Stress, Extrembelastung; Depressionen

Hallo allerseits,

ich hätte da mal gerne eine recht allgemeine Frage zur Disposition gestellt:

Nun, kurz und knapp formuliert: Wie länge hält der menschliche Körper Stress (jeder Art, sei es beruflicher oder privater Natur), extreme körperliche bzw. seelische Belastungen aus bis dass ernste Symptome auftreten. Und zwar in allen Extremen - von Depressionen bis hin zum Amoklauf.

Was hält der Mensch aus? Wann kommt der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt?
Was ist überhaupt schlimmer: beruflicher Stress/Ärger oder Liebeskummer/ private Schwierigkeiten? Ist das individuell verschieden oder lassen sich da doch gewisse allgemeine Tendenzen, Thesen oä. aufstellen?

Ich weiß, sind doch ziemlich viele Fragen, aber es wäre mir doch sehr, sehr wichtig, da ich mich gerade in obigen Situation wähne und langsam wirklich „wahnsinnig“ werde, hab echt schon kein gutes Gefühl mehr, was ich schon für Gedanken ausbrüte. Hätte deshalb gerne ein paar Zeilen zum Thema gelesen.

Ich danke herzlich für eure Hilfe!

Freundliche Grüße

Jerry

In Deinem Fall…
… würde ich mir mal schnell jemand suchen, der mich in dieser Extremsituation unterstützen tut. Wer was wo und wen kannst Du zB anonym und kompetent unter http://www.telefonseelsorge.de erfahren (kein Witz!).

Wieviel der Mensch persönlich aushält, ist in der Tat individuell verschieden… der eine kriegt schon bei einer Matheklausur zuviel der andere sucht sich noch extra einen Job, in dem er viel Streß hat (z.B. Funkdisponent auf einer großen Rettungsleitstelle fällt mir da spontan ein).
Abe4r ich denke, daß das auch von äußeren Umständen abhängt. Wie haben zB die Menschen die Bombennächter in London, Nürnberg, Dresden weggesteckt, ohne dabei den Superknacks einzustecken?

c++

Ich weiß, sind doch ziemlich viele Fragen, aber es wäre mir
doch sehr, sehr wichtig, da ich mich gerade in obigen
Situation wähne und langsam wirklich „wahnsinnig“ werde, hab
echt schon kein gutes Gefühl mehr, was ich schon für Gedanken
ausbrüte. Hätte deshalb gerne ein paar Zeilen zum Thema
gelesen.

Hi Jerry,

nun, diese Frage ist wahrlich nicht leicht zu beantworten, schließlich ist gerade das eine individuelle Angelegenheit. Aber wenn Du bei Dir schon am Überlegen bist, ob es nicht langsam zuviel sei, dann scheint bei Dir das Faß schon etwas zu lecken.

Suche Dir Hilfe - bevor das Faß überläuft !!!

Ich befand/befinde mich in einer ähnlichen Situation. Damals habe ich mir eine Beratungsstelle der Kirche (Diakonie)gesucht (keine Angst, das läuft in erster Linie glaubensunabhängig). Das hat mir sehr geholfen. LEBENSBERATUNGSSTELLE hieß es, leicht im Tel-Buch unter DIAKONIE zu finden.
Der wichtigste Schritt ist der, herauszukommen und darüber zu reden - am besten mit einem Profi Auge in Auge. Wenn wirklich der Stress zu groß ist, kann keiner aus dem Freundes/Verwandtenkreis helfen, dann braucht man professionelle Hilfe.
Und keine Angst, letztlich ist ein Leiden der Seele genauso NORMAL wie ein Leiden des Körpers.

Gruß,

Marc

… und stell den Stress ab…! Ich habs nicht geglaubt, nach 1,5 Jahren mobbing durch kollegin, kurz bevor ich irgendwie gewalttätig werden konnte und bereits Schlafstörungen, magenprobleme (Reflux) hatte, habe ich gekündigt (trotz Betriebsrat etc war keine Besserung der Lage in Sicht) und siehe da, nach sechs monaten kann ich wieder schlafen… das einzige was nicht weggegangen ist ist ein kleiner tinnitus, der mal in einer solchen situation einsetzte…
Leben macht wieder Spass.

