Tipps zu ADS - ADHS

Von: , Frage gestellt am So, 10. Okt 2004

Hallo Community,

da ich vor kurzem festgestellt habe, dass ich vielleicht ADS haben könnte, wollte ich fragen, wer sich damit auskennt und wer schon Erfahrungen damit gemacht hat.
Zwar habe ich schon einen Termin beim Arzt deshalb bekommen, aber ich möchte Vorweg schon mal einiges darüber wissen. Normalerweise wird diese "Krankheit" als Kind diagnostiziert. Aber bei mir (und bestimmt vielen Anderen auch) hat man einfach gesagt, dass ich mich eben mehr anstrengen und nicht so faul sein soll.

Wie kommen Erwachsene mit dieser "Krankheit" zurecht?

Gruß
MiND

16 Antworten zu dieser Frage

        • Antwort von nach einem Tag 4 hilfreich
          Re^4: ADS - ADHS

          Danke für die nicht erbetene Belehrung Herr Versicherungsmakler. Ich finde es schlicht arrogant, wie sie über Patienten mit ADHS bzw. Ärzte schreiben. Sie verallgemeinern, dass Ärzte keine Ahnung von Ernährungsmedizin hätten. Weit gefehlt, ich habe mich da durchaus weitergebildet bzw. wurde auch im Studium umfangreich darin ausgebildet (allerdings hätte es gerne auch mehr sein können). Selbst so vermeindlich "naturmedizinische" Themen wie Sauerstoffradikale oder die Bedeutung von Spurenelementen ist mir nicht ganz fremd (da ich zur Bedeutung Reaktiver Sauerstoffe bei der hämorrhagischen Tumornekrose meine Doktorarbeit geschrieben habe). Bevor Sie also meinen, ich sollte mich informieren, informieren Sie sich mal ein wenig über ADHS, bevor sie solchen Quatsch verbreiten. Sie haben ein eigenes geschäftliches Interesse an der Vermarktung von sinnlosen und überteuerten Produkten. Kein Zweifel, Omega-Fettsäuren und eine an die Mittelmeer-Länder adaptierte Ernährungsform ist gesundheitsförderlich (und lebensverlängernd). Nur dafür muss ich nicht zu Mitteln der Firma XY greifen, sondern zum nächsten Wochenmarkt gehen.

          Ich würde mir von Ihnen ehrlich gesagt weder eine Versicherung noch ein Nahrungsmittelergänzungsmittel andrehen lassen. Ich möchte Sie nur darauf aufmerksam machen, dass das Bewerben solcher Mittelchen mit gesundheitsbezogenen Aussagen verboten ist. [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  1. Antwort von nach 6 Stunden 0 hilfreich
    Re: ADS - ADHS

    Hallo MInd,

    es gibt relativ wenig zu ADS bzw. ADHS bei
    Erwachsenen. Ich weiss aber ,dass viele Medikamente,
    die bei Kindern eingesetzt werden, in der Pubertaet
    aufhoeren zu wirken (bzw. positiv auf die ADS zu wirken).

    Ich hab - als ich ein Buch ueber Kinder - ADS suchte -
    eins fuer Erwachsene daneben liegen sehen. Ich glaube,
    vom ObersteBrink Verlag (die auch das sehr gute Buch von
    Aust-Claus und Hammer: Das ADS Buch herausgegeben haen).

    Die meisten Erwachsenen gehen damit soweit ich weiss,
    unbewusst um. Sie suchen sich Jobs, wo sie eine
    Sekretaerin haben ;-) --- also etwas, wo Organisation
    weniger, dafuer vielleicht eher Kreativitaet gefragt ist.
    Branson, der brit. Millionaer, von Virgin Air soll z.B.
    ADS haben. Ich kenne einige, die als Kinder ADS hatten
    und darauf behandelt wurden, auch medikamentoes, und die
    heute das einfach als Eigenheit ihrer selbst akzeptieren
    und sich durchschlaengeln.

    Lass dich erstmal richtig diagnostizieren, das ist das
    Allerwichtigste,
    viel Glueck
    Elke

  2. Antwort von nach 11 Stunden 1 hilfreich
    ADS

    Hi Mind da ich vor kurzem festgestellt habe, dass ich vielleicht ADS haben könnte
    ungeachtet der Frage, welche Eigenschaften dich zu dieser Vermutung veranlassen: Daß das, was man unter ADS versteht, nicht nur bei Kindern zu finden ist, ist seit langem bekannt. Hier einiges an einführender Literatur

    http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/387067833X/qid...
    http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3870679948/qid...
    http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3499607735/qid...
    http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3795007356/ref...

    sowie zahlreiche Diskussionen hier im Brett, u.a. z.B.
    http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv...

