Toilettengang und Nierenschmerzen

Hallo zusammen,

ich habe da ein etwas blödes Problem, was meine Freundin betrifft. Sie muß in der Nacht mehrmals auf die Toilette. So 3 - 4 mal in der Nacht! Tagsüber empfinde ich es auch schon als oft. Mich stört das in erster Linie nicht, da ich einen recht tiefen Schlaf habe, sie ist aber dadurch natürlich recht unausgeschlafen, unruhig, unzufrieden etc. Ausserdem klagt sie über Nierenschmerzen…

Was kann man dagegen tun? Gibt es da sowas wie ein Hausmittel o.ä.??

Danke für Hilfe und Tipps!

Jens

Hallo Jens,

Was kann man dagegen tun? Gibt es da sowas wie ein Hausmittel
o.ä.??

Nein! Diese Beschwerden bedürfen ärztlicher Abklärung.

Nächtliches Wasserlassen kann eine ganze Reihe von harmlosen, aber auch bedenklichen Ursachen haben. Gerade im Zusammenhang mit dem Auftreten von Nierenschmerzen kann schlimmeres dahinter stecken.

Schlimmstenfalls liegt eine Schädigung der Niere vor, die es nicht mehr erlaubt, den Harn zu konzentrieren. Daher das nächtliche Wasserlassen. Ursachen dafür gibt es eine ganze Reihe. Davon ausgehend, daß bisher keine Beschwerden vorlagen, geht der Verdacht in Richtung chronische Harnwegsinfektion. Falls Deine Freundin noch im jugedlichen Alter sein sollte, könnte auch eine angeborene Undichtigkeit des Ventilmechanismus zwischen Blase und Harnleiter vorliegen (chronischer Reflux). Denkbar wäre desweiteren eine polyzystische Nephropathie (meist vererbt).

Liegen noch andere Symptome, Grundeerkrankungen, Medikamenteneinnahme oder eine Schwangerschaft vor, so ist die differentialdiagnostische Liste nochmal weitaus größer.

Dies alles unter der Bedingung, daß tatsächlich Nieren-, und keine Rückenschmerzen anderer Ursache vorliegen. Rückenschmerzen sind schließlich sehr häufig. Auch wenn das nächtliche Wasserlassen schon seit Kindheit besteht, würde sich die ganze Sache relativieren.

Also, kein Grund zur Panik. Aber eine Abklärung ist m.E. in jedem Falle erforderlich. Neben der üblichen Laboranalyse des Urins würde ich auch eine Ultraschalluntersuchung für hilfreich halten.

Oliver

Die in diesem Posting enthaltenen Meinungen und Ratschläge wurden nach bestem Wissen und Gewissen erteilt. Dennoch können Richtigkeit und Vollständigkeit nicht garantiert werden.
Der Beitrag kann und will eine persönliche Arztkonsultation nicht ersetzen.

Hi,

meine Freundin war damit (Nieren) vor geraumer Zeit schon beim Arzt! Die Nieren waren wohl entzündet! Antibiotikum gabs vom Onkel Doc!! Eine Besserung leider nicht, zu mind. sind die Schmerzen nun wieder da, bzw. schon seit längerer Zeit wieder da!! Meine Freundin wird übrigens 24!

Danke
Jens

Hallo Jens,

Mir gefällt die Sache nicht so besonders!

Es hängt jetzt davon ab, was genau die Ursache des häufigen Wasserlassens ist. Im Zusammenhang mit der Infektion gibt es drei Möglichkeiten:

  1. Die Nieren waren vieliecht einmal infiziert, die Erreger sitzen aber im Moment in der Blase, die Niere ist frei. Die Ursache für das Wasserlassen ist dann eine Reizung der Blasenschleimhaut, d.h. die Blase vermittelt schon bei geringem Füllungsvolumen einen Harndrang. Ergo werden trotz Harndranges nur kleine Mengen Urin abgesetzt, das Urinvolumen pro 24 h und die Trinkmenge sind aber im Normalbereich.
  2. Es liegt, wie im obigen Posting bereits geschildert, eine Konzentrationsstörung der Niere aufgrund einer chronischen Infektion derselbigen vor. In diesem Falle wäre die Trinkmenge und das 24-h-Urinvolumen erhöht. Die Blase kann oder kann nicht mitbefallen sein, also Harnmenge beim einzelnen Klobesuch entweder normal oder erniedrigt.
  3. Die unter 2. beschriebene Störung kann auch durch Antibiotika hervorgerufen werden. Trat das vermehrte Wasserlassen also erstmals unter Therapie auf, und wird die Urinmenge langsam wieder geringer? Diese medikamentenbedingten Störungen sind meist vollständig reversibel.

Es gilt vor allem, Punkt 2 zu erkennen und gegebenenfalls intensiv zu therapieren. Erkennung erfolgt durch Ultraschall (auch: Computertomographie) evtl. mit Kontrastmitteluntersuchung im Standard-Röntgen (Infusionspyelogramm). Nicht ausreichend: alleinige Analyse des Harns auf Bakterien, da Differentialdiagnose zwichen Fall 1 und 2 nicht möglich - also mindestens auf dem Ultraschall bestehen (geht schnell und tut nicht weh). Therapie dann mittels Antibiotikakur. Sollte sich der Infekt tatsächlich in der Niere festgesetzt haben, so kann die Therapie sehr lange dauern (im Extremfall lebenslang - sonst reden wir über Dialyse und Transplantation).

Also, nochmals: Keine Panik, aber ich würde auf weiterer Abklärung bestehen. Vorsicht vor zu früher Entwarnung, wenn sich bei der nächsten Untersuchung keine Bakterien im Urin mehr nachweisen lassen sollten - die können mittlerweile schon tief und fest im Nierengewebe sitzen, weit weg von den Harnkanälen. Ein normaler Ultraschall hingegen schon eher beruhigend.

Oliver

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