Auszeit = Flucht (?)

Hallo an alle,

suche nur einen kurzen Denkanstoß.
Folgende Problematik: Ist eine so.g. Auszeit eigentlich nur
eine Flucht (pro: die Probleme bleiben ja die gleichen und
holen uns irgendwann wieder ein)?
Oder ist diese Auszeit eher so zu werten, das Energie gesammelt
wird um einfach weiterzugehen?

Sind in Diskussionen darüber verstrickt und kommen nicht weiter.
Ich z.B. bin für ersteres, also Auszeit ist nur eine Verschiebung der Probleme.

Wie sehen das die Experten?

PS: Auszeit ist hier ganz harmlos gemeint (Reise, Reha und dergleichen).

Herzliche Grüße
d.

Hallo!

Also ich bin absolut kein Experte, ich kann nur meine Meinung und meine eigenen Erfahrungen wiedergeben.

Für mich ist eine Auszeit einfach eine Pause um sich zu sammeln. Eine Pause um zu neuen Kräften zu kommen, um sich neu zu orientieren. Oft ist eine Auszeit gut, um ein wenig Abstand zu einem Problem zu bekommen. Sie muss nicht lange sein, vielleicht nur ein, zwei Stunden. Danach kann man das Problem neu anpacken, vielleicht sogar von einem anderen Standpunkt aus betrachten.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mein Körper so eine Auszeit regelrecht von mir fordert, wenn ich sehr unter Druck stehe und mir zu wenig Zeit für mich nehme. Ich werde dann fürchtbar müde, kann mich nicht mehr konzentrieren, mein Körper zeigt regelrecht an, dass er eine Pause braucht. Manchmal reicht schon eine Stunde Ruhe, nur für mich oder etwas Musik und Entspannung in einem heißen Bad. Danach bin ich wieder fit.

Wie gesagt, nur meine Erfahrung.

Gruß Sylvia

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Dilarah,

suche nur einen kurzen Denkanstoß.

dann ist das beste Mittel dazu, eine Auszeit zu nehmen. :smile:

Folgende Problematik: Ist eine so.g. Auszeit eigentlich nur
eine Flucht (pro: die Probleme bleiben ja die gleichen und
holen uns irgendwann wieder ein)?

Es kann eine Flucht werden, wenn man es übertreibt mit dem „Auszeiten“, aber das muss nicht.

Oder ist diese Auszeit eher so zu werten, das Energie
gesammelt wird um einfach weiterzugehen?

Indem du hier das Wort „weitergehen“ abwertest durch die Kennzeichnung „einfach“, zeigst du schon deine Meinung und dass du dem Begriff voreingenommen gegenüberstehst. Energien sammelt man nicht, um „einfach weiterzugehen“, sondern eben um neue Kraft zu schöpfen zum „selbst vorantreiben“. Das ist ein wesentlicher Unterschied.

Ich z.B. bin für ersteres, also Auszeit ist nur eine
Verschiebung der Probleme.

Wie oben gesagt …

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Hallöle Dilarah,

suche nur einen kurzen Denkanstoß.
Folgende Problematik: Ist eine so.g. Auszeit eigentlich nur
eine Flucht (pro: die Probleme bleiben ja die gleichen und
holen uns irgendwann wieder ein)?
Oder ist diese Auszeit eher so zu werten, das Energie
gesammelt
wird um einfach weiterzugehen?

Im Gegensatz zu Dir tendiere ich zum Letzteren… Natürlich werden die Probleme immer noch da sein, wenn Du aus dem Urlaub (oder woher auch immer) zurück bist, aber - so geht es zumindestens mir - man betrachtet sie nach einer Auszeit mit etwas mehr Abstand. Insofern sind die abgedroschenen Sprüche à la ‚schlaf noch eine Nacht darüber‘; ‚nix wird so heiss gegessen, wie es gekocht wird‘ oder ‚bloss nichts über’s Knie brechen‘ gar nicht so blöd. Auch wenn es auf den ersten Blick wie eine Flucht aussieht; mehr als nur einmal war ich heilfroh, daß ich bei der einen oder anderen Entscheidung nicht in meiner gewohnten Manier aus der Hüfte geschossen, sondern mich einfach mal für einige Zeit - ob nun Stunden oder Tage ist völlig irrelevant - ausgeklinkt habe. Auszeit bedeutet für mich ‚den Kopf wieder klar kriegen‘ und nicht ‚den Kopf in den Sand stecken‘…

Beste Grüße

Tessa

Hallo, an Dich :smile:
zunächst mal - ich bin sehr froh, wieder von Dir zu lesen!

