Mal wieder eine Frage zu Supraleitern

Von: , Frage gestellt am Mo, 30. Okt 2000

Hi,

Nachdem ich versucht habe, Eure letzten Antworten zu verdauen, hier eine neue Frage:

Was passiert, wenn ich aus einem supraleitenden Marierial einen
Ring baue und diesen ein Stueck weit in ein elektrisches Wirbelfeld
tauche (Ich kann mich irgendwie aus dem Pyhsikunterricht daran erinnern, dass es sowas gab)? D.h die Elektronen in dem Teil, das
im Feld haengt, erfahren eine Beschleunigung, ohne dass sie gebermst werden, wenn sie das Feld wieder verlassen. Bekomme
ich dann lichtschnelle Eelektronen und ein ziemlich beliebig grosses Magnetfeld ? Oder braucht die Synchrotronstrahlung irgendwann einfach die Wirkung des Feldes auf ?

Danke
Martin

6 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 4 Stunden hilfreich
    Re: Mal wieder eine Frage zu Supraleitern

    Bekomme ich dann lichtschnelle Eelektronen und ein ziemlich beliebig grosses Magnetfeld ?
    Natürlich nicht, das würde dem Energieerhaltungssatz wiedersprechen. Ein Supraleiter hat zwar keinen ohmschen Wiederstand, aber das bedeutet nicht, daß er auch keine Induktivität hat. Wenn ein Magnetfeld im Supraleiter einen Strom induziert, dann bildet sich um diesen Strom ebenfalls ein Magnetfeld, welches dem Erregerfeld entgegengesetzt ist und so die weitere Induktion behindert. Je schneller also die Elektronen im Supraleiter werden, um so stärker wird ihr eigenes Magnetfeld und um so mehr wird das Erregerfeld geschwächt. Irgendwann wird das Erregerfeld ganz aufgehoben und die Elektronen werden nicht weiter beschleunigt.

    • Antwort von nach 4 Stunden hilfreich
      Re^2: Mal wieder eine Frage zu Supraleitern

      Natürlich nicht, das würde dem Energieerhaltungssatz
      wiedersprechen.
      Schon klar, deswegen frage ich ja.

      Ein Supraleiter hat zwar keinen ohmschen Wiederstand, aber das bedeutet nicht, daß er auch keine
      Induktivität hat. Wenn ein Magnetfeld im Supraleiter einen
      Strom induziert, dann bildet sich um diesen Strom ebenfalls
      ein Magnetfeld, welches dem Erregerfeld entgegengesetzt ist
      und so die weitere Induktion behindert. Je schneller also die
      Elektronen im Supraleiter werden, um so stärker wird ihr
      eigenes Magnetfeld und um so mehr wird das Erregerfeld
      geschwächt. Irgendwann wird das Erregerfeld ganz aufgehoben
      und die Elektronen werden nicht weiter beschleunigt.
      Hm, das Feld, das von den kreisenden Elektronen erzeugt wird, geht doch senkrecht durch die Mitte des Rings, aergert mein
      Wirbelfeld also gar nicht. Die nach lenzscher Regel durch die
      Beschleunigung eines Elektrons entstehenden Felder hindern
      nur, wenn tatsaechlich etwas beschleunigt wird, d.h., damit das
      stimmt, was Du sagst, muesste es schweiriger sein, ein schnelles
      Elektron noch weiter zu beschleungen - aber beschleunigt wuerde es es in jedem Fall - vielleicht kommtja eine konvergente Folge raus ?!?

      MFG
      Martin

      • Antwort von nach 5 Stunden 3 hilfreich
        Re^3: Mal wieder eine Frage zu Supraleitern

        Hm, das Feld, das von den kreisenden Elektronen erzeugt wird,
        geht doch senkrecht durch die Mitte des Rings, aergert mein
        Wirbelfeld also gar nicht.
        Dein Wirbelfeld ändert ständig seine Richtung und steht dabei unter anderem auch senkrecht zur Mitte des Ringes. Durch die ständige Änderung der Richtung, kann es auch vollständig umkippen, wobei es die gerade beschleunigten Elektronen wieder abbremst. Die nach lenzscher Regel durch die
        Beschleunigung eines Elektrons entstehenden Felder hindern
        nur, wenn tatsaechlich etwas beschleunigt wird
        Wenn das Magnetfeld eines kreisenden Elektrons umgekehrt gleich dem äußeren Feld ist, dann heben sich beide Magnetfelder auf. In diesem Fall bleibt die weitere Beschleunigung aus und das Elektron bewegt sich gleichmäßig kreisförmig weiter. damit das stimmt, was Du sagst, muesste es schweiriger sein,
        ein schnelles Elektron noch weiter zu beschleungen
        Das ist wegen ΔE=mΔv(v+½Δv) ohnehin der Fall.

