Hallo José,
wer ca. 50 bis zu 100 Haare pro Tag verliert, bewegt sich noch im Rahmen des Normalen. Diese Menge fällt bei der natürlichen Regeneration der Haare an und wird bald durch neu nachwachsendes Haar ersetzt. Unser Haar gehorcht nämlich einer rhythmischen Abfolge immer wiederkehrender Zyklen, die in drei Phasen ablaufen:
Die Wachstumsphase dauert zwei bis sechs Jahre. Dann folgt eine Übergangsphase von ein bis drei Wochen. Schließlich kommt es in der drei- bis viermonatigen Abschlussphase zum Ausfallen der Haare. Deshalb befinden sich bei den vielen Hunderttausenden von Haaren immer eine bestimmte Anzahl in der gleichen Phase, sodass die Haardichte in der Regel konstant bleibt.
Wer nun sein Haar kurz trägt, merkt oft gar nicht, dass er täglich Haare verliert. Wer aber langes Haar trägt, dass evt. zusammengebunden getragen wird, der verliert deshalb am Tage nichts, hat dann aber beim Bürsten die Haare der „Abschlussphase“ alle aufeinmal in der Bürste - mal mehr mal weniger. Dabei kommt je nach Haarlänge und vor allem bei eher lockigem Haar, schon deine angegebene Menge zustande. Wichtig ist, dass das Haar insgesamt nicht „ausdünnt“.
Ist das der Fall, bzw. verliert man mehr Haare, dann können folgende Ursachen in Frage kommen:
Infektionen, Entzündungen, evt. Fieber, Umgang mit giftigen Substanzen, Hormonveränderungen, (z.B. Haarausfall bei Frauen nach Entbindung) Stresssituationen, Störungen der Schilddrüsenfunktion, Medikamente, extreme Diäten, Ernährungmängel, Vitamin- oder Mineralstoffmangel.
Aber auch Haarausfall durch: Vitamin-A Präparate (überdosiert), Amphetamine, Antidepressiva, Mefloquin (Malariaprophylaxe für Urlaub) Heparingabe (z.B. nach OPs), Kortison, Zinkmangel, Biotinmangel. Biotinmangel verursacht trockene, schuppende Haut und Haarausfall, Müdigkeit usw.
Biotinmangel tritt u.a. auf, wenn Eiklar (avidinhaltig) unerhitzt gegessen wird. Das nicht inaktivierte Avidin zerstört Biotin.
Das alles nur zur Info.
Wenn das Haarvolumen nicht sichtbar abnimmt und das Haar ansonsten gesund und glänzend (nicht stumpf oder brüchig) ist, dann handelt es sich in der Regel um einen, sich im Rahmen des Physiologischen befindlichen, normalen Haarausfall.
Viele Grüße
Renate
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