Lieber Jerry,

Was hält der Mensch aus? Wann kommt der berühmte Tropfen, der
das Fass zum Überlaufen bringt?

Das ist - wie schon gepostet wurde - individuelle seeeehr unterschiedlich. Aber als Faustregel: Wenn es Dich mal voll erwischt hat, dann brauchst Du sehr lange, um wieder auf „Normaltemperatur“ zu kommen.

Was ist überhaupt schlimmer: beruflicher Stress/Ärger oder
Liebeskummer/ private Schwierigkeiten? Ist das individuell
verschieden oder lassen sich da doch gewisse allgemeine
Tendenzen, Thesen oä. aufstellen?

Stress ist Stress, die Bewertung ist da sehr subjektiv und hängt auch von Deinen privaten Prioritäten ab (z.B. Du bist ein Familienmensch - also streßt Deine Arbeit eventuell, aber Probleme in der Familie wären das wirklich Problem).
Aber wenn „die Haut schon dünn ist“, kommt erfahrungsgemäß immer das eine zum anderen und das Coping (= die Bewältiung von Stress) funktioniert immer weniger.

Es ist leicht gesagt, ich weiß, aber schau, dass Du aus Deiner Stress-Schleife so rasch wie möglich raus kommst. Das Schlimme an krankmachenden Situationen ist, dass man es (fast immer) erst registriert, wenn es zu spät ist. Suche Dir einen Weg, den Stress zu reduzieren, auszusteigen, abzuschalten. Wenn Du jetzt schon „kurz vorm Überschnappen“ (ist ein sehr subjektives Gefühl, dass sich aber quasi als letztes Warnsignal einstellt) bist, dann nutze diese Warnung.
Wenn nicht - WIE Du reagierst ist eine Frage der Persönlichkeit: Depression (maximalste Auswirkung: Suicid) und Aggression (maximalste Auswirkung: Amoklauf) sind zwei Enden desselben Seiles, nur einmal wendet sich die Aggression nach innen, zu sich selbst, und ein andermal nach außen. Zerstörerisch ist sie auf jeden Fall. Und je länger Du wartest, desto schwieriger wird das „Zurückfinden“ auf normale Bahnen und desto „tiefer“ fällst Du.
Es gibt auch Kriseninterventionszentren (in jeder größeren Stadt) oder Du wendet Dich mal einfach an Deinen Hausarzt, oder -professioneller - an einen Psychiater (= Arzt, darf auch Medikamente verschreiben) um Hilfe.
Aber bitte tue etwas und tue es gleich!

Ganz liebe Grüße und alles Gute#
Birgit

Wieviel der Mensch persönlich aushält, ist in der Tat
individuell verschieden… der eine kriegt schon bei einer
Matheklausur zuviel der andere sucht sich noch extra einen
Job, in dem er viel Streß hat (z.B. Funkdisponent auf einer
großen Rettungsleitstelle fällt mir da spontan ein).
Abe4r ich denke, daß das auch von äußeren Umständen abhängt.
Wie haben zB die Menschen die Bombennächter in London,
Nürnberg, Dresden weggesteckt, ohne dabei den Superknacks
einzustecken?

Ohne gefuehlskalt wirken zu moechten - ist mir ehrlich gesagt im Moment ziemlich egal.

Ich hatte eigentlich noch nie Stressprobleme, wenn andere Leut
schon im Kreis rotiert sind vor ner Pruefung, war ich da immer recht gelassen, weil mir das nie so wichtig war, dass es mich irgendwie aus der Fassung bringen konnte. Eine schlechte Note hat mir nie zu schaffen gemacht - mit dem Ergebnis, dass ich jetzt durch die letzte Klasse durchgefallen bin und im Herbst eine Nachpruefung hab, bevor ich zur Nachmatura antreten darf :-/. Zugegeben, darueber mach ich mir jetzt schon ein paar Gedanken. Die sind aber nicht Kern des Problemes.

