Re^2: Wasser - erstmal vielen Dank, ... und ...
Hallo nochmal,
Er
hat dann noch ein kinesiologisches Experiment mit mir gemacht,
das ich schon erstaunlich fand. Und zwar der Arm-Test (ist
bekannt, oder?): 1. ohne alles, 2. mit Handy an der Brust, 3.
Handy an der Brust und das Gerät daneben. Das Ergebnis war
schon beeindruckend. Beim 1. und 3. Mal war mein Arm stabil
und nur mit dem Handy, also beim 2. Mal, ganz lasch.
Hast du gewußt, bei welchem Versuch das Handy bzw. das Gerät "anwesend" waren? Wenn ja, ist das eine Beeinflussung des Experiments. Wenn Du wirklich wissen willst, ob zB. das Handy deinen Arm lasch werden läßt, dann darfst du beim Versuch nicht Wissen, ob das Handy da ist. Sonst kann man nicht ausschließen, dass dein _Wissen_ und deine _Erwartung_ zu dem Ergebnis führten und nicht das Handy. Dann muss das Experiment auch einige Male wiederholt werden, weil wenn man es nur einmal macht und richtig liegt, kann das ja auch leicht Zufall gewesen sein (bei einem Einzeltest mit bzw. ohne Handy - KEINE Wirkung vorausgesetzt - liegt die Wahrscheinlichkeit da bei 50%). In der Biologie/Medizin wird der Zufall gemeinhin ausgeschlossen, wenn die W'keit für ein zufälliges auftreten (wenn eigentlich keine Wirkung da ist) bei weniger als 5% liegt. In deinem Fall müßtest du also den Handy-Test mind. 5x wiederholen. Wenn alle 5 Ergebnisse positiv sind, dann würde ein Biowissenschaftler sich überzeugen lassen, sofern das nicht einem etablierten anderem Modell widerspräche oder größere Konsequenzen hätte (dann muss ein Ergebnis besser abgesichert werden).
In Deinem Fall solltest du, als Skeptiker, also etwa folgenden Versuchsaufbau wählen (das ist jetzt der Idealfall):
Organisiere 5 Handys und 10 gleichartige blickdichte Plastikboxen.
Bitte eine DRITTE PERSON um folgendes:
Packe die Handys in zufällig ausgewählte Boxen und entsprechende Gewichte in die anderen (Sorge dafür, dass alle Boxen gleich schwer sind und sorge mit Papier oder anderem Füllmaterial dafür, dass die Handys bzw. die Gewichte nicht in den Boxen wackeln). Markiere die Boxen mit 1 bis 10 und notiere, in welcher der Boxen ein Handy ist. BEI DIESER PROZEDUR DARFST WEDER DU NOCH DER EXPERIMENTATOR ANWESEND SEIN! Wenn das vorbereitet ist, verläßt die dritte Person (mit dem Notitzzettel) den Raum und du und der Experimentator gehen rein und macht das Experiment.
Ablauf:
Alle 10 Boxen liegen auf dem Tisch. Der Reihe nach wird jede Box getestet. Die Boxen bleiben verschlossen. Notiert die Nummern der Boxen, bei denen du bzw. der Experimentator glaubt, dass ein Handy drin ist (weil der Arm "lasch" ist). Wenn der Arm müde wird, können zwischen den Experimenten auch beliebig lange Pausen gemacht werden. Dann sollte aber vor jedem Test eine Pause gemacht werden.
Auswertung:
Bitte die dritte Person um ihren "Lösungszettel" und zähle, wie oft du richtig gelegen hast. Die Hypothese, die es zu widerlegen gilt ("Null-Hypothese") ist: "Ein Handy hat KEINEN Effekt". In diesem Fall wäre die Wahrscheinlichkeit, ein Handy zufällig richtig zu Tippen genau 50%. Bei zehn Tests erwartet man unter dieser Annahme also im Mittel 5 Treffer. Die Wahrscheinlichkeit für mehr Treffer berechnet sich nach der Binomialverteilung. Mehr als 8 Treffer (also 9 oder 10) erwartet man nur in weniger als 5% der Fälle. Das Ergebnis ist also statistisch signifikant, wenn du mehr als 8 Treffer hast. Dann darfst du die Null-Hypothese verwerfen und behaupten, _dass_ ein Handy einen Effekt hat.
Weil keine weiteren Anhaltspunkte für die Sinnhaftigkeit eines solchen Ergebnisses vorliegen, würdest du als Skeptiker das Experiment widerholen, am besten mit vertauschten Rollen von dir und der dritten Person. Noch besser natürlich mit mehreren Personen. Weil auch der Experimentator einen Einfluß haben kann (vielleicht dient er als "Medium") sollte es - sofern ein Experimentator überhaupt notwendig ist - mit mehreren unterschiedlichen Experimentatoren durchgeführt werden.
Sind auch die Resultate der allermeisten anderen Experimente statistisch signifikant, kannst du sehr sicher sein, dass wirklich was dran ist.
Weiter verfeinern kann man das Experiment, indem man noch andere Parameter deiner Reaktion mißt, zB. Muskeltonus & Tremor im Arm, evtl. auch ein EEG aufzeichnet.
Dann wäre zu prüfen, ob das Gerät den Effekt des Handys abschwächt oder gar aufhebt. Das ist ein weiteres Experiment. Dazu würde ich aber erstmal das Ergebnis des ersten Teils abwarten...
LG
Jochen