Auszeit.
Sich einmal zurückzulehnen und die Dinge aus einem anderen Abstand betrachten, wieder einmal den Wald als Ganzes erkennen, wenn man nur seine einzelnen Bäume gesehen hat. Von dem mühsamen Suchen nach den Stolpersteinen des Weges aufblicken und das ursprüngliche Ziel ins Auge fassen.

Danach ist man zwar immer noch dort, wo man vorher war, aber man hat eine neue Sicht auf die Dinge, man erkennt Zusammenhänge, die vorher verborgen waren und man erkennt Lücken, die einem vorher nicht auffielen.

Aber man darf eine Auszeit nicht als Flucht aus der Realität nutzen wollen. Die Auszeit ist in Wirklichkeit ein Weiterarbeiten, aber eben aus anderem Winkel. Der Versuch einmal mit Drücken zu schaffen, was mit Ziehen nicht gelang. Man ist oft zu tief in den Details verbohrt. Auch der Maler tritt von Zeit zu Zeit einen Schritt von seinem entstehenden Werk zurück.

Also bleibt während einer Auszeit das Problem, die Aufgabe zwar fest im Blick, aber eben mit etwas mehr Abstand.

Grüße
Eckard.

Hallo

suche nur einen kurzen Denkanstoß.

dann ist das beste Mittel dazu, eine Auszeit zu nehmen. :smile:

blblblb, aber echt! :smile:

Es kann eine Flucht werden, wenn man es übertreibt mit dem
„Auszeiten“, aber das muss nicht.

Oder ist diese Auszeit eher so zu werten, das Energie
gesammelt wird um einfach weiterzugehen?

Indem du hier das Wort „weitergehen“ abwertest durch die
Kennzeichnung „einfach“, zeigst du schon deine Meinung und
dass du dem Begriff voreingenommen gegenüberstehst.

Streit ich doch gar nicht ab (die Voreingenommenheit), nur
solltest Du jetzt mal nicht über „meinen Ausdruck“ nachdenken,
sondern einfach ohne MICH zu analysieren antworten (hab es extra
so kurz wie möglich versucht, darzustellen).

Energiensammelt man nicht, um „einfach weiterzugehen“, sondern eben um neue Kraft zu schöpfen zum „selbst vorantreiben“. Das ist ein wesentlicher Unterschied.

Stimmt! Ein sehr gute Argumentation. Aber dieses „sich selbst vorantreiben“ ist ja letztlich bei evtl. bestehender Dauer-
problematik (z.B. chron. Krankheit etc.) letztlich doch so im Sinne von meinem „Weitergehen“ zu werten (?)
Meine Befürchtungen (und da es mal nicht um mich geht, erlaube ich mir sie auszusprechen) gehen dahin, daß nach einer s.g.
Auszeit, die Probleme dann womöglich nach Ruhe und Genuß doppelt und dreifach sichtbar werden und damit eine wieder höhere
Energiemenge nötig ist, als im „Trott“ zu verfahren und im
Alltag zu versuchen, seine Energien zu sammeln oder besser zu
verteilen.

Verständlicher ausgedrückt?
Hab Dank für Dein Argument.

LG
d.

Thomas Miller

hallo Dilarah,

ich denke, eine Auszeit kann sehr wohl zu beidem werden, zur Flucht aber auch zum Kraftschöpfen. Das hängt davon ab, wie man mit der Auszeit umgeht.

Wenn man sich einfach hängen läßt, ist M.E. die Gefahr da, daß man sich nur aus dem Geschehen ausklinkt und nachher genau an der Gleichen Stelle unverändert weitermachen muß. Dann hat es nichts gebracht. Wie du schon sagst, die Probleme holen einen ein.

Wenn man aber die Auszeit bewußt nutzt, kann sie sehr wohl was bringen.

