Tod - sollte man sich damit auseinandersetzen?

wenn ja ab welchem Alter oder unter welchen Umständen
und wieso???

wenn ja ab welchem Alter oder unter welchen Umständen
und wieso???

Hallo Aenne,

das Leben besteht aus Geburt, Tod und der Zeit dazwischen, also sollte man sich auf jeden Fall auch mit dem Tod befassen, weil er zum Leben gehört. Das sollte nicht in einer Panik auslösenden Art und Weise geschehen, aber der Tod sollte auch nicht totgeschwiegen werden und einen dann überraschen, wenn er da ist.

Gruß
Salbader

Hi Aenne,

es scheint mir, daß Du Dich im Moment sehr intensiv mit Tot und Religion beschäftigst, es ist hier das dritte mal daß ich einen ähnlichen Artikel von Dir sehe.

Also meine Meinung:

wenn ja

ja sollte man!

ab welchem Alter

Mit dem Tod sollte man sich auseinandersetzen, sobald das bewuste Denken einsetzt. Mit unseren Kindern (2 und 4) sprechen wir auch schon über den Tot, wenn sich die Gelegenheit ergibt, oder (im Moment erst) der große Fragen stellt. Wir beschönigen und tabuisieren nichts und nehmen seine Fragen sehr ernst. So kann chon bei Kindern ein vernünftiger, angstarmer Umgang mit dem Tot erlernt werden.

unter welchen Umständen

Wenn sich die Gelegenheit ergibt, bei solchen Themen sollte nichts herbeigezwungen werden.

und wieso???

Damit der Tot sein Tabu verliert. Nichts verängstigt so sehr wie ein tabuisiertes Thema solcher Relevanz. Die Angst vieler Menschen vor dem Tot resultiert nach meinem Erleben aus der Angst etwas noch nicht erledigt/erlebt zu haben und der tabuisierung/verdrängung des Todes. Ich habe einige Menchen erlebt (erleben dürfen!), die zwar unterschiedlich alt vor dem Tot keine Angst hatten. Es waren durchweg Menschen, die in sich selber ruhten und der Meinung waren, ein gutes Leben gelebt zu haben. Andererseits hab ich Menschen erlebt, die eine panische Angst vor dem Tot hatten und bezeichnenderweise hatten viele Menschen ach eigener Aussage kein erfülltes Leben gelebt.

Verdrängung des Todes (wer stirbt noch zuhause?) ereugt auch eine (diffuse) Angst. Man hat keine Erfahrung mit dem Tot. Diese „Arbeit“ wird Profis (Ärzte, Pflegepersonal) überlassen. Genauso hab ich schon einigen Menschen zummindestens zeitweise die Lust auf Fleisch verdorben, weil ich so dreist war zu erwähnen, daß dem Schnitzel/der Wurst ein Akt der Tötung (Schlachten) vorausgeht. Auch hier wird diese unangenehme Tätigkeit delligiert und verdrängt.

Ein vernünftiger Umgang mit dem Tot kann m.E. nur stattfinden, wenn man sich der eigenen Sterblichkeit bewust ist (immer!) und daraus folgend das Leben entsprechend einrichte, also die Werte darauf prüft, wie wichtig sie sind. Ist die nächst Beförderung wichtiger als die Zeit, die ich mit meinen Kindern verbringe z.B. Die Arbeit für die Gemeinschaft (z.B. Arbeit in der Wohlfahrt, dem Roten Kreuz, der Feuerwehr…) vs. Disko oder freies Wochenende etc.

Auch die Frage nach dem notwendigen materiellen Wohlstand ist daraufhin zu überprüfen. Was nutzt es mir, wenn ich mir alle zwei drei Jahre ein neues Auto kaufe oder die Wohnung neu einrichte, wenn ich innerlich leer und unzufrieden bin.

Lange Rede kurzer Sinn
Wenn Du Dir deines Todes bewust bist, kannst Du besser leben.

Gandalf

Servus Aenne !
Wie schon andere gesagt haben, ist der Tod Bestandteil des Lebens und sollte deshalb nicht verdrängt werden. Hilfreich für das „wie“ (man sich mit dem Thema beschäftigen kann) sind u.a. die Bücher von Elisabeth Kübler-Ross
z.B:
Interviews mit Sterbenden. Knaur TB. 1999
Kinder und Tod. Knaur TB. 1999
Über den Tod und das Leben danach. Silberschnur 1994
Das Rad des Lebens. Autobiographie Knaur TB. 2000
Sehnsucht nach Hause Silberschnur 1997
Leben bis wir Abschied nehmen (da weiß ich leider nur den Titel)

Hoffe, daß das weiterhilft
Grüße aus Wien
Helmut

http://www.tod-und-sterben.de/literatur.htm

Grüße
Helmut

Hey Aenne,

ich hab im Brett Psychologie unter „Probleme mit dem Tod“ auch mal gepostet.
Kannste mal unter dem Titel suchen - hab viele liebe Worte gehört! Vielleicht steht da auch was für dich!

Gruß
anke