkeit einzugestehen (fällt Ärzten sehr schwer) oder etwas zu unternehmen. Tut er Ersteres, kannst Du guten Gewissens den Arzt wechseln, tut er Letzteres - auch gut.

Trotzdem nicht den ersten Absatz vergessen: Es gibt auch gute Ärzte und nicht nur gute Geräte. „Manchmal denkt man da ist nichts und hinterher merkt man - da war wirklich nichts.“

Gruß,

Manticor

wie wahr…
Hallo,
das Zitat

„Manchmal denkt man da ist nichts und hinterher merkt man - da war :wirklich nichts.“

ist guuuuut. Wieso habe ich das nicht gekannt?

pp

hallo Kollege Manticor,
für Dein Alter bist Du erstaunlich weise, ich hätte Dir gern ein paar * mehr gegeben, nimms als virtuelle ***.
Deinen Satz werde ich mir merken (man kann durchaus auch von Jüngeren etwas lernen!)
Gruß synapse

Hallo
mußte schmunzeln über Dein…

für Dein Alter bist Du erstaunlich weise, ich hätte Dir gern
ein paar * mehr gegeben, nimms als virtuelle ***.
Deinen Satz werde ich mir merken (man kann durchaus auch von
Jüngeren etwas lernen!)

…denk dran, die Burschen werden uns mal im Altersheim besuchen kommen. Wenn das bis dahin noch üblich ist…

pp