HILFE!!: phasendiagramme & unschärfeprinzip

Von: , Frage gestellt am Mi, 7. Jun 2000

hallo liebe physiker!
ich bin abiturient und muss leider in die existenzprüfung in physik. die themen, die ich können muss, verstehe ich. nur bei den oben genannten themen, der heisenbergschen unschärferelation und dem erstellen von phasendiagrammen zum bestimmen der phasenverschiebung von I und U bei wechselspannungswiderständen (C und L), sowie die leistungen (blindleistung, scheinleistung, wirkleistung) im wechelstromkreis, habe ich noch einige verständnisprobleme.
es wäre sehr, sehr nett, wenn mir jemand in diesen bereichen auf die sprünge helfen könnte, bzw. mir url's oder referate zu diesen themen mit anschaulicher erklärung zuschicken könnte.
bin sehr dankbar für jede hilfe (noch ein jahr schule?! nein danke! ;-) )

euer marten

15 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einem Tag hilfreich
    *immernochkniefallübendumhilfebittend*

    hallo
    gibt es denn wirklich keine schlauen physiker, die eine antwort parat haben?
    keine seite auf der die themen erklärt werden? oder ein referat dazu?

    gebt euch doch bitte einen ruck!

    *beiantwortsehrdankbar* marten

    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      Teilantwort

      Hallo Marten,

      also: Die Unschärferelation von Heisenberg besagt im Prinzip, daß man bestimmte Paare von physikalischen Größen nicht gleichzeitig beliebig genau messen kann. Das gilt zum Beispiel für die Paare Impuls/Ort und Energie/Zeit. Das Produkt der Unschärfen beider Messungen ist immer größer als ein bestimmter Wert (welcher, muß ich erst nachsehen).

      Über die Phasendiagramme weiß ich leider nichts.

      Gruß, Kubi

      • Antwort von nach einem Tag hilfreich
        danke, das ist ja schon ein bisschen

        thanks

      • Antwort von nach einem Tag hilfreich
        Re: Teilantwort

        also: Die Unschärferelation von
        Heisenberg besagt im Prinzip, daß man
        bestimmte Paare von physikalischen Größen
        nicht gleichzeitig beliebig genau messen
        kann.
        Ganz wichtige Anmerkung:
        Das hat nichts mit Messungenauigkeit zu
        tun. Es ist eine prinzipielle Angelegen-
        heit. Also, selbst wenn ich unendlich
        genau messen koennte (was natuerlich illu-
        sorisch ist), ist es absolut nicht moeglich,
        z.B. Ort und Impuls eines Elektrons
        gleichzeitig zu bestimmen. Dies hat eine
        ganz entscheidende Auswirkung, denn wie
        soll ich die Bahn eines Elektrons berechnen,
        wenn ich Ort und Impuls (Geschwindigkeit)
        nicht zur gleichen Zeit genau messen kann.
        Die Antwort: Es geht in der Tat nicht und
        die Quantenphysik beschreibt auch keine
        Elektronen-Bahnen (wie gern beim Atommodell
        verwendet), sondern Orbitale, welche die
        Aufenthaltswahrscheinlichkeit (Betonung
        auf Wahrscheinlichkeit!!!) von Elektronen
        verkoerpern. Du siehst also, die
        Unbestimmtheitsrelation (der Begriff
        Unschaerferelation wird zwar oft verwendet,
        ist eigentlich aber ungenau) ist der Kern
        der Quantentheorie.

        Warum so eine Unbestimmtheit?
        Auch das kann man verstehen. Die Quanten-
        physik versucht den Mikrokosmos zu
        beschreiben. Immer, wenn ich eine Messung
        an einem System (z.B. Atom) vornehme, wirke
        ich darauf ein. Waehrend man bei der
        Beschreibung makroskopischer Dinge davon
        ausgehen kann, dass das System, an welchem
        gemessen wird, durch die Messung unberuehrt
        bleibt, kann man das im Mikrokosmos nicht
        mehr. Meine Messung veraendert also den
        Zustand des Atoms. Verschiedene
        Messeinrichtungen veraendern den Zustand des
        Atoms auf verschiedene Weise. Und wenn ich
        jetzt Ort und Impuls gleichzeitig messen
        will, dann veraendern beide
        Messeinrichtungen (wie diese aussehen, ist
        irrelevant) das Atom auf eine andere Weise.
        Der Zustand des Atom ist also zum Zeitpunkt
        der Messung unbestimmt.

        MEB

        • Antwort von nach einem Tag hilfreich
          danke, das war gut

          -)))
          *breitgrinsundversteh*

        • Antwort von nach 7 Tagen hilfreich
          Re^2: Teilantwort

          also: Die Unschärferelation von
          Heisenberg besagt im Prinzip, daß man
          bestimmte Paare von physikalischen Größen
          nicht gleichzeitig beliebig genau messen
          kann.
          Ganz wichtige Anmerkung:
          Das hat nichts mit Messungenauigkeit zu
          tun. Es ist eine prinzipielle Angelegen-
          heit.
          Das stimmt natürlich. Hätte ich auch sagen müssen. Schäm... Warum so eine Unbestimmtheit?
          Auch das kann man verstehen. Die Quanten-
          physik versucht den Mikrokosmos zu
          beschreiben. Immer, wenn ich eine Messung
          an einem System (z.B. Atom) vornehme, wirke
          ich darauf ein [Details gekürzt]
          Meines Wissens ist dieses nur eine Eselsbrücke zum Verständnis, hat aber nichts mit einer tatsächlichen "körperlichen" Einwirkung zu tun. Aber ist natürlich für diesen Zweck gut geeignet.

