Depressionen/Diagnosen:Wer kann'übersetzen'?

Einen schönen,sonnigen Tag wünsche ich,verbunden mit dieser Frage:

Kann mir jemand erklären was folgende Diagnosen bedeuten?

-mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom F32.11 und Anpassungsstörung F43.2.

-anorexia nervosa / psych.+phys. Erschöpungszustand

-depressiv vitalis.Syndrom oder depressiv Syndrom,vitalisiert

-präpsychotisches Zustandsbild mit depressiver Färbung
-Erschöpfungszustand

Herzlichen Dank
Liebe Grüsse
Nicole

Hallo Nicole,

Kann mir jemand erklären was folgende Diagnosen bedeuten?
-mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom
F32.11 und Anpassungsstörung F43.2.
-anorexia nervosa / psych.+phys. Erschöpungszustand
-depressiv vitalis.Syndrom oder depressiv Syndrom,vitalisiert
-präpsychotisches Zustandsbild mit depressiver Färbung
-Erschöpfungszustand

Hallo Nicole,

in Kürze (ich gehe davon aus, dass es sich um eine einzige Person handelt!):
Magersucht und Müdigkeit als körperliche Folgen von mindestens zwei (eher drei oder vier) Kriterien für Depressivität (z. B. Stimmungstief, Interesselosigkeit, Antriebslosigkeit), die wiederum als Folge von Schwierigkeiten im sozialen Umfeld auftreten.

Jemand der diese Diagnose bekommt, sollte sich unbedingt in psychiatrische Behandlung begeben, bzw. wenn er oder sie sich schon darin befindet, die Behandlung fortführen. Damit ist nicht zu spaßen.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Hallo Thomas,

erstmal lieben Dank für diese rasche Antwort.
Du liegst schon richtig damit,dass es sich um eine Person handelt.Es ist auch richtig,dass jemand mit solchen Diagnosen in Behandlung gehört.Sicherlich ist damit nicht zu spassen,es sind ernstzunehmende Diagnosen,die bis zum Suizid führen können,soweit bin ich mit meinen „Forschungen“-Mich interesiert halt die präzisse Erläuterung der einzelnen Diagnosen.Anorexia = Magersucht,schon klar,aber was bedeutet z.B.: F32.11,was genau ist ein Erschöpfungszustand,wie wird das z.B. in einem Lehrbuch beschrieben? So bin ich halt auf der Suche nach genaueren Informationen über die aufgeführten Diagnosen.
Liebe Grüsse
Nicole

Hallo Nicole,

Kann mir jemand erklären was folgende Diagnosen bedeuten?
-mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom
F32.11 und Anpassungsstörung F43.2.
-anorexia nervosa / psych.+phys. Erschöpungszustand
-depressiv vitalis.Syndrom oder depressiv Syndrom,vitalisiert
-präpsychotisches Zustandsbild mit depressiver Färbung
-Erschöpfungszustand

Hallo Nicole,

in Kürze (ich gehe davon aus, dass es sich um eine einzige
Person handelt!):
Magersucht und Müdigkeit als körperliche Folgen von mindestens
zwei (eher drei oder vier) Kriterien für Depressivität (z. B.
Stimmungstief, Interesselosigkeit, Antriebslosigkeit), die
wiederum als Folge von Schwierigkeiten im sozialen Umfeld
auftreten.

Jemand der diese Diagnose bekommt, sollte sich
unbedingt in psychiatrische Behandlung begeben, bzw.
wenn er oder sie sich schon darin befindet, die Behandlung
fortführen. Damit ist nicht zu spaßen.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Hallo Nicole,
unter der ICD-10-Systematik (10. Revision der International Classification of diseases), wo Krankheiten in Gruppen eingeteilt werden mit eindeutigen Kriterien für alle Diagnosen habe ich folgendes gefunden. Ich hoffe, es hilft Dir weiter,
ciao
Mushu

