Eine Frage der Zeit

Von: , Frage gestellt am Di, 5. Okt 1999

Hallo

Angenommen ein Astronaut fliegt mit hoher Geschwindigkeit durch das All-vergeht die Zeit für Ihn langsamer als bei uns auf der erde.
Wenner jetz sagen wir mal 10Jahre (auf der ERDE) fliegen würde wäre er dann auch um 10 jahre gealtert oder nur um die zeit doe für ihn verstrichen ist?
gibt es eine Formel mit der man die Zeitverlangsamung ausrechnen kann?

Danke Micha

11 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 6 Stunden hilfreich
    Re: Eine Frage der Zeit

    Re: Eine Frage der Zeit


    Dada sagt: Wenn in unendlich vielen Universen, auf unendlich vielen
    Planeten unendlich viele Wesen unendlich viel Unfug machen, ist es nur eine
    Frage der Zeit, bis eines von ihnen Windows entwickelt.
    Hochdadavoll
    Herbert [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  2. Antwort von nach 7 Stunden hilfreich
    Re: Eine Frage der Zeit

    Angenommen ein Astronaut fliegt mit hoher
    Geschwindigkeit durch das All-vergeht die
    Zeit für Ihn langsamer als bei uns auf
    der erde.
    Wenner jetz sagen wir mal 10Jahre (auf
    der ERDE) fliegen würde wäre er dann auch
    um 10 jahre gealtert oder nur um die zeit
    doe für ihn verstrichen ist?
    gibt es eine Formel mit der man die
    Zeitverlangsamung ausrechnen kann?

    Du sprichst ueber das sogenannte
    Zwillingsparadoxon oder, wie die Fachleute
    es zu nennen pflegen, die Zeitdilatation
    (Zeitdehnung). Sie gehoeren zu dem "Unsinn",
    den Einstein in seiner speziellen
    Relativitaetstheorie verbreitet hat ;-)
    Wie Du schon vermutest ist es in der Tat so,
    dass fuer den Mensch auf dem Raumschiff nur
    die Zeit verstreicht, die auf dem Schiff
    ablaeuft (meinetwegen ein Jahr, waehrend auf
    der Erde 10 Jahre vergangen sind). Das
    heisst aber nicht, dass man durch schnell
    fliegen laenger lebt, das eine Jahr auf dem
    Schiff wirst Du genauso empfinden wie ein
    Jahr auf der Erde. Aus Deiner Sicht auf
    dem Schiff aendert sich also an der "Laenge"
    eines Jahres nichts.

    Die Zeitdilatation, so unglaublich sie
    unseren "gesunden" Menschenverstand mit
    Fuessen tritt, gilt als nachgewiesen. Es
    gibt eine Sorte von Elementarteilchen, die
    in den oberen Schichten der Erdatmosphaere
    entstehen und dann mit nahezu
    Lichtgeschwindigkeit zur Erdoberflaeche
    fliegen. Man weiss, das diese Teilchen
    nach 2 Mikrosekunden zerfallen und theoretisch die Erdoberflaeche nicht
    "lebend" erreichen duerften. Sie tun es trotzdem, nach ueber 60 Mikrosekunden Flug.
    Die Loesung ist die Zeitdilatation: Aus der
    Sicht des Beobachters auf der Erde vergehen
    ueber 60 Mikrosekunden (die Zeit des
    Teilchens ist gedehnt). Aus der Sicht des
    Teilchens aber vergehen nicht mehr als 2
    Mikrosekunden.

    Die Formel:
    t' = t / sqrt(1-v^2/c^2)
    t' - gedehnte Zeit (z.B. die der Beobachter
    auf der Erdoberflaeche misst)
    t - Zeit, welche z.B. das Teilchen "misst"
    v - Geschwindigkeit des Teilchens
    c - Vakuumlichtgeschwindigkeit
    (rund 300000km/s)
    sqrt() bedeutet Quadratwurzel aus ().

    MEB

    • Antwort von nach 10 Stunden hilfreich
      Re^2: Eine Frage der Zeit

      Du sprichst ueber das sogenannte
      Zwillingsparadoxon oder, wie die
      Fachleute
      es zu nennen pflegen, die Zeitdilatation
      (Zeitdehnung).
      Hallo MEB!