Ich denke, MARC hat geschrieben, dass man versuchen sollte so schnell wie moeglich aus der Situation, die am meisten stresst auszusteigen. Geht halt nicht so einfach. Ich hab grad einen Ferialjob in Slowenien und wohne unter der Woche alleine im Hotel. Am Freitag fahre ich wieder nach Hause (ca. 3 Stunden Fahrt) und Montag fruehmorgens wieder nach Laibach. Bin vor einer Stunde wieder angekommen. Zwei Wochen hab ich noch und die Arbeit interessiert mich eigentlich auch ziemlich (ist aber viiiel zu kompliziert fuer mich, bin hoffnungslos ueberfordert!) , aber ohne Kenntnisse der slowenischen Sprache tu ich mir halt noch zusaetzlich sehr schwer, in die div. Gruppen integriert zu werden. Außerdem kenn ich in Laibach halt auch niemanden, was die Sache halt nicht unbedingt kurzweiliger macht. Dann kommen halt noch die kleineren Stressfaktoren wie kein eigener Arbeitsplatz, haeufiges Wechseln des Arbeitsraumes, laaange Meetings, Kommunikationsprobleme und Arbeitsueberlastung dazu.
Und ausserdem bin ich ungluecklich verliebt obendrein. Und jeden Montag, wenn ich wieder aus der Heimat wegfahren muss, fuehl ich mich deshalb, na ja, sagen wir mal, gar nicht gut.

So, ich hoffe, dass man jetzt eine etwa genauere Einschaetzung ueber best. Stressfaktoren machen kann, da ich ja jetzt doch sehr subjektiv alles dargelegt habe. Ich weiß schon, Ferndiagnose ist nicht das Richtige, aber ich moecht nicht gleich zum Arzt rennen, ohne einen wirklich sehr begruendeten Verdacht zu haben, dass es notwendig ist.

Abschliessend noch: Ich habe diesen Test gemacht, der vor einigen Tagen von Chris in einem anderen Beitrag gepostet wurde
und nicht so gut weggekommen ist. Ich hab ihn trotzdem gemacht (keine Angst, ich weiss, ich darf ihn nicht allzu ernst nehmen), mit folgendem Ergebnis:

"You have answered all questions. The following result will give you an indication of how serious your depression is.

Your present condition is stable, you show no signs of depression. With the following training you will maintain your stability.

please continue reading …
–> The Increase of Brain Activity(general increase of energy)
–> Train the Thyroid Glands(to activate the metabolism and against sad, depressive feelings)"

ich waere fuer jede weiteres Statement und Einschaetzung zu meiner Lage weiterhin sehr dankbar,

freundliche Gruesse

Jerry

koennen vor lachen…
Hallo,

erst mal danke fuer die sehr informative Antwort, jetzt weiß ich schon langsam, was sich da so zu entwickeln droht…

Stress ist Stress, die Bewertung ist da sehr subjektiv und
hängt auch von Deinen privaten Prioritäten ab (z.B. Du bist
ein Familienmensch - also streßt Deine Arbeit eventuell, aber
Probleme in der Familie wären das wirklich Problem).
Aber wenn „die Haut schon dünn ist“, kommt erfahrungsgemäß
immer das eine zum anderen und das Coping (= die Bewältiung
von Stress) funktioniert immer weniger.

Es ist leicht gesagt, ich weiß, aber schau, dass Du aus Deiner
Stress-Schleife so rasch wie möglich raus kommst. Das Schlimme
an krankmachenden Situationen ist, dass man es (fast immer)
erst registriert, wenn es zu spät ist. Suche Dir einen Weg,
den Stress zu reduzieren, auszusteigen, abzuschalten. Wenn Du
jetzt schon „kurz vorm Überschnappen“ (ist ein sehr
subjektives Gefühl, dass sich aber quasi als letztes
Warnsignal einstellt) bist, dann nutze diese Warnung.
Wenn nicht - WIE Du reagierst ist eine Frage der
Persönlichkeit: Depression (maximalste Auswirkung: Suicid) und
Aggression (maximalste Auswirkung: Amoklauf) sind zwei Enden
desselben Seiles, nur einmal wendet sich die Aggression nach
innen, zu sich selbst, und ein andermal nach außen.
Zerstörerisch ist sie auf jeden Fall. Und je länger Du
wartest, desto schwieriger wird das „Zurückfinden“ auf normale
Bahnen und desto „tiefer“ fällst Du.

