Hallo Oliver,
Wie ich im Psycho-Forum schrieb, ist empfundenes Leiden weder
HINREICHEND noch NOTWENDIG für eine Störung
Natürlich nicht. Es bedarf entweder dem Leidensdruck oder der Selbstgefährdung.
Schreibe ich schon die ganze Zeit.
nicht nur, daß Du keine Ahnung hast, Du machst Dir auch keine
Mühe anderer Leute Artikel richtig zu lesen
(…)
Ich möchte noch, dem besseren gegenseitigen Verständnis wegen, die Wichtigkeit des Punktes „(Selbst)gefährdung“ erläutern:
Einer unserer Professoren sagt über sich selbst, er würde nach ICD-10 die Diagnose „Manie“ verdienen. Wenn ich dich bisher richtig verstanden habe, hat er damit Deiner Meinung nach auch tatsächlich eine ebensolche. Nun ist er gerade aber seines großen Engagements und seiner großen Tatkraft wegen besonders beliebt bei Studenten, Kollegen und Patienten. Seine „Manie“ ist quasi die Grundlage seiner Karriere. Sollte man diesem Mann nun als „disordered“ (gestört) bezeichnen und einer Therapie zuführen?
Gegenbeispiel: Die Tochter zweier chronisch-schizophrener Eltern zieht sich von Freunden zurück und fühlt sich von Lehrern schlecht behandelt. Obgleich per se weder eine soziale Isolation i.e.S. (siehe offizielle Definition) noch eine Paranoia vorhanden (und schon gar keine Berechtigung zur Diagnose einer Schiziphrenie laut ICD-10 gegeben ist), so ist schon hier allein aufgrund der Familienanamnese ein Einschreiten erwägenswert. Du weißt ja, wie das bei Schizophrenie ist: Je früher die Therapie einsetzt, desto günstiger die Prognose. Die „Therapie“ kann hier schon im Erlernen von Präventationsstrategien („virtuelle Token-Economy“ o.ä.) und Aufklärung über die Krankheit bestehen.
Ist die Tochter nun - ganz unabhängig von Krankheitseinsicht oder nicht - nun krank? In meiner Definition wohl schon, da ein gefährdender (respektive schlimmer werdender) Zustand wahrscheinlich ist. Ebenso wäre jemand mit einem großem Darmpolypen krank, denn ein solcher entwickelt sich oft zu Krebs. Krank wäre er unabhängig davon, ob er Krankheitseinsicht zeigt oder nicht. Für mich ist der Krankheitsbegriff also gleichbedeutend mit dem Begriff „Therapiebedürftigkeit“.
Ich denke, man sollte sich unter Zuhilfenahme verschiedenster Hilfsmittel (auch, aber nicht nur dem ICD) ein _Gesamt_bild von der „Condition“ eines Patienten machen. Sonst bekommen die Kritiker dieser unzweifelhaft vorteilhaften Standardisierungsbemühungen wieder Oberwasser: Sie warnen vor einer übereiligen und exklusiven Anwendung solcher ICD-Brillen.
Mir ist schon klar, daß gerade in den geisteswissenschaftlichen Bereichen (die ja im Gegensatz zur Medizin nicht auf eine objektivierbare biochemisch-physiologische kausalpathogenetische Krankheitseinteilung zurückgreifen können und sich daher letztendlich nicht objektiv beweisbarer Modellsysteme behelfen müssen) Werke wie der ICD-10 einen gewissen Rettungsanker in Richung einer geordneten Systematik darstellen. Aber die Einteilung eines Zustandsbildes in diese Systematik darf nicht, aus den oben dargelegten Gründen, in eine die den Einzelfall nicht berücksichtigende Therapie münden. Es ist ja auch nur ein System zur Namensgebung von Zustandsbildern, welches die Kommunikation erleichtern soll - nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Oliver
Der Rest ist offtopic, unsere Werten Mitleser mögen sich weiterklicken oder auch nicht:
Nur ist der Unterschied zwischen einer Antwort, die die Kriterien
für Anorexia nervosa beinhaltet, und Deiner Antwort an Gisela
der, das der eine relevante Informationen beinhaltet, Deiner nur
Unkenntnis!
Ich habe mir erlaubt, eine Denkanregung zu geben, die Gisela gerne angenommen hat. Ich erhebe ja, wie ich geschrieben habe, keinen Wahrheitsanspruch, ebensowenig wie Du das tust.
Natürlich hätte ich auch den DSM copy-pasten können. Ist auch hilfreich, ich sag ja nichts dagegen. Nur spricht eben verscheidenes gegen die Anorexie. Darf ich das schreiben? Danke!
Woher willst DU denn per Internet wissen, ob jemand leidet?
Natürlich weiß ich es nicht sicher. Explizit schrieb ich daher: „vermutlich leidet“.
nicht nur, daß Du keine Ahnung hast, Du machst Dir auch keine
Mühe anderer Leute Artikel richtig zu lesen
(…)
Außerdem wieder Unkenntnis: Anorektiker und Anorektikerinnen
wiegen sich sehr oft (…) weil sie sich als übergewichtig empfinden.
Richtig. Das hatte ich als die eine Möglichkeit (im Gegensatz zur Sorge um _Unter_gewicht, welche die hochkalorische Ernährung erklären würde) auch extra so gepostet.
nicht nur, daß Du keine Ahnung hast, Du machst Dir auch keine
Mühe anderer Leute Artikel richtig zu lesen
(…)
Wo ist Deine differentialdiagnostische Liste?
Lies meinen Artikel auf Giselas Frage!! Da sind jedenfalls 2
Möglichkeiten aufgeführt. Bei Dir findet sich keine
Möglichkeit sondern nur Unfug!
2 Möglichkeiten. Okay. Ich hatte bereits drei weitere gepostet. Und wie sieht es aus mit
- reaktive Depression (Pubertätstrauma, häufig),
- Im Zusammenhang mit der Knochenbruchanamnese: Marfan- oder anderes Bindegewebssyndrom,
- Hyperthyreose (häufig)
- Drogenabusus (nicht selten)
- Malabsorptionssymptom und dessen zahlreiche Ursachen…
etc…
und sonst?
Wer so wie Du argumentierst, gehört exmatrikuliert!
(…)
Wieder präsentierst Du Unkenntnis, dieses Mal gepaart mit
Ignoranz:
(…)
Beides diqualifiziert Dich für eine professionelle Arbeit.
(…)
Kostenloser Rat von mir: Studier was anderes!
(…)
Bisher hast Du Dich noch nicht auf einer inhaltlichen Basis mit meinen Beiträgen auseinandergesetzt. Um eben dieses würde ich Dich gerne bitten. Vielleicht kannst Du ja dann auch den einen oder anderen nicht sachdienlichen Kommentar unterlassen. Alles andere würde sich doch auch nicht mit Deinem (Zitat) „Berufsethos“ nicht vertragen 
P.S.: Was genau ist eigentich Dein Beruf? Ich dachte Du studierst noch? 