Zum einen, wenn man die Probleme mal zur Seite schiebt und sich eine (kleine) Weile an schönen Sachen freut und glücklich ist und lacht (Lachen hat erstaunliche regenerative Fähigkeiten) hat man nachher eher Kraft, sich wieder den Problemen zu widmen. Dabei sollte man allerdings ganz bewußt die Probleme ausklammern, sonst kann man sich ja nicht davon erholen.

Zum anderen kann eine Auszeit die Dinge wieder ins richtige Licht rücken. Mir ging es schon öfters so, daß nach einer kleinen Auszeit (und wenn’s nur ein Spaziergang in der Natur war) meine Probleme plötzlich nicht mehr so groß und alles-beherrschend waren. Ich war auf einmal auch nicht mehr so wichtig / so sehr im Mittelpunkt. Mein Blick war wieder frei fürs Ganze, frei um auch die kleinen Wunder und Freuden am Wegesrand zu sehen und daraus Kraft zu schöpfen.

Ich würde sagen, jeder braucht hin und wieder mal Auszeiten sonst brennt man aus und kann irgendwann nicht mehr.

Ich kenn dein spezielles Problem zwar nicht, aber Reisen oder Reha hört sich für mich nach guten Gelegenheiten zum Ausspannen an (richtig genutzt, versteht sich, s.o.)

Grüßle,
Sandra

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo!

Also ich bin absolut kein Experte, ich kann nur meine Meinung
und meine eigenen Erfahrungen wiedergeben.

Doch, in gewisserweise bist Du schon Experte, da Du ja von
Dir schreibst.
Sehr gute Anregung für meine Argumentation, d.h. eigentlich gegen sie. Aber (ich hasse dieses Wort) meine detailliertere
Frage siehe untere Thomas Posting.

Herzlichen Dank
d.

Hallo,

…eigentlich gibt es nichts.
Meine Frage mit etwas mehr Detail geht in die Richtung, die ich unter Thomas Posting nochmal aufgeführt hab, aber auch hierzu
stimmt Deine Darlegung vielleicht. Ich werde sie g e n a u s o
weitergeben.

Hab lieben Dank
und
herzliche Grüße
Dilarah

Hallöle Tessa,

richtig gut tut soviel Wiederspruch.
Auch an Dich nochmal der Verweis, Detail unter Thomas Posting.
Aber auch in diesem Fall habt ihr mir gezeigt, dass die
Kehrseite einer Medaille viel positives hat. Ich bin halt
skeptisch und denk immer, lieber nicht, einfach weiter.

Hab vielen Dank
(die Sprichworte sollte man also nicht nur gebrauchen, sondern
auch nutzen…:smile:)

Liebe Grüße
d.

hallo Sandra,

auch Dir herzl. Dank für Deine Meinung.

ich denke, eine Auszeit kann sehr wohl zu beidem werden, zur
Flucht aber auch zum Kraftschöpfen. Das hängt davon ab, wie
man mit der Auszeit umgeht.

Zum anderen kann eine Auszeit die Dinge wieder ins richtige
Licht rücken.

Das gefällt mir gut.

Ich würde sagen, jeder braucht hin und wieder mal Auszeiten
sonst brennt man aus und kann irgendwann nicht mehr.

Das weniger…:smile:, ist aber wohl wahr, obwohl es auch viele
Menschen gibt, die ohne Stress (dann positiven Stress) gar
nicht überleben könnten…:smile:

Ich kenn dein spezielles Problem zwar nicht, aber Reisen oder
Reha hört sich für mich nach guten Gelegenheiten zum
Ausspannen an (richtig genutzt, versteht sich, s.o.)

Dazu halt nochmal s.u. T.M. Posting.

Herzl. Grüße
d.

Hallo,
eigentlich ist ja schon alles gesagt, ich möchte aber noch dieses Beispiel geben:

Man kann Früchte sammeln, und man kann dann aus diesen Früchten ein Konzentrat (Marmelade) oder ein Extrakt (Gelee) erzeugen.