Mit der Erklaerung kann ich schon viel anfangen, hab aber noch eine Frage: Gestern (oder vorgestern) lief auf im TV „Falling Down - ein ganz normaler Tag“ mit Michael Douglas. Ich hoffe, es kennt wer den Film. Ist das realistisch, was da gezeigt wird oder hat Hollywood da einfach uebertrieben. Macht einem ja Angst… vor allem wusste ich nicht, dass es solche Kleinigkeiten sind, die „das Fass zum Ueberlaufen“ bringen koennen. Ich dachte immer, da muesste schon was Gravierendes passieren!

Es gibt auch Kriseninterventionszentren (in jeder größeren
Stadt) oder Du wendet Dich mal einfach an Deinen Hausarzt,
oder -professioneller - an einen Psychiater (= Arzt, darf auch
Medikamente verschreiben) um Hilfe.
Aber bitte tue etwas und tue es gleich!

Ich geh zu keinem Psychologen, Psychiatern oder so. Als ich noch ganz klein war, musste ich auch mal zu so einem Typ, der war auch recht nett, aber ich hab mich damals partout geweigert auch nur ein Wort mit ihm zu reden - die Sitzung war ergo nicht sonderlich erfolgreich. Der Grund meines Schweigens war einfach, dass ich nicht zu einem wildfremden Menschen renne und ihn mit meinen Problemen vollrede, die er womoeglich doch nicht versteht. Davon mal abgesehen, ich wuesste ja gar nicht, wie ich anfangen sollte. Das kommt wirklich nur als allerallerletzte Alternative infrage - und soweit sehe ich mich noch lange nicht!

Den Rest hab ich schon vorhin im anderen Posting dargelegt.

Ich danke dennoch fuer die hilfreichen Ausfuehrungen menschlichen Fehlverhaltens.

Jerry

Hi Jerry,

Mit der Erklaerung kann ich schon viel anfangen, hab aber noch
eine Frage: Gestern (oder vorgestern) lief auf im TV „Falling
Down - ein ganz normaler Tag“ mit Michael Douglas. Ich hoffe,
es kennt wer den Film. Ist das realistisch, was da gezeigt
wird oder hat Hollywood da einfach uebertrieben. Macht einem
ja Angst… vor allem wusste ich nicht, dass es solche
Kleinigkeiten sind, die „das Fass zum Ueberlaufen“ bringen
koennen. Ich dachte immer, da muesste schon was Gravierendes
passieren!

Also erstmal freut es mich, dass meine Erklärungen Dir etwas gebracht haben. Zu Falling Down: Ich kenne den Film, klar, er ist in der Tat beklemmend. Und noch beklemmender ist zu wissen, was Sache ist: Nämlich dass es bei solchen Amokläufen IMMER ein kleiner Tropfen ist, der das Fass zum Überlaufen bringt. Häufig findet man Amoks in Beziehungsproblemen (mit - no na - langer Geschichte dahinter), aber der „Anlaßstreit“ ist fast immer banal und nichtig. Amokläufe sind fast nur bei Männern bekannt (Frauen sind hier wirklich die absolute Ausnahme), und man vermutet dass sich die Problem aufstauen, vergleichbar mit einem Vulkan, der irgendwann unvorhersehbar explodiert. Die genaueren Mechanismen dahinter sind weitgehend nur Vermutungen, da zu wenige Amokläufer die Sache überleben um hier seriös forschen zu können.

Ich geh zu keinem Psychologen, Psychiatern oder so. Als ich
noch ganz klein war, musste ich auch mal zu so einem Typ, der
war auch recht nett, aber ich hab mich damals partout
geweigert auch nur ein Wort mit ihm zu reden - die Sitzung war
ergo nicht sonderlich erfolgreich. Der Grund meines Schweigens
war einfach, dass ich nicht zu einem wildfremden Menschen
renne und ihn mit meinen Problemen vollrede, die er womoeglich
doch nicht versteht. Davon mal abgesehen, ich wuesste ja gar
nicht, wie ich anfangen sollte. Das kommt wirklich nur als
allerallerletzte Alternative infrage - und soweit sehe ich
mich noch lange nicht!