    Gruß

    Metapher

  3. Antwort von nach 21 Stunden 1 hilfreich
    Re: ADS - ADHS

    Hallo !

    Verallgemeinern kann man dies sicher nicht, da es nicht "den" Erwachsenen mit ADHS gibt.

    Bisher hat man überwiegend die hyperaktiven Jungen in Studien nachverfolgt. Dabei muss man sich klar sein, dass es sich überwiegend um stationär behandelte "schwere" Fälle (häufig mit Störungen des Sozialverhaltens) handelt. Die haben unbehandelt eine ungünstige Prognose mit Deliquenz, Suchtproblemen, mehr Unfällen, häufigeren Scheidungen und Depressionen.

    Weniger ist über die relativ gut sozial adaptierten ADHSler bekannt (hier ist vielleicht Hallowells Zwanghaft zerstreut sehr gut). Viele ADHSler haben ihre Nieschen gefunden und sind u.a. mit Hilfe ihrer Ehefrau oder Sekretärin erfolgreich. Aber diese Nieschen sind halt auch zerbrechlich. Nicht selten führen die Impulsivität und rasche Stimmungswechsel, die Desorganisation oder aber Perfektionismus zu Problemen im Alltag und zwischenmenschlichen Beziehungen. Und nicht jeder ist halt Schauspieler, Leistungssportler (M. Phelps), oder Politiker (B.Clinton) und schwimmt auf einer Erfolgswelle.

    Noch weniger ist über die stillen ADHSler bzw. den unaufmerksamen Subtyp bekannt. Ich versuche in der Klinik einen ADHS-Schwerpunkt für Erwachsene aufzubauen. Bei Interesse könnte ich eine ausführlichere Zusammenstellung zum Thema Dir mailen (oder schau auf www.adhs.ch oder www.web4health.info). Besonders interessant finde ich dabei das Thema berufliche Rehabilitation. Viele ADHSler haben Probleme in der Ausbildung und Arbeitswelt. Hier beginnen derzeit einige Modellprojekte, die sich damit näher beschäftigen sollen.

    Leider wird aber bisher überwiegend auf die "reinen" ADHSler geachtet, d.h. nicht die Komorbiditäten gesehen. Bei uns in der Klinik fallen (bedingt durch die überwiegende Zahl weiblicher Klienten) fast nur Frauen mit ADHS auf). Sie haben dann aber noch Adipositas, Bulimie oder aber chronische Schmerzzustände / Burnout / Depressionen oder aber Persönlichkeitsstörungen.

    Wie gesagt : "Den" Prototypen des ADHSlers gibt es nicht. Aber bei unglaublichen vielen chronisch psychosomatisch Betroffenen Patienten scheint ADHS ein Puzzleteil im Gesamtbild zu sein. Nicht selten aber ein ganz wichtiges...

    Martin Winkler [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  4. Antwort von nach 23 Stunden 0 hilfreich
    Re: ADS - ADHS

    Hallo MIND

    Einig ist man sich, dass ADS eine Stoffwechselstörung ist, bei der die Genetik eine Rolle spielt, aber die Genetik nicht das ausschliessliche ist.
    Man hat auch rausgefunden, das der Stoffwechsel im allgemeinen schwächer und anders als in der normgruppe ist.
    Da der Stoffwechsel im Kopf nicht völlig unabhängig zum ganzen Stoffwechsel des Körper ist, haben einige Wissenschaftler, Ärzte und Eltern durch die Behandlung der festgestellten Stoffwechselstörungen gute Erfolge erzielt.
    Eine demnächst in einer anerkannten Zeitschrift erscheinende Grossstudie in England, hat zB festgestellt, dass bei ganz grob 40% der lern- und aufmerksamkeit gestörten Kinder eine bestimmte Fettsäuremischung geholfen haben.
    Prof Dr Egger. Leiter des Kinderspitals Meran, hat mit mehrere studien mit Diäten und so gemacht. Eine wissenschaftliche Studie stellte die Wirksamkeit einer oligoantigene Diät bei 24 bis 80% der ADS Kinder fest, in der Praxis sollerst noch eher der obere wert erreicht werden.
    Hintergrundinfos unter www.elpos.ch/ERN.HTM
    Im weiteren wurde Verbesserungen bei ca 1/3 der Kinder durch eine Zinkabgabe erreicht, kein Wnder, wenn man weiss, dass ADS'ler meist zu tiefe Zinklevels im Serum haben. Ausserdem gibt es 15 Studien die die Wirksamkeit von hohen Vitamin B6 Dosis (mit oder ohne Magnesium) bei solchen und ähnlichen beeinträchtigung festgestelt haben.
    Ebenso gibt es Klienstudien mit anderen Vitalstoffen. Im weiteren ist eine verbesserung bei einigen durch die Normaliesierung der schilddrüse oder durch die usleitung von Blei nachgewiesen worden.
    Betreffend Quecksilberausleitung gibt es noch mehr positive Erfahrungen, leider fehlen da aber noch anerkannte Studien.

