Warum dehnt sich H20?

Von: , Frage gestellt am Di, 8. Jul 2003

Hallo ihr Wissenden,
warum dehnt sich eigentlich Wasser wenn es gefriert aus?

Guß Matthias

7 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 13 Minuten 3 hilfreich
    Re: Warum dehnt sich H20?

    Hi Matthias,

    die sogenannte 'Anomalie des Wassers' beruht hauptsächlich auf zwei gegenläufigen Effekten.

    Zum einen der Volumenausdehnung beim Erwärmen, was bei fast allen anderen Flüssigkeiten auch so ist
    und zum anderen auf der Volumenausdehnung durch Clusterbildung, das so ausgeprägt nur bei Wasser und etwas weniger bei Fluorwasserstoff vorkommt.

    Dieser zweite Effekt ist für das anormale Verhalten von Wasser verantwortlich.

    Wasser ist ein sog. permanenter Dipol, daß heißt Wassermoleküle haben ein positiv geladenens Ende und ein negativ geladenes. Da sich ungleichnamige Ladungen anziehen, lagern sich Wassermolekeln zu Aggregaten der Clustern zusammen. Das Volumen der Cluster ist aber größer als das von 'freiem' nicht aggegierten Wasser. Diese Cluster werden nun aber durch Wärme zerstört.
    Bis zu einer Temperatur von 4 °C ist der Effekt, daß die Cluster zerstört werden (und somit das Volumen kleiner bzw. die Dichte größer wird) größer, als die Volumenausdehnung durch Erwärmen. Daher hat Wasser bei 4 °C die größte Dichte.

    Ist hoffentlich verständlich?!

    Gandalf

    • Antwort von nach 3 Stunden 2 hilfreich
      Re^2: Warum dehnt sich H20?

      Hallo, Wasser ist ein sog. permanenter Dipol, daß heißt
      Wassermoleküle haben ein positiv geladenens Ende und ein
      negativ geladenes. Da sich ungleichnamige Ladungen anziehen,
      lagern sich Wassermolekeln zu Aggregaten der Clustern
      zusammen. Das Volumen der Cluster ist aber größer als das von
      'freiem' nicht aggegierten Wasser. Diese Cluster werden nun
      aber durch Wärme zerstört.
      Nicht ganz. Ein Dipol würde nicht wirklich ausreichen um solche geordneten Strukturen zu bilden.
      Bei Wasser ist die H-Brückenbildung der entscheidende Punkt. H-Brücken sind ähnlich wie kovalente Bindungen gerichtet - nur viel schwächer. Sie führen damit dazu, dass die Wasser-Moleküle geordnete Strukturen bilden.

      ciao
      ralf

      • Antwort von nach 8 Stunden 1 hilfreich
        Wasserstoff-Brückenbinnnnndung

        Hallo, Wasser ist ein sog. permanenter Dipol, daß heißt
        Wassermoleküle haben ein positiv geladenens Ende und ein
        negativ geladenes. Da sich ungleichnamige Ladungen anziehen,
        lagern sich Wassermolekeln zu Aggregaten der Clustern
        zusammen. Das Volumen der Cluster ist aber größer als das von
        'freiem' nicht aggegierten Wasser. Diese Cluster werden nun
        aber durch Wärme zerstört.
        Nicht ganz. Ein Dipol würde nicht wirklich ausreichen um
        solche geordneten Strukturen zu bilden.
        Bei Wasser ist die H-Brückenbildung der entscheidende Punkt.
        H-Brücken sind ähnlich wie kovalente Bindungen gerichtet - nur
        viel schwächer. Sie führen damit dazu, dass die
        Wasser-Moleküle geordnete Strukturen bilden.
        Hi Ralf,

        genau so ist es. Die elektrostatische Dipol-Dipol-Anziehung und die Kovalenzbindung ergänzen sich und führen zur H-Brückenbindung (diese heißt so, weil sie quasi eine Brücke zwischen den O-Atomen bildet und deren Abstand zueinander kleiner hält, als es bei Auftreten nur einer der beiden Kräfte der Fall wäre).

