gestern war ich bei einer Augenärztin, weil mein rechtes Auge seit ca. zwei Wochen stark tränt, ohne dass ich Schmerzen oder Brennen oder sonst eine Unregelmäßigkeit fühle.
Zuerst wurde mein Augeninnendruck gemessen, in Ordnung, wenn nicht, hätte ich darum gebeten, denn das sollte man hin und wieder tun.
Dann wurde vermutlich die Hornhautkrümmung gemessen, was ich nicht verstand, aber beide Geräte sahen ähnlich aus und standen direkt nebeneinander.
Danach, im Behandlungszimmer, sollte meine Optik vermessen werden! Das lehnte ich ab, aber die Damen blieben hartnäckig dran, das müsse so sein! Da ich nicht den geringsten plausiblen Zusammenhang zwischen EINEM tränenden Auge und der Optik der Augen sehe, lehnte ich das weiterhin höflich ab. Die Damen ließen sich aber nicht davon beeindrucken und drängten mich, die Messung zu machen. Schließlich half nur noch der Einwand, dass bei einem Schaden an der Windschutzscheibe meines Autos der Reparateur in der Werkstatt sich eben nicht zuerst am Auspuff zu schaffen macht! Ich bin nicht unhöflich geworden aber viel hat nicht mehr gefehlt! Können die nicht einfach meine Bitte respektieren?
Als die Ärztin zur Behandlung kam, ging´s auch einfach so.
Muss ich beim nächsten Mal damit rechnen, dass erstmal ein Hämorriden-Check durchgeführt wird?
Kein Wunder, dass die Gesundheitskosten (oder heißt das Krankheitskosten?) explodieren!
Danach, im Behandlungszimmer, sollte meine Optik vermessen
werden! (…)
ich habe keine ahnung, ob das in deinem fall medizinisch sinn gemacht hätte. aber ich habe vor jahren schon meinen hausarzt gewechselt, weil er mich für jeden schnupfen seinen ganzen maschinenpark durchlaufen ließ. abgesehen davon, daß ich bedenken hatte, mich diesen antik anmutenden strahlenschleudern auszusetzen (das röntgengerät war der hit!), kam es mir damals schon so vor, als würde die abrechnung solcher untersuchungen zu einem wesentlichen teil das wirtschaftliche überleben der praxis sichern.
Du bist ja richtig aufmüpfig. Gönnst den am Hungertuche nagenden Ärzten nicht ihr täglich Brot.
Recht hast Du, der Arzt ist Berater und nicht Diktator.
PiRo
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Einerseits ist das Symptom des tränenden Auges so uncharakteristisch, daß man schon auch mal (gemäß dem Grundsatz: „common things are common“) an eine untypische Manifestation einer häufigen Störung denken muß (daher Sehschärfenprüfung). Andererseits „riecht“ es schon nach Geldmacherei.
Einerseits grenzt dies an Betrug, andererseits wird manch ein niedergelassener Arzt zu einem solchen gezwungen, um nicht mit seiner Praxis pleite zu gehen. Das ist Angesichts des siebenstelligen Investitionsbetrages in Verbindung mit den lächerlichen Erstattungen v.a. der BKKs auch kein Wunder…
Einerseits hätte der Arzt den potentiellen Nutzen der Untersuchung Dir gegenüber begründen müssen, andererseits eben der finanzielle Druck, möglichst viele Patienten in möglichst kurzer Zeit umsetzen zu müssen.
Wer sich für seinen Patient Zeit nimmt, verdient kein Geld, so ist eben die Regel, welche der Medizin letztendlich auch durch den finanziellen Druck der Beitragszahler auferlegt wird.
Ich hoffe auf jeden Fall, daß das Auge jetzt wenigstens nicht mehr tränt