meine Tochter hat ein Freundin, die kein Wort mit Erwachsenen redet, auch wenn man sie anspricht, bleibt sie stumm. Ansonsten ist sie ein munteres und lustiges Kind. Sie redet mit Kindern und ihren Eltern. Was kann man da tun, um es zu ändern, denn ich denke sie wird später in der Erwachsenenwelt Probleme bekommen.Wer kennt so ein Problem?
Hallo, das scheint auf den ersten Blick ein sehr hohes Alter für dieses Verhalten zu sein, aber ich denke, dass auch zwei andere Varianten möglich sind:
der (dezente) Hinweis darauf, dass für die 10jährige (aus ihrer Sicht) nicht genügend getan wird
das wäre in der Tat vielleicht ein Anlass, darüber nachzudenken, ob eventuell Pflegedifizite seitens der Eltern bestehen (nicht genügend Zuwendung, keine Wärme oder so etwas, auch mit dem Blick darauf, dass unter Umständen [voe-]pubertäre Ereignisse hier interessant sein könnten)
die viel wahrscheinliche Vermutung, dass hier eine reine Spielerei mit Worten vorliegt.
Ich würde versuchen, herauszufinden, ob ein wirkliches Defizit vorliegt, also ob sich die Eltern in irgend einer Weise vielleicht nicht genügend um das Kind kümmern. Kann das definitiv ausgeschlossen werden, würde ich Version 2 annehmen und die Sache als Lapalie abtun, natürlich nicht in Gegenwart des Mädchens, aber wissend.
meine Tochter hat ein Freundin, die kein Wort mit Erwachsenen
redet, auch wenn man sie anspricht, bleibt sie stumm.
Ansonsten ist sie ein munteres und lustiges Kind. Sie redet
mit Kindern und ihren Eltern. Was kann man da tun, um es zu
ändern, denn ich denke sie wird später in der Erwachsenenwelt
Probleme bekommen.Wer kennt so ein Problem?
Sie ist 10J. Redet sie mit ihren Lehrern?
Im Kleinkindalter wird so etwas ja Fremdeln genannt, was ja völlig normal ist.
Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich nur sagen, es legt sich wieder. Ich kenne zwar nicht den Grund, warum das Mädel nicht redet(d.h. tut sie ja, nur nicht mit jedem), habe aber so den leisen Verdacht, das es ihr um Respekt der eigenen Person geht. Vermutlich will sie klar stellen, daß SIE sich ihre Gesprächspartner selbst wählt.
Ob sie später Probleme bekommt? Sicher, wie jeder andere selbstbewußte Erwachsene auch!
Ich war selbst so ein Mädel, das in eisernes Schweigen verfiel, wenn ich mal wieder feststellte wie verheuchelt und verlogen Erwachsene sein konnten. Desto mehr auf mich eingeredet wurde und mit Bestrafungen gedroht wurde, desto mehr distanzierte ich mich vor den Erwachsenen. Es ging soweit, daß ich selbst mit meinen Eltern und bestimmten Lehren nicht mehr sprach!
Na, irgendwann hat sich das von allein wieder gelegt, d.h. ich brauche auch heute nicht unbedingt reden.
ja, ich kenne das Problem von einem 8-jährigen Mädchen.
Und ja, ich glaube, es ist ein Problem. Woran das aber liegen könnte, kann ich auf die Entfernung wirklich nicht sagen - und es wäre zweifelhaft, es zu versuchen.
Bei dem mir bekannten kleinen Mädchen lag es an zwei Faktoren:
Die seltsamen Erziehungsmethoden der Mutter: Das Kind ist bis zum Kindergartenalter einfach wenig mit fremden Menschen in Kontakt gekommen. Babysitter gab es nicht (der hätte ja was falsch machen können), Freunde wurden nicht nach Hause eingeladen, zu Freunden mitnehmen war erst gar nicht drin. Das hatte zur Folge, daß das Kind einfach keine Erfahrung im Gespräch mit ihr fremden Erwachsenen hatte.
Grund: Die für die Kleine schlimm verlaufende Scheidungsgeschichte ihrer Eltern, bei der von der Seite der Mutter aus viel an ihr herum gezerrt wird.
Meine Frage wäre: Wie ist Dein Eindruck, fühlt sich das Kind denn wohl dabei? Bei besagtem Mädchen habe ich nämlich sehr gespürt, daß die Kleine selbst unter ihrem Schweigen leidet. Sie sagte mal zu mir: „Ich würde [demjenigen] ja gerne was antworten, aber ich kann dann einfach nicht“. Sie empfand diese „Schüchternehit“ selbst schmerzhaft als Manko - konnte aber nicht über diese Mauer hinweg.
Ich habe den Eindruck (aber ob das stimmt und ob es auf das von Dir erwähnte Kind auch zutrifft, weiß ich nicht), daß diese Schweigemauer bei einem Kind mit einem Verlust des Urvertrauens zusammenhängt. Wenn Du dem Mädchen helfen willst, kannst Du vielleicht versuchen, zu ergründen, woran ihr Schweigen liegt (was verständlicherweise schwierig sein dürfte, gerade weil sie ja schweigt). Eine Ferndiagnose ist in dem Fall allerdings nicht möglich.
Liebe Grüße,
Nike
P.S.: Die mir bekannte Kleine redet übrigens mittlerweile, allerdings bei allen außer den ihr sehr vertrauten Menschen nicht mehr als „Guten Tag“, „Tschüß“, „Ja“ und „Nein“… aber es bessert sich.
Das geschilderte Symptom nennt man „(s)elektiven Mutismus“. Die Ursachen vermutet man in Erziehungsproblemen, problematischen Eltern-Kind-Beziehungen, z.B. durch Mißhandlung oder sexuellen Mißbrauch.
Genaues muß aber im Einzelfall abgeklärt werden. Ich möchte also nicht hier andeuten, daß Kinder, die nicht sprechen, generell sexuell mißbraucht worden sind. Es kann auch einfach nur Schüchternheit seit.
Und ja, ich glaube, es ist ein Problem. Woran das aber liegen
könnte, kann ich auf die Entfernung wirklich nicht sagen - und
es wäre zweifelhaft, es zu versuchen.
nur mal kurz als Einwurf, ich hab als Kind mit auch ca. 6/7 Jahren ca. 3 Monate nicht gesprochen, so genau konnten es meine Eltern altersbezogen beide (!) nicht sagen. Warum, wurde nie geklärt, bis heute nicht… Gleiches gilt, daß ich in der Zeit auch (nicht lachen bitte) ins Bett genäßt habe, auch das kam und ging spontan mit der Sprachblockade…
Eigentlich sollte man in diesem Alter schon sagen können, mit der nötigen Respektierung bzw. dem nötigen Vertrauen, warum und wieso. Bei mir wurde es nie herausgefunden…ich selber kann mich ehrlich gesagt, überhaupt nicht daran erinnern, nur an die
nasse Bettgeschichte, aber das i c h nicht geprochen haben soll…null Erinnerung.
Schaden, jetzt mal mit fast 40 Jahren, hab ich jedenfalls keinen größeren genommen…oder doch…))