        Das alles kann aber nur erklären, weshalb unterhalb einer gewissen (Sprung-)Temperatur jener Ordnungszustand eintritt und das Volumen zu- und die Dichte mithin abnimmt. Weshalb aber nimmt die Dichte mit sinkender Temperatur kontinuierlich weiter ab? Ich denke, der H-Brückenbindungszustand ist absolut, also entweder erreicht oder nicht. Woher kommt die weitere Kälteausdehnung?

        Grüße
        R o b.

        • Antwort von nach 16 Stunden 1 hilfreich
          Re: Wasserstoff-Brückenbinnnnndung

          Hi ROB, Das alles kann aber nur erklären, weshalb unterhalb einer
          gewissen (Sprung-)Temperatur jener Ordnungszustand eintritt
          und das Volumen zu- und die Dichte mithin abnimmt. Weshalb
          aber nimmt die Dichte mit sinkender Temperatur kontinuierlich
          weiter ab? Ich denke, der H-Brückenbindungszustand ist
          absolut, also entweder erreicht oder nicht. Woher kommt die
          weitere Kälteausdehnung?
          die Clusterbildung ist nichts statisches, sondern ein Dynamischer Vorgang. Die durchschnittliche Größe der Kluster steigt mit sinkender Temperatur. Und da die Dichte des Wassers mit der Größe der Cluster korreliert, hast Du von 4°C bis zum Gefrierpunkt eine kontinuierliche Zunahme der Dichte.
          Der Sprung in der Dichte beim Schmelzen/Gefrieren hat seinen Grund in der Kristallstruktur des Wassers.

          Gandalf

          • Antwort von nach 7 Tagen 1 hilfreich
            Aber das ∆ρ bei Eis?!?

            Hi Gandalf, Das alles kann aber nur erklären, weshalb unterhalb einer
            gewissen (Sprung-)Temperatur jener Ordnungszustand eintritt
            und das Volumen zu- und die Dichte mithin abnimmt. Weshalb
            aber nimmt die Dichte mit sinkender Temperatur kontinuierlich
            weiter ab? Ich denke, der H-Brückenbindungszustand ist
            absolut, also entweder erreicht oder nicht. Woher kommt die
            weitere Kälteausdehnung?
            die Clusterbildung ist nichts statisches, sondern ein
            Dynamischer Vorgang. Die durchschnittliche Größe der Kluster
            steigt mit sinkender Temperatur. Und da die Dichte des Wassers
            mit der Größe der Cluster korreliert, hast Du von 4°C bis zum
            Gefrierpunkt eine kontinuierliche Zunahme der Dichte.
            Der Sprung in der Dichte beim Schmelzen/Gefrieren hat seinen
            Grund in der Kristallstruktur des Wassers.
            Das alles ist einleuchtend für den Bereich von 0 - 3,98°C, aber wieso verringert sich die Dichte von Eis beim kälterwerden?

            Gruß
            R o b.

      • Antwort von nach 17 Stunden 1 hilfreich
        Re^3: Warum dehnt sich H20?

        noch ein Puzzleteilchen fehlt:

        und zwar dass zufällig der Winkel zwischen den H-Atomen
        knapp von 120 Grad abweicht.

        Stoffe mit Dipol oder Wasserstoffbrücke gibts ja viele,
        und die zeigen nur seltenst Wasserartiges Verhalten.


        Gruss, Marco [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  2. Antwort von nach 6 Tagen 1 hilfreich
    Re: Warum dehnt sich H20?

    Hallo Matthias

    Wasser hat bei 4 °C seine größte Dichte (das kleinste Volumen) und dehnt sich daher bei 0 °C (dem Gefrierpunkt) wieder aus. Das Phänomen wird Anomalie des Wassers genannt.

    Gruß Alex

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