      Du hast Michaels Frage sehr gut beantwortet. In einem Punkt hast Du aber nicht recht: Die Begriffe "Zeitdilatation" und "Zwillingsparadoxon" bezeichnen nicht dasselbe Phänomen!

      Die Zeitdilatation ist eine Folgerung aus den Prinzipien der SRT (also Einsteins Postulate "Lichtgeschwindigkeit immer gleich groß, unabhängig vom Bewegungszustand des Beobachters" und "alle Intertialsysteme gleichberechtigt"). Sie tritt immer dann auf, wenn sich zwei Bezugssysteme A und B relativ zueinander bewegen. Ein Beobachter in A stellt dann fest, daß die von ihm gemessene Zeit in B verlangsamt abläuft, und dasselbe stellt auch ein Beobachter in B fest, wenn er den Ablauf der Zeit in A mißt! Die Zeitdilatation ist also ein symmetrischer Effekt.

      Zum "Zwillingsparadoxon" dagegen führt folgendes Gedankenexperiment. Einer von zwei Zwillingsbrüdern setzt sich in ein schnelles Raumschiff, das z. B. mit 0.9 c
      fliegt, und macht damit eine Reise ins All. Nach einem Jahr kehrt er um und fliegt zur Erde zurück. Er war also zwei Jahre unterwegs. Bei seiner Ankunft stellt er jedoch entsetzt fest, daß sein Bruder nicht auch um zwei Jahre, sondern z. B. um 20 Jahre gealtert ist. Diese Behauptung provoziert aber geradezu folgenden Einwand: Man könnte ja ebensogut den Reisenden als in Ruhe befindlich und die Erde als relativ zu ihm bewegt ansehen, und bei dieser Betrachtungsweise müßte ja wohl der Reisende schneller gealtert sein, was im Widerspruch zur ursprünglichen Aussage steht. Das ist das Paradoxe am Zwillingsparadoxon. Zu seiner Auflösung gelangt man, wenn man bedenkt, daß sich der Reisende in einem wesentlichen Punkt von seinem Bruder unterscheidet: Er bleibt nicht während der gesamten Zeit in ein- und demselben Inertialsystem, sondern wechselt am Umkehrpunkt seiner Reise in ein anderes, das "Rück-System", das sich gegenüber dem "Hin-System" mit hoher Geschwindigkeit bewegt (das das Wechseln natürlich nicht "schlagartig", sondern allmählich erfolgt, spielt keine Rolle). Deshalb ist das Zwillingsparadoxon im Gegensatz zur Zeitdilatation ein asymmetrischer Effekt.

      Gruß
      Martin

      • Antwort von nach 11 Stunden hilfreich
        Re^3: Eine Frage der Zeit

        Hallo Martin In einem Punkt hast
        Du aber nicht recht: Die Begriffe
        "Zeitdilatation" und "Zwillingsparadoxon"
        bezeichnen nicht dasselbe Phänomen!

        Man lernt eben nie aus... Zum "Zwillingsparadoxon" dagegen führt
        folgendes Gedankenexperiment. Einer von
        zwei Zwillingsbrüdern setzt sich in ein
        schnelles Raumschiff, das z. B. mit 0.9 c
        fliegt, und macht damit eine Reise ins
        All. Nach einem Jahr kehrt er um und
        fliegt zur Erde zurück. Er war also zwei
        Jahre unterwegs. Bei seiner Ankunft
        stellt er jedoch entsetzt fest, daß sein
        Bruder nicht auch um zwei Jahre, sondern
        z. B. um 20 Jahre gealtert ist. Diese
        Behauptung provoziert aber geradezu
        folgenden Einwand: Man könnte ja
        ebensogut den Reisenden als in Ruhe
        befindlich und die Erde als relativ zu
        ihm bewegt ansehen, und bei dieser
        Betrachtungsweise müßte ja wohl der
        Reisende schneller gealtert sein,
        was im Widerspruch zur ursprünglichen
        Aussage steht. Das ist das Paradoxe am
        Zwillingsparadoxon.
        Klingt einleuchtend. Zu seiner Auflösung
        gelangt man, wenn man bedenkt, daß sich
        der Reisende in einem wesentlichen Punkt
        von seinem Bruder unterscheidet: Er
        bleibt nicht während der gesamten Zeit in
        ein- und demselben Inertialsystem,
        sondern wechselt am Umkehrpunkt seiner
        Reise in ein anderes, das "Rück-System",
        das sich gegenüber dem "Hin-System" mit
        hoher Geschwindigkeit bewegt.
        Hier ist mir noch eins unklar.
        Oben schriebst Du, man kann genausogut den
        Reisenden als in Ruhe betrachten und
        die Erde als in Bewegung, dann muesste die
        Erde das Bezugssystem wechseln...???
        Wo liegt da der "Hase im Pfeffer begraben"?

