Hi Sirach,
Die Sache mit dem mathematischen Beweis ist genau genommen tatsähclich erst wirklich zu ende geführt, wenn man das bis zum bitteren Ende auf ein Axiom zurückgeführt hat.
Deshalb haben ja vor einigen Jährchen die sogenannten Logiker angefangen, alles nochmal von Grundauf zu überdenken. Hätte nämlich sein können, dass diese ganzen tollen Beweise, die zu was so schön klar aussehendem führten irgendwo nen Fehler haben.
Bisher ist glücklicher Weise noch nichts echtes gefunden.
Aber normalerweise kann man einen Beweis dann beenden, wenn man ihn in logisch korrekter Weise mit einer wahren Aussage verknüpft hat.
So erwartet heute niemand mehr (auch nicht ein Prof von einem Studenten), dass wenn man ein komliziertes Problem auf den Pythagoras zurückführt, man den auch noch beweisen muss.
Auch wenn man eigentlich ganz genau sein sollte und immer bis zum letzten Schluss arbeiten sollte, dann sei es trotzdem legitim, mit einem gewissen Grundverstand des Publikums zu rechnen.
Blöd ist nur, wenn man voller Stolz seinen Beweis auf ein "Und dann purzelt uns das alles ja schon vor die Füße" hinführt und dann fragt einer "Na dis beweisen sie mir mal, dass dis jetzt richtig ist."
Wenn man das dann nicht kann, dann steht man ziemlich dumm da.
Aber wenn sich alle einig darüber sind, dass der Rest des Beweises dermaßen leicht zu verstehen und offensichtlich ist, dann kann man sich die Arbeit sparen.
Falls Zweifel an der Richtigkeit auftreten, sollte man aber seine letzten Worte durchaus noch soweit weiterfühen können, dasselbst der letzte noch einsieht, dass da was wahres dran ist.
Grüße,
Zwergenbrot