  2. Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
    Re: Mal wieder eine Frage zu Supraleitern

    die Elektronen
    Die Ladungstraeger der Supraleiter nennt man Cooper-Paare.
    Das sind zwar immer zwei Elektronen zusammen, aber dieser
    Elektronenverbund hat nichts mehr mit einem gewoehnlichen
    Elektron gemeinsam. Das faengt damit an, dass Cooper-Paare
    Bosonen sind, und keine Fermionen wie Elektronen. Insofern
    haben die Cooper-Paare mit Photonen mehr gemein als mit
    Elektronen.
    MEB

    • Antwort von nach 3 Tagen hilfreich
      Re^2: Mal wieder eine Frage zu Supraleitern

      Die Ladungstraeger der Supraleiter nennt man Cooper-Paare.
      Das sind zwar immer zwei Elektronen zusammen, aber dieser
      Elektronenverbund hat nichts mehr mit einem gewoehnlichen
      Elektron gemeinsam. Das faengt damit an, dass Cooper-Paare
      Bosonen sind, und keine Fermionen wie Elektronen. Insofern
      haben die Cooper-Paare mit Photonen mehr gemein als mit
      Elektronen.
      ???????? Fermionen - ich dachte Elektronen gehören zu den Leptonen ( bin kein Physiker, nur für den Fall, daß das jetzt arg idiotisch war ).

      • Antwort von nach 3 Tagen hilfreich
        Re^3: Mal wieder eine Frage zu Supraleitern

        ???????? Fermionen - ich dachte Elektronen gehören zu den
        Leptonen ( bin kein Physiker, nur für den Fall, daß das jetzt
        arg idiotisch war ).
        Beides ist O.K.

        Fermionen und Leptonen sind einfach zwei verschiedene
        Moeglichkeiten, Elementarteilchen/Quanten zu charakterisieren.
        Fermionen und (das Gegenstueck dazu) Bosonen unterteilen die
        Elementarteilchen nach ihrer Spinquantenzahl. Teilchen mit
        halbzahligen Spin (wie Elektronen), werden Fermionen, Teilchen
        mit ganzzahliger Spinquantenzahl (z.B. Photonen) werden
        Bosonen genannt. Der Spin=Drehimpuls beschreibt die Eigen-
        rotation der Teilchen.

        Das Verhalten von Fermionen und Bosonen, insbesondere wenn sie
        in Massen vorhanden sind, ist grund verschieden. Erinnern wir uns
        an den Aufbau der Elektronenschalen eines Atoms. Nach dem
        Pauli-Prinzip koennen immer nur zwei Elektronen ein Energie-
        niveau (eine moegliche Schale) besetzen. Beide muessen dazu
        noch entgegengesetzten Spin haben. Mit anderen Worten, in einem
        System wie einem Atom hat jedes Elektron seine eigenen Quanten-
        zahlen, die sie voneinander unterscheiden. Ein typisches
        Verhalten von Fermionen. Ohne dieses gaebe es keine Atome.

        Bosonen hingegen koennen sich in Massen in ein und dem selben
        Zustand befinden, d.h. gleiche Quantenzahlen haben. Das macht sie
        voneinander prinzipiell ununterscheidbar. Ganz typisch fuer ein
        solches Bosonenverhalten sind der Laser (Massen von Photonen,
        alle im gleichen Zustand, d.h. sie haben die gleiche Energie,
        folglich die gleiche Wellenlaenge) und wie bereits erwaehnt die
        Supraleitung (Cooper-Paare). Etwas wie das Pauli-Prinzip gibt
        es fuer Bosonen nicht.

        MEB

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