So ist das Leben.
Es gibt eine Zeit des Sammelns an Erfahrungswerten, und es gibt eine Zeit des „Verdauens“ dieser Erfahrungswerte.
Zum Verdauen braucht man diese Auszeit, in der aus den Erfahrungswerten des Lebens das Konzentrat – Erkenntnis - und der Extrakt – Verständnis der Dinge – gezogen wird.

Wer im Leben nur sammelt und nicht verdaut, gewinnt keine Kraft.

Mit freundlichen Grüßen

Demetrius

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Diese Gedanken …
Diese Gedanken von dir zum Thema:

Die Auszeit ist in Wirklichkeit ein Weiterarbeiten, aber eben aus anderem Winkel.

Der Versuch einmal mit Drücken zu schaffen, was mit Ziehen nicht gelang.

Auch der Maler tritt von Zeit zu Zeit einen Schritt von seinem entstehenden Werk zurück.

sind IMHO jeder für sich 10 * wert.

:smile:

Gruß

Metapher

Hi Dilarah,

eine solche Auszeit hatte ich gerade zwangsläufig.

Ein Teil in mir hat mein Leben lang gegen mich gearbeitet und nun im Mittelbau meines Lebens angekommen, hatte ich nicht mehr die Energie dies mit anderen Bereichen zu kompensieren. In den letzten Jahren ging es bei mir trotz zunehmender Er-Kenntnisse nur noch bergab. Nun war ich also in einer psychosomatischen Klinik.

Möglichst viel wollte ich dort mitnehmen, gleichwohl es in der ersten Woche im Grunde keinerlei Anwendungen gab und in der zweiten Woche auch nicht viele. Gleichwohl es nicht viele Anwendungen waren, waren mir diese schon teilweise zuviel, denn auch wenn die Anwendungen (Fango, Vollbad, Life Therme, Cranisocral, Ergometertraining, Progressive Muskelrelaxion usw. usf.) 10 - 30 Minuten dauerten, war ich in den ersten Wochen schon nach zwei Anwendungen so erschöpft, daß ich schlafen mußte.

Bei der Gelegenheit stellte sich bei einer Sonographie eine Unterfunktion der Schilddrüse und diverse Mangelerscheinungen fest, z.B. 10 % zu wenig Blut. Im Laufe des knapp siebenwöchigen Aufenthalts schlief ich an den ersten Wochenenden immer durch. Erst in der vorletzten Woche meines Aufenthalts begann sich langsam etwas zu verbessern. Wenn auch ich leider an einen Therapeuten geraten war, der mich eher noch runtergezogen hat, hat mir die Zeit dort insgesamt schon was gebracht. Leider habe ich zu spät einen Therapeutenwechsel angesprochen. Naja, beim nächsten Mal verlasse ich mich eher auf mein Bauchgefühl.

Zunächst habe ich wieder mehr körperliche Energie gewonnen und ich hoffe durch den Ausgleich der Spurenelemente nun noch mehr an Energie gewinnen zu können.

Beispielsweise sage ich zwar immer gerne zu schwimmen, doch ich gehe seltenst schwimmen. Dort hatte ich das Schwimmbad im Haus und ich habe es genossen möglichst oft, sofern es meine Energien zuließen, schwimmen zu gehen. Indes ich am Anfang ca. 6 Bahnen nur schaffte, und die auch nur mit Pausen, machte ich am Ende 80 Bahnen. Obwohl ich schwimmen kann, ging ich dort in die Schwimmschule, denn ich wußte, daß etwas mit meinem Schwimmen nicht stimmt. Es war zu anstrengend. In der Tat arbeitete ich zuviel mit den Armen und zuwenig mit den Beinen. Der Hintergrund ist wohl, daß ich zu Wadenkrämpfen neige (Magnesiummangel) und dem gleich im Vorfeld vorbeugen wollte. Allerdings ist Brustschwimmen halt nicht gerade das Wahre für meine ohnedies schon verspannten Schultern. :smile: Tja, und auf einmal erkannte ich, daß das Verkrampfen das ich teils beim Schwimmen an den Tag lege, eine Metapher für mein Leben ist. Ich begann mich mehr und mehr dem Wasser anzuvertrauen, denn ich weiß tief im inneren, ich werde nie ertrinken. Es ist schwer zu erklären, doch ich ging auf einmal im Schwimmbad spielerischer mit dem Wassser und meinem Körper um, und auch im Leben wurde ich lockerer und bin auf andere Menschen wieder mehr zugegangen. Es entstanden gerade gegen Ende des Aufenthalts auch ein paar Kontakte, die ich nun pflegen werde.