          Kubi

          • Antwort von nach 7 Tagen hilfreich
            Re^3: Teilantwort

            Immer, wenn ich eine Messung
            an einem System (z.B. Atom) vornehme, wirke
            ich darauf ein
            Meines Wissens ist dieses nur eine Eselsbrücke zum
            Verständnis,
            Es ist mehr als nur eine Eselsbruecke.
            In der Quantenphysik spricht man korrekterweise davon,
            dass der Messprozess zu einer Aenderung des Zustandes
            des betrachteten Systems fuehrt.
            Genau auf dieser Idee baut der Hilbertraumformalismus auf,
            der fuer die mathematische Beschreibung quantenphysikalischer
            Phaenomene gern verwendet wird. Man muß doch eingestehen,
            diese Herangehensweise (Messung beeinflusst Messobjekt) ist
            irgendwie logisch.

            MEB

            • Antwort von nach 7 Tagen hilfreich
              wirklich?

              Es ist mehr als nur eine Eselsbruecke.
              In der Quantenphysik spricht man korrekterweise davon,
              dass der Messprozess zu einer Aenderung des Zustandes
              des betrachteten Systems fuehrt.
              Zunächst einmal: Deine Antworten lesen sich sehr professionell, daher vermute ich, daß Du meine Einwände sicher zerschlagen wirst.

              Ich habe diese Sache mit "Messung stört Zustand" ebenfalls als Erklärung für den Laien in Erinnerung. Soweit ich mich erinnere, erklärt die Quantenmechanik (QM) das Phänomen der Unbestimmtheit völlig unabhängig tatsächlich erfolgenden Messungen. Es heißt ja auch nicht umsonst das Unbestimmtheits*prinzip*, denn es ist eben aus *Prinzip* so, dass z.B. Ort und Impuls nicht gleichzeitig bestimmbar sind. Es gibt wohl durch Wechselwirkung zwischen Teilchen die theoretische Überlegung, bei einem der Wechselwirkenden Teilchen den Ort zu messen und zeitgleich über das/die andere(n) Teilchen auf den Impuls des ersten Teilchens zu schließen. Somit haette ich Impuls und Ort des Teilchens für diesen einen Moment bestimmt. Das Unbestimmtheitsprinzip verbietet das aber und es funktioniert in der Realität ja tatsächlich nicht. Es hat aber in diesem Beispiel nichts damit zu tun, dass meine Ortsmessung den Zustand des ersten Teilchens verändert hat.

              meint C.
              (Dies sind übrigens aus dem Gedächtnis zitierte Vorgänge, die u.U. von mir falsch wiedergegeben wurden. Entschuldigt daher bitte grob fahrlässige Fehler in meiner Argumentation.)

            • Antwort von nach 8 Tagen hilfreich
              Re: wirklich?

              Zunächst einmal: Deine Antworten lesen sich sehr
              professionell,

              Dafuer danke ich.

              Was Messungen und Quantenphysik angeht, bin ich durch W-W-W
              auf ein Buch aufmerksam gemacht worden, das ich ueberaus
              interessant fand. Es ist von Gary Zukav und nennt sich
              "Die tanzenden Wu Li Meister". Es handelt ueber moderne
              Physik, ist aber von einem Nichtphysiker geschrieben und
              enthaelt keine Formeln. Kann ich waermstens empfehlen.

              Ich habe gemerkt, dass sich gelernte Physiker (ich bin einer
              davon) allzuoft hinter mathematischen Formulierungen verstecken.
              Dieses Buch ist das genaue Gegenteil davon. Es versucht in
              verstaendlichen Worten die Grundideen der mathematischen
              Formalismen herueberzubringen. Als ich dieses Buch las, war
              ich erstaunt, wieviele Dinge ich davon wiedererkannte (in Form
              von mathematischen Formulierungen, die mir bekannt waren).

              Um die Heisenbergsche Unbestimmtheit noch einmal heranzubringen:
              Es ist in der Tat ein Grundprinzip, welches nichts mit Mess-
              unsicherheiten (also Messfehlern) zu tun hat. Dennoch liegt das
              Prinzip im Messprozess begruendet. Da das Messen auf den Zustand
              eines Systems einwirkt und aendert, sind beliebig verschiedene
              Groessen nicht gleichzeitig beliebig genau bestimmbar.

              Um ein wenig mehr den mathematischen Formalismus zu beleuchten:
              Physikalische Groessen wie z.B. der Impuls werden in der
              Quantenphysik als "Operatoren" beschrieben. Ein physikalisches
              System (z.B. ein Atom) wird durch Zustandsfunktionen beschrieben.
              Die Operatoren kann man auf die Zustandsfunktionen anwenden
              (wie eine gewoehnliche Rechenoperation wie z.B. Addieren). Dabei
              entsteht eine neue Zustandsfunktion. Diese Anwendung des
              Operators (Operation) ist nichts anderes als der Messprozess
              selbst. Gemessen werden sogenannte "Eigenwerte" des Operators.

              Die Staerke der Quantenphysik liegt meines Erachtens gerade
              darin, dass sie ohne Annahmen wie einen gegebenen Raum oder
              gegebene Koerper auskommt. Sie geht gleich an die Philosophie
              des Messens heran. Nur das Messergebnis ist das einzig
              physikalisch verwertbare! Denn, was waere ein Elektron, wenn
              ich es nie nachweisen koennte? Ist es dann trotzdem existent?
              Oder, was haette es fuer einen Sinn, ueber Teilchen zu
              schwafeln, deren Existenz man gar nicht experimentell
              nachweisen kann?

              MEB



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