Wie schädlich ist Rauchen?

Hallo zusammen,

würde mir gerne konkrete Vorstellungen davon machen können, wie schädlich Rauchen wirklich ist.

Wenn jemand jeden Tag 60 Zigaretten raucht, leuchtet es mir ein, dass derjenige seine Lebenserwartung sehr wahrscheinlich massiv verkürzt.

Aber nehmen wir an, jemand ist an sich Nichtraucher, raucht aber sagen wir 20 mal pro Jahr auf Partys jeweils 5 Kippen (100 Zigaretten pro Jahr). Sind in solch einem Fall die negativen gesundheitlichen Auswirkungen des Rauchens auch nachweisbar? Wird diese Person wahrscheinlich auch früher sterben, als hätte sie niemals eine Zigarette geraucht? (bei sonst gleichen Bedingungen)

Vielen Dank für Eure Beiträge!

LG Rolo

Aber nehmen wir an, jemand ist an sich Nichtraucher, raucht
aber sagen wir 20 mal pro Jahr auf Partys jeweils 5 Kippen
(100 Zigaretten pro Jahr). Sind in solch einem Fall die
negativen gesundheitlichen Auswirkungen des Rauchens auch
nachweisbar? Wird diese Person wahrscheinlich auch früher
sterben, als hätte sie niemals eine Zigarette geraucht? (bei
sonst gleichen Bedingungen)

Hi
Ich finde es immer schwierig, jemandem gesundheitsschädliches Verhalten als „gar nicht so schlimm“ zu rechtfertigen. Rauchen ist schädlich und zwar auch bei einer Zigarette! Es wird halt noch gefährlicher, je mehr man raucht.

Wenn du jedoch so wenigt rauchst, WIRKLICH nur 100 Zigaretten im Jahr, dann ist es in der Gefährlichkeit mit Passivrauchen in einer Kneipe zu vergleichen.

Die Langzeitschäden sind ja schon bei Rauchern schwer vorherzusagen, geschweige denn bei „Party-Rauchern“
Kurzfristig senkst du mit dem Rauchen deine Leistungsfähigkeit und durch den Rauch werden deine Schleimhäute angegriffen.

Grüße

Laralinda

Huhu!

Krebs (wohl die Hauptgefahr beim Rauchen, vor allem beim wenig-Rauchen) ist ein rein stochastischer Prozess - d.h. du hast eine gewisse Grundchance, ihn zu bekommen.
(Wie bei einem 6er im Lotto.)
Rauchen (und einige andere Dinge) erhöhen deine Chance, Krebs zu bekommen.
Jede Zigarette erhöht deine Chance, Krebs zu bekommen, weil sie Mutagen wirkt.
Die genaueren Zahlen mußt du dir selbst zusammensuchen, und die Wahrscheinlichkeit, das du trotzdem keinen Krebs kriegst, ist hoch.
Nichtsdestotrotz ist jede Zigarette wie russisches Roulette - nur mit einer wesentlich größeren Trommel, die dann auch noch Jahre später eintrifft.

Viele Grüße!
Ph.

Guten Tag.

Es sind schon mal zwei Statistiker in einem durchschnittlich 20 cm tiefen See ersoffen …

Statistische Aussagen, wie die, dass man bei 20 Zigaretten am Tag soundsoviele Jahre früher abkratzt als ein Nichtraucher, funktionieren nur auf die große Zahl projiziert. Für den Einzelfall kann man nur sagen, dass die Wahrscheinlichkeit, früher das Zeitliche von hinnen zu betrachten, größer ist, wenn man raucht. Es sterben Nichtraucher mit 30 an Lungenkrebs, und Kettenraucher werden 100 … nur eben nicht so oft.

Gruß Eillicht zu Vensre

Hallo Rolo,

das Rauchen schädigt den gesamten Organismus und ist TÖDLICH.

Wenn es bei Dir in der nähe ist, kannst Du mal dort vorbeischauen:
http://www.lungenemphysem-copd.de/pages/oeffentlich/…

Dort siehst Du sicherlich was das Rauchen so anrichten kann.
Ansonsten google mal nach COPD, dort findest Du sicherlich auch einge erschreckende Hinweise dazu.

Viele Grüße
Nikos

___
Life is simple: Eat, Sleep, Save Lives.

http://www.kreuzretter.de

Aber nehmen wir an, jemand ist an sich Nichtraucher, raucht
aber sagen wir 20 mal pro Jahr auf Partys jeweils 5 Kippen
(100 Zigaretten pro Jahr). Sind in solch einem Fall die
negativen gesundheitlichen Auswirkungen des Rauchens auch
nachweisbar? Wird diese Person wahrscheinlich auch früher
sterben, als hätte sie niemals eine Zigarette geraucht? (bei
sonst gleichen Bedingungen)

Guten Tag,
für das häufigste Karzinom (Bronchialkarzinom) des Mannes gibt es recht zuverlässige Anhalte. Häufigster Risikofaktor ist mit 85% das Zigarettenrauchen, 5% berufliche Karzinogene (90% Asbest), die restlichen 10% teilen Abgase, Passivrauchen, Strahlung etc.

