Gravitationsversuche

Von: , Frage gestellt am Sa, 14. Okt 2000

Ich wuerde gerne die Gravitationskraft "erleben". Nun ist mir die Kraft, die die Erde schon im Mutterleib auf mich ausuebte leider nicht mehr "erlebbar" genug - ich habe zuviele fallende Aepfel gesehen um mich darueber noch zu wundern.
Ich begann also Streichhoelzer in meine wassergefuellte Badewanne zu werfen und beobachtete, wie sie einander anzogen oder von dem Rand der Wanne angezogen wurden. Das ist sehr zeitaufwaendig und nachdem meine 3 1/2 jaehrige Tochter anfing sich ueber einen Vater zu wundern, der seit Stunden Streichhoelzer in der Badewanne beobachtet welche sich so langsam bewegten, dass sie es nicht sehen konnte begann ich mir andere Versuche auszudenken. Alles was mir einfaellt ist sehr aufwendig und ich habe nur ein kleines Kellerlabor ohne viel Geraetschaften.
Hat jemand eine Idee wie ich auf einfache Art einen Versuch durchfuehren kann, der die Gravitation fuer mich "sichtbar" macht? (So wie die Eisenspaene das Magnetfeld "sichtbar" macht)
Marcus

20 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Stunde hilfreich
    Re: Gravitationsversuche

    Hat jemand eine Idee wie ich auf einfache Art einen Versuch
    durchfuehren kann, der die Gravitation fuer mich "sichtbar"
    macht? (So wie die Eisenspaene das Magnetfeld "sichtbar"
    macht)
    Hallo Marcus,
    häng ein Pendel auf und überprüfe die gesamten damit zusammenhängenden Gesetze. Es sollte ein fast mathematisches Modell sein: langer dünner Faden und kleine kompakte Masse (Bleikugel).
    Die schiefe Ebene fällt mir auch noch ein.
    Viel Spaß!
    Mit freundlichen Grüßen
    Alexander Berresheim

    • Antwort von nach 22 Stunden hilfreich
      Re^2: Gravitationsversuche

      Hallo Marcus,
      häng ein Pendel auf und überprüfe die gesamten damit
      zusammenhängenden Gesetze. Es sollte ein fast mathematisches
      Modell sein: langer dünner Faden und kleine kompakte Masse
      (Bleikugel).
      Die schiefe Ebene fällt mir auch noch ein.
      Danke, aber was soll ich denn mit dem Pendel oder der schiefen Ebene machen?

      • Antwort von nach 23 Stunden hilfreich
        Re^3: Gravitationsversuche

        Wenn Du Dich ernsthaft mit der Gravitation beschäftigst sollte Dir das aber klar sein. Du setzt die Gesetze als bekannt voraus und wendest sie auf Deine Beobachtungen an. Beim auflösen der Gleichungen wirst Du dann auf einen Faktor stoßen der so um die 9 oder 10 herumliegt. Und das ist dann je nach Meßaufwand und Genauigkeit die Erdbeschleunigung.
        Mit freundlichen Grüßen
        Alexander Berresheim [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  2. Antwort von nach 6 Stunden hilfreich
    Re: Gravitationsversuche

    Hallo Marcus,

    zunächst einmal: was Du da in der Badewanne gesehen hast war sicherlich nicht die Gravitationskraft, sondern eher Effekte der Oberflächenspannung des Wassers.
    Du kannst die Gravitationkraft direkt messen indem Du eine Hantel in der Mitte an einem sehr dünnen Band aufhängst. Dann eine zweite Hantel in möglichst flachem Winkel auf die selbe Ebene befestigt und dann die Auslenkung der aufgehängten ahntel misst. Das Experiment erfordert aber schon ein bischen mehr Feinmechanik.

    Max [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  3. Antwort von nach 6 Stunden hilfreich
    Nachtrag vom Autor...

    Ist das, was ich in meiner Badewanne beobachtete (siehe Hauptfrage oben) eigentlich wirklich die Gravitation oder hat die Anziehung zwischen den Hoelzchen (auch) andere Gruende (z.B. Oberflaechenspannung des Wassers)?