Zwar fürchtete ich zu Hause angelangt in ein tiefes Loch zu fallen, da mein Therapeut und Arzt für mich eine Katastrophe war. Und in den ersten Tagen nun zu Hause ging es auch ein Stück bergab. Doch ich „weiß“ nun was mir dort die Zeit gebracht hat, was mir vor allem Schwimmen und Craniosacral gebracht hat. In der letzten Woche lernte ich dort einen Mann kennen. Es war eine der intensivsten Wochen meines Lebens, vielleicht sogar die intensivste Woche meines Lebens.

Witzigerweise ging ich mit bestimmten Vorstellungen hin, die ich dort an Themen erledigt haben wollte. Wenn auch auf der körperlichen Ebene sich etwas getan hat, so habe ich bei einigen Problemen, z.B. Beruf, keinerlei Unterstützung von meinem Therapeuten erhalten. Er meinte, würde er heute nochmal die Möglichkeit haben, würde er Sprachen studieren. :smile:) Und auf einmal tat sich auf einer ganz anderen Ebene etwas. Ich habe einen Mann kennengelernt, der das was ich fühle in Worte fassen kann. Genau das habe ich an den Männern in meinem Leben immer kritisert, daß sie nie sagen was Sache ist. Dabei habe ich nicht gesehen, daß trotz vieler Worte, viel zu vieler Worte die ich teils mache, ich meine eigene Befindlichkeit auch kaum ausdrücke, ausdrücken kann. Oft fühle ich mich in gewisser Weise autistisch. Ich schätze seine Direktheit und sein großes Einfühlungsvermügen sehr, und im Moment tut er mir sehr gut.

Wie schon oben erwähnt, meine Auszeit war zwangsläufig. Mein Leben lang meinte ich, ich könne und ich müsse auch alles allein schaffen. Doch ich spürte auch tief in mir den Wunsch bzw. die Sehnsucht mich jemanden anvertrauen zu können, mich auf Menschen verlassen zu können, ohne dabei gleich wieder verlassen zu werden. Auch wenn es nicht das gebracht hat, was ich mir gewünscht habe, dazu war es wohl auch zuviel was ich noch aufzuarbeiten habe, brachte mir die Zeit einiges.

Es liegt an jedem Menschen selbst wie er mit einer sogenannten Auszeit umgeht. Zunächst geht es mal darum in eine andere Umgebung zu kommen bzw. einfach mal darum aus seinem Alltag herauszukommen. Soweit nötig, und dies ist es wohl auch öfter, geht es meines Erachtens darum, einerseits wieder körperliche Energien zu sammeln. Mit dem räumlichen Abstand hat man die Möglichkeit in einer anderen Umgebung einfacher neue Verhaltensweisen zu lernen und dies später wieder zu Hause zu integrieren.

Wie ein Mensch solch eine Zeit nutzt oder vergeudet, liegt am Menschen selbst. Dort waren auch Menschen die seit Jahren arbeitslos sind und teils auf die Frührente warten, doch von der BfA dorthin geschickt worden sind, weil diese sich wieder die Arbeitskraft der jeweiligen Menschen wünschten. Einige Menschen waren wohl auch dort, weil sie sich keinen Urlaub leisten können. Bei einigen Menschen habe ich dort festgestellt, daß sie unachtsam mit sich und ihrem Körper umgehen und dort mehr oder minder große Anregungen und neue Sichtweisen gewonnen haben. Dazu mag ich mich auch rechnen. Ein paar Leute hatten auch schwere Erkrankungen, für die es (noch) keine wirkungsvolle Behandlung gibt oder die in dieser Klinik einfach schlichtweg falsch waren.

Die Klinik hat sicherlich einiges angeboten, doch es oblag jedem Menschen selbst, die Anwendungen, die Angebote anzunehmen. Lange Rede - kurzer Sinn. Deine Frage ist nicht allgemeingültig zu beantworten.