Dauer und Ausmaß des Zigarettenkonsums, Anfangsalter sind entscheidend. Dafür gibt es eine Messgröße, sog. pack years = täglich gerauchte Packungen x Raucherjahre.
40 pack years erhöhen das basale Risiko 10-fach, im Jugendalter 30-fach. Passivrauchen erhöht das basale Risiko um 1,3-2,0-fach.

Zahlreiche weitere Organe und Funktionen werden geschädigt: fast überall Parenchymschädigungen (Zellen) (Folge bspw. zäher Schleim, Immunsuppression, Entwicklung einer COPD, Asthma, etc.). Funktionseinschränkung und erhöhte Gefahr der Entwicklung von Neoplasien in Bauchspeicheldrüse, Magen-Darm-Trakt, Dickdarmkrebs. atheroskleröse Veränderungen werden getriggert, Folgeerkrankungen können ACS-Problematiken sein: KHK, Angina pectoris, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen, Thrombosen, Schlaganfall, weiterhin (unabhängig aber im Rahmen des Gesamtbildes) Diabetes mellitus, Infektneigung, paVK, Polyneuropathie etc.
Es gibt ein Sprichwort: „Wer raucht, trinkt auch“: Leber, Nieren, Magen (Gastritis), ZNS… :wink:

Generell gilt jedoch wie bereits gesagt: jede Zigarette ist eine zuviel. Keine Zigarette wird jemals „vergessen“. Der Inhalt einer Zigarette ist pures Gift („Raketentreibstoff“) und besteht nur zu einem sehr geringen Anteil aus dem Stoff, woraus die meisten Raucher versuchen, Ihren persönlichen Benefit zu ziehen: Nikotin. Eine unzuverlässige Droge, weil sie konzentrationsabhängig aktivierend wirkt oder eben auch hemmend.

HG
sunconure

Auch huhu!

Krebs (wohl die Hauptgefahr beim Rauchen, vor allem beim
wenig-Rauchen) ist ein rein stochastischer Prozess

Heißt das, das unter gewissen Umständen wenig rauchen schädlicher sein kann, als viel zu rauchen?

Rauchen (und einige andere Dinge) erhöhen deine Chance, Krebs
zu bekommen.

Bingo! Der Verzehr von Gummibärchen oder Schokopudding oder Schweinefleisch oder Leberwurst ist auch schädlich. Oder einfach nur, keinen Sport zu machen. Wie schädlich ist Rauchen im Verhältnis zu diesen Dingen?

Jede Zigarette erhöht deine Chance, Krebs zu bekommen, weil
sie Mutagen wirkt.

Wirkt Ärger und Frust evtl. auch mutagen? (Psychosomatische Ursachen von Krebs). Wenn jemand sehr gerne rauchen würde, sich aber zwingt es nicht zu tun und deshalb total unglücklich ist, kann das dann gesund sein?

Viele Grüße zurück und besten Dank…

Rolo

Radioaktivität
HI,
im Tabakrauch finden sich nicht unerhebliche Mengen an Polonium, ein beim KGB recht beliebtes hoch radioaktives Element mit ewig langer Halbwertzeit. Es gibt seriöse Wissenschaftler, die Lungenkrebs als Strahlenschaden definieren. Jede Zigarette legt ein klitzekleines Bündel Polonium in Deine Lunge, das dort noch strahlt, wenn Du Deinen Weg zu 6-feet-under antrittst. Je mehr Bündel strahlen, desto größer die Chance, dass sich eine klitzekleine Zelle zu einer kleinen Entartung animieren läßt.
Ich bin der Meinung zum rauchen brauchts nur eines: ein bißchen Mut und Verwegenheit. Alles andre erledigt sich dann von selbst.

pp

noch ne Webseite
http://www.lenntech.com/deutsch/Data-PSE/Po.htm

da ist das ganz nett geschildert. Guten Appetit.

pp

Hallo,

erstmal besten Dank für die Fakten.

für das häufigste Karzinom (Bronchialkarzinom) des Mannes gibt
es recht zuverlässige Anhalte. Häufigster Risikofaktor ist mit
85% das Zigarettenrauchen, 5% berufliche Karzinogene (90%
Asbest), die restlichen 10% teilen Abgase, Passivrauchen,
Strahlung etc.

D.h. aber nicht, dass 85% der Raucher Lungenkrebs bekommen, sondern von all den Männern, die Lungenkrebs bekommen, ist bei 85% die Ursache dafür das Rauchen. Wenn also 1000 Männer Lungenkrebs bekommen, haben 850 wegen des Rauchens Lungenkrebs bekommen.

Aber interessant wäre doch umgekehrt auch, wie viele Raucher KEINEN Lungenkrebs bekommen. Ich glaube, dass sind doch ziemlich Viele. Diese Zahlen würden die Gefahren des Rauchens wahrscheinlich verniedlichen.

