Wie lange warten bei Gebährmutterhalskrebs

Hallo zusammen,

meine Freunding hatte bei dem Pap Test mehrmals die Stufe 3d
2 weitere Tests, die wir aus eigener Tasche zahlten, ergaben
den Nachweis von HPV-Viren.
Wie lange sollte man mir der OP warten?
Wir hätten gerne jetzt ein Kind und wollten wissen ob
wir erst ein Kind bekommen sollten, da uns die Ärzte
gesagt haben, das es zu Schwangerschaftsproblemen nach
einer solchen OP kommen kann. Die Wahrscheinlichkeit ist
aber nicht so hoch.
Wer hat Erfahrungen bzw. Tips?

Tom

…erstmal kein Krebs…
Pap III D heißt übersetzt: Leichte bis mittlere Dysplasie der oberen bis mittleren Zellschichten.
D.h., es sind Zellen gefunden worden, die wohl den ersten Schritt in Richtung Bösartigkeit getan haben, aller Wahrscheinlichkeit nach aber noch keinen „Krebs“ ausmachen. Sie sind auch noch nicht tief genug, um Anschluß an das Blut- oder Lymphsystem zu haben, d.h. auch Metastasen wären im Falle eines Falles unwahrscheinlich.
Aus diesem Grund wartet man erstmal 6 Monate zu und kontrolliert dann nochmal, ob sich’s nicht von allein zurückgebildet hat. Wenn nicht, dann sollte es entfernt werden, damit man eine genaue feingewebliche Untersuchung durchführen kann, um ein Karzinom mit Sicherheit ausschließen zu könen.
Ich persönlich würde mich zu einer OP vor einer geplanten Schwangerschaft entscheiden, denn wenn während einer Schwangerschaft die Zellen weiter entarten (dafür haben sie ja dann mindestens 10 Monate Zeit…), gibts einen Konflikt zwischen der Gesundheit des Kindes und der der Mutter. Da würde ich persönlich lieber das relative Risiko einer OP in Kauf nehmen.
Dabei handelt es sich um eine sog. Konisation, d.h. ein Kegelförmiges Stück um den Gebärmuttermund herum wird entfernt, in ~150 feine Scheibchen geschnitten und jeweils einzeln auf Entartungen untersucht.
Das Risiko dabei besteht wie bei jeder OP in Infektion und Nachblutung, sowie in Vernarbungen, die ein Geburtshindernis darstellen könnten (-> evtl. Kaiserschnitt ) bzw, in einer Insuffizienz des Muttermundes, d.h., daß er nicht in der Lage ist, das Kind während der Schwangerschaft zu halten (müßte dann evtl während der Schwangerschaft „zugenäht“ werden).

Schöne Grüße,

C++

PS: Auch dieses Posting ist nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben, jedoch wird keine Garantie für Fehlerfreiheit übernommen.

Hallo Tom,

in Ergänzung zu Chris’ Posting: Da Stadium IIID wohl schon länger besteht (so wie ich Dich jetzt verstanden habe), ist die „Schonfrist“ (Je nach Autor 3-6 Monate) offensichtich bereits verstrichen.

Gerade in der Schwangerschaft verändert sich das Immunsystem. Krebserkrankungen können geradezu explodieren. Das hängt, so die Theorie, damit zusammen, daß das Immunsystem auf einigen seiner Augen blind werden muß, um die Plazenta nicht anzugreifen.

Konkret heißt das: Einen neu entdeckten IIID kann nach Expertenmeinung gerade noch so bis zum Ende der Schwangerschaft belassen werden; rückt das Stadium allerdings nur um einen Grad nach oben (IV A oder IV B), so ist schon (wöhrend der Schwangerschaft) ein invasiver Eingriff unvermeidbar, da bereits (ein noch ganz oberflächlich liegender) Krebs vorliegt.

Also, wie Chris schon meinte: Besser vorher in Ordnung bringen lassen.
Der HPV-Nachweis untermauert dies noch zusätzlich, macht dieser doch eine unspezifische Entzündung als Ursache der Dysplasie (keine Krebsgefahr) unwahrscheinlich.
Interessant wäre vielleicht noch, um welche HPV-Typen es sich genau handelt. Es gibt da verschieden gefährliche. Aber praktische Konsequenzen hat das keine mehr.

Oliver

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Der Beitrag kann und will eine persönliche Arztkonsultation nicht ersetzen.

Hallo zusammen,

Hallo,Tom!

Ich wuerde Euch raten,mir einer OP nicht mehr allzu lange zu warten.Habe grade eine Konisation hinter mir,da bei mir innerhalb von 3 Monaten der Wert von IIId auf IVa hochging(vorher immer nur II!).Das kann also ziemlich schnell gehen-das Risiko einer Schwangerschaft wuerde ich da nicht eingehen.Laut meinem FA ist das Risiko von Problemen in einer spaeteren Schwangerschaft nur sehr gering,das haengt allerdings auch von der Groesse des entfernten Gewebestuecks ab-und je frueher operiert wird,desto kleiner ist es.
Die OP an sich ist keine grosse Sache-und es ist schon erleichternd,wenn man danach genau weiss,woran man ist.
Lieben Gruss und alles Gute
Tanja