        Gruesse
        MEB

        • Antwort von nach 12 Stunden hilfreich
          Re^4: Eine Frage der Zeit

          Hier ist mir noch eins unklar.
          Oben schriebst Du, man kann genausogut
          den
          Reisenden als in Ruhe betrachten und
          die Erde als in Bewegung, dann muesste
          die
          Erde das Bezugssystem wechseln...???
          Wo liegt da der "Hase im Pfeffer
          begraben"?
          Die Erde ändert ihre Bewegungsrichtung nicht !?!?!?!?

          Nur eine Vermutung ...

          Greetinx Latze

          • Antwort von nach 17 Stunden hilfreich
            Re^5: Eine Frage der Zeit

            Hi, tut sie latürnich. aber in dem Gedankenexperiment tut sies nich'. Und auch in Natura bewegt sie sich nur mit geringer (d.h. v<<c) Geschwindigkeit innerhalb eines einigermaßen echten Inertialsystems, nehmlich der Galaxis (o.k. da dreht sie sich auch schnell rum, aber wir wollen nicht zu sehr ins detail gehen).

            Max [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

        • Antwort von nach 12 Stunden hilfreich
          Re^4: Eine Frage der Zeit

          Hier ist mir noch eins unklar.
          Oben schriebst Du, man kann genausogut
          den
          Reisenden als in Ruhe betrachten und
          die Erde als in Bewegung, dann muesste
          die
          Erde das Bezugssystem wechseln...???
          Wo liegt da der "Hase im Pfeffer
          begraben"?

          Der Reisende in der Rakete sieht zwar die Erde wegfliegen und wieder n"aher kommen,
          der Unterschied liegt aber in auftretenden Kr"aften. Die Rakete wird ja beschleunigt und nicht die Erde. Der Reisende kann w"ahrend seiner Reise feststellen, dass Kr"afte wirken. Damit stellt die Rakete kein Inertialsystem dar, die Erde ist aber ein solches (f"ur die gesamte betrachtete Zeit).

          Der Pilot wechselt sein Inertialsystem, in dem er w"ahrend der Reise ruht, w"ahrend der andere auf der Erde st"andig im selben Inert.syst. ruht.

          Ciao,
          MTH

          P.S.: Zum Thema Relativit"atstheorie "ubrigens ein Buchtipp:

          Roman Sexl, Herbert K. Schmidt:
          Raum Zeit Relativit"at
          (vieweg studium)

          Seeeehr verst"andlich dargestellt, ein wenig Formeln (die aber nicht unbedingt zum Verst"andniss notwendig sind)

          • Antwort von nach einem Tag hilfreich
            Re^5: Eine Frage der Zeit

            Habe mich mal eingehender mit dem
            Zwillingsparadoxon befasst.
            Wie schon erwaehnt, empfinden der
            Beobachter auf der Erde E und auf dem Schiff
            S die Zeit des anderen als gedehnt, was
            heisst, dass E denkt auf S vergeht die Zeit
            langsamer aber auch S denkt, auf E vergeht
            die Zeit langsamer, was irgendwie paradox
            ist. Diese Aussage nimmt aber
            stillschweigend an, dass man Uhrenablesungen
            in beiden Systemen als gleichzeitig
            betrachten kann. Das ist in der speziellen
            Rel.-theorie ein "grober Verstoss gegen die
            innere Ordnung". Das einzige, was man machen
            kann, ist zu klaeren, welche Zeit wuerde
            S auf einer Uhr in E ablesen (von mir aus
            mit einem Fernrohr ;-). Man muss also die
            Lichtausbreitung beruecksichtigen, und dann
            funktioniert das ganze auch. Der Reisende in der Rakete sieht zwar die
            Erde wegfliegen und wieder n"aher kommen,
            der Unterschied liegt aber in
            auftretenden Kr"aften. Die Rakete wird ja
            beschleunigt und nicht die Erde. Der
            Reisende kann w"ahrend seiner Reise
            feststellen, dass Kr"afte wirken. Damit
            stellt die Rakete kein Inertialsystem
            dar, die Erde ist aber ein solches (f"ur
            die gesamte betrachtete Zeit).