Das ist wohl auch der Grund, warum so viele Menschen rauchen. Man weiß zwar, dass Rauchen krebserregend ist, trotzdem ist die Chance sehr hoch, dass man trotzdem nicht an Krebs erkrankt. „Ich krieg schon keinen Krebs. Ich rauche zwar, aber erstens nicht sooo viel und dann treibe ich ja noch viel Sport und ernähre mich auch gesund“ Genau das ist die Falle…

Dauer und Ausmaß des Zigarettenkonsums, Anfangsalter sind
entscheidend. Dafür gibt es eine Messgröße, sog. pack years =
täglich gerauchte Packungen x Raucherjahre.
40 pack years erhöhen das basale Risiko 10-fach, im
Jugendalter 30-fach. Passivrauchen erhöht das basale Risiko um
1,3-2,0-fach.

D. h. wenn jemand sagen wir zwischen dem 16. und 18. Lebensjahr, also für 3 Jahr, sehr stark geraucht hat und rührt danach nie wieder im Leben eine Zigarette an, ist seine Gesundheit trotzdem sein ganzen Leben lang ernsthaft angeschlagen? Es gibt also keine vollständige Regeneration?

LG Rolo

Hallo,

Aber interessant wäre doch umgekehrt auch, wie viele Raucher
KEINEN Lungenkrebs bekommen. Ich glaube, dass sind doch
ziemlich Viele. Diese Zahlen würden die Gefahren des Rauchens
wahrscheinlich verniedlichen.

Das geht die Sache aus einem völlig falschen Blickwinkel an. Rauchen hat gesundheitlich, sozial und sogar ökologisch keine positiven Aspekte, sondern ausschließlich negative. Dabei ist es schlicht ein sehr einfach vermeidbares Risiko. Da gibt es eigentlich gar nichts weiter zu diskutieren.

Lt. Statistischem Bundesamt ist die mittlere Lebenserwartung von Rauchern so 7 bis 10 Jahre geringer als bei Nichtrauchern. Dabei ist nicht inbegriffen, wie viele Jahre bis zu Ableben Raucher mehr Probleme haben mit ihrem Kreislauf, wie fit sie sich fühlen, wie ihr Gedächtnis noch mitmacht, wie erfüllt ihr Liebesleben ist, und wie oft sie an Infektionskrankheiten leiden; kurz: Was sie an Lebensqualität bezahlen für den *vermeintlichen* Genuss.

Aber du wolltes Relationen: Nun, kein anderes Verhalten (Alkohol, Autofahren, Motorradfahren, Sport, …) hat eine derart drastische Verkürzung der mittleren Lebenserwartung zur Folge. Hierzu habe ich keine direkte Quelle, aber das zeigen die Zuschläge von Risiko-Lebensversicherungen für die Risikogruppen. Separiert man noch gesellschaftlich inakzeptable Verhaltensweisen in allen Risikogruppen (beim Rauchen als auch bei allen anderen, wie z.B. die irrsinnigen Heizer auf Motorrädern und in Autos), wird der Unterschied eher größer denn kleiner.

Das ist wohl auch der Grund, warum so viele Menschen rauchen.

Nee. Der Grund ist, dass es erstmal „cool“ ist, zu Rauchen. Man will ja dazugehören. Und dann ist es die Sucht, die einen immer neue Ausreden finden läßt, nicht aufhören zu müssen.

Man weiß zwar, dass Rauchen krebserregend ist, trotzdem ist
die Chance sehr hoch, dass man trotzdem nicht an Krebs
erkrankt.

Nimmt man alle Erkrankungen zusammen (Herz/Kreislauf, Lungenemphysem, Impotenz, Sehschwäche, Demenz, etc) ist das Risiko sehr hoch, wegen Rauchens(!!) an wenigstens einer dieser Erkrankungen zu leiden (>25%).

D. h. wenn jemand sagen wir zwischen dem 16. und 18.
Lebensjahr, also für 3 Jahr, sehr stark geraucht hat und rührt
danach nie wieder im Leben eine Zigarette an, ist seine
Gesundheit trotzdem sein ganzen Leben lang ernsthaft
angeschlagen? Es gibt also keine vollständige Regeneration?

Ich weiß nicht, ob es dazu gute Studien gibt, aber ich glaube auch nicht, dass es eine vollständige Regeneration gibt. Jedoch kann die Regeneration schon recht gut sein, also „fast vollständig“. Das kommt wahrscheinlich auf die Person an.

LG
Jochen

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Hallo,

objektiv betrachtet hat Rauchen nur Nachteile, subjektiv betrachtet aber nur Vorteile :smile: Das ist es ja. Wenn der Mensch ein Roboter wäre, er rein nach Kosten-Nutzen-Erwägungen handelt, gäbe es keine Raucher, würde niemand Porsche oder Ferrari fahren, niemand überteuerte Markenklamotten kaufen, niemand Rolex tragen, etc. etc. etc.

LG Rolo

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