Wenn eine Auszeit etwas Harmloses für Dich ist, weshalb denkst Du dann, es ist nur eine Verschiebung der Probleme?

Es liegt wohl immer daran, was für eine Einstellung ein Mensch zu sich und zum Leben hat, wieviel er sich selbst wert ist, was für einen Lebensplan jemand hat und was jemand aus seinen Möglichkeiten macht.

Ich wünsche Dir möglichst viel von Deinen Möglichkeiten nutzen zu können.

Ciao,
Romana

Hi Dilarah,

noch ein kleiner Nachtrag. Der mögliche Gewinn einer Auszeit hängt von verschiedenen Faktoren ab, z.B.

wie groß ist der Druck etwas verändern zu sollen bzw. zu müssen?
Wie groß ist die Bereitschaft und die Fähigkeit sich Situationen anzusehen und Eigenanteile zu erkennen?
Wie offen ist ein Mensch sein Verhalten und das Verhalten seiner sozialen Umwelt aus einer anderen Perspektive möglichst wertungsfrei (mit mehr Abstand) zu betrachten?
Wie bereit ist ein Mensch zur Veränderung?
Wieviel und wie schnell ist ein Mensch bereit und fähig sich in der Auszeit, die unterschiedlich lange sein kann, Altes loszulassen, damit Platz für Neues geschaffen werden kann?
Wie realistisch sind die Erwartungshaltungen, die man an die Auszeit stellt?
Wie okay ist es, wenn sich ganz andere Themen klären, die gar nicht (bewußt) auf dem Problemlösezettel (ganz oben) standen?
Wie gut kann ein Mensch akzeptieren, daß er in der Auszeit nur bestenfalls eine neue Sichtweise und ein paar Schritte in Richtung Neuanfang bzw. Kurskorrektur gewinnt? Die eigentliche Arbeit kommt erst wieder zu Hause, wenn neue Denkweisen und etwas Erlerntes und bislang wenig Eingeübtes in den Alltag zu integrieren ist.

Stellt sich nicht eher die Frage, wie Du mit dem Problem bzw. den Problemen umgehen möchtest? Was spricht für oder gegen Deinen Weg?

Ciao,
Romana

und herzlichen Gruß

d.

Hi liebe Romana,

ein wenig weiss ich ja über Deine Auszeit…gell?..:smile:
Umso mehr erfreut, dies zu lesen.
Ich danke Dir herzlich für Deine Ausführungen und antworte
Dir sicher noch per Mail.
In diesem Fall allerdings ging es nicht um diese Art Auszeit, was ich Dir erklären könnte aber siehe unter mein 2. Posting
unter Eckard, da ist die Erklärung.

Ich freu mich sehr, wenn auch nicht alles so 100%ig gelaufen ist, daß es Dir zumindest Energien zurückgebracht hat.

Hab lieben Dank für Deine Antwort

Liebe Grüße
d.

noch ein kleiner Nachtrag. Der mögliche Gewinn einer Auszeit
hängt von verschiedenen Faktoren ab, z.B.

wie groß ist der Druck etwas verändern zu sollen bzw. zu
müssen?
Wie groß ist die Bereitschaft und die Fähigkeit sich
Situationen anzusehen und Eigenanteile zu erkennen?
Wie offen ist ein Mensch sein Verhalten und das Verhalten
seiner sozialen Umwelt aus einer anderen Perspektive möglichst
wertungsfrei (mit mehr Abstand) zu betrachten?
Wie bereit ist ein Mensch zur Veränderung?
Wieviel und wie schnell ist ein Mensch bereit und fähig sich
in der Auszeit, die unterschiedlich lange sein kann, Altes
loszulassen, damit Platz für Neues geschaffen werden kann?
Wie realistisch sind die Erwartungshaltungen, die man an die
Auszeit stellt?
Wie okay ist es, wenn sich ganz andere Themen klären, die gar
nicht (bewußt) auf dem Problemlösezettel (ganz oben) standen?
Wie gut kann ein Mensch akzeptieren, daß er in der Auszeit nur
bestenfalls eine neue Sichtweise und ein paar Schritte in
Richtung Neuanfang bzw. Kurskorrektur gewinnt? Die eigentliche
Arbeit kommt erst wieder zu Hause, wenn neue Denkweisen und
etwas Erlerntes und bislang wenig Eingeübtes in den Alltag zu
integrieren ist.

