Hi Chris,
Rauchen hat sicher keinen Vorteil, der gleichzeitig nicht auch durch einen erheblicheren Nachteil getilgt würde. Rauch ist ein sehr starkes Zellgift; möglich daß dadurch Bakterien absterben. Aber dann auch die körpereigenen, die in Symbiose („nutzvolles Gemeinschaftsleben“) zum Vorteil bestimmte Aufgaben übernehmen: zum Beispiel gefährliche Bakterien den Lebensraum im Atemtrakt zu nehmen, so daß sich im Allgemeinen Krankheitserreger nicht festsetzen können (Erkältungen bekommt man zum Beispiel, wenn durch Unterkühlung der Schleimhaut bei rauhem Wetter zunächst die körpereigenen, symbiotischen Bakterien sterben und dann nicht mehr diese eigentliche Aufgabe übernehmen können).
Darüberhinaus schädigt Tabakrauch als starkes Gift die Zellen des eigenen Körpers ebenso direkt: und zwar von den ersten Kontaktstellen (Lippen) über die Lungen und von dort über das Blut faktisch ebenso in allen anderen Regionen des Körpers. Im Rauch sind viele Produkte unvollständiger Verbrennungen enthalten, lösliche Gase, aber auch sehr reaktive Feststoffe, die - im Blut gelöst - schließlich irgendwelche Körperstrukturen/-zellen beeinflußen. Eine Folge von solchen komplexen Mechanismen ist u.a. bösartiger Krebs (etwa aufgrund von Schäden im Zellkern in den Genen). Beschleunigt wird dies zusätzlich durch eine verminderte Gewebedurchblutung bei Rauchern (Tabakrauch ist eines der größten Gefäßgifte): Dadurch werden Schäden aufgrund des Tabakrauches an Körperbestandteilen nicht so gut beseitigt (zum Beispiel durch die weißen Blutzellen = sogenannte Polizei des Körpers).
Tumoren (Krebs) werden u.a. in folgenden Organen/Körperregionen mit Rauchen in Verbindung gebracht:
Lippen,
Zunge,
Kehlkopf,
Lungen,
Niere,
Harnblase
Tabakrauch ist also mitnichten nur ein Problem der Lunge (wie oft vermutet wird), sondern eines des gesamten Körpers (die Lunge ist allgemein selbstverständlich die Region, die mit den größten Mengen der Schadstoffe konfrontiert wird und deshalb auch die am häufigsten von Raucherkrankheiten betroffene; siehe aber unten ‚statitischen Abwägungen‘).
Die Schäden, die durch Tabakrauch (Zigaretten, Zigarren, Pfeife, u.a.) hervorgerufen werden, existieren immer, unabhängig von der Anzahl der Zigaretten. Man kann vielleicht davon ausgehen, daß mit der Zahl der Zigaretten auch die Zahl der Schäden steigt und damit letztlich die Wahrscheinlichkeit, tatsächlich an einer bösartigen Wucherung zu erkranken. Aber solche statitischen Abwägungen bringen einem für das eigene Leben nicht viel, denn man kann für eine konkrete Person nie vorhersagen, ab welchem Maß wirklich Krebs entsteht und dann auch offenkundig wird. Jede Zigarette kann schließlich einen Tumor verursachen - auch wenn der erst nach Jahrzehnten erkannt wird. Und je eher man selbst den Tabakkonsum reduziert oder am besten ganz einstellt, desto früher beginnt die Regeneration und Beseitigung von bereits existierenden (Zell-) Schäden.
Übrigens:
Durch die Schädigung der Gefäße (zum Beispiel starke Artriosklerose bis zum Verschluß) kann es später im Alter sein, daß bestimmte Regionen nicht mehr ordentlich durchblutet werden - und schließlich absterben. Stichwort: Raucherbein, das aber sicher Folge weiterer Zivilsationskrankheiten in Gemeinschaft ist, wie zusätzlich zum Rauchen etwa aufgrund von Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Bewegungsarmut oder Übergewicht (Adipositas).
Mit besten Grüßen
Heiko
P.S.: Nur bestimmte Alkoholformen haben außerdem (auch lediglich) in geringen Mengen wissenschaftlich belegt einen positiven Effekt auf das Herz-Kreislaufsystem. Dazu zählen etwa bestimmte Weine, aber keine hochprozentigen Spirituosen.