F32 Depressive Episode
Bei den typischen leichten (F32.0), mittelgradigen (F32.1) oder schweren (F32.2 und F32.3) Episoden, leidet der betroffene Patient unter einer gedrückten Stimmung und einer Verminderung von Antrieb und Aktivität. Die Fähigkeit zu Freude, das Interesse und die Konzentration sind vermindert. Ausgeprägte Müdigkeit kann nach jeder kleinsten Anstrengung auftreten. Der Schlaf ist meist gestört, der Appetit vermindert. Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen sind fast immer beeinträchtigt. Sogar bei der leichten Form kommen Schuldgefühle oder Gedanken über eigene Wertlosigkeit vor. Die gedrückte Stimmung verändert sich von Tag zu Tag wenig, reagiert nicht auf Lebensumstände und kann von sogenannten „somatischen“ Symptomen begleitet werden, wie Interessenverlust oder Verlust der Freude, Früherwachen, Morgentief, deutliche psychomotorische Hemmung, Agitiertheit, Appetitverlust, Gewichtsverlust und Libidoverlust. Abhängig von Anzahl und Schwere der Symptome ist eine depressive Episode als leicht, mittelgradig oder schwer zu bezeichnen.

Inkl.: Einzelne Episoden von:

  • depressiver Reaktion
  • psychogener Depression
  • reaktiver Depression (F32.0, F32.1, F32.2)

Exkl.: Anpassungsstörungen (F43.2)
depressive Episode in Verbindung mit Störungen des Sozialverhaltens (F91.-, F92.0)
rezidivierende depressive Störung (F33.-)

F32.0 Leichte depressive Episode

Gewöhnlich sind mindestens zwei oder drei der oben angegebenen Symptome vorhanden. Der betroffene Patient ist im allgemeinen davon beeinträchtigt, aber oft in der Lage, die meisten Aktivitäten fortzusetzen.

F32.1 Mittelgradige depressive Episode

Gewöhnlich sind vier oder mehr der oben angegebenen Symptome vorhanden und der betroffene Patient hat meist große Schwierigkeiten, alltägliche Aktivitäten fortzusetzen.

F32.2 Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome

Eine depressive Episode mit mehreren oben angegebenen, quälenden Symptomen. Typischerweise bestehen ein Verlust des Selbstwertgefühls und Gefühle von Wertlosigkeit und Schuld. Suizidgedanken und -handlungen sind häufig, und meist liegen einige somatische Symptome vor.
Einzelne Episode einer agitierten Depression
Einzelne Episode einer majoren Depression [major depression] ohne psychotische Symptome
Einzelne Episode einer vitalen Depression ohne psychotische Symptome

F32.3 Schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen

Eine schwere depressive Episode, wie unter F32.2 beschrieben, bei der aber Halluzinationen, Wahnideen, psychomotorische Hemmung oder ein Stupor so schwer ausgeprägt sind, daß alltägliche soziale Aktivitäten unmöglich sind und Lebensgefahr durch Suizid und mangelhafte Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme bestehen kann. Halluzinationen und Wahn können, müssen aber nicht, synthym sein.
Einzelne Episoden:

  • majore Depression [major depression] mit psychotischen Symptomen
  • psychogene depressive Psychose
  • psychotische Depression
  • reaktive depressive Psychose

F32.8 Sonstige depressive Episoden

Atypische Depression
Einzelne Episoden der „larvierten“ Depression o.n.A.

F32.9 Depressive Episode, nicht näher bezeichnet

Depression o.n.A.
Depressive Störung o.n.A.

F33 Rezidivierende depressive Störung
Hierbei handelt es sich um eine Störung, die durch wiederholte depressive Episoden (F32.-) charakterisiert ist. In der Anamnese finden sich dabei keine unabhängigen Episoden mit gehobener Stimmung und vermehrtem Antrieb (Manie). Kurze Episoden von leicht gehobener Stimmung und Überaktivität (Hypomanie) können allerdings unmittelbar nach einer depressiven Episode, manchmal durch eine antidepressive Behandlung mitbedingt, aufgetreten sein. Die schwereren Formen der rezidivierenden depressiven Störung (F33.2 und .3) haben viel mit den früheren Konzepten der manisch-depressiven Krankheit, der Melancholie, der vitalen Depression und der endogenen Depression gemeinsam. Die erste Episode kann in jedem Alter zwischen Kindheit und Senium auftreten, der Beginn kann akut oder schleichend sein, die Dauer reicht von wenigen Wochen bis zu vielen Monaten. Das Risiko, daß ein Patient mit rezidivierender depressiver Störung eine manische Episode entwickelt, wird niemals vollständig aufgehoben, gleichgültig, wie viele depressive Episoden aufgetreten sind. Bei Auftreten einer manischen Episode ist die Diagnose in bipolare affektive Störung zu ändern (F31.-).