    Ergaenzende Erklaerung zum Versuchsaufbau:
    Ich werfe etwa 30 Streichhoelzer in ein Wasserbecken (hier Badewanne). Das Wasser war zum Zeitpunkt des Reinwerfens in Ruhe (keine Wirbel, Stroemungen o.d.gl.). Danach waren die Hoelzchen erst chaotisch verteilt. Nach etwa einer Stunde beruehrte jedes Hoelzchen entweder andere (manchmal in Reihe, manchmal parallel) oder es beruehrte den Rand der Wanne oder beides. Es gab kein Hoelzchen mehr, welches frei im Wasser schwamm.

    Wer mir nicht glaubt, moege sich eine Stunde Zeit nehmen und den Versuch durchfuehren. Ich rate aus Erkenntnisgruenden sich hierbei auch die Zeit zu nehmen, die Bewegung der Hoelzchen zu verfolgen und wirklich eine Stunde auf's Wasser zu blicken (macht Euch schoene Musik nebenbei).
    Es ist aufregender etwas selbst zu erleben, als zu lesen, was andere erlebt haben.

    Also, ist das nun Gravitation???

    Marcus

  4. Antwort von nach 18 Stunden hilfreich
    Re: Gravitationsversuche

    Hallo,
    die Gravitation ist eine extrem schwache Kraft, die erst bei sehr großen Massen wirkt. Zwei Ozeanriesen (Schiffe) ziehen sich z.B. mit einer Kraft von ca. 1 kp an. Das ist schon bei geringsten Störungseinflüssen durch das umgebende Wasser oder durch Wind schon fast nicht mehr herauszufiltern.
    Streichhölzer in die Wanne zu werfen ist also völlig nutzlos, ebenso die Pendelei, die meine Vorredner vorschlugen, Du brauchst sehr empfindliche Messapparaturen. Du wirst kein Experiment aufbauen können, das zufrieden stellt - schon gar nicht Deine Tochter.
    Nicht umsonst hat die Menschheit so lange gebraucht, die Gravitationsgesetze zu erkennen (Newton im 17. Jhdt.).
    Gruss, Stucki

    • Antwort von nach 18 Stunden hilfreich
      Re^2: Gravitationsversuche

      hi Stucki,

      der von mir skizzierte Versuchsaufbau ist ein typischer Schulversuch. Ich habe ihn dort jedenfalls vor 20 Jahren durchgeführt.

      Max [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

      • Antwort von nach 22 Stunden hilfreich
        Re^3: Gravitationsversuche

        der von mir skizzierte Versuchsaufbau ist ein typischer
        Schulversuch. Ich habe ihn dort jedenfalls vor 20 Jahren
        durchgeführt.

        Max
        Ich bin schon in der Vorbereitung und suche nur noch passende Massen

    • Antwort von nach 21 Stunden hilfreich
      Re^2: Gravitationsversuche

      Also gut, dann ist es eben keine Gravitation, aber was ist es dann, was meine Streichhoelzer einander anziehen laesst???

      Es sah zumindest aus, wie etwas, dass dem Kraftgesetz folgt. Die Hoelzchen bewegten sich erst sehr langsam aufeinander zu und wurden immer schneller, je naeher sie sich kamen (F=(M x m)/r²) die Gravitation ist eine extrem schwache Kraft, die erst bei
      sehr großen Massen wirkt.
      Das ist ja wohl relativ, denn nach unserem Weltbild wirkt z.B. auch eine Gravitationskraft zwischen einem Elektron auf der Sonne und einem- auf der Erde.
      Mag die Gravitation zwischen meinen Hoelzchen auch klein sein, so ist sie doch vorhanden und zwar kontinuierlich (verglichen mit dem Elektronenbeispiel ist sie sogar enorm gross).
      Die Frage ist nur ob sie groesser ist als die Bindungskraefte zwischen den Wassermolekuelen, welche wohl den Wiederstand darstellen.

      Zwei Ozeanriesen (Schiffe) ziehen sich z.B. mit einer Kraft von ca. 1 kp an. Das ist schon bei
      geringsten Störungseinflüssen durch das umgebende Wasser oder
      durch Wind schon fast nicht mehr herauszufiltern.
      In meiner Wanne gibt es (fast) keine Stoerfaktoren.

      Marcus



Keine passende Antwort gefunden? Jetzt eigene Frage stellen!