    Du siehst, es kann an einigem liegen. Nur bei entsprechender belastung7defizit hilft auch eine entsprecehnde Therapie. Glücklicherweise kann man das meiste mittels Labortests abklären lassen, leider werden aber viele davon nicht von der Kasse bezahlt.
    Habe einen Fragebogen mit syntomen, aufgrund dessen, ich Dir mögliche betroffenheiten sagen könnte. Die könntest du dann medizinisch mittels den Labortests abklären lassen, damit Du auch sichere Aussagen hast.

    Wenn Du den Fragebogen möchtest, brauche ich eine mailadresse wo ich ein anhang anhängen kann

    Gruss
    beat

    • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
      Re^2: ADS - ADHS

      Hallo Hr. Schärer,
      mit Ihren Ausführungen haben Sie genau das belegt, was wir in unserer Studie auch herausgefunden haben, weshalb wir auch mit Mineralien, Omega 3 Fetten, B Komplex usw. gearbeitet haben und für uns überraschend gute Erfolge erzielten.
      m.reitner [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  5. Antwort von nach einem Tag 1 hilfreich
    Re: ADS - ADHS

    Hallo MiND,
    da ich vor kurzem festgestellt habe, dass ich vielleicht ADS
    haben könnte, wollte ich fragen, wer sich damit auskennt und
    wer schon Erfahrungen damit gemacht hat.
    Ich bin diagnostizierte ADS'lerin. Erst durch meine Kinder, die ebenfalls AD(H)S in verschiedener Ausprägung und teilweise mit, teilweise ohne Hyperakivität haben, kam ich langsam auf den Gedanken, dass ADS auch bei mir der Schlüssel zu einigen "Merkwürdigkeiten" sein könnte.

    Nach außen hin bin ich gut sozialisiert, komme beruflich gut klar (bin allerdings auch selbständig), habe Mann und Kinder. Dass ich mir schon als Kind oft "komisch" vorkam, konnte ich nie einordnen, damit hatte ich mich abgefunden. Als Träumerkind mit guten Noten falle ich unter die typische unerkannte ADS-Klientel. Wie kommen Erwachsene mit dieser "Krankheit" zurecht?
    Die Diagnose ist eine Mischung aus Schock und Erleichterung. Man fragt sich rückwirkend, was hätte anders laufen können, man hat aber auch im Laufe der Zeit mehr Nachsicht mit sich selbst, wenn man eine schlechte Phase hat, in der einem nichts von der Hand läuft.

    Im Laufe der Zeit erkennt man auch die positiven Seiten und kann ganz gut damit leben.

    Auf jeden Fall finde ich es hilfreich, wenn man eine seriöse (!!!!!!!!) Diagnose möglichst mit schriftlichem Gutachten vorliegen hat. Solange Du nur vermutest, dass Du betroffen bist, wird immer ein inneres Fragezeichen bleiben. Zwar habe ich schon einen Termin beim Arzt deshalb bekommen,
    aber ich möchte Vorweg schon mal einiges darüber wissen.
    Information ist das A und O bei dieser Krankheit. Allerdings habe ich große Zweifel, ob ein Hausarzt (?) wirklich richtig dianostizieren kann. Bei mir dauerte die Untersuchung bei einer seit Jahren auf ADHS spezialisierten Psychologin mit allen Tests rund 4 Stunden, zusätzlich gab es einen dicken Stapel an Fragebögen.

    Ich würde Dir empfehlen, eine Selbsthilfegruppe aufzusuchen, auch wenn die Diagnose noch nicht steht. Schau mal unter http://www.ads-ev.de, die sind bundesweit aktiv und haben sogar reine Erwachsenengruppen. Aber auch in den Elterngruppen sitze viele erwachsene ADS'ler, da wird Dir sicher auch ein(e) kompetente(r) Psychologe(in) genannt werden. Für eine saubere Diagnose lohnt sich auch eine lange Wartezeit.

    Nichts kostet einen mehr Kraft als ein Hausarzt, der lapidar sagt "SIE ? Ach was, Sie sind eben gestresst, Sie haben doch nicht diese Modekrankheit!" - ähnliches hören sehr viele ADS'ler.

    Alles Gute wünscht

    Inselchen



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