            An der Stelle habe ich noch immer ein
            Problem. Ein Inertialsystem ist ein System,
            das sich gleichfoermig, gleichmaessig
            bewegt. Gleichfoermig, gleichmaessig
            bezueglich was? Ich habe den Begriff
            Inertialsystem so verstanden: Ich formuliere
            physikalische Gesetze innerhalb eines
            beliebigen Systems (meinetwegen auf der
            Erde, die ja auch kein Inertialsystem sein
            duerfte, da sie ja rotiert, um die Sonne
            eiert, mit ihr um das Zentrum der
            Galaxis...). Alle Systeme, die sich
            gleichfoermig, gleichmaessig bezueglich
            des gewaehlten Systems bewegen, sind
            Inertialsystem bezueglich des gewaehlen,
            in diesem gelten die gleichen Gesetze
            wie im gewaehlten. Sollte ich damit falsch
            liegen, bitte ich das zu berichtigen.

            MEB

            • Antwort von nach einem Tag hilfreich
              Re^6: Eine Frage der Zeit

              Das einzige, was man
              machen
              kann, ist zu klaeren, welche Zeit wuerde
              S auf einer Uhr in E ablesen (von mir aus
              mit einem Fernrohr ;-). Man muss also die
              Lichtausbreitung beruecksichtigen, und
              dann
              funktioniert das ganze auch.
              Genau, das ist richtig! Um Aussagen "uber den Zeitverlauf in einem System machen zu k"onnen, muss ich ganz konkret eine Uhr (und damit den Zeitverlauf) in diesem System anschauen, denn da die Zeit keinen absoluten Verlauf hat, kann sich der Verlauf ja "andern. An der Stelle habe ich noch immer ein
              Problem. Ein Inertialsystem ist ein
              System,
              das sich gleichfoermig, gleichmaessig
              bewegt. Gleichfoermig, gleichmaessig
              bezueglich was?
              Ein Inertialsystem ist ein System, das sich kr"aftefrei bewegt! Und damit bewegt es sich geradlinig-gleichf"ormig.
              Die Frage bez"uglich was ist damit hinf"allig; der Zustand des Systems kann aus dem System selbst bestimmt werden, ein Vergleich mit einem anderen System ist nicht n"otig. Erde, die ja auch kein Inertialsystem
              sein duerfte, da sie ja rotiert, um die
              Sonne eiert, mit ihr um das Zentrum der
              Galaxis...).
              Stimmt!
              Aber n"aherungsweise ist die Erde ein Inertialsystem (jedenfalls kurzzeitig).
              So kann ein Punkt, der sich mit dem Erdmittelpunkt mitbewegt und st"andig zur Sonne schaut (damit bringe ich die Rotation der Erde um sich selbst aus dem System heraus) kann f"ur einige Tage als Inertialsystem betrachtet werden. Die Erde bewegt sich w"ahrend dieser Zeit etwa geradlinig. Ein Punkt auf der Erdoberfl"ache ist f"ur etwa eine Stunde ein Inertialsystem. (aus dem Buch, das ich im anderen Posting empfohlen habe) Alle Systeme, die sich gleichfoermig,
              gleichmaessig bezueglich des gewaehlten
              Systems bewegen, sind Inertialsystem
              bezueglich des gewaehlen,
              in diesem gelten die gleichen Gesetze
              wie im gewaehlten.
              F"ur die Auswahl eines Inertialsystems ist kein Vergleich mit irgendwelchen anderen Systemen notwendig (siehe die Def. f"ur ein Inertialsystem oben).

              Macht Spa"s, sich ganz konkret mit diesen Problemen zu besch"aftigen.

              Ciao,
              MTH



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