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Re: eigenwert
Hi,
also ohne den Begriff eines Vektorraumes kommst Du da nicht weit. Aber es reicht aus, sich diesen als Raum der Spaltenvektoren vorzustellen. Jetzt hast Du eine Quadratische Matrix, also eine lineare Vorschrift, aus einem Vektor einen neuen zu bauen. Im allgemeinen hat der neue recht wenig mit dem alten gemeinsam. Wenn man sich dann fragt, ob beide nicht zuf"allig mal in die gleiche Richtung weisen k"onnten, dann ist die Antwort vielleicht, wenn man reelle Vielfache und sicher, wenn man komplexe Vielfache zul"asst. Die Vielfachheit heisst dann Eigenwert, der Vektor Eigenvektor. Eigen deshalb, weil dies charakteristische Gr"ossen der Matrix sind, zumindest der Eigenwert bleibt bei Basiswechsel erhalten, der Vektor..., aber das sind schon die Niederungen der abstrakten Vektorr"aume.
Tja, und f"ur Differentialoperatoren funktioniert es eigentlich genauso, nur dass man jetzt noch etwas mehr Theorie der normierten Vektorr"aume machen muss, damit man in den unendlich vielen Dimensionen nicht die Orientierung verliert.
Eine Funktion f entspricht einem Vektor, und die Funktionswerte im wesentlichen den Koordinaten, d.h. f(x) ist die Koordinate zum Index x.
Nun sind die Funktionen stetig (differenzierbar,...), so dass nicht alles so konstruierte im Vektorraum auftaucht, und das macht die erw"ahnte Schwierigkeit aus.
Wenn Du aber alles diskretisierst, dann bist Du wieder im endlichdimensionalen, und unter intuitiven Voraussetzungen an die Diskretisierung auch meist nahe genug am (idealen) Problem, um brauchbare Ergebnisse zu erhalten, d.h. Eigenwerte und Eigenfunktionen sind gute Approximationen an das kontinuierliche Problem.
Ciao Lutz