Nun - klassischer Fall: Bloss nicht Reden! Und dadurch stauen sich Probleme, Ängste, Was-auch-immer, immer mehr.
Damals warst Du ein Kind, und vielleicht war der Psychologe (oder Psychiater??) nicht sehr auf den Umgang mit Kindern geschult - an Kinder kommt man im ersten Schritt NIE über die Sprache heran, sondern über andere Mechanismen (inzwischen hat in der Psychologie sich da einiges weiterentwickelt).
Aber so wie Du das schreibst, würde ich sagen: Du verharrst hier erfolgreich noch immer in Deinem Kinder-Ich. Da ist ein Fremder und - nö, dem sag ich nix, was denn auch…
Gerade bei Männern, die „Kommunikation“ von ihrer Sozialiationen nicht gelernt haben und die ihre Gefühle (auch vor sich) nicht oder nur schwer ausdrücken können ist das ein sehr häufiges Verhalten.
Die Angst vorm Psychologen… fast schon ein Klassiker! Wer weiss, was der tut und außerdem bin ich ja nicht verrückt oder?
Ich könnte Seiten mit solchen Statements füllen.

Aber um auf Deine Posting-Überschrift zurückzukommen: Viele Männer, vielleicht auch Du, tun sich mal leichter, wenn sie etwas „Handfestes“ bekommen, dass auch wirkt:
Vorschlag: Geh zu Deinem Hausarzt, erzähl ihm, dass Du overstresst bist und psychisch sehr unter Druck stehst und dass Du aber nicht zu einem Psychiater oder Psychologen willst. Medikamente sind nicht die Lösung sämtlicher Problemen, um Gottes Willen, aber wenn Du etwas bekommst, das Dich ein wenig innerlich ruhiger macht, so könntest Du so etwas zur Ruhe kommen, meist ist die Folge dass das schon mal die erste Krise überwinden hilft.
Aber diesen Schritt mußt Du unternehmen. Alles weitere ergibt sich oft dann von selber.

Halt die Ohren steif - schreib ich jetzt nicht *g*, denn gerade durch ein „Zuviel an Selbstkontrolle“ bist Du jetzt soweit gekommen, dass Du Dich kontrollieren MUSST.
Also alles Gute und liebe Grüße#
Birgit

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nochmal zum Thema Amoklauf
Hallo Birgit,

hab da noch eine Frage zum Amok laufen: Wieso die Leute in dem Moment eigentlich, was sie tun? Denken die ganz genau, so jetzt reichts, jetzt bring ich alle um, oder so? Oder wachen die „nachher“ auf der Polizeistation auf, und wissen von gar nichts und denken, es war alles nur Einbildung, ein Traum oder so aehnlich? Worauf ich hinaus will: Machen die Leute das b e w u s s t, oder „passiert“ es ganz einfach, wenn gewisse Grenzen ueberschritten werden - von einem Reflex zu sprechen, waere wohl zu vermessen?

Die Angst vorm Psychologen… fast schon ein Klassiker! Wer
weiss, was der tut und außerdem bin ich ja nicht verrückt
oder?

Na, Angst ist es eigentlich nicht, aus meinen bisherigen Erfahrungen habe ich einfach nur den Eindruck, dass er mir nicht helfen wird koennen - die Geschichte mit der maennlichen Ausdrucksschwaeche trifft aber auch genau ins Schwarze! Ich muss auch sagen, dass ich das Fachgebiet Psychologie bisher eher sehr belaechelt habe. Sogar hier bei wer-weiss-was gab es nur wenige Bretter, in die ich noch nie reingeschaut habe, das waeren so Sachen wie Esoterik, Astrologie (hab ich mal mit Astronomie verwechselt) - und eben Psychologie. Gestern hab ich das erste Mal reingelesen. Vielleicht wird das Ganze ja noch unbewusst gefoerdert, da es nicht bei den medizinischen Brettern steht. Ich hab mir halt gedacht, wenns nicht dabei steht, wirds halt nicht viel damit zu tun haben…

