Re: Thermodynamisches Problem
Es müsste formal möglich sein durch reine Druckerhöhung eine
Aggregatzustandsänderung von flüssig nach fest zu erreichen.
Das ist ohne weiteres möglich. Ein bekanntes Beispiel ist das Propangas für Campingkocher, welches flüssig ist, weil es unter hohem Druck steht und verdampft, sobald man den Druck verringert (indem man das Gefäß öffnet).
Wichtig ist, daß Van-der-Waals-Gase (ideale Gase kann man generell nicht verflüssigen) eine kritische Temperatur besitzen, oberhalb der sie durch keinen noch so hohen Druck mehr verflüssigt werden können. Bei Wasserstoff liegt die kritische Temperatur beispielsweise bei nur 33,3K. Deshalb muß der Wasserstoff in den Tanks von Wasserstoffautos unter diese Temperatur gekühlt werden.
Mich interessiert dabei besonders ob zwangsläufig eine
Änderung der Temperatur auftritt (Stichwort Schmelzwärme).
Jein. Theoretisch gibt es zwar isotherme Zustandsänderungen, diese sind in der Realität aber nur näherungsweise erreichbar, weil die bei der Kompression zugeführte Energie nicht beliebig schnell abgeführt werden kann. Wenn man also unbedingt eine isotherme Zustandsänderung anstrebt, dann muß man die Kompression sehr langsam durchführen und die Temperaturdifferenz zur Umgebung so wählen, daß der Wärmefluß nach außen genau so groß ist, wie die zugeführte Volumenarbeit. Eine isotherme Kompression ist aber garnicht nötig. Man kann das Gas auch gleich so zusammenpressen, daß es bei konstanter Temperatur flüssig werden würde, wobei es sich stark erhitzt. Dann muß man nur noch warten, bis es sich so weit abgekühlt hat, daß es kondensiert. Alternativ könnte man das Gas auch abkühlen bis es flüssig wird und dann im geschlossenen Gefäß erwärmen lassen, wobei es unter dem steigenden Druck flüssig bleibt.