Stellt sich nicht eher die Frage, wie Du mit dem Problem bzw.
den Problemen umgehen möchtest? Was spricht für oder gegen
Deinen Weg?

Ciao,
Romana

off topic an Metapher:

…wollt mich nur nochmal vordrängen…:smile:

: sind IMHO jeder für sich 10 * wert.

wobei ich hier zustimme und nicht nur das… :smile:

Gleichzeitig, lieber Eckard, hab ich sehr viele Reaktionen auf
dieses Posting von Dir bekommen und kann nur sagen, allesamt
führten dazu, Menschen nachdenklich zu machen. Wem gelingt dies
heute schon noch mit ein paar Worten?

Ich möchte Dir auch noch sagen, daß es um einen Freund geht, der
seit Jahren krank ist und der plötzlich um eine Auszeit bat,
er will nochmal leben (seine Worte), ich versuchte gegenzu-
argumentieren, da ich weiß, wie schwer (oder leicht) es doch ist, sich fallenzulassen und irgendwann wieder in der Realität
zu erwachen. Man warf mir nun im Kreis einiger Freunde vor, ihm dies nicht zu gönnen, weil ich zuviel Angst davor hätte, woraufhin ich diese o.g. Frage hier stellte.
Ich gönn ihm freilich alles Glück der Welt, von Herzen, nur wollte ich warnend darauf hinweisen, daß sein Problem bei ihm bleibt und er dies nie vergessen darf.
Deine Worte haben ihm somit viel Mut gemacht und somit auch mir, ihn „ziehen zu lassen“.

Immer in Sorge
Dilarah
(die auch mal damit aufhören sollte…:smile:

Vielen Dank nochmal

Hallo,

viel ist gesagt worden - das meiste davon deckt sich mit meiner Ansicht.

Dennoch mag ich es gerne konkreter - deswegen melde ich mich auch.

Man sollte - bevor man eine Auszeit nimmt - ein Ziel vor Augen haben / ein Ziel für die Auszeit definieren.

Tut man dies nicht, so kann natürlich alles mögliche geschehen (und tendenziell dann schon eher der Fluchtgedanke).

Hat man ein „Ziel“ für eine „Auszeit“ definiert, dann kann man adequat zu diesem Ziel eine „Form“ für die Auszeit wählen.

Konkrete Beispiele:

Man fühlt sich ausgebrannt, hat durch zuviel Stress und Ärger wenig positives in der lezten Zeit erlebt, war zu angespannt, ohne daß dies mit Problemen der eigenen Persönlichkeit zusammenhängen würde, so wäre eine „Auszeit“ im Sinne von Urlaub angezeigt. Ein bisschen Relaxen, positive Sinneserfahrungen und Sport in tropischeren Gefilden könnte da hilfreich sein.

Man fühlt sich seinem Alltag nicht mehr gewachsen und kommt mit der eigenen Umwelt und auch mit sich selber zunehmend schlechter zurecht, d.h. die Probleme liegen auch in eigenen Persönlichkeitsstrukturen, so wäre eher eine „Auszeit“ im Sinne einer „Therapie“ angezeigt. Dies kann z.B. in einerTagesklinik oder in einer stationären psychotherapeutischen Einrichtung stattfinden.

Also wichtig finde ich die Definition von „Ziel“ und die Verknüpfung der „Form“ daraufaufbauend, dann kann nichts schiefgehen.

Gruß
Patrick

Hallo Patrick,

Also wichtig finde ich die Definition von „Ziel“ und die
Verknüpfung der „Form“ daraufaufbauend, dann kann nichts
schiefgehen.

So meinte ich es auch, als ich meinen Freund warnte, die
Probleme anderenfalls nur zu verschieben, wegzudrängen.
Ziellose Flucht - genauso kam mir sein Wunsch vor, was
mittlerweile aber sanft in die richtige Richtung gelenkt
wird (hoffentlich mit Erfolg).

Hab Dank für Deine Antwort, die sich in etwa mit meinen
Gedankengängen deckte, nur konkreter formuliert ist.

Herzliche Grüsse
d.