Aber um auf Deine Posting-Überschrift zurückzukommen: Viele
Männer, vielleicht auch Du, tun sich mal leichter, wenn sie
etwas „Handfestes“ bekommen, dass auch wirkt:
Vorschlag: Geh zu Deinem Hausarzt, erzähl ihm, dass Du
overstresst bist und psychisch sehr unter Druck stehst und
dass Du aber nicht zu einem Psychiater oder Psychologen
willst. Medikamente sind nicht die Lösung sämtlicher
Problemen, um Gottes Willen, aber wenn Du etwas bekommst, das
Dich ein wenig innerlich ruhiger macht,

WAS soll mir der denn da bitte genau geben?

so könntest Du
so etwas zur Ruhe kommen, meist ist die Folge dass das schon
mal die erste Krise überwinden hilft.
Aber diesen Schritt mußt Du unternehmen. Alles weitere ergibt
sich oft dann von selber.

Das moechte ich gerne versuchen, vielen Dank fuer deine bisherige Hilfe,

freundliche Gruesse

Jerry

Hallo Jerry,

hab da noch eine Frage zum Amok laufen: Wieso die Leute in dem
Moment eigentlich, was sie tun? Denken die ganz genau, so
jetzt reichts, jetzt bring ich alle um, oder so? Oder wachen
die „nachher“ auf der Polizeistation auf, und wissen von gar
nichts und denken, es war alles nur Einbildung, ein Traum oder
so aehnlich? Worauf ich hinaus will: Machen die Leute das b e
w u s s t, oder „passiert“ es ganz einfach, wenn gewisse
Grenzen ueberschritten werden - von einem Reflex zu sprechen,
waere wohl zu vermessen?

Wie ich schon schrieb, die Forschungsdaten zu diesem Thema sind sehr dürftig, eben weil es „den typischen“ Amokläufer nicht gibt (also KEINE Daten, die vorher erhoben werden können) und wenn es einen Amoklauf gab - die Überlebensrate ist sehr gering (entweder Fremd- oder Selbsttötung), daher weiß man (wissenschaftlich abgesichert) wenig. Aus den Verhaltensweisen und den wenigen Aussagen danach ist jedoch zu entnehmen, dass diese Leute in diesem Moment einfach „durchknallen“ (Amok heißt übersetzt: Blinde Wut) und zwar im Wesentlichen wissen, was da abläuft, aber durch den totalen Kontrollverlust keine rationalen Denkmechanismen mehr einsetzen können. Bei manchen kommt es auch zum „Blutrausch“, oft wissen diese Personen hinterher nicht mal mehr, was sie alles getan haben.

Na, Angst ist es eigentlich nicht, aus meinen bisherigen
Erfahrungen habe ich einfach nur den Eindruck, dass er mir
nicht helfen wird koennen

Nun - psychologisch ausgedrückt ist das eine Form der Angst. Aber da gibt es nur eine Möglichkeit das rauszufinden: nix wie hin *lächel*.

  • die Geschichte mit der maennlichen
    Ausdrucksschwaeche trifft aber auch genau ins Schwarze! Ich
    muss auch sagen, dass ich das Fachgebiet Psychologie bisher
    eher sehr belaechelt habe. Sogar hier bei wer-weiss-was gab es
    nur wenige Bretter, in die ich noch nie reingeschaut
    habe, das waeren so Sachen wie Esoterik, Astrologie (hab ich
    mal mit Astronomie verwechselt) - und eben Psychologie.
    Gestern hab ich das erste Mal reingelesen. Vielleicht wird das
    Ganze ja noch unbewusst gefoerdert, da es nicht bei den
    medizinischen Brettern steht. Ich hab mir halt gedacht, wenns
    nicht dabei steht, wirds halt nicht viel damit zu tun
    haben…

Ja, das ist seeehr häufig der Fall, sogar mein Freund hat mit dieser Komponente der Psychologie „zu kämpfen“, und das obwohl er auch studierter Psychologie ist :smile:

WAS soll mir der denn da bitte genau geben?

