Es tut mir immer leid, Nahrungsmittel, die kurz über das Verfallsdatum geschritten sind, wegzuwerfen. Meistens sage ich mir, das das doch noch nicht schlecht sein kann.
Also esse ich es trotzdem, obwohl meine Frau schimpft. Allerdings habe ich gehört, daß ein 50 prozentige Sicherheit in der Auszeichnung vorhanden sein muß. D.h.daß das entsprechende Lebensmittel noch genießbar sind. hat jemand dazu etwas zu berichten ?
Hallo caricator,
das Verfallsdatum heißt offiziell Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) und soll anzeigen, wie lange das Produkt unter den angegebenen Temperaturen seine Eigenschaften behält und genießbar bleibt.
Ein kritscher Blick z.B. ins Kühlregal zeigt, daß Joghurt, der in der Produktion ein MHD von 4 - 6 Wochen bekommt, im Geschäft in der Regel noch 2 Wochen hat (Ausnahme: Discounter wie Aldi, Lidl o.ä.). In der übrigen Zeit ist die Ware dann in Zwischenlagern oder auf dem Weg dahin.
Das Problem beim MHD ist, daß dies aufgrund der immer weiteren Wege und eines geänderten Einkaufsverhalten immer weiter gestreckt wird (klar, die Technik schreitet auch voran).
Ein paar Beispiele: Schlagsahne/Butter 4 Wochen, Joghurt 4-6 Wochen, H-Milch 3 Monate, Konfitüre/Säfte 1 Jahr, Konserven 3 Jahre.
Damit habe ich jetzt Deine Frage zwar nicht direkt beantwortet, aber zum Nachdenken angeregt.
Wenn Du noch Fragen hast, melde Dich
MfG
Thomas
(„einerdersichmitlebensmittelnauskennt“)
Hallo caricator,
mit dem MHD (englisch „best before“) garantiert der Hersteller, dass das Produkt bis zu diesem Zeitpunkt keinen nennenswerten Qualitaetsverlust hat. Es ist KEIN Verfallsdatum!
Es geht also um Qualitaet und nicht um Essbarkeit.
Ist das Nahrungsmittel ueber das MHD hinaus, so ist mit Qualitaetseinbussen zu rechnen. Je nach Produkt kann sich das unterschiedlich aeussern:
Joghurt ist meist noch Wochen spaeter essbar, bei Sahne muss man vorsichtig sein, auch Wurstwaren sind heikel. Bei Vollkonserven (Dosen) kannst Du davon ausgehen, dass das MHD eigentlich keine nennenswerte Bedeutung hat. Auch Jahre spaeter sind die noch essbar.
Vorraussetzung ist allerdings, dass die Lagerungshinweise (z.B. „bei +4 bis +7 Grad“) des Herstellers beachtet werden.
Niels
Hallo caricator,
mit dem MHD (englisch „best before“)
garantiert der Hersteller, dass das
Produkt bis zu diesem Zeitpunkt keinen
nennenswerten Qualitaetsverlust hat. Es
ist KEIN Verfallsdatum!
Es gibt neben dem MHD auch das „Verbrauchsdatum“. Da steht dann so was ähnliches wie „verbrauchen bis:“. Findet sich z.B. auf Lachs oder Hackfleisch. Diese Produkte sollen nach diesem Datum nicht mehr verzehrt werden!
Ciao
Kaj
ergänzend noch ein Hinweis: Bei Konserven, die teilweise Jahre halten können, gibt es ein besonderes Verfallsmerkmal: die aufgeblähte Dose (Fachausdruck: Bombage). Solche Produkte sollte man nicht mal öffnen, denn da kommt Gestank, verbunden mit hohem Explosionsdruck, heraus (das Zeug fliegt dir um die Ohren).
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Prinzipiell müssen Lebensmittel nicht grundsätzlich weggeworfen werden, sobald das sog. Haltbarkeitsdatum überschritten ist. Insbesondere bei Milchprodukten wie Vollmilch dreht sich die Haltbarkeit um die _ Zahl _ der vorhandenen Milchsäurebakterien.
Bei der Produktion von Milchprodukten wird die Milch nämlich zunächst teilentkeimt (pasteurisiert) und dann mit Reinkulturen bzw. sogenannten Starterkulturen eines definierten Bakterienstammes als „Säurewecker“ versetzt. Weiterhin muß eine Aromatisierung erfolgen. In frischer Vollmilch beträgt der Bakteriengehalt rund 10.000 - 100.000 Bakterien pro ml (!). Erst wenn die Bakterienzahlen auf über 100.000 pro ml steigt, ist die Säureproduktion so hoch, daß die Milch für uns sauer schmeckt. Prinzipiell ist es aber nicht schädlich, die Milch noch zu trinken, da die Bakterien und auch die Milchsäure unschädlich sind. Die Milch schmeckt eben nur fürchterlich, da z.B. für Sauermilch andere Starterkulturen verwandt werden, welche für den Geschamck sorgen.
Anders ist das mit Nahrungsmitteln wie Fisch oder Fleich, welche nicht mit Starterkulturen angeimpft werden. Hier kommt es zu einem Wachstum von Bakterien, welche Toxine produzieren, welche für die typischen Symptome einer Lebensmittelvergiftung sorgen, wobei diese außerordentlich gefährlich werden kann.
Bei Produkten wie Milch, Yoghurt etc. kann man aus diesem Grund ruhig schmecken, ob das Produkt noch genießbar ist. Bei Fisch oder Fleisch sollte man dies allerdings tunlichst unterlassen.
Gruß,
Ru