Hallo Peter,
„man“ kann eine ganze Menge tun. Sicher geht es aber um Dich, um DEIN Problem, Angst. Angst hat von Mensch zu Mensch ganz unterschiedliche Formen und es gibt ne ganze Menge verschiedener Formen.
Ich selber habe sehr lange Zeit unter Angst und Panikattacken gelitten und konnte das nur noch mit Alkohol und Drogen betäuben, was die Sache letztendlich noch gesteigert hat. Mir perönlich hat nur eine Angsttherapie geholfen. Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass die Ratschläge von außen (Du solltest Entspannung lernen, eine Arzt aufsuchen, Dich ablenken, ein Buchlesen usw. sicherlich gut gemeint sind, mir hat es gar nichts gebracht, weil meine Angst so zu sagen „über Allem stand“ Je mehr ich versucht habe dagegen zu arbeiten, um so GRÖßER wurde sie!! Je mehr ich versucht habe Situationen zu ERTRAGEN, oder gar DURCHZUSTEHEN, um so häufiger wurden die Panikattacken.
Es kann sicherlich für den Ein- oder Anderen ganz hilfreich sein, eine unangenehme Situation zu ERLEBEN, um im Nachhinein festzustellen, dass er heil und unversehrt geblieben ist, dennoch halte ich es für bedenklich, weil ich dabei eine Panikattacke bekommen habe, die mich JAHRE davon abgehalten hat, jemals wieder etwas in der Richtung zu unternehmen.
Da ich Dich nicht kenne, kann ich Dir auch nicht raten, dieses oder jenes zu tun. Mein „guter Ratschlag“ den ich angenommen habe, hatte übelste Auswirkungen. Das soll Dir keine weitere Angst machen, sondern nur verdeutlichen, dass für jemanden etwas hilfreich sein kann und für einen anderen Menschen eher ins Gegenteil schlagen kann.
Also, ein Fachmann in Sachen Angst, (Therapeut) wäre sicherlich die „sicherste“ Methode. Dazu ist (war bei mir) notwendig, eine Art Tagebuch zu führen: Wann, in welchen Situationen, wo, in welchem Zusammenhang, tritt die Angst auf. Du kannst es ja scheinbar sehr gut definieren, umso schneller und leichter lässt sich die geeignetet Behandlungsmethode finden.
Ich bin heute immer noch ein sehr unsicherer Mensch und in vielen Situationen auch ängstlich, aber ich kann damit gut leben, weil meine Angst „realistisch“ geworden ist und vieles, wovor ich Angst habe, lass ich einfach bleiben. Ein Riesenrad muss nicht sein, ich kann Karussel fahren. Ein Flug muss nicht sein, ich kann Bahn fahren. Warum im abgelegenen Wald, es ist doch viel schöner auf einem belebten Spazierweg.
Vor einiger Zeit habe ich hier schon mal ein für mich typisches Beispiel erwähnt:
Je mehr ich mich mit ANGST beschäftige, um so mehr ist sie present und umso GRÖßER kann sie werden. Viele Dinge erledigen sich von selbst: Ich konnte lange Zeit keine Bahn fahren, weil ich Angst davor hatte, bis ein guter Freund dringend Hilfe von mir brauchte, ich sollte auf dem schnellsten Weg kommen, die Bahn war die schnellste und einzige Möglichkeit. Ich habe erst später FESTGESTELLT, dass ich tatsächlich Bahn gefahren bin. Die Sorge um den Freund, hat die Angstgeschischte ÜBERLAGERT. Es war für mich keine Zeit, groß daran zu denken, dass ich ja eigentlich Angst vor der Bahn habe… und so hat sich vieles von selbst erledigt.
Nimm die Sachen nicht so wichtig, würde ich Dir als Denkanstoss gerne geben, allerdings mit der Einschränkung: Wenn Deine Lebensqualität eingeschränkt wird, solltest Du den Fachmann zu Rate ziehen.
Fliegen, Dampfer fahren, Waldspaziergang, kann man durch ebenso schöne andere Dinge ersetzen, darunter solltest Du ME nicht leiden und wie gesagt, vieles erledigt sich von selbst. Angst ist oft POSITIV besetzt, sie schützt uns, ist NATÜRLICH und auch LEBENSNOTWENDIG, sie wird erst bedrohlich, wenn sie Dir die Kehle zuschnürt.
Ein lieber Gruß
Frank