Inkl.: Rezidivierende Episoden (F33.0 oder F33.1):

  • depressive Reaktion
  • psychogene Depression
  • reaktive Depression
    Saisonale depressive Störung

Exkl.: Rezidivierende kurze depressive Episoden (F38.1)
F33.0 Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode

Eine Störung, die durch wiederholte depressive Episoden gekennzeichnet ist, wobei die gegenwärtige Episode leicht ist (siehe F32.0), ohne Manie in der Anamnese.

F33.1 Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode

Eine Störung, die durch wiederholte depressive Episoden gekennzeichnet ist, wobei die gegenwärtige Episode mittelgradig ist (siehe F32.1), ohne Manie in der Anamnese.

F33.2 Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome

Eine Störung, die durch wiederholte depressive Episoden gekennzeichnet ist, wobei die gegenwärtige Episode schwer ist, ohne psychotische Symptome (siehe F32.2) und ohne Manie in der Anamnese.
Endogene Depression ohne psychotische Symptome
Manisch-depressive Psychose, depressive Form, ohne psychotische Symptome
Rezidivierende majore Depression [major depression], ohne psychotische Symptome
Rezidivierende vitale Depression, ohne psychotische Symptome

F33.3 Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen

Eine Störung, die durch wiederholte depressive Episoden gekennzeichnet ist; die gegenwärtige Episode ist schwer, mit psychotischen Symptomen (siehe F32.3), ohne vorhergehende manische Episoden.
Endogene Depression mit psychotischen Symptomen
Manisch-depressive Psychose, depressive Form, mit psychotischen Symptomen
Rezidivierende schwere Episoden:

  • majore Depression [major depression] mit psychotischen Symptomen
  • psychogene depressive Psychose
  • psychotische Depression
  • reaktive depressive Psychose

F33.4 Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert

Die Kriterien für eine der oben beschriebenen Störungen F33.0-F33.3 sind in der Anamnese erfüllt, aber in den letzten Monaten bestehen keine depressiven Symptome.

F33.8 Sonstige rezidivierende depressive Störungen

F33.9 Rezidivierende depressive Störung, nicht näher bezeichnet

Monopolare Depression o.n.A.

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Hallo Mushu,
lieben Dank für diese Antwort!So hatte ich mir das vorgestellt mit der genauen Erläuterung der Diagnosen.Das hilft mir doch schon mal einen grossen Schritt weiter.Wo hast Du diese Infos bekommen? Was genau ist das wo Du da nachgelesen hast?
Liebe Grüsse
Nicole

Hallo Nicole,
wie gesagt, das ist ein Kriterienkatalog für alle Krankheiten. Diese Kürzel stehen normalerweise auch auf Krankmeldungen vom Arzt etc…
Die Adresse lautet:
http://www.med.uni-muenchen.de/icd/ALL/A00-Z99.html#…
Es gibt neben der ICD-10-Systematik noch einen Kriterienkatalog, den DSM-IV, der ist aber vor allem in den USA gebräuchlich.
Falls Du noch Fragen zu Defintionen brauchst (Halluzinationen, Euphorie, Affektarmut…) kann ich Dir vielleicht helfen, je nachdem ob dieses Symptom in meinen Unterlagen über Psychatrie enthalten ist. Erschöpfung ist ein wenig zu allgemein.
Schönen Tag wünsche ich noch,
Mushu

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Hallo Mushu,

super klasse,echt lieben Dank!Für heute habe ich leider keine Zeit mehr,aber ich komme sicherlich noch einmal auf Dein Angebot zurück.Ich hab da nämlich noch mehr Fragen.Also bis bald,Gruss
Nicole

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