Nun, ich (bin keine Ärztin, aber auch Konsumentin, wenn ich overstressed bin) würde Dir Valiumtropfen geben (Tropfen - die kann man sehr gut dosieren: 1 - 2 für untertags oder bei sehr starker Unruhe, 8-15 für abends zum Einschlafen, müsstest Du selber schauen, auf wie viel/wenig Du reagierst). Ich weiss, es ist weder eine Dauermedikation noch eine „Problemlösung“, meine Erfahrung (Eigenerfa und mit Klienten) zeigt jedoch, dass es bereits sehr viel hilft, einfach mal etwas aus der geistigen Tretmühle rauszukommen und physisch-psychische Ruhe zu finden. Dadurch gewinnt man dann Kraft für die eigentliche Problemlösung. Falls Du nicht diese „Hardcorevariante“ möchtest - es gibt auch gute pflanzliche Präparate (meist sogar ohne Verschreibung): Baldrian oder Kava-Kava oder Johanniskraut (wirkt phantastisch, aber nur langfristig)

Das moechte ich gerne versuchen, vielen Dank fuer deine
bisherige Hilfe,

Sehr gerne, ich wünsch Dir wirklich das Allerbeste, Jerry!
Liebe Grüße und *knuddel*
Birgit

zu den Medikamenten/Valium

WAS soll mir der denn da bitte genau geben?

Nun, ich (bin keine Ärztin, aber auch Konsumentin, wenn ich
overstressed bin) würde Dir Valiumtropfen geben (Tropfen - die
kann man sehr gut dosieren: 1 - 2 für untertags oder bei sehr
starker Unruhe, 8-15 für abends zum Einschlafen, müsstest Du
selber schauen, auf wie viel/wenig Du reagierst).

Valium? Das ist doch das Zeug, von dem man ganz benommen wird, oder? Ist dann Sport ueberhaupt noch moeglich (geh jeden Tag 1 Stunde Laufen)? Macht das eigentlich suechtig?

es gibt auch gute pflanzliche Präparate (meist
sogar ohne Verschreibung): Baldrian oder Kava-Kava oder
Johanniskraut (wirkt phantastisch, aber nur langfristig)

an diesen Hokuspokus glaub ich nicht so recht, trotzdem danke

Sehr gerne, ich wünsch Dir wirklich das Allerbeste!
Liebe Grüße und *knuddel*
Birgit

Dir auch, Jerry

Hi Jerry

Valium? Das ist doch das Zeug, von dem man ganz benommen wird,
oder? Ist dann Sport ueberhaupt noch moeglich (geh jeden Tag 1
Stunde Laufen)? Macht das eigentlich suechtig?

Kommt natürlich IMMER auf die Dosierung an. Deshalb empfehle ich immer Tropfen, denn mit 1-2 Tropfen „spürt“ Du keine Benommenheit und sonstige Einschränkung (leider weiß ich nicht, wie diese Tropfen in Deutschland heißen). Aber als Dauerpräparat ist es (richtig!) nicht geeignet.
Ad Sport: der Beste Streßabbau überhaupt, außer Du bist auf „Kampflaufen“ aus, denn erhöht es Deinen Adrenalinspiegel.

Baldrian oder Kava-Kava oder
Johanniskraut (wirkt phantastisch, aber nur langfristig)

an diesen Hokuspokus glaub ich nicht so recht, trotzdem danke

DAS ist aber echt süß *sarkastischgrins*!
Nur weil es ein Phythopharmakum (= eine pflanzliche Arznei) ist wirkt es nicht. Oh Du unschuldiger Engel. Wenn Du mal eine ÜD Baldrian intus hast oder mal etwas vom Fingerhut nascht (Digitalis) wirst schon sehen *grins*. Aber zu Deiner Beruhigung: Mit Johanniskraut (aber Achtung: Kein Tee oder so sondern standardisierte Konzentrate in Kapsel oder Tablettenform) wurde inzwischen in klinischen Studien nachgewiesen, dass sie genauso wirksam sind, wie „chemische“ Antidepressiva.

Liebe Grüße Dir#
Birgit

Danke dir fuer alles…
…werd mal mit meinem nun gesammelten Wissen den Arzt meines Vertrauens aufsuchen.

Liebe Gruesse

Jerry